{"id":18663,"date":"2026-05-18T14:58:17","date_gmt":"2026-05-18T14:58:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/18663\/"},"modified":"2026-05-18T14:58:17","modified_gmt":"2026-05-18T14:58:17","slug":"ebola-ausbruch-im-kongo-wie-gross-ist-die-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/18663\/","title":{"rendered":"Ebola-Ausbruch im Kongo: Wie gro\u00df ist die Gefahr?"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda breitet sich das t\u00f6dliche Ebolavirus aus. 88 Menschen sind bereits gestorben, mehr als 330 Menschen sind erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Ausbruch zu einem internationalen Gesundheitsnotstand erkl\u00e4rt \u2013 der zweith\u00f6chsten Warnstufe nach der Pandemie. Aber wie gef\u00e4hrlich ist der aktuelle Ebola-Ausbruch? Wie t\u00f6dlich ist die Erkrankung? Und wie ansteckend ist das verursachende Bundibugyo-Ebolavirus?<\/p>\n<p>Lokale Ausbr\u00fcche des Ebolavirus sind in Zentralafrika zwar nicht h\u00e4ufig, kommen aber immer wieder mal vor. Der aktuelle Ausbruch sorgt jedoch aufgrund der rasanten Zunahme der F\u00e4lle f\u00fcr besondere Besorgnis. Die ersten Verdachtsf\u00e4lle wurden am 5. Mai 2026 aus der Ituri-Provinz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo gemeldet. Am 14. Mai best\u00e4tigten Analysen von Patientenproben in einem Labor in Kinshasa f\u00fcr 13 dieser F\u00e4lle eine Ebola-Erkrankung. Verursacher ist das Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV), eines von drei Viren, die gr\u00f6\u00dfere Ausbr\u00fcche von Ebola verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/wp-content\/uploads\/2\/6\/26-05-18-ebola2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-345528 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-345528\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/26-05-18-ebola2-300x186.jpg\" alt=\"EBola-Gebiete\" width=\"300\" height=\"186\"  \/><\/a>Vom aktuellen Ebola-Ausbruch betroffene Gebiete in der Demokratischen Republik Kongo. \u00a9 WHOWas ist der aktuelle Stand des Ebola-Ausbruchs?<\/p>\n<p>\u00dcber das Wochenende hat sich die Zahl der an Ebola Erkrankten drastisch erh\u00f6ht. Laut WHO waren am 17. Mai 2026 bereits knapp 340 potenzielle Ebola-F\u00e4lle in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet, au\u00dferdem gibt es im Nordosten des Kongo zahlreiche weitere Krankheitsausbr\u00fcche, die noch nicht genauer diagnostiziert sind, wie die WHO mitteilt.<\/p>\n<p>\u201eDie zunehmende Zahl von Verdachtsf\u00e4llen und Cluster von Todesf\u00e4llen in der Provinz Ituri deuten alle auf einen weit gr\u00f6\u00dferen Ausbruch hin als bisher detektiert und berichtet\u201c, so die WHO. Am 15. und 16. Mai gab es bereits zwei best\u00e4tigte Ebola-F\u00e4lle im benachbarten Uganda. Beide Personen erkrankten unabh\u00e4ngig voneinander und hatten sich zuvor in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten. Es bestehe ein signifikantes lokales und regionales Risiko f\u00fcr eine weitere, auch l\u00e4nder\u00fcbergreifende Ausbreitung, warnt die Weltgesundheitsorganisation.<\/p>\n<p>Die WHO hat den Ebola-Ausbruch im Kongo am 17. Mai offiziell zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erkl\u00e4rt. Diese Einstufung ist die zweith\u00f6chste, eine Stufe unter einer globalen Pandemie.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df ist die Gefahr einer Ausbreitung?<\/p>\n<p>Brisant ist die Lage deshalb, weil der Ausbruch nicht in einem entlegenen, isolierten Dorf stattfindet, sondern in einem durch starken, auch grenz\u00fcberschreitenden Austausch gekennzeichneten Gebiet. Durch intensiven Bergbau und Handel ist dieser Teil der Provinz Ituri eng mit dem S\u00fcdsudan und Uganda verbunden. Die betroffenen St\u00e4dte Bunia und Rwampara sind zudem urbane Zentren mit hoher Mobilit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung, wie die Centers for Disease Control (CDC) in Atlanta erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Erschwerend kommt hinzu, dass es in diesem Dreil\u00e4ndereck schon seit Jahren bewaffnete Konflikte gibt. Allein in Ituri leben laut WHO mehr als 270.000 Fl\u00fcchtlinge, mehr als 1,9 Millionen Menschen gelten als akut in Not und hilfsbed\u00fcrftig. Die anhaltenden Konflikte erschweren es den Teams zur Seuchen\u00fcberwachung und dem medizinischem Hilfspersonal, zu den Patienten zu gelangen. Auch die Nachverfolgung von Infektionsketten sei wegen dieser Bedingungen und der hohen Mobilit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung teilweise kaum machbar, was die Eind\u00e4mmung des Ebola-Ausbruchs weiter erschwert.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrdet sind laut WHO zurzeit vor allem der Rest des Kongo sowie die unmittelbaren Nachbarl\u00e4nder. Andere L\u00e4nder stuft die Weltgesundheitsorganisation vorerst als noch nicht akut gef\u00e4hrdet ein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/wp-content\/uploads\/2\/6\/26-05-18-ebola3.jpg\" rel=\"attachment wp-att-345529 nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-345529\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/26-05-18-ebola3-300x225.jpg\" alt=\"Ebolaviren\" width=\"300\" height=\"225\"  \/><\/a>Ebolaviren-Partikel (rot) auf einer menschlichen Zelle. \u00a9 National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID)\/ NIHWelches Virus ist verantwortlich?