{"id":32380,"date":"2026-06-20T14:54:12","date_gmt":"2026-06-20T14:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/32380\/"},"modified":"2026-06-20T14:54:12","modified_gmt":"2026-06-20T14:54:12","slug":"strahlendes-afrika-uran-fuer-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/32380\/","title":{"rendered":"Strahlendes Afrika: Uran f\u00fcr die Welt"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/natatravel-e9259ae51775e919.jpeg\"  width=\"10000\" height=\"5618\"  alt=\"Symbolbild Uran aus dem Periodensystem der Elemente mit gr\u00fcnlich schimmerndem Uranerzbrocken.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0natatravel, <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-illustration\/uranium-element-symbol-radioactive-ore-rock-2745033637\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">shutterstock<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Afrikanische L\u00e4nder wollen Atomkraft k\u00fcnftig verst\u00e4rkt nutzen. Und auch als Uran-Lieferanten spielen einige eine bedeutende Rolle. Doch es gibt Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Etwa 14 Prozent der weltweiten Uranproduktion <a href=\"https:\/\/www.nuclear-free.com\/uranatlas-artikel\/articles\/afrika-lieferant-f%C3%BCr-den-reichen-norden.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">stammen<\/a> aus afrikanischen L\u00e4ndern, vor allem aus Namibia, Niger und S\u00fcdafrika. Diese L\u00e4nder sind weltweit bedeutende Uranlieferanten. Sie spielen eine bedeutende Rolle in der globalen Lieferkette und streben \u2013 wie <a href=\"https:\/\/nanonuclearenergy.com\/nano-nuclear-and-the-namibian-government-sign-memorandum-of-understanding-to-develop-namibian-domestic-nuclear-fuel-supply-chain-infrastructure\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Namibia<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.enlit.world\/library\/africa-is-planning-to-have-its-yellowcake-and-eat-it\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">S\u00fcdafrika<\/a> \u2013 eigene Anlagen zur Herstellung von U3O8 (Yellow Cake) an.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>S\u00fcdafrika hat seine Urananreichungsanlagen zusammen mit seinem Atomwaffenprogramm in den 1990er Jahren aufgegeben, <a href=\"https:\/\/www.esi-africa.com\/industry-sectors\/future-energy\/nuclear-associations-of-south-africa-demand-construction-new-plants\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">strebt<\/a> nun aber eine Renaissance bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie an.<\/p>\n<p>Doch die interessantesten Entwicklungen bez\u00fcglich des Uranbergbaus in Afrika entfalten sich derzeit in Niger.<\/p>\n<p>Niger verstaatlicht Uranabbau<\/p>\n<p>Denn die Milit\u00e4rregierung in Niger hat den Uranabbau verstaatlicht und so den Bruch mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich vertieft. Die Junta verk\u00fcndete die \u00dcbernahme des Unternehmens Soma\u00efr, einer Tochtergesellschaft des franz\u00f6sischen Konzerns Orano, wie der franz\u00f6sische Sender RFI <a href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/244619\/20-06-2025\/niger-verstaatlicht-seine-uranvorkommen\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Als Begr\u00fcndung nannte die Regierung ein &#8222;unverantwortliches, illegales und unfaires&#8220; Verhalten Oranos. Ein Gro\u00dfteil des nigrischen Urans wurde traditionell f\u00fcr den Betrieb franz\u00f6sischer Atomkraftwerke eingesetzt. Orano ist seit \u00fcber 50 Jahren Hauptakteur im Uranabbau in Niger.