{"id":22231,"date":"2026-05-27T12:05:14","date_gmt":"2026-05-27T12:05:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/22231\/"},"modified":"2026-05-27T12:05:14","modified_gmt":"2026-05-27T12:05:14","slug":"infektionskrankheiten-spaeter-kampf-gegen-ebola-ausbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/22231\/","title":{"rendered":"Infektionskrankheiten \u2013 Sp\u00e4ter Kampf gegen Ebola-Ausbruch"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321913\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/321913.jpeg\" alt=\"Beerdigung eines Ebola-Opfers auf dem Friedhof von Rwampara im Nordosten Kongos\"\/><\/p>\n<p>Beerdigung eines Ebola-Opfers auf dem Friedhof von Rwampara im Nordosten Kongos<\/p>\n<p>Foto: dpa\/AP\/Moses Sawasawa<\/p>\n<p>Der Ebola-Ausbruch in Zentralafrika nimmt weiter an Heftigkeit zu. Nach j\u00fcngsten Angaben vom Montag gibt es in der Demokratischen Republik (DR) Kongo mehr als 900 Verdachts- und 220 mutma\u00dfliche Todesf\u00e4lle. Im Nachbarland Uganda gibt es mittlerweile sieben importierte Verdachtsf\u00e4lle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hob am Wochenende die Risikoeinsch\u00e4tzung auf nationaler Ebene f\u00fcr die DR Kongo von \u00bbhoch\u00ab auf \u00bbsehr hoch\u00ab an. Auf regionaler Ebene bleibt das Risiko bei \u00bbhoch\u00ab, auf globaler Ebene bei \u00bbgering\u00ab.<\/p>\n<p>Die WHO unterst\u00fctzt die nationalen Beh\u00f6rden unter anderem bei Infektionspr\u00e4vention und Risikokommunikation, Kontaktverfolgung und Einrichtung von Behandlungszentren sowie St\u00e4rkung der Laborkapazit\u00e4ten. Daf\u00fcr wurden 3,9 Millionen US-Dollar aus einem Notfallfonds bereitgestellt. Auch wenn die UN-Institution h\u00e4ufig mit gef\u00e4hrlichen Erregern konfrontiert ist, nimmt sie die Lage besonders ernst. \u00bbWir stehen vor einem \u00e4u\u00dferst ernsten und schwierigen Ausbruch\u00ab, betonte Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mehrfach. \u00bbEs wird erst schlimmer werden, bevor es besser wird.\u00ab Er reiste am Dienstag zusammen mit dem Chef des WHO-Programms f\u00fcr Gesundheitsnotf\u00e4lle, Chikwe Ihekweazu, in die DR Kongo, um sich ein Bild von der Lage zu machen.<\/p>\n<p>Ebola-Viren werden durch Kontakt mit Blut und anderen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u00fcbertragen und k\u00f6nnen influenza\u00e4hnliche Symptome, Erbrechen und Durchfall und schlie\u00dflich innere und \u00e4u\u00dfere Blutungen sowie Leber- und Nierenfunktionsst\u00f6rungen verursachen. Bei der jetzt zirkulierenden Bundibugyo-Virus-Art lag die Todesrate in der Vergangenheit bei 30 bis 50 Prozent der infizierten Menschen.<\/p>\n<p>Mehrere Gr\u00fcnde f\u00fchrt die WHO f\u00fcr ihre Besorgnis an: Da ist zum einen das sehr sp\u00e4te Erkennen des Ausbruchs, sodass laut Tedros Adhanom Ghebreyesus \u00bbdie Epidemie uns einen Schritt voraus\u00ab ist. Sie tritt in st\u00e4dtischen und stadtnahen Gebieten in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu der DR Kongo mit einer sehr mobilen Bev\u00f6lkerung auf. Hinzu kommt die unsichere Lage in Ituri, wo das Milit\u00e4r regiert und Dutzende bewaffnete Gruppen aktiv sind. Das Misstrauen in der lokalen Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber externen Beh\u00f6rden ist hier gro\u00df. Und schlie\u00dflich gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapeutika gegen das Bundibugyo-Virus.<\/p>\n<p>Epidemiologen teilen die Besorgnis. Das Bundibugyo-Virus breitete sich lange unkontrolliert und unidentifiziert aus. Vermutungen gehen von mehr als zwei Monaten aus, auf dem Schirm der Gesundheitsbeh\u00f6rden ist der Ausbruch erst seit elf Tagen. Das macht die Bem\u00fchungen so schwierig, es einzud\u00e4mmen. Zudem sind die Fallzahlen von Anfang an h\u00f6her als bei fr\u00fcheren Ebola-Ausbr\u00fcchen und steigen deutlich schneller an. Modellierungen einer internationalen Forschergruppe gehen zudem von einer tats\u00e4chlich noch h\u00f6heren Fallzahl aus.