{"id":21907,"date":"2026-05-26T17:59:08","date_gmt":"2026-05-26T17:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/21907\/"},"modified":"2026-05-26T17:59:08","modified_gmt":"2026-05-26T17:59:08","slug":"ebola-ausbruch-kongo-und-uganda-wann-gibt-es-impfstoffe-und-medikamente-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/21907\/","title":{"rendered":"Ebola-Ausbruch Kongo und Uganda: Wann gibt es Impfstoffe und Medikamente? &#8211; Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Das Tempo des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ebola\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ebola<\/a>-Ausbruchs in Zentralafrika ist beispiellos. \u00dcber 900 Verdachtsf\u00e4lle, 200 Tote in der Demokratischen Republik Kongo und im Nachbarland <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Uganda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uganda<\/a>, seit das Virus Mitte Mai entdeckt wurde, so schnell hat Ebola noch nie um sich gegriffen. Was aussieht wie eine explosionsartige Ausbreitung, liegt allerdings wahrscheinlich eher am Werk des Virus im Verborgenen. Fachleute gehen davon aus, dass der Erreger bereits wochenlang um sich griff, bevor den Menschen auffiel, was da im Gange ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Beispiellos ist aber auch die Geschwindigkeit, mit der nun Medikamente gegen das Virus vom Typ\u00a0Bundibugyo erprobt werden. Auch ist eine Reihe von Impfstoffen in der Entwicklung, die an den Erreger angepasst werden. \u201eIn zwei bis drei Monaten haben wir einen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Impfstoff\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Impfstoff<\/a> zum Testen\u201c, sagte Teresa Lambe von der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Oxford\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oxford<\/a> Vaccine Group bei einer Veranstaltung des britischen Science Media Centres (SMC). Die Gruppe entwickelt bereits seit mehr als zehn Jahren Impfstoffe gegen Ebola. Schon w\u00e4hrend der Ausbr\u00fcche in Uganda, \u00c4quatorialguinea und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Tansania\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tansania<\/a> zwischen 2022 und 2025 kamen Vakzine zum Einsatz, die von Lambe und ihrem Team entwickelt worden waren. Die Gruppe hatte auch gemeinsam mit dem Unternehmen AstraZeneca einen der Impfstoffe gegen das <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Coronavirus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Coronavirus<\/a> entwickelt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der auf den aktuellen Ebola-Ausbruch angepasste Impfstoff werde zusammen mit dem Serum Institute of India entwickelt, das in der Lage sei, in kurzer Zeit gr\u00f6\u00dfere Mengen herzustellen, sagte Lambe. Sie geht davon aus, dass eine einzelne Impfstoffdosis ausreichen wird, darauf deuten zumindest die Ergebnisse aus Tierversuchen hin. Wie lange der Schutz halte, sei aber noch unklar, genauso wie gut der Schutz vor anderen Vertretern der Filoviren sein wird, zu denen Ebola z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>\u201eJeder Ausbruch bringt andere Herausforderungen und Chancen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass bereits zehn Tage nach Bekanntwerden des Ausbruchs an Impfstoffen gearbeitet werde, hob Richard Hatchett w\u00e4hrend des Pressegespr\u00e4chs hervor, bei einem Ausbruch im Jahr 2014 habe das noch Monate gedauert. Hatchett ist CEO der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi), die sich das Ziel gesetzt hat, mit internationaler Hilfe Impfstoffe innerhalb von 100\u00a0 Tagen nach einem Ausbruch zur Verf\u00fcgung zu stellen. Man setze dabei aber nicht nur auf den Impfstoff aus Oxford, sondern arbeite mit zahlreichen Partnern zusammen. Jede Impfstoffentwicklung k\u00f6nne auf Probleme sto\u00dfen, weshalb man nicht nur \u201eauf ein Pferd\u201c setze.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Hatchett betonte auch, dass jeder Ausbruch einzigartig und die Rahmenbedingungen in diesem Fall besonders schwierig seien. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Demokratische_Republik_Kongo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratische Republik Kongo<\/a> ist das zweitgr\u00f6\u00dfte afrikanische Land, das Stra\u00dfennetz in weiten Teilen sehr schlecht, und au\u00dferdem machen in dem betroffenen Gebiet bewaffnete Rebellengruppen die Arbeit der Helfer schwierig und gef\u00e4hrlich. Zudem gibt es viele Binnenfl\u00fcchtlinge, was das Eind\u00e4mmen des Erregers zus\u00e4tzlich erschwert. Hatchett erkl\u00e4rte aber auch, dass die zur\u00fcckliegenden Ausbr\u00fcche in der Region wahrscheinlich noch vielen Helfern in Erinnerung sind. \u201eSie sind wahrscheinlich noch gut trainiert.