{"id":32744,"date":"2026-06-21T14:17:07","date_gmt":"2026-06-21T14:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/32744\/"},"modified":"2026-06-21T14:17:07","modified_gmt":"2026-06-21T14:17:07","slug":"suedafrika-zuendeln-im-land-des-regenbogens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/32744\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrika: Z\u00fcndeln im Land des Regenbogens"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-06\/suedafrika-buergerbewegung-migration-gewalt\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<p>Seite 1Z\u00fcndeln im Land des Regenbogens<\/p>\n<p>                                            <a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-06\/suedafrika-buergerbewegung-migration-gewalt\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2Gewaltt\u00e4tige Proteste als politische W\u00e4hrung<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Geht es um Hetze gegen Eingewanderte und Gefl\u00fcchtete, fallen einem dieser Tage viele Anstifter ein: die Trump-Regierung mit ihren ICE-Greiftrupps; Nigel Farage und seine Partei Reform UK in Gro\u00dfbritannien; griechische Neofaschisten; die AfD.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aber nicht eine B\u00fcrgerbewegung in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/suedafrika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdafrika<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Richtig gelesen: S\u00fcdafrika. Ausgerechnet in der Rainbow Nation, die sich so stolz auf ihre multiethnische Gesellschaft gibt, spielt sich seit Monaten eine der <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2026\/05\/20\/south-africa-new-waves-of-xenophobic-attacks\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">brutalsten Kampagnen gegen Migranten<\/a> ab. March and March hei\u00dft die Organisation, deren Anh\u00e4nger im Stil einer B\u00fcrgerwehr simbabwische Ladenbesitzer, nigerianische Kinderm\u00e4dchen, mosambikanische Taxifahrer oder kongolesische Stra\u00dfenh\u00e4ndlerinnen attackieren, ihre Gesch\u00e4fte pl\u00fcndern, ihnen den Zutritt zu Krankenh\u00e4usern verwehren, sie aus Wohnungen verjagen oder auf der Stra\u00dfe Migranten \u00bbverhaften\u00ab, als w\u00e4ren sie die Polizei. Die schaut oft zu, ohne einzugreifen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ihre Aktionen richteten sich nur gegen \u00bbIllegale\u00ab, behauptet March and March, tats\u00e4chlich treffen Gewalt und Schikane alle Migrantinnen und Migranten. Vor allem die afrikanischen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einwanderung ist im Weltbild von March and March die Ursache so ziemlich aller Probleme im Land: die massive Gangkriminalit\u00e4t, die Epidemie sexualisierter Gewalt, der Drogenhandel, <a href=\"https:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/SL.UEM.TOTL.ZS?locations=ZA\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die Arbeitslosenrate von \u00fcber 30 Prozent<\/a>, die Wohnungsnot, das schlechte Gesundheitswesen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><a href=\"https:\/\/marchandmarch.org.za\/about\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Auf ihrer Webseite<\/a> pr\u00e4sentiert sich die Gruppe als demokratische B\u00fcrgerbewegung und Stimme \u00bbder machtlosen S\u00fcdafrikaner\u00ab, deren Perspektiven und Sicherheit illegale Migranten angeblich t\u00e4glich bedrohen. Was dann auf den Stra\u00dfen von Funktion\u00e4ren und Anh\u00e4ngern der Organisation verbreitet wird, ist eine Mischung aus Verschw\u00f6rungstheorien \u00fcber eine \u00bbausl\u00e4ndische Invasion\u00ab, Fake News \u00fcber Migranten als Vergewaltiger und Drogendealer und Wut auf einen dysfunktionalen Staat, die sich aber allein auf illegale Einwanderung konzentriert.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. 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Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Inzwischen haben mehrere afrikanische Staaten, darunter Nigeria, Ghana und Malawi, <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/cq512vgyzl9o\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Hunderte ihrer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in ihre Heimat zur\u00fcckgebracht<\/a>, diplomatischen Protest gegen die xenophoben Kampagnen bei der s\u00fcdafrikanischen Regierung eingelegt, die das emp\u00f6rt zur\u00fcckweist.