<\/p>\n<p>Die Ebola-Krankheit kann von mehreren verwandten Viren aus der Gruppe der Orthoebolaviren verursacht werden. Als potenzielle Ausl\u00f6ser gr\u00f6\u00dferer Ausbr\u00fcche gelten vor allem drei Virenarten: das Zaire-Ebolavirus (Orthoebolavirus zairense), das Sudan-Ebolavirus (Orthoebolavirus sudanense) und das f\u00fcr den aktuellen Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Ebolavirus (Orthoebolavirus bundibugyoense). Dieses Virus wurde 2008 zuerst in Uganda nachgewiesen und unterscheidet sich genetisch deutlich von den anderen beiden Varianten.<\/p>\n<p>Das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht \u00e4hnliche Symptome wie die anderen Ebolaviren: Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen entwickeln infizierte Personen zun\u00e4chst Fieber, Ersch\u00f6pfung, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. \u201eDiese fr\u00fchen Symptome sind eher unspezifisch und komplizieren dadurch die Diagnose, was die Erkennung verz\u00f6gern kann\u201c, erkl\u00e4rt die WHO. Sp\u00e4ter kommen Erbrechen, Durchfall, Bauchkr\u00e4mpfe, Verwirrtheitszust\u00e4nde sowie St\u00f6rungen der Organfunktionen hinzu. Erst Sp\u00e4tstadium des h\u00e4morrhagischen Fiebers treten innere und \u00e4u\u00dfere Blutungen auf, durch die Blut aus Nase, Schleimh\u00e4uten und K\u00f6rper\u00f6ffnungen austreten kann.<\/p>\n<p>Eine Erkrankung mit dem Bundibugyo-Ebolavirus endet in 30 bis 50 Prozent der F\u00e4lle t\u00f6dlich. Anders als beim Zaire-Ebolavirus gibt es gegen das Bundibugyo-Ebolavirus keine Impfung und kein direktes Gegenmittel. Erkrankte werden vor allem symptomatisch behandelt.<\/p>\n<p>Wie ansteckend ist das Ebolavirus?<\/p>\n<p>Ebolaviren gelten als sehr infekti\u00f6s, aber nicht stark \u00fcbertragbar. Das klingt wie ein Widerspruch, beschreibt aber zwei verschiedene Prozesse: Um einen Menschen zu infizieren und das Ebola-Fieber auszul\u00f6sen, reichen schon wenige Viren aus. Deshalb gelten Ebolaviren als hoch infekti\u00f6s. Um jedoch auf einen anderen Menschen \u00fcbertragen zu werden, muss dieser in direkten Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten wie Blut oder Speichel kommen. Auch Gegenst\u00e4nde oder Kleidung, die mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten eines Erkrankten kontaminiert sind, k\u00f6nnen zur Ansteckung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbertragung des Ebolavirus durch die Luft oder \u00fcber Tr\u00f6pfcheninfektion wie bei Erk\u00e4ltungsviren oder dem Coronavirus ist nicht m\u00f6glich. Zudem sind infizierte Menschen erst dann ansteckend, wenn das Ebola-Fieber bei ihnen ausgebrochen ist. Solange sie noch in der Inkubationszeit sind und keine Symptome zeigen, sind betroffene Personen nicht ansteckend. Deshalb gilt das Ebolavirus als nur m\u00e4\u00dfig \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p>Welche Ma\u00dfnahmen werden getroffen?<\/p>\n<p>\u201eNichtpharmazeutische Ma\u00dfnahmen sind f\u00fcr die Ebola-Bek\u00e4mpfung entscheidend\u201c, erkl\u00e4rt die Infektiologin Anne Cori vom University College London. \u201eDazu geh\u00f6ren die Identifizierung von Patienten und deren Isolation, die Nachverfolgung von Kontakten und sichere Begr\u00e4bnisse.\u201c Letzteres ist ein besonders wichtiger Punkt, weil an Ebola Gestorbene noch \u00fcber ihren Tod hinaus besonders ansteckend sind. Gleichzeitig werden Tote vor allem in Afrika von Angeh\u00f6rigen gewaschen und angekleidet, wodurch diese in direkten Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten kommen.<\/p>\n<p>Um die weitere Ausbreitung von Ebola zu verhindern, sollen nun Kontrollen an \u00dcberlandstra\u00dfen innerhalb der Demokratischen Republik Kongo sowie an Flugh\u00e4fen des Landes eingef\u00fchrt werden, um Menschen mit Fieber und damit potenzielle Ebola-Patienten zu identifizieren. WHO und CDC sowie afrikanische Gesundheitsorganisationen bereiten sich darauf vor, Teams in die betroffene Region zu entsenden.<\/p>\n<p>Quelle: World Health Organization (WHO), Centers for Disease Control (CDC)<\/p>\n<p class=\"entry-meta meta-small\"> \u00a9 wissenschaft.de &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda breitet sich das t\u00f6dliche Ebolavirus aus. 88 Menschen sind bereits&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18664,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[246],"tags":[8547,8586,2599,7939,2649,2650,2651,189,386,385,3461],"class_list":["post-18663","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-republik-kongo","tag-bundibugyo","tag-ebla-ausbruch","tag-ebola","tag-ebolavirus","tag-epidemie","tag-haemorrhagisches-fieber","tag-infektion","tag-kongo","tag-republic-of-the-congo","tag-republik-kongo","tag-who"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116596172715417207","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18663"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18663\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}