{"id":18631,"date":"2026-05-18T13:09:13","date_gmt":"2026-05-18T13:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/18631\/"},"modified":"2026-05-18T13:09:13","modified_gmt":"2026-05-18T13:09:13","slug":"ebola-in-kongo-und-uganda-warum-der-ausbruch-besonders-ist-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/18631\/","title":{"rendered":"Ebola in Kongo und Uganda: Warum der Ausbruch besonders ist &#8211; Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Ein Hinweis, wie ernst die Lage ist, kam am Wochenende vom Chef der Weltgesundheitsorganisation (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/WHO\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">WHO<\/a>), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er rief wegen des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ebola\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ebola<\/a>-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Uganda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uganda<\/a> den internationalen Gesundheitsnotstand aus, ohne wie \u00fcblich zuerst ein Expertengremium zu konsultieren. Dieses Tempo ist beispiellos und zeigt, dass schnelle Reaktionen gefordert sind.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dabei sind Ebola-Ausbr\u00fcche in den beiden L\u00e4ndern per se nicht \u00fcberraschend. Kongo macht aktuell die 17. Epidemie mit dem fadenf\u00f6rmigen Virus durch. Uganda hat bereits neun Ebola-Ausbr\u00fcche hinter sich. Ungew\u00f6hnlich ist dieses Mal vor allem, dass ein seltener Stamm des Ebolavirus grassiert: sein Name Bundibugyo, benannt nach einer Stadt in Uganda. Nach den aktuellsten Zahlen vom Wochenende wurden bislang 246 Verdachtsf\u00e4lle und 80 Todesf\u00e4lle in Kongo erfasst. In Uganda wurden zwei Erkrankungen best\u00e4tigt. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum aktuellen Ausbruch.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Was wei\u00df man \u00fcber den Bundibugyo-Stamm?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man kennt heute sechs St\u00e4mme des Ebolavirus; drei davon haben in der Vergangenheit bereits Ausbr\u00fcche ausgel\u00f6st. Der aktuelle Bundibugyo-Stamm ist der seltenste von ihnen,\u00a0nur zwei der etwa 28 bisher dokumentierten Ebola-Ausbr\u00fcche gingen auf sein Konto. Damals infizierten sich zusammengenommen ungef\u00e4hr 200 Menschen.\u00a0 <a href=\"https:\/\/wwwnc.cdc.gov\/eid\/article\/16\/7\/09-1525_article\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Einmal\u00a0starben 35 Prozent der Infizierten<\/a>, <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0129333\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">im anderen Ausbruch 60 Prozent<\/a>. Das ist etwas weniger als in Ausbr\u00fcchen mit anderen St\u00e4mmen, deren Sterblichkeit bis etwa 90 Prozent reichen kann, wobei die Zahlen oft nicht sehr zuverl\u00e4ssig sind.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Symptome in diesen beiden Bundibugyo-Ausbr\u00fcchen unterschieden sich kaum von denen anderer Ebola-Epidemien: Fieber, Abgeschlagenheit, Schmerzen und Magen-Darm-Beschwerden und zum Teil Blutungen etwa aus der Nase und dem Verdauungstrakt treten auf. Die Infektionswege scheinen ebenfalls die gewohnten zu sein. Ebola wird \u00fcber K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten weitergegeben. Das passiert am h\u00e4ufigsten innerhalb von Familien, besonders bei der h\u00e4uslichen Pflege von Erkrankten, oder aber in Gesundheitseinrichtungen. \u00dcbertragungen sind zudem durch den Kontakt zu Verstorbenen, etwa w\u00e4hrend Trauerzeremonien, m\u00f6glich.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Was bedeutet es, dass so ein seltener Stamm beteiligt ist?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Gegen die aktuelle Virusvariante sind weder spezifische Medikamente noch Impfstoffe erprobt. Ob die f\u00fcr Ebola zugelassenen Antik\u00f6rpertherapien auch gegen den aktuellen Stamm helfen, ist ungewiss. Dennoch kann die rechtzeitige Behandlung noch immer lebensrettend sein. \u201eWir wissen, dass sich die Sterblichkeit durch eine gute supportive Therapie erheblich senken l\u00e4sst. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Fl\u00fcssigkeits- und Elektrolytmanagement, Behandlung von Schock, Blutungen und Organfunktionsst\u00f6rungen, die Gabe von Sauerstoff sowie die Behandlung von Koinfektionen\u201c, sagte Torsten Feldt, Tropenmediziner am\u00a0Universit\u00e4tsklinikum D\u00fcsseldorf dem deutschen Science Media Center (SMC).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unklar ist auch, wie effektiv der Impfstoff ist, der \u00fcblicherweise zur Eind\u00e4mmung von Ausbr\u00fcchen eingesetzt wird. Vermutlich biete er im aktuellen Ausbruch bestenfalls eine begrenzte Immunit\u00e4t, sagte Vinod Balasubramaniam, Virologe der australischen Monash University am Campus in Malaysia dem australischen SMC. Von einem zuverl\u00e4ssigen Schutz sollte man nicht ausgehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zur Verhinderung weiterer Ausbr\u00fcche sind daher Ma\u00dfnahmen am wichtigsten, die die Welt noch aus der Anfangszeit der Corona-Pandemie kennt: rasche Kontaktnachverfolgung, Isolation von Erkrankten und die Quarant\u00e4ne ihrer Kontaktpersonen. Das ist kein einfaches Unterfangen. Denn zum einen sind die Symptome anfangs unspezifisch und k\u00f6nnen nicht immer schnell genug erkannt werden. Zum anderen erschweren die spezifischen Bedingungen, insbesondere in Kongo dieses Vorgehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie ist die Lage in den betroffenen Gebieten?