{"id":26854,"date":"2026-06-08T15:08:09","date_gmt":"2026-06-08T15:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/26854\/"},"modified":"2026-06-08T15:08:09","modified_gmt":"2026-06-08T15:08:09","slug":"schlauchboot-aus-libyen-elf-tote-nach-schiffbruch-vor-malta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/26854\/","title":{"rendered":"Schlauchboot aus Libyen \u2013 Elf Tote nach Schiffbruch vor Malta"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img322292\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/322292.jpeg\" alt=\"Seenotrettungsboot der maltesischen K\u00fcstenwache. Zu Eins\u00e4tzen f\u00e4hrt die nur noch selten hinaus \u2013 Malta l\u00e4sst aus Libyen kommende Boote von der dortigen K\u00fcstenwache zur\u00fcckholen .\"\/><\/p>\n<p>Seenotrettungsboot der maltesischen K\u00fcstenwache. Zu Eins\u00e4tzen f\u00e4hrt die nur noch selten hinaus \u2013 Malta l\u00e4sst aus Libyen kommende Boote von der dortigen K\u00fcstenwache zur\u00fcckholen .<\/p>\n<p>Foto: Wikipedia<\/p>\n<p>Im zentralen Mittelmeer sind erneut <a href=\"https:\/\/timesofmalta.com\/article\/shipwreck-off-malta-53-people-rescued-11-bodies-recovered.1129621\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mindestens elf Menschen ertrunken<\/a>. Vor der K\u00fcste Maltas sank am Sonntag ein Schlauchboot mit rund 60 Migrant*innen, 53 wurden gerettet, bislang wurden elf Leichen gefunden. Das Boot hatte in Libyen abgelegt und kenterte rund 50 Seemeilen \u00f6stlich der Insel au\u00dferhalb Maltas Hoheitsgew\u00e4ssern.<\/p>\n<p>Fischer hatten die Seenotleitstelle in Valletta alarmiert. Daraufhin schickten die Armed Forces of Malta (AFM) eigene Einheiten in das Gebiet \u2013 das ist auff\u00e4llig, denn Malta <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1196660.migrationsabwehr-malta-intensiviert-pullback-praxis.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">rettet bei Abfahrten aus Libyen selten<\/a>. Auch die italienische K\u00fcstenwache beteiligte sich an dem Einsatz, nach Angaben der AFM auf Ersuchen der maltesischen Regierung.<\/p>\n<p>Bereits beim Versuch der Schiffbr\u00fcchigen, ein Fischerboot zu erreichen, waren mehrere Personen ins Wasser gefallen. Die Migrant*innen wurden nach der sp\u00e4teren Rettung medizinisch versorgt. Eine Person mit akutem Behandlungsbedarf wurde per Helikopter nach Malta geflogen. Die Suche nach weiteren Vermissten dauert an.<\/p>\n<p>Hunderte Tote seit Jahresbeginn<\/p>\n<p>Das Ungl\u00fcck ereignete sich zwar au\u00dferhalb maltesischer Hoheitsgew\u00e4sser, aber innerhalb der maltesischen Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Seenotrettung. Diese Such- und Rettungszone des Inselstaats umfasst Tausende Quadratkilometer und grenzt an die Zonen Libyens und Tunesiens.<\/p>\n<p>Inzwischen hat Malta die Pflichten in seiner Seenotrettungszone weitgehend an Milizen der sogenannten libyschen K\u00fcstenwache abgegeben. Im Jahr 2025 wurden daraufhin <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1199787.seenotrettungszone-malta-uebergibt-hoheitliche-aufgaben-an-milizen-aus-libyen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in mindestens 34 F\u00e4llen<\/a> Boote mit Gefl\u00fcchteten abgefangen und \u00fcber 1500 Menschen gewaltsam nach Libyen zur\u00fcckgebracht. Die maltesischen Streitkr\u00e4fte retteten in diesem Zeitraum lediglich drei Boote in ihrer eigenen Rettungszone selbst.<\/p>\n<p>Die Seenotleitstelle in Valletta verweigerte nach Angaben von Helfer*innen zudem wiederholt die Koordination mit zivilen Rettungsschiffen und Handelsschiffen.<\/p>\n<p>Nur auf zivile Flotte ist Verlass<\/p>\n<p>Die zentrale Mittelmeerroute \u2013 der Seeweg von Nordafrika nach Italien und Malta \u2013 gilt als eine der gef\u00e4hrlichsten Migrationsrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) kamen dort seit Jahresbeginn mindestens 827 Menschen ums Leben. Einige NGOs gehen davon aus, dass die tats\u00e4chliche Zahl bereits die Marke von 1000 \u00fcberschritten hat. Im gesamten Jahr 2025 starben auf dieser Route nach IOM-Angaben \u00fcber 1330 Menschen \u2013 zus\u00e4tzlich zu den Todesopfern auf anderen Seewegen nach Europa.<\/p>\n<p>Maltas Innenminister Glenn Bedingfield schrieb nach dem Ungl\u00fcck auf X.com: \u00bbJedes verlorene Leben ist eines zu viel. Wir brauchen st\u00e4rkeres europ\u00e4isches Vorgehen gegen Menschenschmuggler und einen koordinierten mediterranen Ansatz in der Migrationspolitik, um weitere Trag\u00f6dien zu verhindern.\u00ab<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber fordern Seenotrettungsorganisationen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1198784.osterappell-zur-seenotrettung-abgeordnete-fordern-erneut-eu-seenotrettung.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein staatlich getragenes europ\u00e4isches Rettungsprogramm<\/a> im Mittelmeer. Bis dahin ist nur auf die zivile Flotte Verlass: Allein 2025 retteten die Organisationen im zentralen Mittelmeer insgesamt 10 263 Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seenotrettungsboot der maltesischen K\u00fcstenwache. 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