{"id":3631,"date":"2026-04-19T18:50:07","date_gmt":"2026-04-19T18:50:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3631\/"},"modified":"2026-04-19T18:50:07","modified_gmt":"2026-04-19T18:50:07","slug":"algerien-der-papst-besucht-eine-kirche-der-maertyrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3631\/","title":{"rendered":"Algerien: Der Papst besucht eine Kirche der M\u00e4rtyrer"},"content":{"rendered":"<p>In Algerien, der ersten Etappe seiner Afrikareise, wird Papst Leo XIV. auf eine Kirche der M\u00e4rtyrer treffen. Beispiel: Die sieben Trappistenm\u00f6nche von Tibhirine.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-04\/kardinal-vesco-algerien-papst-leo-xiv-im-herzen-beruehrt-sein.html\" title=\"Kardinal Vesco: \u201eAlgerier werden von Leo XIV. im Herzen ber\u00fchrt sein\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/cem\/2024\/vesco-ok.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Kardinal Vesco: \u201eAlgerier werden von Leo XIV. im Herzen ber\u00fchrt sein\u201c\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Papst Leo XIV. beginnt seine erste apostolische Reise auf dem afrikanischen Kontinent mit einem Besuch in Algerien. Kardinal Jean-Paul Vesco, Erzbischof von Algier, bezeichnet den &#8230;\n     <\/p>\n<p>Olivier Bonnel und Stefan v. Kempis &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Sie wurden am 26. M\u00e4rz 1996 w\u00e4hrend des algerischen B\u00fcrgerkriegs, dem sogenannten \u201edunklen Jahrzehnt\u201c, aus ihrem Kloster \u201eNotre-Dame de l\u2019Atlas\u201c entf\u00fchrt; ihre K\u00f6pfe wurden sechs Wochen sp\u00e4ter gefunden, wenige Tage nachdem die Terrorgruppe GIA ihre Enthauptung angek\u00fcndigt hatte. Der Tod der M\u00f6nche sorgte weltweit f\u00fcr Entsetzen. 2010 gewann Xavier Bauvois\u2019 Film \u201eVon Menschen und G\u00f6ttern\u201c den Gro\u00dfen Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes, 2018 wurden die M\u00f6nche zusammen mit zw\u00f6lf weiteren algerischen M\u00e4rtyrern in Oran seliggesprochen.<\/p>\n<p>\u201eDie Erinnerung an die Br\u00fcder ist hier in Tibhirine und der Umgebung noch immer sehr lebendig.\u201c Das sagt uns Pater Eug\u00e8ne Lehembre, der Leiter der Gemeinschaft \u201eChemin Neuf\u201c in Tibhirine. 2016 ist sie in dem fr\u00fcheren Trappistenkloster eingezogen. \u201eDrei\u00dfig Jahre \u2013 das ist noch keine so lange Zeit, und es gibt noch viele Menschen, die die M\u00f6nche kannten. Ich denke da besonders an diejenigen, die von Bruder Luc behandelt wurden. Wir haben immer noch regelm\u00e4\u00dfig Besuch von ehemaligen Patienten oder deren Angeh\u00f6rigen. Die Erinnerung ist also noch immer sehr pr\u00e4sent, auch unter den Dorfbewohnern, da gibt es noch einige, die die M\u00f6nche kannten.\u201c<\/p>\n<p>Auf tausend Meter H\u00f6he <\/p>\n<p>Au\u00dferdem kommen immer wieder Menschen in das Bergnest auf tausend Meter H\u00f6he, um zu sehen, wo die Trappisten gelebt haben. Diese Besucher sind in der Regel keine Touristen, sondern Algerier \u2013 fast ausschlie\u00dflich Muslime. Tibhirine, das hei\u00dft \u201eG\u00e4rten\u201c in der Berbersprache. Und tats\u00e4chlich ist in dem Ort 85 km s\u00fcdlich von Algier, wie Pater Eug\u00e8ne erz\u00e4hlt, weiterhin etwas am Wachsen und Bl\u00fchen.