{"id":20634,"date":"2026-05-23T06:18:20","date_gmt":"2026-05-23T06:18:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/20634\/"},"modified":"2026-05-23T06:18:20","modified_gmt":"2026-05-23T06:18:20","slug":"tidjane-thiam-ein-cs-chef-will-staatschef-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/20634\/","title":{"rendered":"Tidjane Thiam: Ein CS-Chef will Staatschef werden"},"content":{"rendered":"\n<p>        \u2013   <\/p>\n<p>  Ein CS-Chef will Staatschef werden <\/p>\n<p class=\"lead regular externalicon-big astro-mrojhlls\"> Der fr\u00fchere CEO von Credit Suisse, Tidjane Thiam, kandidiert als Staatspr\u00e4sident in C\u00f4te d\u2019Ivoire. Daf\u00fcr gibt er seinen Pass ab.   <\/p>\n<p>   <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/8FYQXwIN4H99jy7aQL74Jj.jpg\"  width=\"100\" height=\"100\"  alt=\"Philippe B\u00e9guelin\" class=\"AuthorImage -content-head authorimage astro-vmrqen7w astro-g7nkasli\" style=\"background-color:#6A70C0\"\/>        Publiziert: 14.02.2025, 15:19                <img decoding=\"async\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/FQpUFHewaa3BpThx8d6sQr.jpg\" data-image-url=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/FQpUFHewaa3BpThx8d6sQr.jpg\" alt=\"M\u00e4nner auf einer B\u00fchne bei einer Veranstaltung, einige heben die H\u00e4nde. Sie tragen bunte Hemden mit Mustern und Fotos. Im Hintergrund ist ein grosser Bildschirm sichtbar.\" title=\"M\u00e4nner auf einer B\u00fchne bei einer Veranstaltung, einige heben die H\u00e4nde. Sie tragen bunte Hemden mit Mustern und Fotos. Im Hintergrund ist ein grosser Bildschirm sichtbar.\" class=\"ResponsiveImage responsive-image astro-lrzy7jfn\" style=\"background-color:#762F2D\" onload=\"this.style.backgroundColor = &quot;transparent&quot;\"\/>         <\/p>\n<p>Tidjane Thiam will Staatspr\u00e4sident von C\u00f4te d\u2019Ivoire werden: Auftritt an einer Wahlveranstaltung in der Hauptstadt Yamoussoukro.<\/p>\n<p>Bild: Sia Kambou\/AFP<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Nun hat Tidjane Thiam das Formular eingereicht, um seinen franz\u00f6sischen Pass loszuwerden. Der fr\u00fchere CEO von Credit Suisse will Staatspr\u00e4sident seines Heimatlandes Elfenbeink\u00fcste werden. Bei den Wahlen im Oktober sei er nicht mehr Doppelb\u00fcrger, sagt Thiam in einer Videobotschaft vergangene Woche, sondern ausschliesslich Ivorer.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Dies ist in C\u00f4te d\u2019Ivoire Voraussetzung, um als Pr\u00e4sidentschaftskandidat antreten zu d\u00fcrfen. Und es hat gewichtige symbolische Bedeutung. Thiam spricht formal von einer \u00abDemande de Lib\u00e9ration\u00bb, einem Antrag auf Befreiung, worauf das Magazin \u00abJeune Afrique\u00bb spottet, es mute an, als ob er aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen werden wolle.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Zwischen dem \u00abGef\u00e4ngnis\u00bb Frankreich und C\u00f4te d\u2019Ivoire ist die Stimmung angespannt. Das franz\u00f6sische Milit\u00e4r werde Elfenbeink\u00fcste verlassen, hat Pr\u00e4sident Alassane Ouattara Anfang Jahr erkl\u00e4rt. In Westafrika haben bereits Mali, Burkina Faso und Niger die franz\u00f6sischen Truppen nach Hause geschickt, jeweils nach einem Milit\u00e4rputsch und angesichts wachsenden Misstrauens der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber der einstigen Kolonialmacht.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Thiam ist seit Dezember 2023 Chef der oppositionellen Parti D\u00e9mocratique de C\u00f4te d\u2019Ivoire (PDCI). Die Mitglieder w\u00e4hlten ihn mit \u00fcber 90% Zustimmung, der Weg zur Pr\u00e4sidentschaftskandidatur schien frei. Doch im vergangenen Herbst erkl\u00e4rte der Parteikollege und fr\u00fchere Handelsminister Jean-Louis Billon, er wolle ebenfalls nominiert werden.