{"id":3542,"date":"2026-04-19T17:40:24","date_gmt":"2026-04-19T17:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3542\/"},"modified":"2026-04-19T17:40:24","modified_gmt":"2026-04-19T17:40:24","slug":"wortlaut-predigt-von-papst-leo-xiv-bei-der-messe-in-bamenda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3542\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Predigt von Papst Leo XIV. bei der Messe in Bamenda"},"content":{"rendered":"<p>Hier die vierte Ansprache, die Papst Leo XIV. diesen Donnerstag (16.4.2026) in Kamerun gehalten hat. Die Predigt bei der Messe auf dem Gel\u00e4nde des Flughafens von Bamenda in vollen Wortlaut und amtlicher \u00dcbersetzung auf Deutsch. Frei gesprochene Erg\u00e4nzungen haben wir in einer Arbeits\u00fcbersetzung eingearbeitet. Wortmeldungen der P\u00e4pste in den verschiedenen \u00dcbersetzungen und im Original finden Sie auf vatican.va.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern in Christus,<\/p>\n<p>als Pilger des Friedens und der Einheit komme ich zu euch. Ich freue mich, hier zu sein und eure Region zu besuchen und vor allem auch, an eurem Weg, euren M\u00fchen und euren Hoffnungen teilzuhaben.<\/p>\n<p>Die festliche Gestaltung eurer Liturgien und die Freude, mit der ihr zu Gott betet, sind ein Zeichen eures tiefen Gottvertrauens, eurer unersch\u00fctterlichen Hoffnung und eures Festhaltens, mit aller Kraft, an der Liebe des Vaters, der uns nahe ist und mit Mitgef\u00fchl auf das Leid seiner Kinder blickt. In dem Psalm, den wir gemeinsam gebetet haben, wird dieses Vertrauen auf ihn besungen, das wir heute erneuern wollen: \u00bbNahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen und dem zerschlagenen Geist bringt er Hilfe\u00ab (Ps 34,19).<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, es gibt viele Gr\u00fcnde und Situationen, die uns das Herz brechen und uns Kummer bereiten. Die Hoffnung auf eine friedliche und vers\u00f6hnte Zukunft, in der alle in ihrer menschlichen W\u00fcrde geachtet und allen die notwendigen Rechte garantiert werden, ist best\u00e4ndig durch die vielen Probleme bedroht, die dieses wundersch\u00f6ne Land zeichnen: die zahlreichen Formen der Armut, von denen auch in j\u00fcngster Zeit sehr viele Menschen wegen der anhaltenden Nahrungsmittelkrise betroffen sind; moralische, soziale und politische Verfallserscheinungen, die vor allem mit einem Umgang mit Reichtum zu tun haben, der die Entwicklung von Institutionen und Strukturen verhindert; die gravierenden Folgeprobleme im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die massive Abwanderung ins Ausland, insbesondere von jungen Menschen. Und zu den inneren Problemen, die oft von Hass und Gewalt gen\u00e4hrt werden, kommen dann noch von au\u00dfen verursachte \u00dcbel hinzu, vonseiten derer, die den afrikanischen Kontinent um des Profits willen weiterhin ausbeuten und pl\u00fcndern.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2026\/04\/16\/16\/1776351095916.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Bei der Messe mit Papst Leo XIV. am 16. April 2026 am Flughafen Bamenda in Kamerun\" title=\"Bei der Messe mit Papst Leo XIV. am 16. April 2026 am Flughafen Bamenda in Kamerun\"\/><\/p>\n<p>\n   Bei der Messe mit Papst Leo XIV. am 16. April 2026 am Flughafen Bamenda in Kamerun\n  <\/p>\n<p>\u201eHeute und nicht morgen, jetzt und nicht in der Zukunft ist der rechte Zeitpunkt, um wiederaufzubauen, um das Mosaik der Einheit aus der Vielfalt und dem Reichtum des Landes und des Kontinents neu zusammenzuf\u00fcgen und eine Gesellschaft zu bilden, in der Friede und Vers\u00f6hnung herrschen\u201c<\/p>\n<p>All dies kann dazu f\u00fchren, dass wir uns machtlos f\u00fchlen und unser Zutrauen verlieren. Und doch ist dies der Augenblick, um etwas zu ver\u00e4ndern, um die Geschichte dieses Landes neu zu gestalten. Heute und nicht morgen, jetzt und nicht in der Zukunft ist der rechte Zeitpunkt, um wiederaufzubauen, um das Mosaik der Einheit aus der Vielfalt und dem Reichtum des Landes und des Kontinents neu zusammenzuf\u00fcgen und eine Gesellschaft zu bilden, in der Friede und Vers\u00f6hnung herrschen.