{"id":2474,"date":"2026-04-19T03:28:02","date_gmt":"2026-04-19T03:28:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2474\/"},"modified":"2026-04-19T03:28:02","modified_gmt":"2026-04-19T03:28:02","slug":"warum-sich-eine-neue-migrations-route-nach-europa-etabliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2474\/","title":{"rendered":"Warum sich eine neue Migrations-Route nach Europa etabliert\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/libyen-528.jpg\" alt=\"K\u00fcste von Libyen\" title=\"K\u00fcste von Libyen | picture alliance \/ dpa\"\/><\/p>\n<p>                    exklusiv<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.11.2025 \u2022 15:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Binnen eines Jahres hat sich ein neuer Migrationskorridor von Ost-Libyen nach Griechenland entwickelt. Eine wichtige Rolle dabei soll Belarus spielen: Flugzeuge fliegen laut EU von dort Migranten nach Nordafrika &#8211; und m\u00f6glicherweise auch Waffen.\n    <\/p>\n<p>Von Manuel Bewarder, Florian Flade und Reiko Pinkert, WDR\/NDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie eng das belarusische und das Regime im Osten Libyens mittlerweile miteinander sind, das zeigte sich vor wenigen Tagen. Bei einem Treffen in Minsk sagte der belarusische Machthaber Alexander Lukaschenko laut staatlichen Medien: &#8222;Ich habe eine besondere Beziehung zu Ihrem Volk.&#8220; Sein Gast blickte ihn aufmerksam an: Es handelte sich um den Sohn von General Chalifa Haftar, jenem Milit\u00e4r, der seit mehr als zehn Jahren den Osten Libyens beherrscht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die zwei eng mit Russland verbundenen Regime wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen, wie sie nach dem Treffen erkl\u00e4rten. F\u00fcr viele L\u00e4nder Europas klingt das nicht gut. Denn beide sollen Sicherheitskreisen zufolge eng kooperieren, um eine neue Migrationsroute nach Europa zu etablieren: von Ost-Libyen in die Region Kreta.<\/p>\n<p>    15.000 illegale Grenz\u00fcbertritte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bereits 2024 gingen die Zahlen auf diesem Korridor nach oben. Doch in diesem Jahr sind sie noch einmal deutlich gestiegen: Von Januar bis Ende Oktober 2025 registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex nach Informationen von WDR und NDR rund 15.000 illegale Grenz\u00fcbertritte auf der Route in die Region Kreta. Das sind rund 240 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die h\u00f6chsten Zahlen wurden im Sommer registriert, mit mehr als 3.600 im August &#8211; doch auch zuletzt, im Oktober, sollen es noch deutlich mehr als 1.000 solcher Grenz\u00fcbertritte gewesen sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Welche Bedeutung diese Route f\u00fcr das Migrationsgeschehen hat, zeigt ein Vergleich: Nur \u00fcber das zentrale Mittelmeer nach Italien wurden in diesem Jahr nochmal mehr irregul\u00e4re Grenz\u00fcbertritte auf dem Meer registriert &#8211; und \u00e4hnlich hoch wie die Zahl der Feststellungen nach Kreta ist vergleichsweise nur noch jene Route \u00fcber die \u00c4g\u00e4is von der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Welche Rolle Belarus dabei spielen soll, hat unl\u00e4ngst EU-Migrationskommissar Magnus Brunner \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt: Man sehe, dass aus Belarus Menschen nach Libyen transportiert werden, um sie danach gezielt nach Europa zu bringen. Die Informationen kommen nach Recherchen von WDR und NDR aus nachrichtendienstlichen Erkenntnissen. Die belarusische Fluggesellschaft Belavia Airline soll deutlich h\u00e4ufiger die ost-libysche Stadt angeflogen haben.<\/p>\n<p>    Werden auch Waffen transportiert?