{"id":2804,"date":"2026-04-19T07:42:19","date_gmt":"2026-04-19T07:42:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2804\/"},"modified":"2026-04-19T07:42:19","modified_gmt":"2026-04-19T07:42:19","slug":"uganda-institutionen-aufzubauen-dauert-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2804\/","title":{"rendered":"Uganda: \u201eInstitutionen aufzubauen dauert Jahre\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In Uganda finden am 15. Januar Parlaments- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen statt. Oppositionspolitiker Robert Kyagulanyi, auch bekannt als Bobi Wine, tritt als Favorit vieler junger Leute zum zweiten Mal gegen Langzeit-Pr\u00e4sident Yoweri Museveni an, der das Land seit 1986 regiert. Radio Vatikan sprach mit dem ugandischen Wissenschaftler Anthony Ssembatya \u00fcber Herausforderungen des Landes. <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-01\/uganda-wahlen-museveni-bobi-wine-kirche-bischof-sorge-gewalt.html\" title=\"Uganda: Sorge vor der Parlamentswahl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/ansa\/2021\/01\/13\/14\/1610545179229.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Uganda: Sorge vor der Parlamentswahl\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Der Erzbischof von Kampala fordert seine Landsleute dazu auf, vor den Parlamentswahlen am 15. Januar um Frieden zu beten. Er beklagt die wachsende Angst und Unsicherheit, die durch &#8230;\n     <\/p>\n<p>Anne Preckel &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>In Uganda sind fast 75 Prozent der Bev\u00f6lkerung unter 30 Jahre alt. Viele junge Leute erhoffen sich von der Wahl \u201eneue Perspektiven\u201c, berichtet der ugandische Wissenschaftler Anthony Ssembatya. Radio Vatikan traf den Soziologen im November in Kampala und sprach mit ihm \u00fcber Herausforderungen in seinem Heimatland. Es gebe in Uganda nicht wenige junge Menschen, die sich einen politischen Wandel erhofften, merkte er dabei mit Blick auf die Wahlen vom 15. Januar an.\u00a0<\/p>\n<p>Arbeit und Perspektiven gesucht <\/p>\n<p>Dr\u00e4ngende Probleme junger Leute in Uganda, wo mehr als 40 Prozent der Bev\u00f6lkerung in extremer Armut leben, sind die hohe Arbeitslosigkeit, HIV und fehlende Infrastrukturen im Gesundheits- und Bildungsbereich, vor allem auf dem Land. Diese Jugend versucht der ehemalige Rapper und Oppositionelle Bobi Wine anzusprechen, der 2021 bei den Wahlen rund 35 Prozent aller Stimmen erhielt. Wine, der aus einem Armenviertel in Kampala stammt und als Musikstar Karriere machte, tritt gegen Korruption und f\u00fcr Menschen- und B\u00fcrgerrechte ein. Der Vorsitzende der \u201eNational Unity Platform\u201c (NUP) gilt als wichtigster Herausforderer des 81-j\u00e4hrigen Pr\u00e4sidenten Museveni, der sein siebtes Mandat anstrebt.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2026\/01\/13\/18\/1768323701451.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Yoweri Kaguta Museveni in diesen Tagen\" title=\"Yoweri Kaguta Museveni in diesen Tagen\"\/><\/p>\n<p>\n   Yoweri Kaguta Museveni in diesen Tagen\n  <\/p>\n<p>Wie schon bei den Wahlen 2021 ist Pr\u00e4sident Museveni auch in diesem Wahlkampf mit harter Hand gegen die Opposition vorgegangen. So wird \u00fcber Repressionen und Massenverhaftungen berichtet, aktuell ist offenbar auch das Internet eingeschr\u00e4nkt. Inwiefern die Bev\u00f6lkerung unter diesen Umst\u00e4nden tats\u00e4chlich geordnet w\u00e4hlen kann, ist fraglich, auch m\u00f6gliche Manipulationen der Ergebnisse werden bef\u00fcrchtet.