{"id":36051,"date":"2026-06-27T21:30:46","date_gmt":"2026-06-27T21:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/36051\/"},"modified":"2026-06-27T21:30:46","modified_gmt":"2026-06-27T21:30:46","slug":"mosambik-bischof-fordert-dialog-und-hilfe-fuer-cabo-delgado","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/36051\/","title":{"rendered":"Mosambik: Bischof fordert Dialog und Hilfe f\u00fcr Cabo Delgado"},"content":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. hat beim Angelus am Sonntag zum Frieden in Cabo Delgado in Mosambik aufgerufen. \u00dcber die Lage in der Krisenprovinz und die Rolle der Kirche spricht der k\u00fcnftige Bischof von Quelimane und Generalsekret\u00e4r der mosambikanischen Bischofskonferenz, Os\u00f3rio Citora Afonso, im Interview mit uns.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-08\/papst-leo-xiv-appell-gebet-frieden-ukraine-opfer-mosambik.html\" title=\"Papst ruft zu Gebet f\u00fcr Frieden in der Ukraine und in Mosambik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/08\/24\/10\/1756025786402.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Papst ruft zu Gebet f\u00fcr Frieden in der Ukraine und in Mosambik\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Papst Leo XIV. hat erneut um Gebete f\u00fcr Frieden in der Ukraine gebeten. \u201eSchlie\u00dfen wir uns unseren ukrainischen Br\u00fcdern und Schwestern an, die mit der spirituellen Initiative &#8230;\n     <\/p>\n<p>Die Worte des Papstes haben in Mosambik f\u00fcr sp\u00fcrbare Erleichterung gesorgt. Os\u00f3rio Citora Afonso beschreibt die Wirkung so: \u201eWir f\u00fchlen uns vom Heiligen Vater geliebt und in Erinnerung gerufen.\u201c F\u00fcr ihn ist der Appell Ausdruck dessen, was Papst Leo XIV. seit Beginn seines Pontifikats so sehr betont wie sein Vorg\u00e4nger Franziskus: die N\u00e4he zu den Menschen am Rand.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend die Anteilnahme Hoffnung gibt, versch\u00e4rft sich die Lage im Norden des Landes weiter. Seit 2017 ist die rohstoffreiche Nordprovinz Mosambiks Schauplatz von blutigen Konflikten. Marginalisierte Gruppen und Frauen geraten besonders zwischen die Fronten von jihadistischen Aufst\u00e4ndischen und international unterst\u00fctzten Regierungstruppen. In den vergangenen Wochen wurden auch die Distrikte Macomia, Chi\u00fare und Muidumbe getroffen. \u201eEs sind viele Bewegungen der Vertriebenen, vielleicht sieben- bis achttausend Personen mit der letzten Welle\u201c, so Bischof Alfonso. Manche seien zur\u00fcckgekehrt, doch die meisten k\u00f6nnten nicht in ihre D\u00f6rfer zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Lage ist un\u00fcbersichtlich, aber fest steht: Die Lebensumst\u00e4nde der Vertriebenen sind dramatisch. \u201eSie brauchen alles. Sie brauchen wirklich alles.\u201c Viele h\u00e4tten tagelange Fu\u00dfm\u00e4rsche hinter sich, ohne Besitz, ohne Unterkunft, ohne Nahrung. Staatliche Stellen, kirchliche Gemeinden und Hilfswerke versuchen, Unterst\u00fctzung zu leisten, doch die Dimension der Not sei enorm.<\/p>\n<p>\u201eSie brauchen alles. Sie brauchen wirklich alles\u201c<\/p>\n<p>Die Kirche setzt vor allem auf N\u00e4he und konkrete Solidarit\u00e4t. So besuchten vier Bisch\u00f6fe im Auftrag der Bischofskonferenz Cabo Delgado, h\u00f6rten den Menschen zu und teilten Sorgen und Hoffnungen. Landesweit werden an Sonntagen Lebensmittel und andere G\u00fcter gesammelt. Und die Jesuiten haben ihre Pr\u00e4senz aufgestockt: Sie er\u00f6ffneten in Chi\u00fare eine Missionsstation, um Seelsorger zu unterst\u00fctzen und den Vertriebenen beizustehen. Auch in der Provinz Nampula, rund 700 Kilometer s\u00fcdlich, h\u00e4tten arme Familien andere arme Familien aufgenommen, die alles verloren haben.