{"id":18244,"date":"2026-05-17T15:27:12","date_gmt":"2026-05-17T15:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/18244\/"},"modified":"2026-05-17T15:27:12","modified_gmt":"2026-05-17T15:27:12","slug":"ebola-wie-gefaehrlich-ist-der-ebola-ausbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/18244\/","title":{"rendered":"Ebola: Wie gef\u00e4hrlich ist der Ebola-Ausbruch?"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ist erneut <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ebola\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ebola<\/a> ausgebrochen. Schon jetzt sind nach Angaben der Gesundheitsbeh\u00f6rde der Afrikanischen Union (CDC) 88 Menschen gestorben, dar\u00fcber hinaus sind 336 Verdachtsf\u00e4lle bekannt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri an der Grenze zu Uganda und zum S\u00fcdsudan. Mittlerweile wurde das Virus auch schon in Uganda nachgewiesen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Lage ist ernst. So ernst, dass die <a href=\"https:\/\/www.who.int\/news\/item\/17-05-2026-epidemic-of-ebola-disease-in-the-democratic-republic-of-the-congo-and-uganda-determined-a-public-health-emergency-of-international-concern\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">WHO eine Gesundheitsnotlage internationaler Tragweite ausgerufen hat<\/a>. Wie konnte sich das Virus so schnell ausbreiten? Und wie gef\u00e4hrlich ist der Ausbruch?\n<\/p>\n<p>    \u00dcbersicht:<br \/>\n            Wie gef\u00e4hrlich ist Ebola?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ebola ist eine <a href=\"https:\/\/www.who.int\/news-room\/fact-sheets\/detail\/ebola-disease\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">schwere, fieberhafte Viruserkrankung<\/a>. Zu den ersten Symptomen geh\u00f6ren Fieber, M\u00fcdigkeit, Kopf-, Muskel- und Halsschmerzen, die oft pl\u00f6tzlich auftreten. Im weiteren Verlauf kommen Erbrechen und Durchfall dazu; das Virus sch\u00e4digt insbesondere Nieren und Leber. In manchen F\u00e4llen treten zus\u00e4tzlich Blutungen auf. Im Durchschnitt verl\u00e4uft etwa die H\u00e4lfte der F\u00e4lle t\u00f6dlich.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Verursacht wird die Krankheit von sogenannten Orthoebolaviren. Bekannt sind sechs Varianten des Virus, von denen wiederum bislang die H\u00e4lfte zu gr\u00f6\u00dferen Ausbr\u00fcchen unter Menschen gef\u00fchrt haben. Der \u00fcberwiegende Teil aller Infektionen geht auf die Zaire-Variante zur\u00fcck. Bei dem Ausbruch in der DR <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/kongo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kongo<\/a> scheint es sich hingegen um die seltenere Bundibugyo-Variante zu handeln, die eine etwas niedrigere Sterblichkeit hat als andere Varianten, daf\u00fcr jedoch deutlich schwerer zu behandeln und einzud\u00e4mmen ist.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Anders als gegen die Zaire-Variante gibt es f\u00fcr den Bundibugyo-Strang weder eine zugelassene Impfung noch spezielle Medikamente. Hinzu kommt, dass manche Tests die Variante nicht zuverl\u00e4ssig erkennen. Deshalb bleibt \u00c4rzten h\u00e4ufig blo\u00df eine reine Behandlung der Symptome. Die besten \u00dcberlebenschancen haben Betroffene, wenn die Krankheit fr\u00fch erkannt wird, der Fl\u00fcssigkeitsverlust infolge von Erbrechen und Durchfall ausgeglichen wird und Komplikationen wie Kreislaufprobleme, Nierenversagen oder Sekund\u00e4rinfektionen behandelt werden.\n<\/p>\n<p>                            Wie ist es zu dem Ausbruch in DR Kongo gekommen?