{"id":21692,"date":"2026-05-26T09:10:08","date_gmt":"2026-05-26T09:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/21692\/"},"modified":"2026-05-26T09:10:08","modified_gmt":"2026-05-26T09:10:08","slug":"uganda-todesstrafe-fuer-homosexualitaet-ein-leben-in-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/21692\/","title":{"rendered":"Uganda: Todesstrafe f\u00fcr Homosexualit\u00e4t \u2013 ein Leben in Angst"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hans Senfuma ist schwul und lebt in Kampala. Er ist einer von wenigen, die so offen mit ihrer Sexualit\u00e4t umgehen. F\u00fcr ihn kam sein eigenes Coming-Out zeitgleich mit dem massiv versch\u00e4rften Anti-LGBTQ-Gesetz in seinem Heimatland Uganda Ende Mai 2023. Es war kurz vor Senfumas 20. Geburtstag. Sein ganzes Erwachsenenleben navigiert er rund um die Einschr\u00e4nkungen, die das Gesetz der Community auferlegt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es sieht teils lange Haftstrafen und bei \u201eschweren F\u00e4llen von Homosexualit\u00e4t\u201c sogar die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/todesstrafe\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Todesstrafe<\/a> vor. Auch Menschen, die queere Personen unterst\u00fctzen, k\u00f6nnen juristisch belangt werden. Viele seiner Freunde h\u00e4tten in den vergangenen Jahren das Land verlassen, sagt Senfuma. Ein Kollege sei Anfang 2024 mit einem Messer angegriffen worden.<\/p>\n<p>Gewalt und Diskriminierung      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir wollen einfach nur wir selbst sein d\u00fcrfen\u201d, sagt Hans Senfuma. Freiheit, Rechte und Anerkennung seiner W\u00fcrde w\u00fcnscht er sich. \u201cIch habe mir den Aktivismus nicht ausgesucht, der Aktivismus hat mich ausgesucht.&#8220; F\u00fcr ihn sind soziale Netzwerke die Orte, an denen er geh\u00f6rt werden kann, wenn er die Lage der queeren Community in Uganda dokumentiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Menschenrechtsorganisation HRAPF hat seit Inkrafttreten des Gesetzes 2.291 F\u00e4lle von Gewalt und Diskriminierung betreut. 998 F\u00e4lle hatten ihren Angaben zufolge direkten Bezug zum Anti-Homosexualit\u00e4ts-Gesetz, darunter auch Verhaftungen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einer aktuellen Analyse legt die Organisation au\u00dferdem dar, wie stark das Gesetz queeren Menschen den Zugang zum Rechtssystem erschwert. \u201eDas Gesetz hat ein Klima der Angst, institutionalisierte Diskriminierung und weitgehende Straffreiheit f\u00fcr Gewaltt\u00e4ter und andere Menschenrechtsverletzer geschaffen\u201c, erkl\u00e4rt die HRAPF. Infolgedessen erduldeten viele LGBTQ-Personen Rechtsverletzungen schweigend, mieden staatliche Instanzen und seien in hohem Ma\u00dfe Ausbeutung und Gewalt schutzlos ausgeliefert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zuletzt ging der Fall von zwei Frauen durch die Medien, die verhaftet wurden, weil sie sich gek\u00fcsst haben sollen. Eine Nachbarschaftswache hatte die Frauen bei der Polizei gemeldet. Manche Leute g\u00e4ben vor, schwul zu sein, um dann Menschen aus der queeren Community zu erpressen oder sie der Polizei zu melden, berichtet Senfuma. Auch gebe es seit dem Gesetz mehr F\u00e4lle von Vermietern, die queeren Personen die Wohnung gek\u00fcndigt h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Ton ist rau. Parlamentsabgeordnete w\u00fcnschen sich \u00f6ffentlich die Kastration schwuler M\u00e4nner, sagt Senfuma. Politiker k\u00f6nnen sich \u00fcber das Thema vereinen: \u201eSie machen uns zum S\u00fcndenbock.\u201c<\/p>\n<p>Angriff auf Unterst\u00fctzungssystem      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon vor dem Gesetz von 2023 war homosexueller Sex kriminalisiert, die Gesetze stammen aus der britischen Kolonialzeit. In mehreren anderen afrikanischen L\u00e4ndern ist die Lage ebenfalls angespannt. In <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/senegal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Senegal<\/a> wurde k\u00fcrzlich die Strafe f\u00fcr Homosexualit\u00e4t verdoppelt, in Ghana diskutiert das Parlament seit Jahren \u00fcber eine Versch\u00e4rfung der Gesetzeslage. Botswana hingegen hat in diesem Jahr die kolonialen Paragraphen zu gleichgeschlechtlichem Sex aufgehoben, auch wenn diese in der Praxis schon lange nicht mehr angewendet worden waren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das versch\u00e4rfte Gesetz in Uganda greife das gesamte Unterst\u00fctzungssystem f\u00fcr queere Menschen an, sagt Anwalt Frank Mugisha vom Netzwerk Smug, das Betroffenen Rechtsberatung bietet. Zum Beispiel im Gesundheitsbereich seien die Einschnitte gro\u00df, zeigt Mugisha auf Videos in sozialen Medien auf. So sei etwa der Zugang zu Aids-Medikamenten und HIV-Pr\u00e4vention schwieriger geworden. Smug ist in den USA registriert, weil die Organisation in Uganda keine offizielle Zulassung bekommt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch der Zusammenhalt der queeren Gemeinschaft sei stark, betont Mugisha. Vor kurzem gab ein Gerichtsurteil der Community neue Hoffnung: Ein Mann, der kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes verhaftet und der \u201eschweren Homosexualit\u00e4t\u201c angeklagt worden war, wurde freigesprochen. Ihm h\u00e4tte die Todesstrafe gedroht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAm Ende werden wir gewinnen und diese Gesetze irgendwann wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen\u201c, sagt Mugisha. Aber erst m\u00fcssten die aufgehetzten Herzen in der Gesellschaft geheilt werden. Senfuma stimmt zu: \u201eHoffnung auf eine bessere Zukunft ist mein Antrieb, weiter f\u00fcr Gerechtigkeit und Anerkennung zu k\u00e4mpfen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hans Senfuma ist schwul und lebt in Kampala. 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