{"id":25326,"date":"2026-06-03T22:23:24","date_gmt":"2026-06-03T22:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/25326\/"},"modified":"2026-06-03T22:23:24","modified_gmt":"2026-06-03T22:23:24","slug":"elfenbeinkueste-leute-haben-angst-vor-praesidentschaftswahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/25326\/","title":{"rendered":"Elfenbeink\u00fcste: \u201eLeute haben Angst vor Pr\u00e4sidentschaftswahl\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir erwarten von unseren Landsleuten, dass sie alles tun f\u00fcr eine glaubw\u00fcrdige, friedliche und saubere Wahl\u201c: Diesen Appell richtet der Vorsitzenden der Bischofskonferenz in Elfenbeink\u00fcste an die Ivorer. Gew\u00e4hlt wird im Oktober, Krisen und Tote m\u00fcssen unbedingt vermieden werden, mahnt der Bischof. <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-04\/kamerun-bischoefe-verhaltenskodex-wahlen-praesident-biya.html\" title=\"Kamerun: Bisch\u00f6fe schlagen \u201eVerhaltenskodex f\u00fcr Wahlen\u201c vor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2024\/novembre\/29\/WhatsApp-Image-2024-11-25-at-14.37.05.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Kamerun: Bisch\u00f6fe schlagen \u201eVerhaltenskodex f\u00fcr Wahlen\u201c vor\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Die katholischen Bisch\u00f6fe des Landes haben einen Verhaltenskodex f\u00fcr die kommenden Pr\u00e4sidentschaftswahlen vorgeschlagen. Hintergrund sind Gewalt und Korruption in vorhergehenden &#8230;\n     <\/p>\n<p>Fran\u00e7oise Niamien und Christine Seuss &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Bereits nach ihrer j\u00fcngsten Vollversammlung im Januar hatte die katholische Bischofskonferenz von Elfenbeink\u00fcste angek\u00fcndigt, eine Botschaft zu den bevorstehenden Wahlen an ihre Landsleute richten zu wollen. Nun folgte mit Blick auf vergangene Wahldesaster der Aufruf der Bisch\u00f6fe zu einer fairen, transparenten, inklusiven und friedlichen Pr\u00e4sidentschaftswahl im Oktober 2025.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen keine Konflikte mehr nach den Wahlen! Keinen Krieg mehr! Keine Toten mehr!\u201c<\/p>\n<p>Als Vorl\u00e4ufer eines Hirtenbriefs wurde diese Botschaft allen katholischen Gl\u00e4ubigen des Landes im Anschluss an die verschiedenen Eucharistiefeiern am Sonntag, den 30. M\u00e4rz, zur Kenntnis gebracht. \u201eWir wollen keine Konflikte mehr nach den Wahlen! Keinen Krieg mehr! Keine Toten mehr!\u201c, erkl\u00e4rten die Bisch\u00f6fe darin, wobei sie alle B\u00fcrger aufriefen, pers\u00f6nliche Verantwortung zu \u00fcbernehmen und \u00fcberall zu Friedensstiftern zu werden.<\/p>\n<p>\n   Zum Nachh\u00f6ren &#8211; die Lage in Elfenbeink\u00fcste\n  <\/p>\n<p>\u201eWir werden versuchen, sicherzustellen, dass diese Botschaft gelesen, analysiert und meditiert wird, denn vergessen Sie nicht, dass wir als Christen dazu berufen sind, Salz und Licht der Gesellschaft zu sein, Salz und Licht der Welt\u201c, erl\u00e4utert Bischof Marcelin Yao Kouadio, der Vorsitzende der Ivorischen Bischofskonferenz, im Interview mit den Vatikanmedien. Denn die Christen und Katholiken m\u00fcssten \u201edie ersten Stifter des Friedens, der Gerechtigkeit und der Wahrheit sein, konkret in der Gesellschaft, indem wir das Leben verteidigen und sch\u00fctzen\u201c, so der Bischof von Daloa weiter. Diese Botschaft m\u00fcsse auch auf verschiedenen Ebenen unter der Leitung der nationalen Kommission und der di\u00f6zesanen Justitia-et-Pax-Kommissionen weitergegeben werden, unterstreicht er.