\u201c Das gelte auch f\u00fcr die Beh\u00f6rden, die in Kongo und Uganda \u00fcber die Tests von Impfstoffen und Medikamenten entscheiden m\u00fcssen. Sie seien mit vergleichbaren Impf- und Wirkstoffen bereits vertraut, und k\u00f6nnten daher schneller entscheiden.\u00a0\u201eJeder Ausbruch bringt andere Herausforderungen und Chancen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Weltgesundheitsorganisation <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/WHO\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">WHO<\/a> unterst\u00fctzt aktuell zwei experimentelle Behandlungsmethoden f\u00fcr Menschen, die sich mit dem Bundibugyo-Ebolavirus infiziert haben. Ihr Einsatz m\u00fcsse aber noch von den Regierungen der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas genehmigt werden, sagte\u00a0Amanda Rojek, au\u00dferordentliche Professorin f\u00fcr Gesundheitsnotf\u00e4lle an der University of Oxford.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bei den Medikamenten handelt es sich um das gegen Covid-19 bereits zugelassen Remdesivir und einen Antik\u00f6rpercocktail namens MBP134, der aus zwei k\u00fcnstlich hergestellten Antik\u00f6rpern besteht, die das Ebolavirus erkennen, daran binden und so unsch\u00e4dlich machen.\u00a0Remdesivir war bereits beim Ebola-Ausbruch 2018 in Kongo getestet worden und zeigte da wie gegen Covid-18 moderate Wirksamkeit. MBP134 kam bereits 2022 bei einem Ebola-Ausbruch in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Sudan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sudan<\/a> zum Einsatz, Daten zur Wirksamkeit liegen jedoch nicht vor. Im Tierversuch an Affen funktionierten die Antik\u00f6rper gegen das\u00a0Bundibugyo-Virus jedoch gut, <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-026-01607-4\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">erkl\u00e4rte der Virologe Thomas Geisbert von der University of Texas dem Wissenschaftsjournal <\/a><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-026-01607-4\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Nature<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn sich einer der Wirkstoffe als sicher und wirksam gegen\u00fcber den Bundibugyo-Typ erweise, k\u00f6nne es zum Goldstandard f\u00fcr die Behandlung Erkrankter werden, erkl\u00e4rte Amanda Rojek. Geplant sei auch, Wirkstoff-Kombinationen zu testen. Auf die Frage, wie lange es dauern k\u00f6nnte, bis klar sei, ob die Mittel wirken, erkl\u00e4rte sie: \u201eJe nachdem, wie gut die Medikamente wirken, dauern die Studien l\u00e4nger oder es geht schneller.\u201c Gro\u00dfe Effekte w\u00fcrden den Prozess beschleunigen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach Angaben des WHO-Chefs Tedros Adhanom Ghebreyesus werde sich die Lage in den betroffenen Gebieten noch weiter zuspitzen, bevor der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werde. \u201eWir stehen vor einem \u00e4u\u00dferst ernsten und schwierigen Ausbruch. Aber wir kennen das Virus, wir wissen, wie man es stoppt und wir werden es stoppen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man tue alles, um Ausr\u00fcstung in die betroffene Region zu bringen und die Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen voranzubringen, sagte Tedros am Montag. Dazu geh\u00f6rt etwa, das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung zu gewinnen und Kontaktpersonen von m\u00f6glicherweise Infizierten zu isolieren. \u201eDoch derzeit ist die Epidemie uns noch einen Schritt voraus.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Tempo des Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika ist beispiellos. \u00dcber 900 Verdachtsf\u00e4lle, 200 Tote in der Demokratischen Republik Kongo&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21908,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[24],"tags":[29,165,1105,188,2599,335,736,738,189,282,9787,267,284,178,207,3461],"class_list":["post-21907","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-uganda","tag-afrika","tag-aequatorialguinea","tag-coronavirus","tag-demokratische-republik-kongo","tag-ebola","tag-gesundheit","tag-impfstoff","tag-impfung","tag-kongo","tag-leserdiskussion","tag-oxford","tag-sudan","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-tansania","tag-uganda","tag-who"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116642182745218311","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21907"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21907\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}