{"id":17635,"date":"2026-05-16T09:10:19","date_gmt":"2026-05-16T09:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17635\/"},"modified":"2026-05-16T09:10:19","modified_gmt":"2026-05-16T09:10:19","slug":"fussball-der-afrika-cup-soll-cote-divoire-voranbringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17635\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfball \u2013 Der Afrika-Cup soll C\u00f4te d\u2019Ivoire voranbringen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img275998\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/275998.jpeg\" alt=\"Verbandspr\u00e4sident Idriss Diallo ist froh, dass auf dem Rasen des Stade Olympique Alassane-Ouattara in Ebimp\u00e9 keine Pf\u00fctzen mehr zu sehen sind.\"\/><\/p>\n<p>Verbandspr\u00e4sident Idriss Diallo ist froh, dass auf dem Rasen des Stade Olympique Alassane-Ouattara in Ebimp\u00e9 keine Pf\u00fctzen mehr zu sehen sind.<\/p>\n<p>Foto: Julien Duez<\/p>\n<p>In Abidjan ist es auch im Januar hei\u00df. In der Wirtschaftsmetropole von C\u00f4te d\u2019Ivoire, die heute gebr\u00e4uchliche Bezeichung der Elfenbeink\u00fcste, scheint die Sonne den ganzen Tag lang, das Thermometer zeigt nicht selten 35\u2005Grad Celsius an. Der Klimawandel hat nichts damit zu tun, die westafrikanische Republik liegt nun einmal zwischen dem n\u00f6rdlichen Wendekreis und dem \u00c4quator. Hier gibt es keine klassischen Jahreszeiten, lediglich die Trockenzeit, die von Dezember bis April andauert, und die Regenzeit von Mai bis November. Vielleicht war das Wetter einer der Gr\u00fcnde, warum die Afrikanische Fu\u00dfballkonf\u00f6deration (<a data-id=\"https:\/\/www.cafonline.com\/\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.cafonline.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Caf<\/a>) im vergangenen Jahr entschied, den Afrika-Cup auf Januar 2024 zu verschieben, anstatt ihn sechs Monate davor unter st\u00e4ndiger Angst vor Regeng\u00fcssen austragen zu m\u00fcssen. Andererseits war es nicht der erste Aufschub.<\/p>\n<p>#TotalEnergiesAFCON2023 Around C\u00f4te d\u2019Ivoire EP1: Discovering Abidjan.<\/p>\n<p>CAF TV<\/p>\n<p>Schon 2014 gab die Caf bekannt, dass Kamerun 2019 den wichtigsten Sportwettbewerb des Kontinents veranstalten sollte, C\u00f4te d\u2019Ivoire dann 2021. Verz\u00f6gerungen bei Bauarbeiten an den Spielorten und die Corona-Pandemie \u00e4nderten jedoch die Situation in Kamerun, dementsprechend verschoben sich beide Turniere um zwei Jahre. \u00bbH\u00e4tten wir es 2021 veranstalten m\u00fcssen, w\u00e4ren wir trotzdem bereit gewesen\u00ab, versichert ein Sprecher des Sportministeriums \u00bbnd\u00ab. Mag sein. Vielleicht aber h\u00e4tte Staatspr\u00e4sident Alassane Ouattara dann nicht vollmundig den \u00bbbesten Afrika-Cup, der je organisiert wurde\u00ab, versprochen.<\/p>\n<p>Immerhin hat das Warten nun ein Ende. Nach neun Jahren und Gesamtinvestitionen von umgerechnet knapp 1,4\u2005Milliarden Euro steigt an diesem Sonnabend (21\u2005Uhr) das Er\u00f6ffnungsspiel zwischen Gastgeber C\u00f4te d\u2019Ivoire und Guinea-Bissau. F\u00fcr das Team von Nationaltrainer Jean-Louis Gasset ein recht einfacher Gegner, auch wenn die heimischen \u00bbElefanten\u00ab nicht als Topfavorit des Turniers gelten. Da sind eher Algerien, Marokko, \u00c4gypten, Nigeria und <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1161119.covid-pandemie-senegal-feiert-inmitten-von-corona-lockerungen.html?sstr=afrika|cup\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Senegal <\/a>aufzulisten. Nach zwei Triumphen 1992 und 2015 scheint ein dritter Stern auf dem orangefarbenen Nationaltrikot der Gastgeber eher unrealistisch.