{"id":2271,"date":"2026-04-19T01:10:21","date_gmt":"2026-04-19T01:10:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2271\/"},"modified":"2026-04-19T01:10:21","modified_gmt":"2026-04-19T01:10:21","slug":"wortlaut-papst-bei-der-messe-in-douala-kamerun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2271\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Papst bei der Messe in Douala, Kamerun"},"content":{"rendered":"<p>Hier die amtliche \u00dcbersetzung der Predigt, die Papst Leo XIV. am 17. April 2026 bei einer Heiligen Messe im Japoma Stadium in Kamerun gehalten hat. Wortmeldungen der P\u00e4pste in den verschiedenen \u00dcbersetzungen und im Original finden Sie auf vatican.va.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-04\/papst-leo-xiv-afrika-reise-wortlaut-predigt-messe-bamenda.html\" title=\"Wortlaut: Predigt von Papst Leo XIV. bei der Messe in Bamenda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2026\/04\/16\/16\/1776351091628.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Wortlaut: Predigt von Papst Leo XIV. bei der Messe in Bamenda\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Hier die vierte Ansprache, die Papst Leo XIV. diesen Donnerstag (16.4.2026) in Kamerun gehalten hat. Die Predigt bei der Messe auf dem Gel\u00e4nde des Flughafens von Bamenda in vollen &#8230;\n     <\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>das Evangelium, das wir gerade geh\u00f6rt haben (Joh 6,1-15), ist ein Wort des Heils f\u00fcr die gesamte Menschheit. \u00dcberall wird diese Gute Nachricht heute verk\u00fcndet, die f\u00fcr die Kirche in Kamerun als eine providentielle Botschaft der Liebe Gottes und unserer Gemeinschaft erklingt.<\/p>\n<p>Das Zeugnis des Apostels Johannes berichtet uns n\u00e4mlich von einer gro\u00dfen Menschenmenge (vgl. VV. 2-5), so wie dieser hier. F\u00fcr all die Menschen ist jedoch nur sehr wenig zu essen da: lediglich \u00bbf\u00fcnf Gerstenbrote und zwei Fische\u00ab (V. 9). Angesichts dieses Missverh\u00e4ltnisses fragt Jesus uns heute so, wie er damals seine J\u00fcnger gefragt hatte: Wie wollt ihr dieses Problem l\u00f6sen? Ihr seht, wie viele hungrige Menschen es gibt, die von der M\u00fchsal ersch\u00f6pft sind. Was tut ihr?<\/p>\n<p>Diese Frage richtet sich an uns alle: Sie richtet sich an die V\u00e4ter und M\u00fctter, die sich um ihre Familien k\u00fcmmern. Sie richtet sich an die Hirten der Kirche, die die Herde des Herrn h\u00fcten. Sie richtet sich an alle mit gesellschaftlicher und politischer Verantwortung f\u00fcr das Wohl des Volkes. Christus richtet diese Frage an die M\u00e4chtigen und die Schwachen, an die Reichen und die Armen, an die Jungen und die Alten, weil wir alle gleicherma\u00dfen Hunger haben. Diese Bed\u00fcrftigkeit erinnert uns daran, dass wir Gesch\u00f6pfe sind. Wir m\u00fcssen essen, um zu leben. Wir sind nicht Gott. Aber wo ist Gott angesichts des Hungers der Menschen?<\/p>\n<p>\u201eDie Vermehrung der Brote und Fische geschieht im Teilen: Das ist das Wunder!\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Jesus auf unsere Antworten wartet, gibt er die seine: \u00bbDann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen\u00ab (V. 11). Ein ernstes Problem wird gel\u00f6st mit der Segnung der wenigen vorhandenen Speisen und mit ihrer Verteilung an alle, die Hunger haben. Die Vermehrung der Brote und Fische geschieht im Teilen: Das ist das Wunder! Es gibt Brot f\u00fcr alle, wenn man es allen gibt. Es gibt Brot f\u00fcr alle, wenn es nicht mit H\u00e4nden genommen wird, die es f\u00fcr sich behalten, sondern mit H\u00e4nden, die es weiterschenken. Betrachten wir die Geste Jesu genau: Wenn der Sohn Gottes das Brot und die Fische nimmt, sagt er zuallererst Dank. Er ist dem Vater dankbar f\u00fcr ein Gut, das zur Gabe und zum Segen f\u00fcr das ganze Volk wird.