{"id":3288,"date":"2026-04-19T14:13:37","date_gmt":"2026-04-19T14:13:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3288\/"},"modified":"2026-04-19T14:13:37","modified_gmt":"2026-04-19T14:13:37","slug":"angriff-auf-zwei-doerfer-terror-nun-auch-im-westen-nigerias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3288\/","title":{"rendered":"Angriff auf zwei D\u00f6rfer: Terror nun auch im Westen Nigerias"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/woro-nigeria-angriff-100.jpg\" alt=\"Das nigerianische Dorf Woro nach einem Angriff. \" title=\"Das nigerianische Dorf Woro nach einem Angriff.  | AP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.02.2026 \u2022 15:48 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Islamistische Gruppen weiten ihre Gewalt in Nigeria aus. Misstrauen gegen\u00fcber der Armee l\u00e4hmt die Terrorabwehr &#8211; und schw\u00e4cht den Staat immer weiter, w\u00e4hrend neue Regionen ins Visier der Extremisten geraten.\n    <\/p>\n<p>Von Bettina R\u00fchl, ARD-Studio Nairobi\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit einfachen Schaufeln und gebeugtem R\u00fccken graben die \u00dcberlebenden in dem nigerianischen Dorf Woro Grab um Grab. Die rote Erde ist hart, die Arbeit schwer &#8211; nicht nur k\u00f6rperlich. 178 Opfer hat der Angriff einer bewaffneten Gruppe am Anfang der Woche gefordert, haben die \u00dcberlebenden der Nachrichtenagentur AFP erz\u00e4hlt, die im Dorf recherchieren konnte. Noch immer ist nicht klar, wie viele Opfer es insgesamt sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Umar Bio Aliyu steht neben denen, die ein weiteres frisches Grab ausheben, bereit, sie abzul\u00f6sen. Er dreht sich um, zeigt in die andere Richtung: \u00fcberall frisch aufgew\u00fchlte Erde. &#8222;Hier haben wir sie beerdigt, eine Massenbestattung, weil uns die Kraft und die Zeit fehlten, jeden einzeln zu beerdigen&#8220;, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Hier in diese Grube haben wir 50 gelegt, 27 in die andere&#8220;, so Umar Bio Aliyu. Im Dorf gebe es aber noch mehr Gr\u00e4ber: &#8222;Die Christen haben hier ein eigenes Gr\u00e4berfeld, und noch ein weiteres die Stra\u00dfe runter.&#8220;<\/p>\n<p>    Angriff als m\u00f6gliche Rache<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neben Woro wurde auch das Dorf Nuku von Bewaffneten angegriffen. Die beiden Orte liegen im Westen Nigerias. Noch hat keine Gruppe die brutale Tat f\u00fcr sich reklamiert, aber vieles spricht daf\u00fcr, dass die Angreifer militante Islamisten waren. Die \u00dcberlebenden in Woro erz\u00e4hlen, radikale Islamisten h\u00e4tten einige Tage vor dem Massaker schriftlich angek\u00fcndigt, sie w\u00fcrden kommen und predigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als sie kamen, habe niemand zugeh\u00f6rt, obwohl das Dorf \u00fcberwiegend muslimisch sei, hei\u00dft es. Stattdessen alarmierte der Dorfchef die Sicherheitskr\u00e4fte. Der au\u00dfergew\u00f6hnlich brutale Angriff sei daf\u00fcr die Rache gewesen, glauben die Bewohner.<\/p>\n<p>    Armee genie\u00dft kein Vertrauen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Taiwo Adebayo glaubt das auch. Er lebt in der nigerianischen Hauptstadt Abuja und arbeitet f\u00fcr die afrikanische Denkfabrik Institut f\u00fcr Sicherheitsstudien (ISS). &#8222;Nigerias Anti-Terror-Operationen haben eine Schwachstelle&#8220;, sagt Adebayo, &#8222;die Armee schafft es nicht, das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung zu gewinnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Menschen trauten sich nicht, mit der Armee zusammenzuarbeiten, weil sie f\u00fcrchten, dass die Sicherheitskr\u00e4fte sie anschlie\u00dfend nicht vor der Rache der Islamisten sch\u00fctzen, so Adebayo. &#8222;Daher schweigt die Bev\u00f6lkerung, anstatt Bewegungen und die Mobilisierung bewaffneter Gruppen an die staatlichen Streitkr\u00e4fte zu melden. Die Armee bekommt deshalb nicht genug Informationen. Das ist ein Problem.&#8220;<\/p>\n<p>    Islamisten waren im Westen bisher nicht aktiv<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So erkl\u00e4rt Adebayo auch die besondere Brutalit\u00e4t bei dem Angriff dieser Woche auf die \u00fcberwiegend muslimischen D\u00f6rfer im Westen Nigerias. In dieser Gegend operieren die bewaffneten Islamisten noch nicht lange, bisher waren sie vor allem im Norden und Osten des Landes aktiv.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Menschen im Westen seien also noch unerfahren, h\u00e4tten noch Vertrauen in die staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte, so Adebayo: &#8222;Das, was diese Woche passiert ist, wird nun leider auch hier in dieser Gegend dazu f\u00fchren, dass die Menschen in Zukunft lieber schweigen. Sie haben jetzt ihre Erfahrung gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>    US-Armee entsendet Team<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In gewisser Weise ist das ein Teufelskreis: Weil die bewaffneten Gruppen bereits so stark sind, versagt der Staat immer wieder dabei, das Leben der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu sch\u00fctzen. Deshalb kooperieren die nicht mit dem Staat &#8211; und der bleibt schwach.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In dieser Woche hat die US-Armee best\u00e4tigt, ein kleines Team von Milit\u00e4rpersonal nach Nigeria entsandt zu haben, um die Terrorabwehr im Land zu unterst\u00fctzen. Es gehe vor allem darum, sicherheitsrelevante Informationen zu beschaffen, nicht etwa um eine Drohnenbasis oder eine dauerhafte US-Milit\u00e4rpr\u00e4senz.<\/p>\n<p>    Einsatz k\u00f6nnte Spannungen auch versch\u00e4rfen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Taiwo Adebayo ist dabei ambivalent: &#8222;Das kann hilfreich sein, vor allem, was die Beschaffung von Informationen angeht und den Einsatz von Technologie bei der Terrorismusbek\u00e4mpfung&#8220;, sagt er. Doch es gebe auch Risiken: So wie die US-amerikanische Regierung das Problem \u00f6ffentlich darstelle, k\u00f6nne es sein, dass sie damit die Spannungen vor Ort in Nigeria versch\u00e4rfe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Dass sie Konflikte zwischen Gemeinschaften sch\u00fcrt, die wir brauchen, um die n\u00f6tigen Informationen zu bekommen&#8220;, sagt Adebayo. Was er meint: Laut US-Pr\u00e4sident Trump sei Nigeria Schauplatz eines Kriegs gegen Christen. Die USA m\u00fcssten eingreifen, um die Christen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich sind Christen Opfer gezielter Anschl\u00e4ge, beispielsweise auf Kirchen. Doch die Mehrheit der Toten sind Muslime &#8211; so wie in dem Dorf Woro, in dem Muslime sich weigerten, mit den Extremisten zusammenzuarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.02.2026 \u2022 15:48 Uhr Islamistische Gruppen weiten ihre Gewalt in Nigeria aus. 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