{"id":3205,"date":"2026-04-19T13:13:36","date_gmt":"2026-04-19T13:13:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3205\/"},"modified":"2026-04-19T13:13:36","modified_gmt":"2026-04-19T13:13:36","slug":"gewalt-in-tansania-kirche-arbeitet-fuer-frieden-und-heilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3205\/","title":{"rendered":"Gewalt in Tansania: Kirche arbeitet f\u00fcr Frieden und Heilung"},"content":{"rendered":"<p>Nach den gewaltsamen Unruhen im Anschluss an die tansanischen Parlamentswahlen im Oktober hat die katholische Kirche eine f\u00fchrende Rolle bei der Trauerbegleitung und dem Aufruf zur nationalen Vers\u00f6hnung \u00fcbernommen. Doch die Wunden, die die Gewalt hinterlassen hat, werden noch lange schmerzen, bef\u00fcrchten Einwohner.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-11\/tansania-nach-der-wahl-bischof-berichtet-von-chaotischer-lage.html\" title=\"Tansania nach der Wahl: Bischof berichtet von chaotischer Lage\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/11\/03\/08\/1762156684597.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Tansania nach der Wahl: Bischof berichtet von chaotischer Lage\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Tansanias Pr\u00e4sidentin, Samia Suluhu Hassan ist offiziell zur Wahlsiegerin in dem ostafrikanischen Land erkl\u00e4rt worden. Die Opposition sowie zahlreiche Demonstrantinnen und &#8230;\n     <\/p>\n<p>Christine Seuss und Kielce Gussie &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>\u201eTansania war unter den Nationen Afrikas schon immer als das einzige Land bekannt, in dem es nie einen Krieg gegeben hat. Auch die Unabh\u00e4ngigkeit, die 1961 erlangt wurde, geschah auf diplomatischem Weg. In Tansania ist nie Blut vergossen worden, und genau darauf war das Land bis gestern stolz\u201c, berichtet diese Frau, deren Name aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht ver\u00f6ffentlicht wird, im Gespr\u00e4ch mit Radio Vatikan. Genau deshalb sei diese \u201ebarbarische und unmenschliche Reaktion\u201c auf die zun\u00e4chst friedlichen Proteste so ersch\u00fctternd, meint sie sp\u00fcrbar fassungslos: \u201eJunge Menschen zu t\u00f6ten, die lediglich protestieren, um geh\u00f6rt zu werden, um Raum zu haben, und sie dann auch noch grundlos zu ermorden. Man kann sie bestrafen, wenn sie sich nicht auf die richtige Weise ausgedr\u00fcckt haben, aber sie zu t\u00f6ten, widerspricht zutiefst dem Wesen Tansanias.\u201c<\/p>\n<p>In ihrer eigenen Erfahrung in Tansania habe sie immer ein offenes und hilfsbereites Volk kennengelernt, so die Frau, die sich selbst erst in dem Land einleben musste und vor allem w\u00e4hrend ihrer ersten Jahre oft Hilfe bei kleinen Dingen gebraucht &#8211; welche sie stets auf freundliche und unkomplizierte Weise auch erhalten habe. Das Wohl der Gemeinschaft stehe \u00fcber eigens\u00fcchtigen Interessen, das sei das Tansania, das sie kannte, meint unsere Interviewpartnerin.<\/p>\n<p>\u201eWas jedoch seit dem 29. Oktober (dem Tag der Wahlen, Anm.) geschehen ist, hat eine tiefe Wunde geschlagen, denn die Menschen f\u00fchlen sich in dieser Art des Regierens nicht mehr vertreten. Das ist gef\u00e4hrlich, auch weil diese Situation nicht pl\u00f6tzlich entstanden ist \u2013 seit Monaten breitete sich Unzufriedenheit aus. Die Ereignisse des letzten Jahres \u2013 das Verschwinden und die Ermordung von Oppositionsvertretern \u2013 haben all die Wut angeh\u00e4uft, die sich jetzt entladen hat.\u201c<\/p>\n<p>Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und Gewalt schon vor den Wahlen <\/p>\n<p>Mit offiziell 98 Prozent Zustimmung war die amtierende Pr\u00e4sidentin Samia Suluhu Hassan nach den Wahlen im Amt best\u00e4tigt worden. Voraus gingen Monate, in denen die einst als Hoffnungstr\u00e4gerin angetretene Pr\u00e4sidentin nicht nur parteiinterne Kritiker ausgeschaltet hat, sondern auch mit gezielten Entf\u00fchrungen, Verhaftungen und sogar brutalen Morden an Oppositionskandidaten in Verbindung gebracht wurde. Doch vor allem junge Menschen wollten das Wahlergebnis nicht hinnehmen und bei friedlichen Protesten ihre Stimme h\u00f6ren lassen. Allerdings eskalierte die Situation schnell:<\/p>\n<p>\u201eMan muss auch die Wahrheit sagen: Als die ersten Sch\u00fcsse auf junge Demonstranten fielen, reagierten manche von ihnen, indem sie Regierungsgeb\u00e4ude, Tankstellen und Polizeib\u00fcros anz\u00fcndeten. Es war eine verst\u00e4ndliche Reaktion in einer solchen Situation, denn die Demonstrationen begannen v\u00f6llig friedlich, und die Polizei er\u00f6ffnete das Feuer auf Jugendliche, die nur auf der Stra\u00dfe gingen. Die Zahl der Opfer steht in keinem Verh\u00e4ltnis zu den Ereignissen selbst, und diese Wunde wird lange brauchen, um zu heilen.