<\/p>\n<p>Es gibt reichlich Essen <\/p>\n<p>Auf diese Weise gibt es reichlich Essen: Es wird nicht aus Not rationiert, es wird nicht im Streit geraubt, es wird nicht von denen verschwendet, die sich vor den Augen derer vollstopfen, die nichts zu essen haben. Als es von den H\u00e4nden Christi in die H\u00e4nde seiner J\u00fcnger \u00fcbergeht, vermehrt sich das Essen f\u00fcr alle, ja, es ist im \u00dcberfluss vorhanden (vgl. VV. 12-13). Beeindruckt von dem, was Jesus getan hat, rufen die Menschen aus: \u00bbDas ist wirklich der Prophet\u00ab (V. 14), also derjenige, der im Namen Gottes spricht, das Wort des Allm\u00e4chtigen. Das ist zwar wahr, doch Jesus verwendet diese Worte nicht, um einen pers\u00f6nlichen Erfolg zu erzielen: Er will kein K\u00f6nig werden (vgl. V. 15), denn er ist gekommen, um in Liebe zu dienen, nicht um zu herrschen.<\/p>\n<p>Das Wunder, das er vollbracht hat, ist ein Zeichen dieser Liebe: Es zeigt uns nicht blo\u00df, wie Gott die Menschheit mit dem Brot des Lebens n\u00e4hrt, sondern auch, wie wir diese Nahrung allen M\u00e4nnern und Frauen bringen k\u00f6nnen, die wie wir nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit hungern. Jede Geste der Solidarit\u00e4t und Vergebung, jede Initiative des Guten ist ein Bissen Brot f\u00fcr die Menschheit, die der F\u00fcrsorge bedarf. Und doch reicht dies nicht aus. Der Nahrung, die den Leib st\u00e4rkt, muss n\u00e4mlich mit gleicher Liebe die Nahrung f\u00fcr die Seele beigegeben werden, eine Nahrung, die unser Gewissen n\u00e4hrt und uns in dunklen Stunden der Angst, in der Finsternis des Leidens, Halt gibt. Diese Nahrung ist Christus, der seine Kirche stets \u00fcberreich n\u00e4hrt und uns auf unserem Weg durch seinen Leib st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Schwestern und Br\u00fcder, die Eucharistie, die wir feiern, wird somit zur Quelle eines erneuerten Glaubens, weil Jesus unter uns gegenw\u00e4rtig ist. Das Sakrament erneuert nicht nur die Erinnerung an ein lang zur\u00fcckliegendes Ereignis, sondern begr\u00fcndet eine Weg-Gemeinschaft, die uns verwandelt, weil sie uns heiligt. Selig, die zum Mahl des Herrn geladen sind! Bei der Eucharistie wird dieses Gastmahl selbst zu einer Botschaft der Hoffnung in den Pr\u00fcfungen der Geschichte und in den Ungerechtigkeiten, die wir um uns herum sehen. Es wird zum Zeichen der Liebe Gottes, der uns in Christus einl\u00e4dt, das zu teilen, was wir haben, damit es sich in der geschwisterlichen kirchlichen Gemeinschaft vermehrt.<\/p>\n<p>\u201eDer Hunger offenbart somit nicht nur unsere Bed\u00fcrftigkeit, sondern vor allem seine Liebe\u201c<\/p>\n<p>Der Herr umspannt Himmel und Erde, er kennt unser Herz und alle freudigen oder traurigen Situationen, die wir erleben. Indem er zu unserem Heil Mensch wurde, wollte er die N\u00f6te der Menschheit auch selbst erleben, angefangen bei den einfachsten und allt\u00e4glichsten. Der Hunger offenbart somit nicht nur unsere Bed\u00fcrftigkeit, sondern vor allem seine Liebe: Erinnern wir uns daran jedes Mal, wenn wir dem Blick unserer Br\u00fcder und Schwestern begegnen, denen das Notwendigste fehlt. Denn diese Augen wiederholen die Frage, die Jesus seinen J\u00fcngern gestellt hat: Was tut ihr f\u00fcr all diese Menschen? Zeugen Christi zu sein und seine Gesten der Liebe nachzuahmen, bringt sicher oft Schwierigkeiten und Widerst\u00e4nde mit sich, sowohl von au\u00dfen als auch in uns drinnen, wo der Stolz das Herz verderben kann. In solchen Momenten aber lasst uns mit dem Psalmisten sagen: \u00bbDer Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich f\u00fcrchten?