<\/p>\n<p>Ssembatya verwies im Interview mit Radio Vatikan darauf, dass es auch infrastrukturelle Probleme gebe und bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen wie Frauen und die Landbev\u00f6lkerung ihr Wahlrecht m\u00f6glicherweise nicht \u00fcberall in Anspruch nehmen k\u00f6nnten. Dass es auch in Uganda wie im Nachbarland Tansania nach den Wahlen zu Eskalationen kommt, ist nicht ausgeschlossen. <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-01\/uganda-wahlen-museveni-bobi-wine-kirche-bischof-sorge-gewalt.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Der katholische Erzbischof von Kampala rief die Bev\u00f6lkerung zuletzt zu Gewaltlosigkeit auf und zeigte sich tief besorgt.<\/a><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2026\/01\/14\/13\/1768392421754.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Robert Kyagulanyi alias Bobi Wine mit Wahlbeobachtern in diesen Tagen in Kampala\" title=\"Robert Kyagulanyi alias Bobi Wine mit Wahlbeobachtern in diesen Tagen in Kampala\"\/><\/p>\n<p>\n   Robert Kyagulanyi alias Bobi Wine mit Wahlbeobachtern in diesen Tagen in Kampala\n  <\/p>\n<p>Stabilit\u00e4t und Aufschwung? <\/p>\n<p>Im Wahlkampf hat sich Langzeitpr\u00e4sident Museveni als Garant von Stabilit\u00e4t dargestellt und wirtschaftliche Entwicklung f\u00fcr Uganda versprochen, die er durch Erd\u00f6lf\u00f6rderung und ausl\u00e4ndische Kooperationen erreichen will. So hat er den Bau einer Raffinerie und einer Pipeline nach Tansania angek\u00fcndigt, die bis Ende des Jahres in Betrieb genommen werden soll. Unter den ausl\u00e4ndischen Investoren in Uganda finden sich neben China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar auch die USA. Oppositionspolitiker Wine will beim Abbau der Ressourcen Ugandas eigenen Angaben nach vor allem sicherstellen, dass diese wirtschaftliche Erschlie\u00dfung tats\u00e4chlich \u201eim Interesse Ugandas\u201c geschieht.<\/p>\n<p>Was die regionale Sicherheitslage betrifft, ist Uganda im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern der Gro\u00dfe Seen-Region verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stabil. Das habe auch mit Museveni zu tun gehabt, der seit 1986 regiert, so Ssembatya, der im Interview auch auf Verdienste des Langzeitherrschers einging. \u201eUganda liegt in der Mitte der Great Lakes-Region, wo es viele Kriege und Unruhen gab und gibt, etwa (der Genozid, Anm.) in Ruanda 1994 oder der B\u00fcrgerkrieg in Burundi (1993-2005). Auch in der Demokratischen Republik Kongo herrscht bis heute Krieg, ebenso in Somalia. Uganda hat eine wichtige Rolle gespielt als Mediator in dieser Region.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2020\/04\/28\/12\/1588068153158.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Viele Fl\u00fcchtlinge aus den Nachbarl\u00e4ndern kommen nach Uganda\" title=\"Viele Fl\u00fcchtlinge aus den Nachbarl\u00e4ndern kommen nach Uganda\"\/><\/p>\n<p>\n   Viele Fl\u00fcchtlinge aus den Nachbarl\u00e4ndern kommen nach Uganda\n  <\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dftes Aufnahmeland Afrikas <\/p>\n<p>Vor Hintergrund der Konflikte in der Region ist Uganda Ziel vieler Menschen geworden, die vor Gewalt und Krieg fliehen, vor allem aus S\u00fcdsudan und Kongo. Ssembatya hat selbst Gewalt miterlebt, als er in den 1990er Jahren in Nord-Uganda an einem Priesterseminar studierte. \u201eEs gab viel Unruhe in dieser Zeit, im Norden gab es damals den Hauptsitz der Lord\u2019s Resistance Army. Wir haben viele schlechte Dinge erlebt, viele Tote gesehen und auch viele Binnenfl\u00fcchtlinge.