<\/p>\n<p>\u201eIch glaube, man braucht den Mut zu einem aufrichtigen Dialog\u201c<\/p>\n<p>Zugleich sucht die Kirche den politischen Dialog. Vor kurzem wurden Afonso und weitere Bisch\u00f6fe vom Staatspr\u00e4sidenten Daniel Chapo empfangen. Dabei ging es um Wege, die Gewalt zu beenden. Afonso sieht daf\u00fcr nur eine M\u00f6glichkeit: \u201eIch glaube, man braucht den Mut zu einem aufrichtigen Dialog.\u201c Er erinnert an die Friedenserfahrungen der 1990er Jahre, als unter Vermittlung der Gemeinschaft Sant\u2019Egidio ein Waffenstillstand erreicht wurde. \u201eWir haben uns an den Tisch gesetzt und dann haben wir den Frieden gehabt.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber die Ursachen der aktuellen Gewalt \u00e4u\u00dfert sich Afonso zur\u00fcckhaltend. Oft brechen Konflikte dort aus, wo gro\u00dfe Bodensch\u00e4tze liegen. \u201eIst das der Fall in Mosambik? Diese Frage stellen auch wir uns.\u201c Cabo Delgado verf\u00fcgt \u00fcber reiche Gasvorkommen, die wirtschaftliche Interessen wecken und Spannungen verst\u00e4rken. Junge Menschen w\u00fcrden angeworben und missbraucht, wenn es an Ausbildung und Arbeit fehlt. Deshalb fordert Afonso bessere Lebensbedingungen, damit sie nicht in die Gewaltspirale geraten.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2024\/02\/28\/08\/1709104663917.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Vertriebene in der Provinz Cabo Delgado\" title=\"Vertriebene in der Provinz Cabo Delgado\"\/><\/p>\n<p>\n   Vertriebene in der Provinz Cabo Delgado \u00a0 (AFP or licensors)\n  <\/p>\n<p>Auch die internationale Gemeinschaft k\u00f6nne helfen &#8211; unter anderem dabei, \u201edie Kriegstreiber zu identifizieren\u201c, so der Bischof. Zudem brauche es \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die Not der Menschen. Der Kirchenmann bittet darum, \u201euns zu helfen, denen eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben, wie es der Heilige Vater getan hat.\u201c<\/p>\n<p>Trotz aller Schwierigkeiten bleibt Afonso \u00fcberzeugt, dass Frieden m\u00f6glich ist. Seine Linie ist klar: N\u00e4he zu den Betroffenen, Hilfe im Alltag, eine Stimme f\u00fcr die Opfer und der Mut zu ehrlichen Gespr\u00e4chen. Frieden k\u00f6nne gelingen, wenn Verantwortliche reden, die Gesellschaft T\u00e4ter isoliert und junge Menschen Perspektiven erhalten. Doch er verschweigt nicht, dass der Weg dorthin lang und unsicher ist. Viele Menschen h\u00e4tten das Vertrauen in staatliche Strukturen verloren, weil sie jahrelang Gewalt und Vertreibung erlebt haben.<\/p>\n<p>Deshalb, so Afonso, sei es entscheidend, dass Worte und Versprechen in konkrete Verbesserungen m\u00fcnden \u2013 in Sicherheit, Arbeit und Bildung f\u00fcr die Jugend. Nur dann k\u00f6nne das Land verhindern, dass neue Generationen in die Gewaltspirale hineingezogen werden. \u201eWir wollen wirklich zuerst diese Wege durch den Dialog suchen\u201c, sagt er, \u201eaber wir brauchen Ernsthaftigkeit und Mut, um diesen Weg auch zu gehen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Beitrag von Gudrun Sailer. Das Interview mit dem mosambikanischen Bischof f\u00fchrte Federico Piana.<\/p>\n<p>(vatican news \u2013 gs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Papst Leo XIV. hat beim Angelus am Sonntag zum Frieden in Cabo Delgado in Mosambik aufgerufen. \u00dcber die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36052,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[26],"tags":[529,205,346,347],"class_list":["post-36051","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-mosambik","tag-armut","tag-gewalt","tag-mosambik","tag-mozambique"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116824206366173006","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36051"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36051\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}