<\/p>\n<p>Es stimmt, wenn sich an einer Situation \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum nichts \u00e4ndert, besteht die Gefahr von Resignation und Ohnmacht, weil wir uns dann nichts Neues mehr erwarten. Und doch er\u00f6ffnet das Wort des Herrn neue R\u00e4ume und bewirkt Verwandlung und Heilung, weil es in der Lage ist, das Herz zu ber\u00fchren, den \u00fcblichen Lauf der Dinge, an den wir uns allzu leicht gew\u00f6hnen, in Frage zu stellen und uns zu aktiven Protagonisten des Wandels zu machen. Erinnern wir uns daran: Gott ist Neuheit, Gott erschafft Neues, Gott macht uns zu mutigen Menschen, die dem B\u00f6sen trotzen und Gutes bewirken.<\/p>\n<p>Wir sehen dies am Zeugnis der Apostel, so wie wir es in der ersten Lesung geh\u00f6rt haben: W\u00e4hrend die Mitglieder des Hohen Rates die Apostel verh\u00f6ren, sie kritisieren und bedrohen, weil sie \u00f6ffentlich Christus verk\u00fcndigen, antworten diese: \u00bbMan muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unserer V\u00e4ter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz geh\u00e4ngt und ermordet habt\u00ab (Apg 5,29-30).<\/p>\n<p>Der Mut der Apostel wird zum kritischen Gewissen, zu einer prophetischen Stimme, zu einer Anklage gegen das B\u00f6se, und dies ist der erste Schritt, um Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. Gott zu gehorchen ist n\u00e4mlich kein Akt der Unterwerfung, der uns belastet oder uns die Freiheit nimmt. Im Gegenteil, der Gehorsam gegen\u00fcber Gott macht uns frei, weil dies bedeutet, dass wir ihm unser Leben anvertrauen und zulassen, dass sein Wort unser Denken und Handeln inspiriert. So wie wir es im Evangelium geh\u00f6rt haben, das den Schluss des Dialogs zwischen Jesus und Nikodemus wiedergibt: \u00bbWer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht \u00fcber allen\u00ab (Joh 3,31). Wer Gott mehr gehorcht als den Menschen und dem menschlichen und irdischen Denken, der findet seine innere Freiheit wieder, der entdeckt den Wert des Guten und resigniert nicht vor dem B\u00f6sen, der findet den Weg des Lebens neu und wird zum Stifter von Frieden und Geschwisterlichkeit.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2026\/04\/16\/16\/1776351072978.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\" Papst Leo XIV. bei der Messe am 16. April 2026 am Flughafen Bamenda in Kamerun\" title=\" Papst Leo XIV. bei der Messe am 16. April 2026 am Flughafen Bamenda in Kamerun\"\/><\/p>\n<p>\n    Papst Leo XIV. bei der Messe am 16. April 2026 am Flughafen Bamenda in Kamerun\n  <\/p>\n<p>\u201eBr\u00fcder und Schwestern, Trost f\u00fcr gebrochene Herzen und Hoffnung auf einen Wandel in der Gesellschaft sind m\u00f6glich, wenn wir uns Gott und Gottes Wort anvertrauen\u201c<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, Trost f\u00fcr gebrochene Herzen und Hoffnung auf einen Wandel in der Gesellschaft sind m\u00f6glich, wenn wir uns Gott und Gottes Wort anvertrauen. Wir m\u00fcssen jedoch stets die Mahnung des Apostels Petrus beherzigen und sie uns immer wieder ins Ged\u00e4chtnis rufen: Wir m\u00fcssen Gott gehorchen, nicht den Menschen. Wir m\u00fcssen ihm gehorchen, weil er allein Gott ist. Und so sind wir eingeladen, die Inkulturation des Evangeliums zu f\u00f6rdern und wachsam zu sein, auch hinsichtlich unserer Religiosit\u00e4t, um nicht irrt\u00fcmlich auf Wege zu geraten, die den katholischen Glauben mit anderen Glaubens\u00fcberzeugungen und Traditionen esoterischer oder gnostischer Art vermischen, die in Wirklichkeit oft politische und wirtschaftliche Zwecke verfolgen. Gott allein befreit, nur sein Wort er\u00f6ffnet Wege der Freiheit, nur sein Geist macht uns zu neuen Menschen, die dieses Land ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich begleite euch mit meinem best\u00e4ndigen Gebet und segne insbesondere die hier versammelte Kirche: so viele Priester, Missionare, Ordensleute und Laien, die sich bem\u00fchen, eine Quelle des Trostes und der Hoffnung zu sein. Ich ermutige euch, diesen Weg fortzusetzen, und vertraue euch der F\u00fcrsprache der allerseligsten Jungfrau Maria an, der K\u00f6nigin der Apostel und Mutter der Kirche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier die vierte Ansprache, die Papst Leo XIV. diesen Donnerstag (16.4.2026) in Kamerun gehalten hat. 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