{"id":2995,"date":"2026-04-19T10:18:48","date_gmt":"2026-04-19T10:18:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2995\/"},"modified":"2026-04-19T10:18:48","modified_gmt":"2026-04-19T10:18:48","slug":"weltgroesste-katastrophe-im-sudan-typischerweise-sind-es-kinder-die-zuerst-sterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/2995\/","title":{"rendered":"Weltgr\u00f6\u00dfte Katastrophe im Sudan: &#8222;Typischerweise sind es Kinder, die zuerst sterben&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Weltgr\u00f6\u00dfte Katastrophe im Sudan&#8220;Typischerweise sind es Kinder, die zuerst sterben&#8220;<\/p>\n<p>15.04.2026, 17:01 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:12 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Frauen-halten-Plakate-KeepEyesOnSudan-waehrend-einer-Baumpflanzung-zum-Gedenken-an-den-Krieg-im-Suda.webp\" alt=\"Frauen-halten-Plakate-KeepEyesOnSudan-waehrend-einer-Baumpflanzung-zum-Gedenken-an-den-Krieg-im-Sudan-Der-Buergerkrieg-im-drittgroessten-Land-Afrikas-begann-am-15-April-2023\"\/>&#8222;Keep your eyes on Sudan&#8220; steht auf den Plakaten dieser Frauen &#8211; frei \u00fcbersetzt hie\u00dfe das: &#8222;Schaut nicht weg vom Sudan&#8220; (Foto: picture alliance\/dpa\/AP)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Im Sudan sind 19 Millionen Menschen von Hunger bedroht. In Berlin hat die Bundesregierung zu einer Konferenz eingeladen, um Hilfe zu organisieren. Im Interview sagt der deutsche Leiter des Weltern\u00e4hrungsprogramms, wie schlimm die Lage ist, was der Iran-Krieg damit zu tun hat und worauf es jetzt ankommt. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">ntv.de: Herr Dr. Frick, der Krieg im Sudan steht im Schatten anderer Konflikte wie in der Ukraine und im Iran. Wie ist die Situation vor Ort und warum droht eine humanit\u00e4re Katastrophe?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Martin Frick: Der Krieg im Sudan geht ins vierte Jahr. Die Situation ist verheerend. Zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung brauchen dringend Hilfe. 19 Millionen Menschen leiden akuten Hunger, davon 4,2 Millionen Kinder und stillende oder schwangere M\u00fctter. Der Krieg im Iran hat nicht nur die Schlagzeilen dominiert, sondern auch die Hilfe im Sudan erheblich erschwert. Der Sudan muss 80 Prozent seines Weizens importieren. Nun verz\u00f6gern sich die Hilfslieferungen und sie werden erheblich teurer. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Was w\u00fcrde passieren, wenn die Hilfe nicht schnell hochgefahren werden kann?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wir haben bereits Teile des Sudan, in denen eine Hungersnot best\u00e4tigt wurde. Das ist die schlimmste Form des Hungers. Die Menschen sterben dort am Hunger. Wenn wir die Hilfe nicht hochfahren k\u00f6nnen, werden mehr Menschen in Hungersnot sein. Dann werden mehr Menschen sterben. Typischerweise sind es die Kinder, die zuerst sterben. Ohne neue Gelder werden unsere Lager im Mai leer sein.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Was machen Sie als Weltern\u00e4hrungsprogramm vor Ort?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wir haben ein massives Programm. Im vergangenen Jahr haben wir 12 Millionen Menschen erreichen k\u00f6nnen. Derzeit sind es im Monat vier Millionen. Aber wegen der begrenzten Finanzen m\u00fcssen wir Rationen k\u00fcrzen. Wir k\u00f6nnen nicht alle erreichen. Wir haben immer zu k\u00e4mpfen mit dem humanit\u00e4ren Zugang. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Was hei\u00dft das?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Man muss sich an den Kriegsparteien vorbeiarbeiten. Man muss mit den lokalen Befehlshabern M\u00f6glichkeiten finden, zu den Hilfsbed\u00fcrftigen vorzudringen. Das ist hochgef\u00e4hrlich und wir haben leider auch schon humanit\u00e4r Helfende in diesem Konflikt verloren. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Photo-MartinFrick_sq\"\/>Dr. Martin Frick leitet das Deutschland-B\u00fcro des Weltern\u00e4hrungsprogramms, einer Organisation der Vereinten Nationen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wie ist diese Hungersnot einzuordnen?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Jeder Mensch, der hungert, ist eine Trag\u00f6die. Jedes Kind, das an Hunger stirbt, ist nicht akzeptabel. Verglichen mit anderen Situationen auf der Welt ist Sudan die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe, die wir auf diesem Planeten haben. Zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung k\u00f6nnen ohne internationale Hilfe nicht \u00fcberleben. Das ist ohne Vergleich in der Welt. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Spielt da das Ende der US-Entwicklungshilfe eine Rolle?