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bislang ist \u00fcber den Ursprung des aktuellen Ausbruchs wenig bekannt. Beim ersten bekannten Fall handelt es sich um eine Krankenschwester, die am 24. April Symptome entwickelte und wenig sp\u00e4ter in einem Krankenhaus in Bunia starb, der Hauptstadt der Provinz Ituri. Wo sie sich angesteckt hat, ist jedoch unklar. \u00bbAlle Ebola-Ausbr\u00fcche beginnen mit einer \u00dcbertragung vom Tier zum Menschen, typischerweise von Flughunden\u00ab, sagte der Medizinprofessor Paul Hunter von der University of East Anglia dem britischen Science Media Centre. So kann das Virus durch direkten Kontakt zu Wildtieren, etwa beim Jagen oder Schlachten, oder deren K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten wie Urin und Kot vom Tier auf den Menschen \u00fcberspringen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00dcber Blut und andere K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten wird das Virus dann von Mensch zu Mensch \u00fcbertragen. Zwischen Ansteckung und ersten Symptomen vergehen bei Ebola zwischen zwei Tagen und bis zu drei Wochen. Ansteckend sind Infizierte erst, wenn sie selbst Symptome entwickeln. Besonders gef\u00e4hrdet sind Menschen, die sehr engen Kontakt pflegen oder ein Bett mit dem Erkrankten teilen \u2013 vor allem Angeh\u00f6rige und medizinisches Personal sind also betroffen. Eine besonders hohe Virenlast tragen auch die Leichname von Ebola-Erkrankten. Deshalb wird das Virus h\u00e4ufig bei Bestattungen \u00fcbertragen, deren Rituale in der Region das Waschen und Ber\u00fchren des Toten einschlie\u00dfen.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Nur eine Frage<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">K\u00f6nnen Maschinen denken? Existiere ich wirklich? Im Podcast \u00bbNur eine Frage\u00ab suchen wir Antworten auf die vermeintlich simplen \u00bbKinderfragen\u00ab. Dieser Newsletter weist auf neue Folgen hin \u2013 und auf erg\u00e4nzendes Material zu den Gespr\u00e4chen.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die hohen Infektionszahlen d\u00fcrfte die relativ sp\u00e4te Entdeckung des Ausbruchs sein. Offenbar fielen einige fr\u00fche Ebola-Tests negativ aus, weil sie nicht f\u00fcr die Bundibugyo-Variante geeignet waren. So konnte sich das Virus zun\u00e4chst unbemerkt ausbreiten, ohne dass erh\u00f6hte Schutzvorkehrungen getroffen wurden. Wahrscheinlich sind deshalb bereits deutlich mehr Menschen erkrankt als bislang angenommen, warnt die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/who\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">WHO<\/a>.\n<\/p>\n<p>                            Wie soll das Virus gestoppt werden?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Um den Ausbruch einzud\u00e4mmen, sollen nun die Kontakte von Erkrankten genau nachvollzogen werden und Verdachtsf\u00e4lle in Quarant\u00e4ne gehen. \u00c4rztinnen und Pfleger m\u00fcssen zus\u00e4tzliche Schutzkleidung verwenden. Und Beerdigungen d\u00fcrfen nur noch unter bestimmten Sicherheitsanforderungen durchgef\u00fchrt werden. Au\u00dferdem empfiehlt die WHO, dass an Flugh\u00e4fen bei der Ausreise aus betroffenen Gebieten Fieberkontrollen durchgef\u00fchrt werden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00bbSolche nicht pharmazeutischen Ma\u00dfnahmen sind in der Theorie umsetzbar, werden aber sehr aufwendig und ressourcenintensiv, wenn die Fallzahlen hoch sind\u00ab, sagt Anne Cori, die am Imperial College London die Ausbreitung von Infektionskrankheiten modelliert. \u00bbBesonders in gro\u00dfen St\u00e4dten, sehr vernetzten Regionen oder Krisengebieten. Wird der Ausbruch erst sp\u00e4t bemerkt, kann das katastrophale Folgen haben.\u00ab G\u00e4be es einen Impfstoff, lie\u00dfen sich zudem Ringimpfungen durchf\u00fchren, bei denen Menschen immunisiert werden, die potenziell in Kontakt mit dem Virus gekommen sein k\u00f6nnten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00bbDie Demokratische Republik Kongo hat viel Erfahrung im Umgang mit Ebola-Ausbr\u00fcchen\u00ab, sagt die Epidemiologin Daniela Manno von der London School of Hygiene &amp; Tropical Medicine. Dort gebe es ein Netzwerk von Laboren und Teams, die eigens f\u00fcr Ausbr\u00fcche geschult wurden.\n<\/p>\n<p>                            Was unterscheidet diesen Ausbruch von fr\u00fcheren?