{"id":19119,"date":"2026-05-19T13:52:08","date_gmt":"2026-05-19T13:52:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/19119\/"},"modified":"2026-05-19T13:52:08","modified_gmt":"2026-05-19T13:52:08","slug":"seenotrettungszone-malta-uebergibt-hoheitliche-aufgaben-an-milizen-aus-libyen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/19119\/","title":{"rendered":"Seenotrettungszone \u2013 Malta \u00fcbergibt hoheitliche Aufgaben an Milizen aus Libyen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321742\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/321742.jpeg\" alt=\"Die maltesische K\u00fcstenwache eskortiert ein blockiertes ziviles Rettungsschiff \u2013 das Bild stammt von 2018. Eigene Rettungen hat das Land fast eingestellt.\"\/><\/p>\n<p>Die maltesische K\u00fcstenwache eskortiert ein blockiertes ziviles Rettungsschiff \u2013 das Bild stammt von 2018. Eigene Rettungen hat das Land fast eingestellt.<\/p>\n<p>Foto: dpa | Jonathan Borg<\/p>\n<p>Malta hat im Jahr 2025 mindestens 34\u2005Mal libyschen Milizen erlaubt, in seine Such- und Rettungszone einzufahren und Boote mit Gefl\u00fcchteten auf dem Weg nach Europa abzufangen. \u00dcber 1500 Menschen wurden dabei gewaltsam nach Libyen zur\u00fcckgebracht. Das geht aus neuen Daten hervor, die das <a href=\"https:\/\/maltamigrationarchive.org\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Malta Migration Archive<\/a> diese Woche ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Koordination von Rettungseins\u00e4tzen ist wie von internationalen Konventionen vorgeschrieben eine Seenotleitstelle zust\u00e4ndig, die jeder Meeresanrainer notifizieren muss. Auch Malta hat ein solches MRCC in Valletta eingerichtet. Im zentralen Mittelmeer liegt das maltesische Rettungsgebiet wie ein Balken waagerecht. Alle aus Libyen und teilweise aus Tunesien kommenden Boote m\u00fcssen es durchfahren.<\/p>\n<p>In Maltas Rettungszone befanden sich den Zahlen zufolge letztes Jahr \u00fcber 23\u2009500 Menschen in Seenot. 565\u2005F\u00e4lle hat das Malta Migration Archive dazu dokumentiert. Die f\u00fcr die Seenotrettung zust\u00e4ndigen maltesischen Streitkr\u00e4fte retteten lediglich drei Boote \u2013 weniger als ein Prozent.<\/p>\n<p>Das MRCC in Valletta verweigerte zudem wiederholt die Koordination von Rettungsaktionen mit Schiffen der zivilen Rettungsflotte und Handelsschiffen. Unter anderem deshalb k\u00f6nnten 2025 mehr als 1300 Menschen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1198745.gefluechtete-viele-tote-bei-bootsungluecken.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf der zentralen Mittelmeerroute gestorben sein<\/a>.<\/p>\n<p>Seit 2020 hat sich die Zahl der Verschleppungen durch die sogenannte libysche K\u00fcstenwache in maltesischen Gew\u00e4ssern in etwa verdreifacht. In diesem Zeitraum wurden laut dem Archive \u00fcber 5100 Menschen in 79\u2005Booten von Milizen nach Libyen zur\u00fcckgeholt.<\/p>\n<p>Mitunter setzen die libyschen Milizen innerhalb der maltesischen Rettungszone auch Schusswaffen ein: Im vergangenen Oktober er\u00f6ffnete die Besatzung eines Patrouillenbootes <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194708.libysche-kuestenwache-schuesse-auf-gefluechtete-im-mittelmeer-n-offenbar-ein-toter.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Feuer auf ein Boot mit 160\u2005Menschen<\/a>. Die maltesischen Streitkr\u00e4fte reagierten nicht auf Notrufe. Nach 24\u2005Stunden rettete die italienische K\u00fcstenwache das Boot: Eine Person lag im Koma, ein Projektil steckte in ihrem Sch\u00e4del; zwei weitere waren schwer verletzt.<\/p>\n<p>Das Malta Migration Archive ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen, darunter das Alarm Phone und die von Rettungsorganisationen gemeinsam gef\u00fchrte zivile Seenotleitstelle CMRCC. Die Daten basieren auf dem sogenannten SARchive dieser zivilen Flotte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die maltesische K\u00fcstenwache eskortiert ein blockiertes ziviles Rettungsschiff \u2013 das Bild stammt von 2018. 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