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/11\/08\/17\/1762619220397.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Trauer am Sarg einer unbeteiligten Frau, die bei den Protesten ums Leben gekommen ist.\" title=\"Trauer am Sarg einer unbeteiligten Frau, die bei den Protesten ums Leben gekommen ist.\"\/><\/p>\n<p>\n   Trauer am Sarg einer unbeteiligten Frau, die bei den Protesten ums Leben gekommen ist. \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>Hunderte Menschen k\u00f6nnten der Gewalt zum Opfer gefallen sein, bef\u00fcrchten Oppositionsvertreter. Belastbare Zahlen \u00fcber Todesopfer bei den Protesten sind noch nicht ver\u00f6ffentlicht worden, allerdings zirkulieren authentische Videos und Fotos, auf denen zahlreiche Leichen auf den Stra\u00dfen und an improvisierten Aufbahrstellen zu sehen sind. Auch international ist das Handeln der Regierung, das in krassem Gegensatz zum bisher geradezu gl\u00e4nzenden Ruf des Landes in Punkto Demokratie und Friedensf\u00f6rderung steht, scharf verurteilt worden. In ungew\u00f6hnlicher Deutlichkeit hatten beispielsweise die Afrikanische Union und die Entwicklungsgemeinschaft des s\u00fcdlichen Afrikas (SADC) festgestellt, der Wahlsieg Samias entspreche keinesfalls demokratischen Standards. Eine entscheidende Rolle in dieser verfahrenen Situation k\u00f6nne die Kirche spielen, zeigt sich unsere Interviewpartnerin \u00fcberzeugt:<\/p>\n<p>\u201eDenn wenn es darum geht, Wunden zu heilen, dann ist das eine der Aufgaben, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat. Es geht dabei nicht nur um k\u00f6rperliche Wunden, sondern auch um diese tiefen gesellschaftlichen Spaltungen. Die Kirche muss sich den Raum nehmen, Vermittlung zu leisten \u2013 denn dieser Heilungsprozess wird nicht kurz sein.\u201c<\/p>\n<p>Zahlreiche Messen\u00a0 <\/p>\n<p>In zahlreichen Messen im ganzen Land wurde unterdessen der Toten gedacht und f\u00fcr Frieden gebetet. In Daressalam hatte Erzbischof Jude Thaddeus Rwa\u2019ichi bei einer besonderen Messe am Sonntag das Blutvergie\u00dfen beklagt und erkl\u00e4rt, dass diese Gewalt \u201enicht das wahre Gesicht Tansanias\u201c widerspiegele. Er beschrieb die Nation als \u201everwundet\u201c und ihrer W\u00fcrde beraubt und betonte, dass das T\u00f6ten von Demonstranten oder Zivilisten \u201eein Gr\u00e4uel vor Gott\u201c sei. Er rief dazu auf, \u00fcber Gerechtigkeit und Weisheit nachzudenken, da echter Frieden nur auf wahrer Gerechtigkeit gegr\u00fcndet werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit leitete Erzbischof Gervas Nyaisonga in Mbeya eine weitere Messe mit sechs Hauptanliegen: Gebet f\u00fcr die Verstorbenen, die Verletzten, die Vermissten, f\u00fcr jene, die ihr Eigentum verloren haben, f\u00fcr eine nationale Gewissenserforschung sowie f\u00fcr Heilung. Er rief zu Vergebung und Mut auf und forderte die Gl\u00e4ubigen auf, das Land \u201eals tapfere Menschen\u201c wiederaufzubauen. An die Verantwortlichen appellierte er, Demut zu zeigen, da wahre St\u00e4rke in der Anerkennung liege, dass \u201eniemand die Stelle des Allm\u00e4chtigen einnehmen kann\u201c.<\/p>\n<p>Auch in anderen Teilen des Landes hatte die Kirche die Gl\u00e4ubigen zum Gebet f\u00fcr Vers\u00f6hnung, Gerechtigkeit und Frieden eingeladen.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach den gewaltsamen Unruhen im Anschluss an die tansanischen Parlamentswahlen im Oktober hat die katholische Kirche eine f\u00fchrende&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3206,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[539,1827,228,231,1402,583,178,179,2104],"class_list":{"0":"post-3205","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-tansania","8":"tag-demokratie","9":"tag-interview","10":"tag-jugend","11":"tag-katholische-kirche","12":"tag-opfer","13":"tag-proteste","14":"tag-tansania","15":"tag-tanzania","16":"tag-wahlen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3205"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3205\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}