{"id":1993,"date":"2026-04-18T21:53:46","date_gmt":"2026-04-18T21:53:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1993\/"},"modified":"2026-04-18T21:53:46","modified_gmt":"2026-04-18T21:53:46","slug":"sudan-konferenz-sudans-krieg-fuehrt-in-die-humanitaere-katastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/1993\/","title":{"rendered":"Sudan-Konferenz \u2013 Sudans Krieg f\u00fchrt in die humanit\u00e4re Katastrophe"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img320680\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/320680.jpeg\" alt=\"Johann Wadephul (CDU), Au\u00dfenminister, spricht zu Beginn der Internationalen Sudan-Konferenz im Ausw\u00e4rtigen Amt. Die Konferenz in Berlin besteht aus einem Au\u00dfenministertreffen, einer humanit\u00e4ren Konferenz mit Finanzierungszusagen und einer Zusammenkunft ziviler Akteure, um einen Friedensfahrplan auszuhandeln.\"\/><\/p>\n<p>Johann Wadephul (CDU), Au\u00dfenminister, spricht zu Beginn der Internationalen Sudan-Konferenz im Ausw\u00e4rtigen Amt. Die Konferenz in Berlin besteht aus einem Au\u00dfenministertreffen, einer humanit\u00e4ren Konferenz mit Finanzierungszusagen und einer Zusammenkunft ziviler Akteure, um einen Friedensfahrplan auszuhandeln.<\/p>\n<p>Foto: Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n<p>Drei Jahre nach Beginn des blutigen B\u00fcrgerkriegs im Sudan machen Spitzenvertreter der UN, Europas, Afrikas und der USA Druck f\u00fcr ein Ende des Konflikts. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher forderte in Berlin bei der dritten internationalen Sudan-Konferenz \u00bbeine klare Vision f\u00fcr die Zukunft des Sudans\u00ab. Er sprach von einer Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr die internationale Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Das sudanesische Volk d\u00fcrfe nicht weiter im Stich gelassen werden, forderte Fletcher. \u00bbFriedensarbeit ist komplex und erfordert Geduld, aber sie ist keine Raketenwissenschaft.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>\u00bbDie sudanesischen Akteure zerst\u00f6ren ihr Land. Sie verlieren ganze Generationen von Sudanesen.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nMahmoud Ali Youssouf\u2003\u00a0Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union&#13;<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Johann Wadephul forderte die Weltgemeinschaft zu einem st\u00e4rkeren Engagement f\u00fcr ein Ende des Konflikts auf. \u00bbDiese gro\u00dfe humanit\u00e4re Katastrophe in Afrika darf nicht vergessen werden\u00ab, verlangte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Die Konferenz werde nicht die L\u00f6sung f\u00fcr den Konflikt sein, k\u00f6nne aber einen substanziellen Beitrag leisten, dass die damit verbundene menschliche Katastrophe wahrgenommen werde.<\/p>\n<p>Mehr als elf Millionen Menschen auf der Flucht<\/p>\n<p>Der Machtkampf zweier Gener\u00e4le hat im drittgr\u00f6\u00dften Land Afrikas entsetzliches Leid \u00fcber die Zivilbev\u00f6lkerung gebracht: Aktuell sind 11,6 Millionen Menschen auf der Flucht, es herrscht Hunger in vielen St\u00e4dten, es kommt zu Massakern und massiver sexueller Gewalt. Die Vereinten Nationen sprechen von der aktuell gr\u00f6\u00dften humanit\u00e4ren Katastrophe weltweit. Die Hauptkontrahenten sind in Berlin nicht dabei. An der Spree geht es vor allem um die Finanzierung humanit\u00e4rer Hilfe.<\/p>\n<p>Fletcher sagte, er bringe \u00bbdie Frustration, die Wut und die Verzweiflung einer Bev\u00f6lkerung mit, die so viel Leid erfahren hat\u00ab. Es gebe \u00bbzu viel sexuelle Gewalt gegen Frauen und M\u00e4dchen, zu viele Tote durch Drohnenangriffe internationaler Akteure, zu viel Vernachl\u00e4ssigung und Apathie seitens der internationalen Gemeinschaft\u00ab. Notwendig sei ein Ende der Waffen- und Drohnenlieferungen durch Unterst\u00fctzer der Kriegsparteien, die so viele Sudanesen, aber auch humanit\u00e4re Helfer t\u00f6teten.