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">March and March sieht das alles als Erfolg und heizt die Stimmung mit einem Ultimatum weiter auf: Bis zum 30. Juni sollen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=I4NM20Z92r8\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">alle illegal Eingewanderten S\u00fcdafrika verlassen<\/a> haben, sonst werde man das ganze Land \u00bblahmlegen\u00ab.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Afrika ist seit jeher ein Kontinent der Migration \u2013 das sei hier kurz f\u00fcr all jene erw\u00e4hnt, die immer noch glauben, die ganze Welt wolle nach Europa. S\u00fcdafrika wurde nach dem Ende der Apartheid zu einem popul\u00e4ren Ziel, weil es politische Freiheit, eine der weltweit fortschrittlichsten Verfassungen und die Hoffnung auf Teilhabe an einer Vision von sozialer und \u00f6konomischer Gerechtigkeit bot. Es kamen und kommen Wanderarbeiter und politisch Verfolgte aus dem benachbarten Simbabwe, Kriegsvertriebene aus der Demokratischen Republik Kongo oder Somalia, Arbeitsuchende aus Malawi, Nigeria oder Ghana.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Vergleich zu L\u00e4ndern wie den USA, Deutschland oder Kanada f\u00e4llt ihr Anteil an der Bev\u00f6lkerung allerdings klein aus. Rund <a href=\"https:\/\/www.unfpa.org\/data\/world-population\/ZA\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">drei Millionen Migrantinnen und Migranten leben derzeit in S\u00fcdafrika<\/a>, was kaum f\u00fcnf Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung von 65 Millionen entspricht.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Genaue Zahlen \u00fcber den Anteil der Ausl\u00e4nder ohne Aufenthaltsstatus gibt es nicht, daf\u00fcr aber jede Menge Untersuchungen \u00fcber ihr Verhalten. Demnach werden sie nicht \u00f6fter straff\u00e4llig als Einheimische. Einzige Ausnahmen: <a href=\"https:\/\/www.dailymaverick.co.za\/article\/2026-06-02-five-claims-by-march-and-marchs-leader-and-what-the-evidence-actually-shows\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Verst\u00f6\u00dfe gegen Immigrationsgesetze<\/a>. Sie belasten auch nicht das desolate Gesundheitswesen, das vor allem unter hausgemachter <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/korruption\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Korruption<\/a> leidet. Statt wie gern behauptet, Arbeitspl\u00e4tze wegzunehmen, haben <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/en\/publications\/how-immigrants-contribute-to-south-africa-s-economy_9789264085398-en.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sie in den vergangenen Jahrzehnten Jobs geschaffen<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Warum also hat March and March dann so viel Erfolg?\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein Grund ist die Politik genau jener Partei, die einst das Ende der Apartheid erk\u00e4mpfte: des African National Congress. Das Versprechen sozialer Gerechtigkeit hat der ANC nie auch nur ann\u00e4hernd erf\u00fcllt. Bei aller Bewunderung f\u00fcr Nelson Mandela, die Galionsfigur des Freiheitskampfes: Die wirtschaftlichen Strukturen der wei\u00dfen Vorherrschaft und der dramatischen Ungleichheit wagte er in seiner Pr\u00e4sidentschaft nicht anzutasten. Unter seinen Nachfolgern breitete sich dann ein allgegenw\u00e4rtiges System der Korruption und Vetternwirtschaft aus. Das Einzige, was sich nachhaltig diversifizierte, war die Zusammensetzung der reichen Oberschicht. Zu der geh\u00f6rten schnell immer mehr Schwarze \u2013 viele von ihnen hohe Funktion\u00e4re des ANC.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Je aussichtsloser der Kampf gegen die wahren Ursachen von wachsender Ungleichheit und schlechter Regierungsf\u00fchrung wurde, desto verf\u00fchrerischer schien es, die Wut auf Minderheiten zu richten. In die vielen Stra\u00dfenproteste gegen Stromausf\u00e4lle, Wasserknappheit und Korruption mischten sich immer h\u00e4ufiger Kampagnen gegen Eingewanderte und Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Z\u00fcndeln im Land des Regenbogens Seite 2Gewaltt\u00e4tige Proteste als politische W\u00e4hrung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32745,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[5885,2180,746,283,1628,44,43],"class_list":["post-32744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-suedafrika","tag-johannesburg","tag-korruption","tag-migration","tag-politik","tag-protest","tag-south-africa","tag-suedafrika"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116788529841684913","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32744\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}