<\/p>\n<p>Sorge vor den Wahlen <\/p>\n<p>Die Sorge um eine Verbreitung der mahnenden Worte kommt nicht von ungef\u00e4hr. Elfenbeink\u00fcste hat eine blutige Tradition in Zusammenhang mit Wahlen, oftmals kommt es zu Ausschreitungen und Zusammenst\u00f6\u00dfen, die der Bev\u00f6lkerung nur allzu gut im Ged\u00e4chtnis sind:<\/p>\n<p>\u201eEs muss gesagt werden, dass die Vorstellung, dass im kommenden Oktober eine weitere Pr\u00e4sidentschaftswahl stattfinden wird, die Ivorer beunruhigt: Sie haben Angst und sind sehr besorgt\u201c, bekr\u00e4ftigt der Bischof. \u201eDenn wenn man von Wahlen spricht, insbesondere in Afrika und ganz besonders in der Elfenbeink\u00fcste, bedeutet das oft den Tod. Die Situationen von 2000, 2010, die Nachwahlkrisen, sind in unser Ged\u00e4chtnis eingebrannt. Auch die Wahl 2020, mit ihren vielen Toten. Das ist der Grund, warum die katholischen Bisch\u00f6fe eine starke Botschaft an alle Teile der ivorischen Gesellschaft geschickt haben, um sie zu fairen, transparenten, inklusiven und friedlichen Pr\u00e4sidentschaftswahlen aufzurufen.\u201c<\/p>\n<p>Dies bedeute auch, dass es allen potenziellen Kandidaten m\u00f6glich sein sollte, auf der endg\u00fcltigen W\u00e4hlerliste zu erscheinen, ebenso wie die Tatsache, dass die Ausz\u00e4hlung transparent geschehen m\u00fcsse, so dass W\u00e4hler wie Parteien das endg\u00fcltige Ergebnis akzeptieren k\u00f6nnten. F\u00fcr Irritationen bei der Bev\u00f6lkerung hatte bereits die Tatsache gesorgt, dass sechs Monate vor dem Wahltermin einige der angemeldeten Kandidaten nicht auf den vorl\u00e4ufigen Wahllisten erschienen seien:<\/p>\n<p>\u201eSehen Sie, alle, die an der Macht bleiben oder an die Macht kommen wollen, sprechen auch von klaren, transparenten und demokratischen Wahlen. Aber paradoxerweise haben alle Angst, dass diese Wahlen nicht klar und demokratisch ablaufen. Alle haben paradoxerweise Angst vor dem Urteil der Urnen, weil es welche gibt, die nicht bereit sind, dieses zu akzeptieren. Ganz zu schweigen davon, dass Wahlen in unserem Land oft durch massive Wahlbetr\u00fcgereien manipuliert werden\u201c, nimmt der Bischof kein Blatt vor den Mund.<\/p>\n<p>\u201eDie ivorische politische Klasse hat die Pflicht, der Elfenbeink\u00fcste eine erfolgreiche und friedliche Pr\u00e4sidentschaftswahl zu bescheren\u201c<\/p>\n<p>Um diesmal friedliche Wahlen zu erreichen, fordert er die Unabh\u00e4ngige Wahlkommission (CEI) erneut auf, \u201ewirklich unabh\u00e4ngig und glaubw\u00fcrdig\u201c zu sein. \u201eDie ivorische politische Klasse hat die Pflicht, der Elfenbeink\u00fcste eine erfolgreiche und friedliche Pr\u00e4sidentschaftswahl zu bescheren. M\u00f6ge sie den Ivorern den Schrecken der Gewalt nach den Wahlen ersparen\u201c, sagte er. Die Krise nach den Wahlen im Jahr 2010 forderte mindestens dreitausend Todesopfer, bei derKrise im Jahr 2020 waren es offiziellen Aussagen zufolge 85. Angesichts dieser dunklen Seiten in der Geschichte der Elfenbeink\u00fcste \u201esind wir alle dazu aufgerufen, eine weitere Krise nach den Wahlen zu vermeiden\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>\u201eEine h\u00f6rbare