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich k\u00f6nnte es neben dem Transport von Migranten noch einen zweiten Grund f\u00fcr die Fl\u00fcge von Belarus in den Osten Libyens geben. Nach Informationen von WDR und NDR h\u00e4lt man es in Sicherheitskreisen f\u00fcr m\u00f6glich, dass bei Fl\u00fcgen zwischen den beiden L\u00e4ndern nicht nur Menschen, sondern auch milit\u00e4risches Ger\u00e4t transportiert wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Frontex hatte bereits in ihrer im Fr\u00fchjahr ver\u00f6ffentlichten Risikoanalyse darauf hingewiesen, dass Migration via Ost-Libyen mit russischer Unterst\u00fctzung als hybrides Mittel genutzt werden k\u00f6nnte &#8211; also als gezielt herbeigef\u00fchrtes Problem. Hohe Ankunftszahlen in Griechenland k\u00f6nnten n\u00e4mlich das Funktionieren des Schengen-Raumes beeintr\u00e4chtigen &#8211; und damit die Spannungen zwischen EU-Mitgliedern erh\u00f6hen, so Frontex. F\u00fcr Haftars Regime wiederum, so die Mutma\u00dfung von EU-Sicherheitsbeamten, k\u00f6nnte ein Ziel lauten, offiziell von der EU anerkannt zu werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass Russland und Belarus &#8211; teils gemeinsam &#8211; nach Einsch\u00e4tzung von EU-Kommission, Bundesregierung und europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden das Thema Migration als hybrides Instrument nutzen, ist seit Jahren bekannt: Schon 2021 analysierten beispielsweise deutsche Beamte in der beh\u00f6rden\u00fcbergreifenden Arbeitsgruppe (AG) &#8222;Hybrid&#8220; in einem Bericht, dass Russland Migration zum Teil bewusst &#8222;als Waffe&#8220; nutze.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nur wenige Monate sp\u00e4ter unterst\u00fctzte Belarus laut europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass Migranten mit dem Flugzeug nach Minsk kamen und von dort weiter in die EU zogen. Belarus und Russland haben den Vorwurf der Instrumentalisierung stets zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>    Schutz der EU-Au\u00dfengrenzen erh\u00f6ht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mittlerweile hat die EU den Schutz der Au\u00dfengrenze in Osteuropa deutlich intensiviert &#8211; und Belarus, so der Vorwurf, instrumentalisiere Migration jetzt eben auf mehrfache Weise als politisches Druckmittel. Ein Teil der Menschen, die von Belarus nach Europa wollten, w\u00fcrden es nun \u00fcber den Osten Libyens und das Mittelmeer versuchen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die anderen wiederum trotz des verst\u00e4rkten Grenzschutzes \u00fcber den Landweg aus Belarus &#8211; darauf deutet auch eine relativ hohe Zahl von zuletzt an der litauisch-belarusischen Grenze registrierten \u00dcbertrittsversuchen hin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die belarusische Regierung sowie die Fluggesellschaft Belavia reagierten zun\u00e4chst nicht auf konkrete Nachfragen. Eine Sprecherin der Kommission erkl\u00e4rte, man werde mit allen Beteiligten im Gespr\u00e4ch bleiben. Aus dem Ausw\u00e4rtigen Amt in Berlin hei\u00dft es dazu: &#8222;Wir und unsere europ\u00e4ischen Partner beobachten diese und andere Entwicklungen fortlaufend. Wir stehen im gegenseitigen Austausch sowohl zur Situation an der EU-Au\u00dfengrenze zu Belarus als auch zu Entwicklungen in Libyen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 05.11.2025 \u2022 15:02 Uhr Binnen eines Jahres hat sich ein neuer Migrationskorridor von Ost-Libyen nach Griechenland&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2475,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[1815,91,452,286,285],"class_list":{"0":"post-2474","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-libyen","8":"tag-belarus","9":"tag-europa","10":"tag-flucht","11":"tag-libya","12":"tag-libyen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2474"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2474\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}