<\/p>\n<p>Milliarden f\u00fcr Frankreich, Armut f\u00fcr Niger<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Uranf\u00f6rderung in Niger begann 1971 in Arlit am s\u00fcdlichen Rand der Sahara und wurde drei Jahre sp\u00e4ter in Akokan erweitert. Bis 2024 hatten 158.472 Tonnen Uran das Land verlassen, was nach heutigen Preisen einem Weltmarktpreis von fast 24,5 Milliarden US-Dollar entspricht.<\/p>\n<p>Doch der Uranreichtum hat den Menschen in Niger nichts gebracht. Noch heute geh\u00f6rt das Land zu den \u00e4rmsten der Welt. Die franz\u00f6sische Ausbeutung wurde auch nach der Unabh\u00e4ngigkeit 1960 durch den franz\u00f6sischen Staat und den Konzern Areva, der heute Orano hei\u00dft, fortgef\u00fchrt. Das Unternehmen Soma\u00efr hat in seiner gesamten Geschichte 81.861 Tonnen Uran gef\u00f6rdert, davon gingen laut &#8222;ActuNiger&#8220; rund 86 Prozent an Orano.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Schiedsverfahren und Exportstopp<\/p>\n<p>Nun hat der franz\u00f6sische Konzern Orano, der weiterhin mehr als 60 Prozent der Anteile an Soma\u00efr h\u00e4lt, die operative Kontrolle \u00fcber das Unternehmen verloren. Daraufhin leitete Orano mehrere internationale Schiedsverfahren gegen Niger ein.<\/p>\n<p>Die Verstaatlichung ist Teil einer umfassenden politischen Neuausrichtung. Seit dem Putsch im Juli 2023 vollzieht das Milit\u00e4r im Niger eine Abl\u00f6sung von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Dazu geh\u00f6rt auch eine st\u00e4rkere Kontrolle \u00fcber die Rohstoffvorkommen des Landes.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/niger-sitzt-auf-1-800-tonnen-uran-fest\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Folgen<\/a> des Konflikts wiegen jedoch schwer: Berichten zufolge kann Niger derzeit 1.800 Tonnen Uran im Sch\u00e4tzwert von rund 380 Millionen Dollar nicht exportieren. Denn potenzielle K\u00e4ufer wie die russische Rosatom m\u00fcssen damit rechnen, in einen internationalen Rechtsstreit hineingezogen zu werden.<\/p>\n<p>Nach dem Putsch hat die Regierung au\u00dferdem den russischen Staatskonzern Rosatom eingeladen, im Uranbergbau in Niger aktiv zu werden und auch, Uran direkt zu kaufen. Doch die Umsetzung dieses Gesch\u00e4fts ist kompliziert, da Niger keinen Zugang zur See hat.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Radioaktive Hinterlassenschaft gef\u00e4hrdet Gesundheit<\/p>\n<p>Niger hat zudem eine strahlende Hinterlassenschaft: 20 Millionen Tonnen radioaktiver Abraum liegen offen und ungesch\u00fctzt um die Minen. Die Hintergrundstrahlung ist 200-fach erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Eine lokale Nichtregierungsorganisation beauftragte ein franz\u00f6sisches Labor, das Gel\u00e4nde beim Arlit untersuchen. Die Messergebnisse waren verheeren. So war das Trinkwasser zehn- bis hundertmal st\u00e4rker mit Radioaktivit\u00e4t belastet als von der WHO empfohlen.<\/p>\n<p>Weitere Untersuchungen best\u00e4tigten, dass ein Teil des Wassers, mit dem die Stadt Agadez versorgt wird, noch immer einen zu hohen Urangehalt aufweist. Auch wurden die R\u00fcckst\u00e4nde aus der Aufbereitung, und Abraumhalden nicht saniert.<\/p>\n<p>Umbau der westlichen Lieferketten: USA \u2026<\/p>\n<p>Diese Entwicklung tr\u00e4gt zur weltweiten Umschichtung der Uran-Lieferketten bei \u2013 weg von russischen Quellen und L\u00e4ndern, die mit Russland in Verbindung gebracht werden. Vor allem die USA haben ihre Importe <a href=\"https:\/\/www.eia.gov\/uranium\/marketing\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">umgestellt<\/a>. Washington bezog 2024 noch vier Prozent der Atommaterials aus Russland gegen\u00fcber zw\u00f6lf Prozent ein Jahr zuvor.