{"id":17808,"date":"2026-05-16T19:59:15","date_gmt":"2026-05-16T19:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17808\/"},"modified":"2026-05-16T19:59:15","modified_gmt":"2026-05-16T19:59:15","slug":"afrika-gipfel-in-kenia-macron-sucht-neue-partner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/17808\/","title":{"rendered":"Afrika-Gipfel in Kenia: Macron sucht neue Partner"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/macron-ruto-100.jpg\" alt=\"Emmanuel Macron und William Ruto sch\u00fctteln sich die H\u00e4nde\" title=\"Emmanuel Macron und William Ruto sch\u00fctteln sich die H\u00e4nde | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 11.05.2026 \u2022 08:52 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Bislang hat sich Frankreich stark auf Westafrika fokussiert. Pr\u00e4sident Macron will seine Strategie jetzt \u00e4ndern &#8211; auch mit Blick auf den Einfluss Chinas und Russlands in Afrika. Heute beginnt in Nairobi ein wichtiger Gipfel.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bensch-ts-104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Karin Bensch\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/bensch-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der zweit\u00e4gige Gipfel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi tr\u00e4gt einen bezeichnenden Titel: &#8222;Africa forward&#8220;. Der Kontinent soll vorankommen. Beim Gipfel werden zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschef sowie rund 5.000 Delegierte erwartet. Es soll vor allem um Investitionen in Wirtschaft, Sicherheit, Klimaschutz, Gesundheit und Bildung gehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die beiden Gastgeber, der kenianische Pr\u00e4sident William Ruto und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron, pr\u00e4sentieren sich als Power-Duo, als neue Partner zwischen Afrika und Europa. Sie l\u00e4cheln gemeinsam von Plakaten, die in diesen Tagen an vielen Orten in Nairobi zu sehen sind.<\/p>\n<p>    Frankreich pr\u00e4senter als Deutschland<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was Wirtschaftsinvestitionen in Afrika angeht, ist Frankreich deutlich offensiver als Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz war im November 2025 und im April 2026 in Afrika &#8211; unter anderem beim G20-Gipfel in S\u00fcdafrika und bei einem Treffen in Angola. Doch afrikanische Wirtschaftsexperten kritisieren, deutsche Unternehmen seien in Afrika h\u00e4ufig nicht sichtbar genug. Zudem brauche es mehr Mut und Entschlossenheit f\u00fcr Investitionen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hochkar\u00e4tige Treffen zwischen afrikanischen L\u00e4ndern und Frankreich gibt es schon seit \u00fcber 50 Jahren. Der erste Afrika-Frankreich-Gipfel fand 1973 in Paris statt. Es folgten Treffen in frankophonen L\u00e4ndern Afrikas. Neu ist: Zum ersten Mal findet der Gipfel in einem Land statt, das einen starken englischsprachigen Einfluss hat. Kenia ist ehemalige britische Kolonie.<\/p>\n<p>    Macron will neuen au\u00dfenpolitischen Kurs<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das hat einen besonderen Grund: Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Macron m\u00f6chte laut Beobachtern einen neuen au\u00dfenpolitischen Kurs in Afrika einschlagen. Ihn interessieren Kooperationen mit wirtschaftlich starken und politisch stabilen L\u00e4ndern wie etwa Kenia, aber auch S\u00fcdafrika und Nigeria.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Ziel: Afrika soll nicht nur China und Russland \u00fcberlassen werden, sowie Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Saudi-Arabien. Frankreich will Afrikas wichtigster Partner in Europa werden. Ein Vorteil: In diesen anglophonen afrikanischen L\u00e4ndern hat Frankreich keine belastende Kolonialvergangenheit, was die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit erleichtert.