<\/p>\n<p>\u201eWir erz\u00e4hlen den Besuchern von der Geschichte des Klosters, vom kl\u00f6sterlichen Leben, was dort geschehen ist und so weiter. Jeden Tag erinnern wir uns an ihre Geschichte. Es ist keine traurige Erinnerung, obwohl es hier auch einen Friedhof gibt. Aber auf dem Gel\u00e4nde selbst wurde kein Blut vergossen, es ist vielmehr ein Ort des Friedens. Viele Besucher sagen hier: \u201aAh, ich f\u00fchle mich hier wohl, es ist friedlich, ich kann meinen Kopf frei bekommen\u2018. Auch wir sp\u00fcren ihre Anwesenheit hier auf die eine oder andere Weise, durch die Erinnerungen, die wir wachrufen, aber auch durch die B\u00fccher, die wir \u00fcber sie lesen. Die Erinnerung an die M\u00f6nche von Tibhirine ber\u00fchrt die Algerier noch heute zutiefst.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2025\/agosto\/23\/Tibhirine-cimitero.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Der Friedhof in Tibhirine \" title=\"Der Friedhof in Tibhirine \"\/><\/p>\n<p>\n   Der Friedhof in Tibhirine \u00a0 (Copyright (c) 2024 Hak im\/Shutterstock. No use without permission.)\n  <\/p>\n<p>Viele Menschen im Land erinnern sich noch an die Zeit der Terroranschl\u00e4ge verschiedener islamistischer Gruppen und an die bewaffnete Repression. Diese dunkle Zeit forderte Zehntausende Opfer unter der algerischen Bev\u00f6lkerung. Trotz der Bedrohungen hatten die M\u00f6nche von Tibhirine ihr Kloster nicht verlassen: eine bewusste Entscheidung. Sie waren davon \u00fcberzeugt, dass ihr diskretes und betendes Dasein in diesem mehrheitlich islamischen Land der von Gott gezeigte Weg war. \u201eSollte ich eines Tages \u2013 und es k\u00f6nnte heute sein \u2013 Opfer des Terrorismus werden, der nun alle in Algerien lebenden Ausl\u00e4nder erfassen will, dann m\u00f6chte ich, dass meine Gemeinde, meine Kirche, meine Familie sich daran erinnern, dass ich mein Leben Gott und diesem Land gewidmet habe.\u201c Das schrieb Christian de Cherg\u00e9, der Prior des Klosters, in seinem Testament.<\/p>\n<p>\u201eDie Algerier, die ich hier kennenlerne, sind Menschen, die sich nach Geschwisterlichkeit sehnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Algerier k\u00f6nnten durchaus in erster Linie ihr eigenes Leid beklagen, aber es zeigt sich, dass sie von dem Schicksal der sieben M\u00f6nche tief bewegt sind; das ist wirklich erstaunlich. Ich finde es ergreifend, und es sagt uns auch etwas \u00fcber das Herz vieler Menschen hier. Die Algerier, die ich hier kennenlerne, sind Menschen, die sich nach Geschwisterlichkeit sehnen. Friedliche Menschen, die gastfreundlich, selbstlos und offen sind und die Begegnungen mit anderen Menschen wirklich genie\u00dfen. Und bei diesen Besuchen kann aus einer einfachen Erinnerung eine freundschaftliche Beziehung entstehen; am Ende fragen wir einander nach unseren Namen und so weiter. Viele sagen, sie w\u00fcrden wiederkommen; und das tun sie dann auch.\u201c<\/p>\n<p>Land der Geschwisterlichkeit <\/p>\n<p>Algerien, das auf die Au\u00dfenwelt h\u00e4ufig so schroff und abweisend wirkt, ist also auch ein Land der Geschwisterlichkeit. Das bekr\u00e4ftigt Pater Eug\u00e8ne Lehembre unter Berufung auf seine Erlebnisse in Tibhirine. \u201eWenn ich mit algerischen Besuchern spreche, h\u00f6re ich oft dasselbe: Zuerst sind wir Menschen, bevor wir irgendeiner Religion angeh\u00f6ren. Wir sind alle Menschen! Und wenn wir Menschen sagen, meinen wir gegenseitigen Respekt. Wir