Stimme\u201c<\/p>\n<p>Die Kirche spreche eben das aus, was die Menschen bewege, sie aber nicht laut auszusprechen wagten, betont Yao Kouadio. Nach dem Vorbild Johannes des T\u00e4ufers, der in der W\u00fcste schrie und zur Bekehrung der Herzen aufrief, werde auch die Kirche in Elfenbeink\u00fcste geh\u00f6rt, zeigt er sich \u00fcberzeugt \u2013 dies bedeute allerdings nicht, dass sie immer akzeptiert werde: \u201eEin Beweis daf\u00fcr sind diejenigen, die uns seit der Ver\u00f6ffentlichung unserer letzten Botschaft am Montag, dem 24. M\u00e4rz 2025, als Gegner bezeichnen\u201c, gibt der Bischof zu bedenken. Doch spreche die Kirche im Interesse des Landes und all seiner Bewohner, insistiert er: \u201eWir k\u00e4mpfen nicht f\u00fcr irgendeine politische Partei. Das ist nicht unser Kampf. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr den Triumph des Friedens, der Gerechtigkeit, der Wahrheit, des Lebens und des Wohlergehens unserer Bev\u00f6lkerung\u201c, unterstreicht der Vorsitzende der Bischofskonferenz.<\/p>\n<p>\u201eIm Moment erwarten wir von unseren Landsleuten, vor allem von all jenen, die an den Pr\u00e4sidentschaftswahlen teilnehmen, dass sie alles f\u00fcr eine glaubw\u00fcrdige, friedliche und integrative Wahl tun und dass das Urteil der Urnen f\u00fcr alle und jeden verbindlich ist\u201c, appelliert Bischof Marcelin Yao Kouadio abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Hintergrund <\/p>\n<p>Die k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte vorl\u00e4ufige Wahlliste f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2025 in Elfenbeink\u00fcste hatte heftige Debatten und Proteste ausgel\u00f6st, insbesondere wegen des Ausschlusses von zwei Schl\u00fcsselfiguren in der Politik: Charles Bl\u00e9 Goud\u00e9 und Ex-Pr\u00e4sident Laurent Gbagbo.<\/p>\n<p>Beide M\u00e4nner wurden wegen ihrer Rolle in der Krise nach den Wahlen 2010-2011 verurteilt, Bl\u00e9 Goud\u00e9 zu 20 Jahren Gef\u00e4ngnis. Nachdem ihnen von der internationalen Justiz Amnestie gew\u00e4hrt wurde, wird ihr Ausschluss von der Wahlliste jedoch heftig kritisiert. Der Kongress der Jugend und des Volkes (COJEP) hatte die Entscheidung als direkte Bedrohung der Demokratie verurteilt und die sofortige Wiedereinsetzung ihres Vorsitzenden Bl\u00e9 Goud\u00e9 gefordert, um einen fairen Wahlprozess zu gew\u00e4hrleisten. Der aktuelle Amtsinhaber Alassane Ouattara hat noch nicht klargestellt, ob er zu einem vierten Mandat antreten will, allerdings hatte er im Januar seine grunds\u00e4tzliche Bereitschaft dazu erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWir erwarten von unseren Landsleuten, dass sie alles tun f\u00fcr eine glaubw\u00fcrdige, friedliche und saubere Wahl\u201c: Diesen Appell&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25327,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[14],"tags":[2154,125,124,126,283,583,2104],"class_list":["post-25326","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-elfenbeinkueste","tag-bischofskonferenz","tag-cote-divoire","tag-elfenbeinkueste","tag-ivory-coast","tag-politik","tag-proteste","tag-wahlen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116688519351056269","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25326\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25327"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}