{"id":23154,"date":"2026-05-29T12:10:07","date_gmt":"2026-05-29T12:10:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/23154\/"},"modified":"2026-05-29T12:10:07","modified_gmt":"2026-05-29T12:10:07","slug":"oe-aegypten-kritik-am-umgang-mit-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/23154\/","title":{"rendered":"\u00d6\/\u00c4gypten: Kritik am Umgang mit Christen"},"content":{"rendered":"<p>Schwere Vorw\u00fcrfe gegen staatliche Stellen in \u00c4gypten haben Vertreter mehrerer in Wien ans\u00e4ssiger Menschenrechtsorganisationen bei einer Pressekonferenz erhoben. <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-05\/philippinen-duterte-praesident-drogenkrieg-kardinal-wahrheit.html\" title=\"Philippinen: Kardinal bildet \u201eWahrheitskommission\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2024\/agosto\/01\/Bishop-Virgilio-David-Sr.-Nathalie-Becquart.jpeg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Philippinen: Kardinal bildet \u201eWahrheitskommission\u201c\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Kardinal Pablo Virgilio David hat eine f\u00fcnfk\u00f6pfige unabh\u00e4ngige Kommission einberufen. Sie soll eine \u201eglaubw\u00fcrdige Dokumentation\u201c der T\u00f6tungen w\u00e4hrend des \u201eDrogenkriegs\u201c unter dem &#8230;\n     <\/p>\n<p>Anlass war der Fall der 17-j\u00e4hrigen koptischen Christin Silvana Atef Fanous, die nach Angaben der Veranstalter entf\u00fchrt, mutma\u00dflich vergewaltigt und zur Konversion gezwungen worden sein soll.<\/p>\n<p>In einer gemeinsamen Aussendung am Freitag \u00e4u\u00dferten Repr\u00e4sentanten der Europ\u00e4ischen Koptischen Menschenrechtsorganisation (EUCHOR), der Internationalen Gesellschaft Orientalischer Christen (IGOC) sowie von ADF International ihre Besorgnis \u00fcber die systematische Diskriminierung christlicher Minderheiten und mahnten vor einem Versagen rechtsstaatlicher Institutionen.<\/p>\n<p>Schwere Vorw\u00fcrfe <\/p>\n<p>Nach Darstellung der Organisationen soll die geistig behinderte Minderj\u00e4hrige nach ihrer Entf\u00fchrung nicht gesch\u00fctzt, sondern von Polizeibeamten an den mutma\u00dflichen T\u00e4ter \u00fcbergeben worden sein. Familienangeh\u00f6rige seien bei dem Versuch, Anzeige zu erstatten, festgenommen und misshandelt worden. Die Organisationen erkl\u00e4rten, die geistig behinderte Minderj\u00e4hrige sei entf\u00fchrt, mutma\u00dflich vergewaltigt und zur Konversion gezwungen worden. EUCHOR-Pr\u00e4sident Medhat Klada sagte, in \u00c4gypten werde \u201edas Gesetz entsprechend religi\u00f6ser Selektion angewendet\u201c.<\/p>\n<p>Der Jurist Mina Ghattas von der IGOC sprach von m\u00f6glichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die geschilderten Vorg\u00e4nge erf\u00fcllten nach seiner Einsch\u00e4tzung mehrere Tatbest\u00e4nde des R\u00f6mischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs, darunter religi\u00f6s motivierte Verfolgung, sexuelle Gewalt und Freiheitsentzug. Besonders schwer wiege die mutma\u00dfliche Beteiligung staatlicher Akteure.<br \/>Die Polizei weigere sich weiterhin, \u201edie Minderj\u00e4hrige ihrer Familie zu \u00fcbergeben\u201c, sagte Ghattas. Er forderte eine internationale Untersuchung sowie die Bindung europ\u00e4ischer Entwicklungsgelder an rechtsstaatliche Mindeststandards. \u201eRecht darf dem Unrecht nicht weichen\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Der Menschenrechtsexperte Martin Lessenthin verwies auf eine hohe Zahl \u00e4hnlicher F\u00e4lle. \u201eJ\u00e4hrlich wissen wir von rund 5.000 Entf\u00fchrungsf\u00e4llen in Verbindung mit Eheschlie\u00dfung und Konversion\u201c, sagte er. Der Fall Silvana stehe exemplarisch f\u00fcr ein strukturelles Muster aus Entf\u00fchrungen, Zwangskonversionen und mangelnder Strafverfolgung.<\/p>\n<p>Mangelnde Aufmerksamkeit in Europa <\/p>\n<p>Auch die \u00f6sterreichische Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler (\u00d6VP) warnte vor mangelnder Aufmerksamkeit in Europa. \u201eEs gibt ein sehr geringes Bewusstsein innerhalb der politischen europ\u00e4ischen Community f\u00fcr diese \u00dcbergriffe\u201c, sagte sie. Zugleich verwies Kugler auf \u00e4hnliche Problemlagen in Europa, etwa bei Zwangs- und Kinderehen. Sie appellierte an \u00c4gypten, internationale Menschenrechtsstandards einzuhalten, und forderte westliche Staaten zu einem entschlosseneren Auftreten gegen\u00fcber Kairo auf.<\/p>\n<p>Die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International sieht den Fall zudem im Zusammenhang mit zunehmender Repression gegen Christen in \u00c4gypten. Der Leiter der europ\u00e4ischen Rechtsabteilung der Organisation, Felix B\u00f6llmann, erkl\u00e4rte, \u00c4gyptens Christen k\u00f6nnten sich \u201enicht auf einen neutralen Rechtsstaat verlassen\u201c. Als Beispiel nannte er die Verurteilung des christlichen Bloggers Augustinos Samaan zu f\u00fcnf Jahren Haft wegen angeblicher Blasphemie. \u201eUnt\u00e4tigkeit \u00f6ffnet weiterer Ungerechtigkeit T\u00fcr und Tor\u201c, warnte B\u00f6llmann.<\/p>\n<p>Der bei dem Pressetermin via Videokonferenz zugeschaltete Pr\u00e4sident des Internationalen Instituts f\u00fcr Religionsfreiheit, Thomas Schirrmacher, kritisierte mangelnde Reaktionen der internationalen Gemeinschaft. \u201eSchweigen von Regierungen und auch von Kirchen wird als Zustimmung gedeutet\u201c, sagte er. Die beteiligten Organisationen k\u00fcndigten an, den Fall international weiterzuverfolgen und politischen Druck zum Schutz religi\u00f6ser Minderheiten in \u00c4gypten zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>(kap \u2013 pr)<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schwere Vorw\u00fcrfe gegen staatliche Stellen in \u00c4gypten haben Vertreter mehrerer in Wien ans\u00e4ssiger Menschenrechtsorganisationen bei einer Pressekonferenz erhoben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23155,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[7],"tags":[54,10300,778,55,205,206,397,283],"class_list":["post-23154","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aegypten","tag-aegypten","tag-behinderung","tag-christen","tag-egypt","tag-gewalt","tag-menschenrechte","tag-oesterreich","tag-politik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116657797543597737","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23154\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}