<\/p>\n<p>nd.DieWoche \u2013 unser w\u00f6chentlicher Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/275999.png\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>Mit unserem w\u00f6chentlichen Newsletter nd.DieWoche schauen Sie auf die wichtigsten Themen der Woche und lesen die Highlights unserer Samstagsausgabe bereits am Freitag. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/newsletter\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier das kostenlose Abo holen<\/a>.<\/p>\n<p>\u00bbUnser Ziel ist es, so weit wie m\u00f6glich zu kommen\u00ab, sagt der Vorsitzende des ivorischen Fu\u00dfballverbands Yacine Idriss Diallo. \u00bbDaf\u00fcr haben wir seit einem Jahr eine Mannschaft aufgebaut. Viele Spieler haben zwar kaum internationale Erfahrung, jedoch agieren sie als Team und geben 100\u2005Prozent, um die ivorische Fahne hochzuhalten.\u00ab<\/p>\n<p>Diallo muss die Fragen des nd-Autors mit lauter Stimme beantworten, um den H\u00f6llenl\u00e4rm des tropischen Regens zu \u00fcbert\u00f6nen, der gerade hinter ihm in Ebimp\u00e9 herunterprasselt, einem Dorf n\u00f6rdlich von Abidjan. Hier herrscht ein Mikroklima, das sich vom Traumwetter im 20\u2005Kilometer entfernten Stadtzentrum deutlich unterscheidet. In Ebimp\u00e9 wurde vor drei Jahren das Stade Olympique Alassane Ouattara aus dem Boden gestampft, eine der sechs Arenen, in denen insgesamt 52\u2005Turnierspiele ausgetragen werden. Kosten und Bauarbeiten hat ein chinesisches Unternehmen \u00fcbernommen, \u00bbim Namen der ivorisch-chinesischen Kooperation\u00ab, so Diallo.<\/p>\n<p>Kurz nach Er\u00f6ffnung erlebte die Arena aber ein Fiasko nach dem anderen. So wurde im September das Freundschaftsspiel gegen Mali zur Halbzeit abgebrochen. Starker Regen hatte den Rasen komplett unter Wasser gesetzt. Wenige Monate vor dem Afrika-Cup, zu dem 1,5\u2005Millionen Besucher erwartet werden, galt das als Blamage f\u00fcr das Organisationskomitee. Vor allem, weil allein das Spielfeld inmitten der 60\u2009000 Sitzpl\u00e4tze fast zwei\u2005Millionen Euro gekostet hat.<\/p>\n<p>Sportminister Claude Paulin Danho wurde daraufhin entlassen, die Beaufsichtigung des Turniers direkt dem neuen Regierungschef Robert Beugr\u00e9 Mamb\u00e9 \u00fcbertragen. \u00bbIrgendwie bin ich froh, dass es heute so stark regnet\u00ab, sagt Idriss Diallo. \u00bbSo sehen Sie live den Beweis, dass der Rasen zu 100\u2005Prozent in Ordnung ist.\u00ab<\/p>\n<p>Am Spielfeldrand \u00fcberwacht der franz\u00f6sische Bauleiter Didier Pascal ein halbes Dutzend Angestellte, die hockend sorgf\u00e4ltig \u00fcberpr\u00fcfen, dass auch ja kein Halm Unkraut w\u00e4chst. \u00bbSeitdem wir im September mit der Renovierung beauftragt wurden, kommen wir jeden Tag vorbei, um den Zustand des Rasens zu \u00fcberpr\u00fcfen\u00ab, so Pascal. Ihm zufolge war das Gr\u00fcn zuvor nicht absch\u00fcssig und durchl\u00e4ssig genug. \u00bbDeswegen haben sich Pf\u00fctzen gebildet. Wir haben Sickerschlitze angebracht, dazu ges\u00e4ubert, neu ges\u00e4t.\u00ab Harte Arbeit: eine Woche lang, 20\u2005Stunden am Tag. \u00bbAber heute bildet sich keine einzige Pf\u00fctze mehr\u00ab, zeigt Pascal stolz.<\/p>\n<p>Die anderen f\u00fcnf Stadien erwiesen sich als weniger problematisch. Zwei davon wurden renoviert, eins in Abidjan (30\u2009000 Pl\u00e4tze), das andere in Bouak\u00e9 (40\u2005000), der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes. Die drei restlichen (je 20\u2009000), in der Hauptstadt Yamoussoukro, Korhogo und in San Pedro an der Atlantikk\u00fcste, wurden neu gebaut. Hinzu kamen 24\u2005neue Trainingspl\u00e4tze, einer pro Teilnehmernation. F\u00fcr gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig h\u00e4lt Verbandspr\u00e4sident Diallo das alles keineswegs: \u00bb15\u2005Jahre hatten wir keine modernen Stadien. Die Nationalmannschaft musste ihre Pflichtspiele oft im Ausland austragen. Das wird sich jetzt \u00e4ndern. C\u00f4te d\u2019Ivoire wird nun ein Hub f\u00fcr die Nachbarl\u00e4nder, deren Stadien die internationalen Normen nicht erf\u00fcllen. Wir sind sozusagen Sportdiplomaten.