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Ausbruch hat sich bereits \u00fcber mehrere Provinzen und zwei L\u00e4nder ausgedehnt. F\u00e4lle gibt es auch in gr\u00f6\u00dferen Ortschaften, darunter in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Je gr\u00f6\u00dfer und urbaner ein Ausbruchsgebiet ist, desto komplexer wird die Eind\u00e4mmung. Die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig weite Ausdehnung des Ausbruchs ist zugleich ein Indiz daf\u00fcr, dass das Virus bereits eine Weile in der Gegend zirkuliert und es wahrscheinlich mehr F\u00e4lle gibt, als bislang erfasst.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Hinzu kommt, dass die betroffene Region in Kongo unsicher und teils schwer zug\u00e4nglich ist. \u201eTeams in der Demokratischen Republik Kongo berichten von erheblichen Herausforderungen in den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten und betroffenen Gebieten, zu denen der Zugang schwierig ist und wo die Laborbest\u00e4tigung von F\u00e4llen nach wie vor nur begrenzt m\u00f6glich ist\u201c, sagte Trudie Lang, Gesundheitsforscherin der University of Oxford dem britischem SMC. Damit k\u00f6nnten Infektionen \u00fcber einen gewissen Zeitraum unentdeckt bleiben \u2013 und weitere F\u00e4lle nach sich ziehen. Ein weiteres Problem sei, dass die Gesundheitsversorgung ohnehin nicht gut und aktuell besonders gefordert ist. Dieselben Teams, die jetzt auf den Ebola-Ausbruch reagieren, m\u00fcssen bereits einen anhaltenden Mpox-Ausbruch im Gebiet bew\u00e4ltigen. Dies, so Trudie Lang, f\u00fchre zu zus\u00e4tzlichen Druck auf die ohnehin bereits \u00fcberlasteten Labore, \u00dcberwachungssysteme und das Gesundheitspersonal.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie ist die Gefahr f\u00fcr Deutschland und Europa?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Eine rasante Ausbreitung des Ebolavirus \u00fcber den Erdball ist ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Der Erreger verbreitet sich durch engeren K\u00f6rperkontakt. Er wird zudem nach allen bisherigen Erkenntnissen erst weitergegeben, wenn die Infizierten bereits Symptome zeigen, dann sind sie meist in einem Zustand, in dem sie kaum noch \u00fcber l\u00e4ngere Distanzen reisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die europ\u00e4ische Seuchenschutzbeh\u00f6rde ECDC ist daher nicht in gro\u00dfer Sorge \u00fcber den hiesigen Kontinent. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Europ\u00e4er in Kongo anstecken sch\u00e4tzt sie als gering ein. F\u00fcr sehr niedrig h\u00e4lt sie aktuell die Gefahr, dass sich B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Europa anstecken.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unabh\u00e4ngig von konkreten Geschehnissen in Zentralafrika haben Fachleute allerdings wenig Zweifel daran, dass die Welt schlecht auf eine neue Pandemie vorbereitet ist.\u00a0Das von WHO und Weltbank eingesetzte Expertennetzwerk, das sogenannte Global Preparedness Monitoring Board befand am Montag in seinem j\u00fcngsten Bericht: \u201eDie Gesundheitsnotf\u00e4lle der vergangenen zehn Jahre \u2013 von Ebola bis zu Mpox \u2013 zeigen, dass die Welt vor deren Auswirkungen nicht wesentlich sicherer geworden ist: Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten steigen, der Zugang zu medizinischen Gegenma\u00dfnahmen verschlechtert sich, die Finanzierung geht zur\u00fcck, und die Gesellschaften werden \u00e4rmer, ungleicher und gespaltener.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Hinweis, wie ernst die Lage ist, kam am Wochenende vom Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18632,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[29,192,194,190,188,193,191,462,461,2599,335,738,8569,189,282,2447,4837,284,207,3461],"class_list":["post-18631","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-demokratische-republik-kongo","tag-afrika","tag-dem-rep-kongo","tag-democratic-republic-of-the-congo","tag-demokratische-republik","tag-demokratische-republik-kongo","tag-dr-congo","tag-dr-kongo","tag-drc","tag-drk","tag-ebola","tag-gesundheit","tag-impfung","tag-infektionsschutz","tag-kongo","tag-leserdiskussion","tag-medizin","tag-oeffentliche-gesundheit","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-uganda","tag-who"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116595744154203702","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18631","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18631"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18631\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18631"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18631"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}