{"id":21639,"date":"2026-05-26T06:20:08","date_gmt":"2026-05-26T06:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/21639\/"},"modified":"2026-05-26T06:20:08","modified_gmt":"2026-05-26T06:20:08","slug":"iran-krieg-hungerkrisen-in-afrika-verschaerfen-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/21639\/","title":{"rendered":"Iran-Krieg: Hungerkrisen in Afrika versch\u00e4rfen sich"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Iran-Krieg und die Sperrung der wichtigen Schifffahrtsroute Stra\u00dfe von Hormus hat in vielen Teilen der Welt etwa h\u00f6here \u00d6l- und Benzinpreise zur Folge. In Afrika, wo das Durchschnittseinkommen der Bev\u00f6lkerung deutlich unter dem europ\u00e4ischen liegt und viele Menschen in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/armut\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Armut<\/a> leben, sind die Preissteigerungen besonders dramatisch f\u00fcr die Menschen. Weil <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/lebensmittel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lebensmittel<\/a> teurer werden und etwa D\u00fcngemittel-Importe aus der Golfregion eine wichtige Rolle spielen, k\u00f6nnten sich in Krisen- und Konfliktstaaten Hungerkrisen verschlimmern. Hilfsma\u00dfnahmen drohen teurer zu werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eViele Staaten haben sich noch nicht von den Folgen der Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> erholt \u2013 jetzt droht der Iran-Krieg die Lage noch mal deutlich zu versch\u00e4rfen und bedroht weltweit, aber vor allem in Afrika, ganze Existenzen\u201c, sagt Miriam Wiemers von der Welthungerhilfe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auswirkungen hat der Krieg etwa auf den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sudan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sudan<\/a>, wo seit drei Jahren ein blutiger B\u00fcrgerkrieg herrscht, der die nach UN-Angaben derzeit gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise der Welt ausl\u00f6ste. \u201eDer andauernde Konflikt im Nahen Osten versch\u00e4rft die Krise im Sudan zus\u00e4tzlich und tr\u00e4gt zu h\u00f6heren Preisen f\u00fcr Treibstoff, Lebensmittel und D\u00fcngemittel bei\u201c, hei\u00dft es bei der weltweit als Autorit\u00e4t f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit anerkannten Initiative IPC (Integrated Food Security Phase Classification). Mitglieder der Initiative sind knapp zwei Dutzend UN- sowie Hilfsorganisationen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dem IPC-Bericht zufolge waren schon vor Beginn des Iran-Kriegs etwa 19,5 Millionen Menschen &#8211; das sind zwei von f\u00fcnf Menschen im Sudan &#8211; von akuter Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen. 14 Millionen Menschen sind der Analyse zufolge in der sogenannten IPC-Phase 3, die von akutem Hunger gepr\u00e4gt ist. Mehr als f\u00fcnf Millionen sind in der IPC-Phase 4, mit der ein humanit\u00e4rer Notfall gekennzeichnet wird, und etwa 135.000 Menschen in der letzten IPC-Phase 5, die f\u00fcr eine Hungersnot steht. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dabei ist der Sudan nur ein Beispiel f\u00fcr drohende Hungerkrisen. Auch in Somalia und in der Demokratischen Republik Kongo sind Millionen Menschen in der IPC-Phase 4.<\/p>\n<p>Hilfe wird teurer und erreicht weniger Menschen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hilfsorganisationen, die im Sudan ohnehin unter schwierigen Bedingungen arbeiten, bekommen die Folgen der Preissteigerungen f\u00fcr Lebensmittel, Benzin und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/diesel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diesel<\/a> bei ihrer Arbeit zu sp\u00fcren. \u201eWir sehen ganz klar, dass wir mit ohnehin schon gesunkenen finanziellen Mitteln noch weniger Menschen erreichen k\u00f6nnen bei steigendem Bedarf\u201c, sagt Wiemers von der Welthungerhilfe. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sch\u00e4tzungen des L\u00e4nderb\u00fcros Sudan zufolge verteuern sich die Kosten f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe im Land um 40 bis 70 Prozent. Die Dieselpreise stiegen demnach zwischen Februar und April um 133 Prozent &#8211; und je l\u00e4nger der Iran-Krieg dauert, desto weiter k\u00f6nnten die Preise steigen. Dabei haben viele Hilfsorganisationen seit dem Aus der Entwicklungshilfe-Agentur USAID und weiteren Mittelk\u00fcrzungen ohnehin schon weniger Geld zur Verf\u00fcgung. Bei gleichbleibendem Budget k\u00f6nnen im Sudan Sch\u00e4tzungen zufolge zwischen 25 und 40 Prozent weniger Menschen mit den Hilfsma\u00dfnahmen erreicht werden.<\/p>\n<p>Folgen f\u00fcr Landwirtschaft       <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Afrika hat der Iran-Krieg ebenfalls. Viele afrikanische Staaten beziehen D\u00fcngemittel aus den Golfstaaten. Lieferengp\u00e4sse durch die Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus treffen nicht nur die Farmer, die in vielen L\u00e4ndern gerade unmittelbar vor der Pflanzsaison stehen, sondern k\u00f6nnten auch zeitverz\u00f6gert die Versorgungslage beeinflussen. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir rechnen damit, dass die Probleme der D\u00fcngemittelversorgung bald zu Ernteausf\u00e4llen und Lebensmittelinflation f\u00fchren werden\u201c, warnt Wiemers. \u201eWir h\u00f6ren von unseren Projektkollegen, dass es lokal \u2013 je nach Region &#8211; schon sehr viel h\u00f6here Preissteigerungen gibt, vor allem dort, wo die Infrastruktur ohnehin schlecht ist, und wo die Importwege oder Transportwege sehr lang sind.\u201c Ein Beispiel sei der Sahel, wo Nahrungsmittel weite Strecken \u00fcber Land transportiert werden m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Teurer Transport und Logistik       <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch Transporte per Schiff werden teurer &#8211; und die Kosten dann h\u00e4ufig auf die Verbraucher umgelegt. Die Organisation Agra, die sich mit nachhaltiger Landwirtschaft und Ern\u00e4hrungssicherheit befasst, hat in ihrem j\u00fcngsten Monatsbericht f\u00fcr April den Folgen des Iran-Kriegs einen eigenen Abschnitt gewidmet. Bereits vor dem Krieg lagen Verschiffungskosten nach Ostafrika \u00fcber dem globalen Durchschnitt. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im April kostete der Schiffstransport eines Containers in Ostafrika laut Agra etwa 1,8 US-Dollar pro Kilometer (rund 1,50 Euro pro Kilometer), der globale Durchschnitt liegt bei einem Dollar. Branchenkennern zufolge k\u00f6nnten diese Kosten auf 2,1 US-Dollar (rund 1,80 Euro) pro Kilometer steigen, wenn die h\u00f6heren Treibstoffkosten weitergegeben werden. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kenia\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kenia<\/a> f\u00fchrten die gestiegenen Benzinpreise bereits zu Protesten von Besch\u00e4ftigten der Transportbranche wie Betreibern von Sammeltaxen, digitalen Fahrdiensten und Transportunternehmen. Es gab Hunderte Festnahmen und mehrere Tote. In dieser Woche k\u00f6nnte zu neuen Protesten aufgerufen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Iran-Krieg und die Sperrung der wichtigen Schifffahrtsroute Stra\u00dfe von Hormus hat in vielen Teilen der Welt etwa&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21640,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[29,2470,9679,451,9677,3089,9675,140,168,5242,688,9678,267,9674,9676],"class_list":["post-21639","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-afrika","tag-afrika","tag-afrikanische","tag-angriffskriegs","tag-buergerkrieg","tag-folge","tag-hilfsorganisationen","tag-ipc","tag-iran","tag-krieg","tag-organisation","tag-ostafrika","tag-phase","tag-sudan","tag-teurer","tag-weltweit"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116639434440630707","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21639"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21639\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21640"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}