\u00ab<\/p>\n<p>Daheim aber soll der ganze ivorische Fu\u00dfball vom Turnier profitieren. \u00bbAktuell spielen 15\u2005der 16\u2005Erstligavereine in Abidjan\u00ab, erz\u00e4hlt Diallo, und erinnert daran, dass die Wurzeln der Klubs \u00fcberall im Land liegen. Dewegen k\u00e4men auch kaum Zuschauer in die Stadien. \u00bbDas kann nicht so weitergehen. Die Klubs wieder in ihren Heimatst\u00e4dten spielen, das wird sich dann positiv auf die Begeisterung f\u00fcr die Liga, aber auch auf die Infrastruktur auswirken.\u00ab<\/p>\n<p>Viele Menschen im Land bef\u00fcrchten jedoch, dass diese monumentalen Projekte zu sogenannten El\u00e9phants blancs (wei\u00dfe Elefanten) werden \u2013 Investitionsruinen, die kurz nach Turnierende schon ungenutzt in der Landschaft stehen. Fran\u00e7ois Amichia, ehemaliger Sportminister und heute Pr\u00e4sident des Organisationskomitees, kennt derlei Bef\u00fcrchtungen, doch im Gespr\u00e4ch mit \u00bbnd\u00ab am Sitz des OK im popul\u00e4ren Kiez Treichville betont er, dass das Turnier noch viel mehr in Gang gesetzt habe.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude liegt in einer Gasse, die wegen des hier allt\u00e4glichen Staus schwer zu erreichen ist. Von hier bis nach Ebimp\u00e9, lediglich 20\u2005Kilometer entfernt, kann es mit dem Auto mehr als zwei Stunden dauern. Nach den Stadien hatten daher Stra\u00dfenbauarbeiten die h\u00f6chste Priorit\u00e4t. So wurde die K\u00fcstenautobahn in voller L\u00e4nge saniert. F\u00fcr die 350\u2005Kilometer bis San Pedro braucht man jetzt f\u00fcnf Stunden. Fr\u00fcher waren es zw\u00f6lf. Ins Landesinnere nach Norden verbindet eine brandneue Maut-Autobahn die Handelszentren Abidjan und Bouak\u00e9.<\/p>\n<p>Neue Br\u00fccken und Ringautobahnen sollen Abidjans Stra\u00dfenverkehr fl\u00fcssiger machen. \u00bbAu\u00dferdem haben wir neue Krankenh\u00e4user gebaut\u00ab, berichtet Amichia. So profitiere die gesamte Bev\u00f6lkerung vom Entwicklungsbeschleuniger Afrika-Cup. Zwingend notwendig, da sich laut Prognosen die Einwohnerzahl von derzeit 5,5\u2005Millionen bis zum Ende des Jahrzehnts fast verdoppeln wird.<\/p>\n<p>Dann wird vielleicht auch die erste U-Bahn Westafrikas endlich er\u00f6ffnet, deren Bau seit 2015 geplant ist. Offiziell soll sie 2027 fertiggestellt werden. Doch auch in C\u00f4te d\u2019Ivoire muss man Geduld haben. \u00bbWir bauen gerade Projekte, die schon vor 15\u2005Jahren fertig sein sollten\u00ab, sagt ein einheimischer Journalist. \u00bbDas Land hat eine tiefe politische Krise erlebt, die erst seit etwa zehn Jahren vorbei ist. Deswegen braucht das alles noch Zeit.\u00ab Wenn der Fu\u00dfball einiges ein bisschen beschleunigt, sind aber alle Gewinner \u2013 ganz egal, wer am 11.\u2005Februar Afrikameister wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verbandspr\u00e4sident Idriss Diallo ist froh, dass auf dem Rasen des Stade Olympique Alassane-Ouattara in Ebimp\u00e9 keine Pf\u00fctzen mehr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17636,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[125,124,152,126],"class_list":{"0":"post-17635","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-elfenbeinkueste","8":"tag-cote-divoire","9":"tag-elfenbeinkueste","10":"tag-fussball","11":"tag-ivory-coast"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116583479503152110","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17635"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17635\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}