<\/p>\n<p>    Schwindender Einfluss in ehemaligen Kolonien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Frankreich hat massive Wirtschaftsinteressen auf dem Kontinent. Der franz\u00f6sische Konzern Total hat in den vergangenen Jahren seine Erd\u00f6lprojekte in Afrika verst\u00e4rkt, insbesondere in ostafrikanischen L\u00e4ndern wie Uganda und Tansania. Frankreich sucht neue Investitionsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Infrastruktur- und Energieprojekte. Vor allem im Bereich Erneuerbare Energien und in der digitalen Wirtschaft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pr\u00e4sident Macron will weg von der alten Westafrika-Politik, mit der er nichts mehr gewinnen kann. Denn in den Sahelstaaten Mali, Burkina Faso und Niger, allesamt ehemalige franz\u00f6sische Kolonien, haben sich Milit\u00e4rjuntas an die Macht geputscht. Ihre Armeen k\u00e4mpfen, mit Unterst\u00fctzung russischer Milizion\u00e4re, gegen unterschiedliche Terrorgruppen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Mali ist das gerade deutlich zu sehen. In der Sahelzone sch\u00fcren die Milit\u00e4rmachthaber seit einigen Jahren eine anti-franz\u00f6sische Stimmung &#8211; auch, um ihre eigene F\u00fchrungsposition zu st\u00e4rken. In Mali, Niger und Burkina Faso haben sie vor einigen Jahren den Abzug franz\u00f6sischer Truppen erzwungen.<\/p>\n<p>    Konkurrenz mit Investoren aus China<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch im westafrikanischen Land Senegal, ebenfalls eine ehemalige franz\u00f6sische Kolonie, hat Frankreich politisch und milit\u00e4risch kaum mehr Einfluss. Die letzten franz\u00f6sischen Soldaten wurden vor knapp einem Jahr aus dem Land komplimentiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dagegen sind franz\u00f6sische Unternehmen noch immer vor Ort, wie zum Beispiel die Telekommunikationsfirma Orange, der Erd\u00f6lkonzern Total und die Supermarktkette Auchan. Doch auch andere L\u00e4nder investieren bereits im Senegal. In der Hauptstadt Dakar ziehen t\u00fcrkische Bauunternehmen Kongresszentren und Sportarenen hoch. Auch Chinesen sind schon da, mit Infrastrukturprojekten und riesigen Shopping-Malls.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">China ist der gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftspartner vieler afrikanischer L\u00e4nder &#8211; und das bereits seit vielen Jahren. Dazu geh\u00f6rt auch Kenia. In dem ostafrikanischen Land haben chinesische Baufirmen Autobahnen, Br\u00fccken, Hochh\u00e4user, Flugh\u00e4fen und Seeh\u00e4fen gebaut. Kenia hat sich daf\u00fcr bei chinesischen Banken stark verschuldet und muss Kredite mit hohen Zinsen zur\u00fcckzahlen.<\/p>\n<p>    Ruto auch auf der Suche nach Anerkennung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kenias Pr\u00e4sident William Ruto geht es beim &#8222;Africa Forward&#8220;-Gipfel zum einen um neue Investitionen Frankreichs in Ostafrika. Aber auch um mehr internationale Anerkennung. Sein Ziel ist es, dass Kenia sich st\u00e4rker mit den Gro\u00dfm\u00e4chten verb\u00fcndet und ihr erster Ansprechpartner auf dem afrikanischen Kontinent wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pr\u00e4sident Ruto wird im eigenen Land von vielen Menschen sehr kritisch gesehen. Vor allem Geringverdiener f\u00fchlen sich nicht unterst\u00fctzt, jungen Leuten fehlen Jobperspektiven. Korruption ist ein Problem in Kenia. F\u00fcr Europa dagegen ist Pr\u00e4sident Ruto ein solider Ansprechpartner, im Vergleich zu anderen afrikanischen Machthabern. Internationale Anerkennung kann Kenias Pr\u00e4sident gut gebrauchen. 2027 stehen Wahlen an, und Ruto m\u00f6chte wiedergew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wir sind starke, neue Partner &#8211; diese Botschaft wollen der kenianischen Pr\u00e4sident Ruto und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Macron von diesem Gipfel in die Welt senden. Und Frankreich stellt sich strategisch neu auf in Afrika. Nach dem Scheitern in Teilen Westafrikas soll die Zukunft auf dem Kontinent eine Erfolgsgeschichte werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.05.2026 \u2022 08:52 Uhr Bislang hat sich Frankreich stark auf Westafrika fokussiert. 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