\u201c Bis heute seien die Folgen der Gewalt in Form von Traumata, Armut und Perspektivlosigkeit vor allem im Norden sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>\u201eWir haben viele schlechte Dinge erlebt, viele Tote gesehen und auch viele Binnenfl\u00fcchtlinge\u201c<\/p>\n<p>Mit fast zwei Millionen Fl\u00fcchtlingen ist Uganda heute das gr\u00f6\u00dfte Aufnahmeland Afrikas. F\u00fcr seine Fl\u00fcchtlingspolitik, die trotz aller Schwierigkeiten auf eine Integration der Fl\u00fcchtlinge setzt, wird Uganda international gelobt. Dass das Land die Herausforderung im Gro\u00dfen und Ganzen gut schultert, habe auch mit der Religiosit\u00e4t der Menschen zu tun, ist Ssembatya \u00fcberzeugt. Neben der christlichen Bev\u00f6lkerungsmehrheit in Uganda mit 40 Prozent Katholiken und 30 Prozent Anglikanern gibt es auch Anh\u00e4nger des Islam (13 Prozent) und traditionelle afrikanische Religionen. Pr\u00e4sident Museveni ist Anglikaner, Bobi Wine r\u00f6misch-katholisch getauft.<\/p>\n<p>\u201eZuerst: afrikanische Probleme brauchen afrikanischen L\u00f6sungen. Zweitens, Afrika kann nicht unabh\u00e4ngig arbeiten, wir sind Teil eines internationalen Systems\u201c<\/p>\n<p>Bildung, Bildung, Bildung <\/p>\n<p>\u201eInstitutionen aufzubauen ist nicht eine Arbeit f\u00fcr einen Tag, das dauert Jahre.\u201c<\/p>\n<p>Seit der Unabh\u00e4ngigkeit 1962 verliefen Machtwechsel in Uganda nicht gerade friedlich. \u00dcber Spannungen im Kontext von Wahlen wundert sich Ssembatya nur begrenzt. Eines ist f\u00fcr den Wissenschaftler, der aktuell in Berlin lebt, aber regelm\u00e4\u00dfig nach Ugranda reist, sicher: \u201eOhne gute Institutionen wird es immer Unruhe geben. Und Institutionen aufzubauen ist nicht eine Arbeit f\u00fcr einen Tag, das dauert Jahre.\u201c Er selbst w\u00fcnscht sich f\u00fcr die Zukunft seines Landes drei Dinge: \u201eZuerst: afrikanische Probleme brauchen afrikanischen L\u00f6sungen. Zweitens, Afrika kann nicht unabh\u00e4ngig arbeiten, wir sind Teil eines internationalen Systems. Wir k\u00f6nnen nicht etwas unterschreiben und es dann anders machen. Drittens braucht es Bildung, Bildung und Bildung, nicht nur in Uganda. Das bringt Arbeit und eine Zukunft, vor allem f\u00fcr junge Leute.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2026\/gennaio\/14\/WhatsApp-Image-2026-01-14-at-13.07.14-1aem.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Ssembatya im Gespr\u00e4ch mit A. Preckel, Radio Vatikan, im November in Kampala\" title=\"Ssembatya im Gespr\u00e4ch mit A. Preckel, Radio Vatikan, im November in Kampala\"\/><\/p>\n<p>\n   Ssembatya im Gespr\u00e4ch mit A. Preckel, Radio Vatikan, im November in Kampala\n  <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/reel\/1193965959577172\" rel=\"external nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier ein Videoausschnitt des Interviews<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>(vatican news \u2013 pr)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Uganda finden am 15. Januar Parlaments- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen statt. 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