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Weitere Lieferl\u00e4nder sind Kasachstan, Usbekistan, Kanada, Australien. Letzteres verf\u00fcgt \u00fcbrigens \u00fcber die weltweit gr\u00f6\u00dften gesicherten <a href=\"https:\/\/www.kernenergie.ch\/de\/rohstoff-uran-_content---1--1085.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Vorkommen<\/a> von fast 13 Millionen Tonnen \u2013 fast so viel wie die n\u00e4chsten drei Kanada, Kasachstan und Niger zusammengenommen.<\/p>\n<p>Auch f\u00f6rdern die USA jetzt mit ganz erheblichen Mittel den <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Trump-Regierung-foerdert-Uran-Produktion-mit-Milliarden-Paket-11129945.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">heimischen Uranbergbau<\/a>.<\/p>\n<p>\u2026 und Frankreich<\/p>\n<p>Frankreich bezieht weiterhin wesentliche Teile seiner Uranimporte von Russland. Das Blatt bezieht sich dabei auf eine <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.fr\/note-investigation-france-russie-le-trafic-radioactif-se-poursuit\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Ver\u00f6ffentlichung<\/a> von Greenpeace Frankreich. Bei dem etwas traurigen Versuch, ihre umweltpolitische Agenda mittels Russlandschelte voranzubringen, unterlassen es Aktivisten allerdings, Zahlen zu nennen.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Zahlen von 2023 <a href=\"https:\/\/wits.worldbank.org\/trade\/comtrade\/en\/country\/FRA\/year\/2023\/tradeflow\/Imports\/partner\/ALL\/product\/284410\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zeigt<\/a>, dass Frankreich seinerzeit etwa ein Viertel seiner Uranimporte aus Niger bezog. Es kursieren <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/africaglobalnews\/posts\/niger-is-reportedly-demanding-that-france-either-return-or-compensate-for-uraniu\/1461815015943656\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Berichte<\/a>, dass Frankreich sein Uran aus Arlit urspr\u00fcnglich f\u00fcr nur 0,8 Euro das Kilo bezogen hat. Andere Quellen <a href=\"https:\/\/www.wise-uranium.org\/umopne.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">belegen<\/a>, dass Niamey allerdings mindestens seit 2013 versucht hat, von Frankreich Weltmarktpreise f\u00fcr das strahlende Metall zu bekommen.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Wie Frankreich seine Uran-Importstruktur umbaut, ist derzeit offensichtlich noch ein gut geh\u00fctetes Geheimnis. Aber schon 2023 waren Kasachstan, Usbekistan, Kanada und Australien bedeutende Lieferl\u00e4nder. Nun f\u00fchrt Paris zus\u00e4tzlich <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/businessinsiderssa\/posts\/france-is-seeking-uranium-supplies-from-botswana-after-losing-access-to-resource\/976465114940433\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Verhandlungen<\/a> mit Botswana, um dort vielleicht wieder extrag\u00fcnstig einkaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Uran ist teuer geworden<\/p>\n<p>Uran wird nicht in Kilogramm, sondern in der amerikanischen Einheit Pfund als sogenanntes &#8222;Yellowcake&#8220; (Uranoxid, U3O8) gehandelt. Der <a href=\"https:\/\/de.tradingeconomics.com\/commodity\/uranium\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">aktuelle Kurs<\/a> liegt bei rund 86 US-Dollar pro Pfund (lb) was etwa 0,4536 kg entspricht. Das ergibt einen Materialpreis von etwa 190 US-Dollar pro Kilogramm.<\/p>\n<p>Vor sechs Jahren kostete Uran nur etwa ein Viertel des heutigen Preises (20 US-Dollar\/lb) . Die Rally, die seitdem stattgefunden hat, braucht den Vergleich mit Gold Keineswegs zu scheuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0natatravel, shutterstock) Afrikanische L\u00e4nder wollen Atomkraft k\u00fcnftig verst\u00e4rkt nutzen. 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