{"id":23808,"date":"2026-05-31T18:13:20","date_gmt":"2026-05-31T18:13:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/23808\/"},"modified":"2026-05-31T18:13:20","modified_gmt":"2026-05-31T18:13:20","slug":"vertragsarbeiter-aus-mosambik-sed-opferbeauftragte-fordert-entschaedigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/23808\/","title":{"rendered":"Vertragsarbeiter aus Mosambik: SED-Opferbeauftragte fordert Entsch\u00e4digung"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/evelyn-zupke-102.jpg\" alt=\"Evelyn Zupke\" title=\"Evelyn Zupke | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 30.09.2024 \u2022 14:26 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Etwa 17.000 Menschen aus Mosambik haben als sogenannte Vertragsarbeiter in der DDR gearbeitet. Viele von ihnen warten noch immer auf ihren Lohn. Die SED-Opferbeauftragte Zupke fordert den Bundestag auf, sie zu entsch\u00e4digen.\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke und das Deutsche Institut f\u00fcr Menschenrechte dringen auf eine Entsch\u00e4digung von DDR-Vertragsarbeitern aus Mosambik, die bis heute nicht vollst\u00e4ndig ihren Lohn erhalten haben. Gemeinsam mit weiteren Unterst\u00fctzern und dem Betroffenen David Macou pr\u00e4sentierten sie einen Appell an den Bundestag, m\u00f6glichst noch in dieser Wahlperiode Zahlungen auf den Weg zu bringen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die DDR hatte seit den sp\u00e4ten 1970er-Jahren sogenannte Vertragsarbeiter aus dem damals marxistisch regierten Mosambik &#8211; und anderen sozialistischen &#8222;Bruderstaaten&#8220; &#8211; angeworben, um dem Arbeitskr\u00e4ftemangel in der DDR entgegenzuwirken. Ihnen wurden eine Ausbildung und Lohn versprochen. Oftmals wurden die Menschen dann aber in besonders beschwerlichen Branchen wie dem Tagebau oder der Fleischindustrie eingesetzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von dem versprochenen Lohn erhielten sie allenfalls einen Teil, weil die DDR den anderen Teil als Abzahlung f\u00fcr die Schulden einbehielt, die Mosambik bei der DDR hatte. Viele Betroffene kehrten nach dem Ende der DDR 1990 auch g\u00e4nzlich ohne Lohn in ihre Heimat zur\u00fcck.<\/p>\n<p>    Pauschalentsch\u00e4digungen f\u00fcr Betroffene gefordert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Das ist Unrecht, das von deutschem Boden ausging&#8220;, sagte Zupke in Berlin. &#8222;Es war der SED-Staat, der ganz bewusst die Menschen get\u00e4uscht hat, der ihnen Rechte genommen hat und der sie ausgebeutet hat.&#8220; Es gehe hier um Menschen, &#8222;die tiefe Narben durch das Wirken der SED-Diktatur durch ihr Leben tragen.&#8220; Deutschland m\u00fcsse sich zu &#8222;dieser historischen Verantwortung bekennen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Initiative hat zum Ziel, dass der Bundestag in einer Entschlie\u00dfung das Unrecht an den Vertragsarbeitern aus Mosambik anerkennt und aus dem Bundeshaushalt einen Entsch\u00e4digungsfonds f\u00fcr die rund 10.000 noch lebenden Betroffenen finanziert. &#8222;Es w\u00fcrde auf eine Pauschalentsch\u00e4digung hinauslaufen&#8220;, sagte Zupke. Die individuellen Lohnanspr\u00fcche lie\u00dfen sich nach mehr als 30 Jahren nicht mehr rekonstruieren. Eine Summe wollte sie nicht nennen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Michael Windfuhr vom Vorstand des Deutschen Instituts f\u00fcr Menschenrechte schlug einen Betrag von 50 Millionen Euro vor. Die Betroffenen sollten &#8211; gestaffelt nach dem individuell erlittenen Unrecht &#8211; jeder 4000 bis 6000 Euro erhalten. &#8222;Das ist keine Summe, die den Haushalt sprengen w\u00fcrde&#8220;, sagte Windfuhr. &#8222;Es ist die Geste, auf die es ankommt.&#8220;<\/p>\n<p>    Gleiche Arbeit, ungleicher Lohn<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich f\u00fchle mich bis heute von beiden L\u00e4ndern betrogen&#8220;, sagte der ehemalige mosambikanische Vertragsarbeiter David Mocou, der von 1979 bis 1991 im Tagebau in Hoyerswerda gearbeitet hatte. Dort sei er 1991 zum Ziel rassistischer \u00dcbergriffe geworden und dann ohne Lohn nach Mosambik zur\u00fcckgekehrt. Auch Leistungen aus der Sozialversicherung, in die er eingezahlt hatte, habe er nicht bekommen, berichtete er auf der Pressekonferenz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir haben Schulter an Schulter mit unseren deutschen Kollegen im Tagebau zw\u00f6lf Stunden am Tag gearbeitet&#8220;, betonte Mocou. &#8222;Wir haben dann erfahren, dass mit unserem Geld die Staatsschulden verrechnet wurden ohne unsere Kenntnis.&#8220; Von der mosambikanischen Regierung sei keine Hilfe gekommen: &#8222;Wenn wir fragen, dann kommen die mit dem Gewehr und machen mit uns, was sie wollen&#8220;, sagte Mocou.<\/p>\n<p>    Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach der Wiedervereinigung \u00fcberwies die Bundesrepublik im Jahr 1993 rund 75 Millionen Mark (38,4 Millionen Euro) als Pauschalzahlung f\u00fcr die Leistungen der Vertragsarbeiter an den mosambikanischen Staat. Bei den Betroffenen kam davon aber wenig an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Geld sei &#8222;zum gro\u00dfen Teil im Sumpf eines korrupten Staats versickert&#8220;, sagte Opferbeauftragte Zupke. Die Bundesregierung sieht nach eigenen Angaben keinen Handlungsbedarf. Verpflichtungen aus dem Vertragsarbeiterabkommen mit Mosambik, die von der ehemaligen DDR auf die Bundesrepublik \u00fcbergegangen sind, seien &#8222;vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt&#8220; worden, sagte ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amts. Sollte es Forderungen geben, w\u00e4re es &#8222;Aufgabe der mosambikanischen Regierung, das zu adressieren.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.09.2024 \u2022 14:26 Uhr Etwa 17.000 Menschen aus Mosambik haben als sogenannte Vertragsarbeiter in der DDR gearbeitet.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23809,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[26],"tags":[277,346,347],"class_list":["post-23808","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-mosambik","tag-ddr","tag-mosambik","tag-mozambique"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116670549371335039","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23808"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23808\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}