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Traditionellerweise ist eigentlich der Parteichef auch Pr\u00e4sidentschaftskandidat. Nach der Unabh\u00e4ngigkeit 1960 regiert die PDCI das Land bis 1999. Dann folgen ein Milit\u00e4rcoup und ein B\u00fcrgerkrieg, 2002 schickt Frankreich Soldaten, und 2004 kommen Uno-Friedenstruppen.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Die nachfolgenden Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2010 gewinnt Ouattara, der nach einer umstrittenen Wahl 2020 seine dritte Amtszeit leistet und jetzt Frankreichs Milit\u00e4r verbannt. Er ist 83 und hat vergangene Woche gesagt: \u00abIch bin bei guter Gesundheit und bestrebt, meinem Land weiterhin zu dienen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Ein Vorteil Thiams im Wahlkampf sind seine Herkunft und seine Erfahrung. Er ist Nachfahre von K\u00f6nigin Yamousso, nach ihr ist die Hauptstadt Yamoussoukro benannt, und sein Onkel war Premierminister im ebenfalls westafrikanischen Senegal. Thiam selbst ist ab 1994 Minister. Er privatisiert Staatsbetriebe wie die Telefongesellschaft und die Eisenbahn, und er realisiert Infrastrukturprojekte, darunter ein Kraftwerk f\u00fcr Erdgas, das vor der K\u00fcste gef\u00f6rdert wird, sowie den Neubau des Flughafens in der K\u00fcstenstadt Abidjan, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Im Milit\u00e4rcoup 1999 wird Thiam verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Sodann bietet ihm der General die Stelle des Stabschefs an, doch Thiam lehnt ab.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Als Nachteil im Wahlkampf erachtet wird sein Werdegang in Frankreich und anderswo. In Paris studiert er zuerst Mathematik und Physik und arbeitet ab 1986 beim Beratungsunternehmen McKinsey. Dorthin kehrt er nach seinen f\u00fcnf Jahren als ivorischer Minister zur\u00fcck. Weitere Stationen sind die britischen Versicherer Aviva und Prudential. 2015 wird er CEO von Credit Suisse, 2020 tritt er ab, nach der Aff\u00e4re um die Beschattung der vormaligen Gesch\u00e4ftsleitungsmitglieder Iqbal Khan und Peter Goerke.<\/p>\n<p class=\"articleParagraph externalicon-big focus _content-width article-element astro-g2qwsodm astro-hwk6bfo3\">Ein erheblicher Teil der W\u00e4hlerschaft werde \u00abentwurzelte oder abgesprungene\u00bb Politiker nicht wertsch\u00e4tzen, kommentiert \u00abJeune Afrique\u00bb. Thiam habe allerdings ein starkes Team zusammengestellt, aus \u00abThiamisten der ersten Stunde\u00bb und Vertrauten eines fr\u00fcheren Staatspr\u00e4sidenten. Eine Karikatur l\u00e4sst den bald ausschliesslich ivorischen Thiam sagen: \u00abLibert\u00e9, Egalit\u00e9, Ivoirit\u00e9.\u00bb<\/p>\n<p class=\"boxtitle astro-42aj3uwb astro-hwk6bfo3\">Weitere \u00abWas macht eigentlich\u00bb<\/p>\n<p class=\"boxtitle astro-42aj3uwb astro-hwk6bfo3\">Mehr aus der Rubrik \u00abClosing Bell\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u2013 Ein CS-Chef will Staatschef werden Der fr\u00fchere CEO von Credit Suisse, Tidjane Thiam, kandidiert als Staatspr\u00e4sident in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20635,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[14],"tags":[125,1432,124,126],"class_list":["post-20634","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-elfenbeinkueste","tag-cote-divoire","tag-depth","tag-elfenbeinkueste","tag-ivory-coast"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116622439470463379","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20634","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20634"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20634\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20634"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20634"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20634"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}