\u00ab (Ps 27,1). Auch wenn wir manchmal wanken, Gott ermutigt uns immer: \u00bbHoffe auf den Herrn, sei stark und fest sei dein Herz! Und hoffe auf den Herrn!\u00ab (V. 14).<\/p>\n<p>Liebe Jugendliche, diese Einladung spreche ich vor allem euch aus, weil ihr die geliebten S\u00f6hne und T\u00f6chter Afrikas seid! Vermehrt als Br\u00fcder und Schwestern Jesu eure Gaben durch den Glauben, die Ausdauer und die Freundschaft, die euch beseelen. Seid die ersten Gesichter und H\u00e4nde, die dem N\u00e4chsten das Brot des Lebens bringen: die Speise der Weisheit und der Befreiung von allem, was uns nicht n\u00e4hrt, sondern vielmehr unser gutes Trachten durcheinanderbringt und uns etwas von unserer W\u00fcrde nimmt.<\/p>\n<p>Armut in Kamerun <\/p>\n<p>Auch in eurem so fruchtbaren Land, in Kamerun, leiden viele unter, materieller und geistiger Armut. Gebt dem Misstrauen und der Mutlosigkeit nicht nach; verweigert euch jeder Art von \u00dcbergriffen und Gewalt, die schnellen Gewinn versprechen, euch damit aber t\u00e4uschen, die das Herz verh\u00e4rten und gef\u00fchllos werden lassen. Vergesst nicht, dass euer Volk noch reicher ist als diese Erde, weil sein gr\u00f6\u00dfter Schatz seine Werte sind: der Glaube, die Familie, die Gastfreundschaft und die Arbeit. Werdet also zu Protagonisten eurer Zukunft, indem ihr der Berufung folgt, die Gott einem jeden schenkt, und lasst euch nicht von den Versuchungen kaufen, die Kr\u00e4fte vergeuden und nicht dem Fortschritt der Gesellschaft dienen.<\/p>\n<p>Damit aus eurem stolzen Geist eine prophetische Stimme einer neuen Welt wird, nehmt euch das zum Vorbild, was wir in der Apostelgeschichte geh\u00f6rt haben. Die ersten Christen geben n\u00e4mlich angesichts von Schwierigkeiten und Bedrohungen ein mutiges Zeugnis f\u00fcr Jesus und bleiben auch unter Beschimpfungen standhaft (vgl. Apg 5,40-41). Diese J\u00fcnger \u00bblie\u00dfen nicht ab, Tag f\u00fcr Tag im Tempel und in den H\u00e4usern zu lehren, und verk\u00fcndeten das Evangelium von Jesus, dem Christus\u00ab (V. 42), das hei\u00dft, dem Messias, dem Retter der Welt. Ja, der Herr befreit aus S\u00fcnde und Tod. Dieses Evangelium beharrlich zu verk\u00fcnden, ist die Sendung eines jeden Christen: Dies ist der Auftrag, den ich besonders euch Jugendlichen und der ganzen Kirche in Kamerun anvertraue. Werdet zu einer Frohbotschaft f\u00fcr euer Land, wie es zum Beispiel der selige Floribert Bwana Chui f\u00fcr das kongolesische Volk ist.<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, lehren bedeutet Spuren zu ziehen, so wie es der Bauer mit dem Pflug auf dem Feld tut, damit das, was er s\u00e4t, Frucht bringen kann. Auf diese Weise ver\u00e4ndert die christliche Verk\u00fcndigung unsere Geschichte, indem sie die Gedanken und Herzen verwandelt. Jesus, den Auferstandenen, zu verk\u00fcnden bedeutet, Spuren der Gerechtigkeit zu ziehen in einem leidenden und unterdr\u00fcckten Land, Spuren des Friedens inmitten von Rivalit\u00e4t und Korruption, Spuren des Glaubens, die uns von Aberglauben und Gleichg\u00fcltigkeit befreien. Mit diesem Evangelium im Herzen werden wir nun gleich das eucharistische Brot teilen, das uns f\u00fcr das ewige Leben s\u00e4ttigt. Bitten wir den Herrn mit freudigem Glauben, dass er seine Gabe unter uns vermehre, zum Wohl aller.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier die amtliche \u00dcbersetzung der Predigt, die Papst Leo XIV. am 17. 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