respektieren den anderen, wer auch immer er sein mag. Das ist ein Kennzeichen der Geschwisterlichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Die Trappisten von Tibhirine haben diese Haltung ganz konkret gelebt: Bruder Christian, aber auch Bruder Luc, der sich in seiner Klinik am Klostereingang um die Einheimischen k\u00fcmmerte. Bruder Michel, der Koch und G\u00e4rtner der Gemeinschaft. Bruder C\u00e9lestin, der Kantor. Bruder Christophe, Bruder Bruno, Bruder Paul. In Frieden leben und den Armen dienen, das war das Kennzeichen ihrer ruhigen Pr\u00e4senz. Mit vielen Menschen im Ort waren sie befreundet; diese pflegten dann den Obst- und Gem\u00fcsegarten des Klosters, als die M\u00f6nche ermordet aufgefunden worden waren. Pater Eug\u00e8ne spricht von einem Geist der Freundschaft, der heute immer noch sp\u00fcrbar sei.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2025\/agosto\/23\/Monaci-Tibhirine.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg\" alt=\"Die M\u00f6nche von Tibhirine \" title=\"Die M\u00f6nche von Tibhirine \"\/><\/p>\n<p>\n   Die M\u00f6nche von Tibhirine\n  <\/p>\n<p>\u201eIch bin Franzose, und darum ist \u201aFreiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit\u2018 sozusagen auch mein Motto. Und ich kann sagen, dass ich hier, durch den Kontakt mit Algeriern, etwas mehr dar\u00fcber erfahren habe, was Br\u00fcderlichkeit wirklich bedeutet \u2013 nicht unbedingt die Br\u00fcderlichkeit innerhalb einer religi\u00f6sen Gemeinschaft, sondern einfach die Br\u00fcderlichkeit zwischen Menschen, die sich nicht kennen, die sich begegnen und einander vertrauen. Das kann im Kloster geschehen, aber auch im Dorf. Es geschieht ganz spontan. Es gibt ein gewisses Vertrauen, das es uns erm\u00f6glicht, Bande der Freundschaft zu kn\u00fcpfen.\u201c<\/p>\n<p>Die blutige Vergangenheit <\/p>\n<p>Eug\u00e8ne Lehembre selbst ist schon seit den siebziger Jahren in Algerien \u2013 da war es noch keine zehn Jahre her, dass das Land nach einem blutigen Krieg gegen seine Kolonialmacht Frankreich unabh\u00e4ngig geworden war. \u201eUnd was mich sehr beeindruckt hat: Damals sagten mir einige Menschen \u201aDas ist alles vorbei, das ist erledigt, wir haben vergeben, wir sind Br\u00fcder\u2018. Wir erleben regelm\u00e4\u00dfig menschliche Verbundenheit, und bei manchen muslimischen Gl\u00e4ubigen merken wir, dass sie sich ganz bewusst daf\u00fcr entscheiden, aus ihrem Glauben heraus.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch erinnere mich an Bruder Christians nackte F\u00fc\u00dfe in seinen Sandalen, als er das Tor \u00f6ffnete\u201c: So erinnert sich der in Algerien geborene Journalist Fran\u00e7ois Vayne, der 17 Jahre in dem Land lebte und das Kloster gut kannte, an den Prior von Tibhirine. \u201eIch sp\u00fcrte in diesen Sandalen die Hingabe seines Lebens an andere.\u201c Die Leichen der M\u00f6nche wurden nie gefunden, nur ihre K\u00f6pfe. Im Garten neben dem Kloster sind sie bestattet, auf dem kleinen Friedhof. Zugleich erinnern weltweit Mahnmale an sie: von Norwegen bis zu den Vereinigten Staaten, vom Kongo \u00fcber Kamerun bis nach Frankreich.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Algerien, der ersten Etappe seiner Afrikareise, wird Papst Leo XIV. auf eine Kirche der M\u00e4rtyrer treffen. 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