<\/p>\n<p>Krieg der Gener\u00e4le<\/p>\n<p>Der B\u00fcrgerkrieg im drittgr\u00f6\u00dften Land Afrikas begann vor genau drei Jahren \u2013 am 15. April 2023. Seitdem k\u00e4mpfen die Regierungsarmee SAF von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah Al-Burhan und die Miliz RSF unter Mohamed Hamdan Daglo um die Vorherrschaft im Land. Einst hatten sich die beiden gemeinsam an die Macht geputscht \u2013 Daglo war Al-Burhans Stellvertreter.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Kommission der Regionalorganisation Afrikanische Union (AU), Mahmoud Ali Youssouf, sagte: \u00bbDie sudanesischen Akteure zerst\u00f6ren ihr Land. Sie verlieren ganze Generationen von Sudanesen.\u00ab<\/p>\n<p>Forderung nach humanit\u00e4rer Waffenruhe\u00a0<\/p>\n<p>Der Berater der US-Regierung f\u00fcr die afrikanischen und arabischen L\u00e4nder, Massad Boulos, forderte wie der UN-Sondergesandte f\u00fcr den Sudan, Pekka Haavisto, eine sofortige humanit\u00e4re Waffenruhe. Diese solle ohne Vorbedingungen sofort akzeptiert werden, damit man an einem politischen \u00dcbergang arbeiten k\u00f6nne, sagte Boulos.<\/p>\n<p>Mehrere Konferenzteilnehmer sprachen sich f\u00fcr die Einbindung der sudanesischen Zivilgesellschaft in die Gespr\u00e4che \u00fcber die Zukunft des Landes aus \u2013 und f\u00fcr einen demokratischen Neubeginn. Teil der Konferenz in Berlin ist eine Plattform f\u00fcr Beratungen von Vertretern der Zivilgesellschaft, die einen Plan hin zu einer zivilen statt einer Milit\u00e4rregierung f\u00fcr das Land erarbeiten sollen.<\/p>\n<p>Volker T\u00fcrk, der UN-Hochkommissar f\u00fcr Menschenrechte, forderte, die Untersuchung von Gr\u00e4ueltaten im B\u00fcrgerkrieg an den Internationalen Strafgerichtshof zu \u00fcberweisen. \u00bbExtremst wichtig\u00ab sei ein Waffenembargo f\u00fcr den gesamten Sudan, nicht nur f\u00fcr die Region Darfur.<\/p>\n<p>In dem B\u00fcrgerkrieg geht es auch um Einflusssph\u00e4ren: Es gilt als unstrittig, dass die RSF Unterst\u00fctzung durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erh\u00e4lt. Die Regierungstruppen wiederum werden vom Nachbarland \u00c4gypten und von Saudi-Arabien unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Hoffnung auf umfangreiche Hilfszusagen<\/p>\n<p>Die Sudan-Konferenz in Berlin nach Treffen in Paris und London wurde von der Bundesregierung zusammen mit Gro\u00dfbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europ\u00e4ischen und Afrikanischen Union ausgerichtet. In Paris hatte es Hilfszusagen in H\u00f6he von etwa zwei Milliarden Euro und in London von etwa einer Milliarde Euro gegeben. Ziel sei es, in Berlin die Mittel der vorherigen Konferenz in London zu \u00fcbertreffen, sagte Wadephul im Deutschlandfunk.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Katharina Dr\u00f6ge sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Bundesregierung m\u00fcsse ihre Mittel f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe auf drei Milliarden Euro anheben. Auch wenn nun wichtige finanzielle Zusagen aus Deutschland k\u00e4men, d\u00fcrfe das nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Bundesregierung ihre Mittel in diesem Bereich \u2013 auch f\u00fcr den Sudan \u2013 mehr als halbiert habe. \u00bbDas ist angesichts der katastrophalen Lage vor Ort widerspr\u00fcchlich und verantwortungslos.\u00ab<\/p>\n<p>Die britische Au\u00dfenministerin Yvette Cooper k\u00fcndigte neue Hilfen in H\u00f6he von rund 168 Millionen Euro an. Norwegen will nach Angaben seines Au\u00dfenministers Espen Barth Eide 42 Millionen Euro bereitstellen. In diesem Jahr sind nach UN-Angaben bisher nur 16 Prozent der Hilfsgelder f\u00fcr den Sudan gesichert.\u2003dpa\/nd<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Johann Wadephul (CDU), Au\u00dfenminister, spricht zu Beginn der Internationalen Sudan-Konferenz im Ausw\u00e4rtigen Amt. 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