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das \u00fcbt insgesamt Druck aufs System aus. Wenn weniger Geld zur Verf\u00fcgung steht, muss noch st\u00e4rker priorisiert werden. Sie k\u00f6nnen nur bis zu einem bestimmten Punkt Priorit\u00e4ten setzen. Wenn sie von den Hungernden nehmen m\u00fcssen, um die Verhungernden zu retten, dann ist definitiv eine Grenze erreicht. Ohne zus\u00e4tzliche Finanzmittel wird es sehr d\u00fcster aussehen im Sudan. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Was erwarten Sie von Deutschland als Gastgeber bei dieser Konferenz?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wir hoffen sehr auf die Konferenz heute in Berlin. Diese Konferenz ist eine fantastische Initiative und wir freuen uns, dass Deutschland sie ergriffen hat. Wir ben\u00f6tigen mehr Zugang. Zugang zu mehr Finanzmitteln, aber vor allem auch diplomatischen und humanit\u00e4ren Zugang vor Ort, um den Menschen helfen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Wichtigste ist jetzt, diese Krise nicht zu vergessen, auch wenn andere Dinge die Schlagzeilen dominieren. Wir d\u00fcrfen die Menschen nicht im Stich lassen. Wir brauchen M\u00f6glichkeiten, denjenigen, die mit nichts als der Kleidung am Leib geflohen sind, helfen zu k\u00f6nnen. Deswegen ist die breite Teilnahme an der Konferenz \u2013 von Zivilgesellschaft \u00fcber UN-Organisationen bis Politik \u2013 so wichtig. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Beste w\u00e4re also, Hilfsorganisationen mehr Geld zu geben? <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es ist ein erster Schritt, um notleidenden Menschen ein Leben in W\u00fcrde zu erm\u00f6glichen. Wir k\u00f6nnen das nicht allein, sondern arbeiten mit UN-Schwesterorganisationen und anderen Hilfsorganisationen zusammen. Ich denke da an die Welthungerhilfe, mit der wir im Sudan besonders eng kooperieren. Das ganze System muss unterst\u00fctzt werden. Das muss aber Hand in Hand gehen mit diplomatischen Initiativen. Hilfe ist auch menschlich geboten, aber auch eine Investition gegen den Zerfall einer fragilen Weltregion.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In dem Krieg gibt es zwei Konfliktparteien, die beide aus der Armee kommen. Es geht um Goldminen, es geht um die Kontrolle \u00fcber Ressourcen. Wer kann da vermitteln und wie stehen die Chancen auf baldigen Frieden? <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist eine extrem schwierige Situation. Wie bei 60 Prozent des weltweiten Hungers ist die Ursache vermeidbar, so ist es auch bei diesem Krieg. Deutschland ist gut positioniert, um als ehrlicher Vermittler zu helfen. Aber die Situation vor Ort ist kompliziert, da sind auch andere M\u00e4chte im Spiel. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Sie haben mal in einem anderen Interview bei uns gesagt: \u00dcberall auf der Welt brechen die Br\u00e4nde aus und man l\u00e4uft mit einem kleinen Feuerl\u00f6scher hinterher.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist leider immer noch so. Afghanistan ist auch vom Iran-Konflikt betroffen. Die Transportwege haben sich unheimlich verl\u00e4ngert, weil wir riesige Umwege nehmen m\u00fcssen. Das ist unendlich kompliziert und teuer. Das kostet Zeit, die hungernde Kinder nicht haben. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Was gibt Ihnen dennoch einen Funken Hoffnung, gerade im Sudan?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wir sind in der Lage, auch im Sudan Bed\u00fcrftige zu versorgen. Wir haben im vergangenen Jahr zw\u00f6lf Millionen Menschen erreicht. Das ist ein gro\u00dfer Erfolg. Vor nicht allzu langer Zeit haben wir in Somalia eine Hungersnot verhindert. Es ist eine Frage der Mittel und des diplomatischen Drucks, dass wir Zugang zur Zivilbev\u00f6lkerung bekommen, ohne dass unsere Mitarbeitenden gef\u00e4hrdet sind. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit Martin Frick sprach Volker Petersen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weltgr\u00f6\u00dfte Katastrophe im Sudan&#8220;Typischerweise sind es Kinder, die zuerst sterben&#8220; 15.04.2026, 17:01 Uhr Artikel anh\u00f6ren(06:12 min) &#8222;Keep your&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2996,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[235],"tags":[541,2102,283,267,673,680],"class_list":{"0":"post-2995","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sudan","8":"tag-berlin","9":"tag-hungerkatastrophen","10":"tag-politik","11":"tag-sudan","12":"tag-uno","13":"tag-welthungerhilfe"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2995"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2995\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2996"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}