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>\u00bbMeine Hoffnung w\u00e4re, dass die Kurve mit den Ma\u00dfnahmen schnell ein Plateau erreichen wird.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nMohamed Janabi\u2003WHO-Regionaldirektor f\u00fcr Afrika&#13;<\/p>\n<p>Auch wenn Ausma\u00df und Geschwindigkeit der Epidemie nichts Gutes erwarten lassen, ist das nicht ausgemacht. In den n\u00e4chsten Wochen werde sich zeigen, wie schnell und effektiv die Kontrollma\u00dfnahmen einschlie\u00dflich Fallerkennung und Isolation sowie \u00d6ffentlichkeitsarbeit hochgefahren werden, sagt Mohamed Janabi, Regionaldirektor der WHO f\u00fcr Afrika. \u00bbMeine Hoffnung w\u00e4re, dass die Kurve mit den Ma\u00dfnahmen schnell ein Plateau erreichen wird.\u00ab<\/p>\n<p>Es gibt vor allem einen gro\u00dfen Unterschied zu der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika 2012-2014 mit mehr als 10\u2005000 Toten: \u00bbWir kennen dieses Virus, und wir wissen, wie wir es stoppen k\u00f6nnen\u00ab, erkl\u00e4rte David Wohl, Spezialist f\u00fcr Infektionskrankheiten an der University of North Carolina, gegen\u00fcber dem Fachblatt \u00bbNature\u00ab. Es gibt Expertise vieler Fachleute, au\u00dferdem hat die Bev\u00f6lkerung eine gewisse Erfahrung mit dem t\u00f6dlichen Erreger.<\/p>\n<p>Gleichzeitig l\u00e4uft eine fieberhafte Suche nach Therapeutika und Impfstoffen, koordiniert von der WHO und mehreren Partnerorganisationen wie Africa CDC, der Gesundheitsinstitution der Afrikanischen Union. Bei Vakzinen sieht es eher mau aus. Der einzige zugelassene Ebola-Impfstoff namens Ervebo ist hochwirksam gegen den Zaire-Stamm, aber es ist v\u00f6llig unklar, wie gut er gegen das Bundibugyo-Virus wirken w\u00fcrde. \u00bbEs ist eine Art M\u00fcnzwurf\u00ab, meint Thomas Geisbert, Virologe an der medizinischen Abteilung der University of Texas in Galveston, gegen\u00fcber \u00bbNature\u00ab. Bis eine angepasste Bundibugyo-Version vorliegt, d\u00fcrfte es laut WHO sechs bis neun Monate dauern. Eine weitere Option ist ein Impfstoff, der von der University of Oxford und dem Serum Institute of India in Pune entwickelt wird. Auch dieser d\u00fcrfte erst in mehreren Monaten verf\u00fcgbar sein. Auch hier gibt es bisher keine Testergebnisse.<\/p>\n<p>Bei Therapien sieht es besser aus. Hier gibt es zumindest positive Ergebnisse aus Versuchen an Primaten. Die WHO hat empfohlen, zwei experimentelle Behandlungen f\u00fcr die Bundibugyo-Virus-Krankheit in einer klinischen Studie zu testen. Es handelt sich um das Breitspektrum-Antivirenmittel Remdesivir sowie MBP134, eine Mischung aus zwei monoklonalen Antik\u00f6rpern. Sie k\u00f6nnten bei dem Ausbruch getestet werden, eine vorl\u00e4ufige Zulassung der Regierungen Kongos und Ugandas vorausgesetzt.<\/p>\n<p>Und so schlagen bei den Experten wieder einmal zwei Herzen in der Brust: Zieht sich die Epidemie l\u00e4nger hin, k\u00f6nnte sie hilfreiche Hinweise f\u00fcr die Entwicklung wirksamer und vertr\u00e4glicher Impfstoffe und Therapeutika liefern. Eine solche Katastrophe mit entsprechend hohen Opferzahlen kann aber niemand ernsthaft wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beerdigung eines Ebola-Opfers auf dem Friedhof von Rwampara im Nordosten Kongos Foto: dpa\/AP\/Moses Sawasawa Der Ebola-Ausbruch in Zentralafrika&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22232,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[246],"tags":[2599,2649,738,189,386,385,3461],"class_list":["post-22231","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-republik-kongo","tag-ebola","tag-epidemie","tag-impfung","tag-kongo","tag-republic-of-the-congo","tag-republik-kongo","tag-who"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116646453111823778","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22231"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22231\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}