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das erste Mal wurde das Ebola-Virus 1976 beim Menschen entdeckt, seitdem gab es \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.cdc.gov\/ebola\/outbreaks\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">40 registrierte Ausbr\u00fcche<\/a>, die meisten davon in Zentral- und Westafrika. Der aktuelle Ausbruch geh\u00f6rt schon jetzt zu den gr\u00f6\u00dften: \u00bbWenn die Zahl der Infizierten best\u00e4tigt werden sollte, w\u00e4re es der siebtgr\u00f6\u00dfte Ausbruch unter allen Ebola-Varianten\u00ab, sagt Anne Cori. Bei der bislang gr\u00f6\u00dften und t\u00f6dlichsten Epidemie <a href=\"https:\/\/iris.who.int\/server\/api\/core\/bitstreams\/215feb7c-6e72-42fe-85e3-4c3dc6249472\/content\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">2014 bis 2016 in Westafrika starben mehr als 11.000 Menschen<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Allerdings gehen die meisten gr\u00f6\u00dferen Ausbr\u00fcche auf die Zaire-Variante zur\u00fcck. Ein solch gro\u00dfes Infektionsgeschehen durch die Bundibugyo-Variante wie aktuell in Kongo hat es zuvor noch nicht gegeben. Die Variante wurde bislang nur zweimal bei Ausbr\u00fcchen bei Menschen festgestellt, erstmals 2007 in Westuganda.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch nicht nur die wenig erforschte Bundibugyo-Variante erschwert den Umgang mit der Krankheit, sondern auch die geopolitische Lage. Die Provinz Ituri ist seit Jahrzehnten von Konflikten gepr\u00e4gt. Ein erheblicher Teil der Bev\u00f6lkerung ist auf der Flucht \u2013 allein in Ituri wurden <a href=\"https:\/\/dtm.iom.int\/sites\/g\/files\/tmzbdl1461\/files\/reports\/MT_REPORT_ITURI_2025_EN_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">nach Angaben der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM)<\/a> rund 900.000 Menschen vertrieben. Zuletzt eskalierte erneut der Konflikt zwischen den Volksgruppen der Hema und Lendu. <a href=\"https:\/\/www.globalr2p.org\/publications\/atrocity-alert-no-482\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Erst Ende April<\/a> griff eine bewaffnete Miliz mehrere D\u00f6rfer in der Provinz an und t\u00f6tete dabei mindestens 69 Menschen, die meisten davon Zivilisten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zudem bef\u00fcrchten Fachleute, dass die Eind\u00e4mmung und Behandlung des Virus auch deshalb erschwert wird, weil die US-Regierung unter Donald Trump gro\u00dfe Teile der USAid-Finanzierung vor\u00fcbergehend ausgesetzt hat. USAid unterst\u00fctzt unter anderem Gesundheitsprogramme in armen L\u00e4ndern. Die DR Kongo geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die am meisten Geld erhielten.\n<\/p>\n<p>                            Wie gro\u00df ist die Gefahr, dass sich das Virus \u00fcber die Region hinaus ausbreitet?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Schon jetzt gab es eine internationale \u00dcbertragung, in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/uganda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ugandas<\/a> Hauptstadt Kampala sind unabh\u00e4ngig voneinander zwei Menschen an Ebola erkrankt. Die WHO empfiehlt deshalb, dass auch benachbarte L\u00e4nder Sicherheitsma\u00dfnahmen ergreifen. Zudem r\u00e4t sie zu Kontrollen bei Ausreisen aus betroffenen L\u00e4ndern \u2013 Grenzschlie\u00dfungen oder Reisebeschr\u00e4nkungen seien hingegen kontraproduktiv, da sie h\u00e4ufig zu irregul\u00e4ren Ausreisen f\u00fchren w\u00fcrden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Risiko f\u00fcr Europa halten Fachleute hingegen f\u00fcr gering. \u00bbEbola verbreitet sich nicht \u00fcber die Luft wie Influenza oder Covid-19\u00ab, sagt Daniela Manno. \u00bbF\u00fcr eine Ansteckung braucht man direkten Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten oder damit verunreinigten Gegenst\u00e4nden. Das gr\u00f6\u00dfte Risiko besteht f\u00fcr die Menschen in den betroffenen Orten und medizinisches Personal.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ist erneut Ebola ausgebrochen. 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