{"id":37274,"date":"2026-06-30T14:07:12","date_gmt":"2026-06-30T14:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/37274\/"},"modified":"2026-06-30T14:07:12","modified_gmt":"2026-06-30T14:07:12","slug":"schweizer-museen-geben-nigeria-bedeutende-benin-bronzen-zurueck-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/37274\/","title":{"rendered":"Schweizer Museen geben Nigeria bedeutende Benin-Bronzen zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Kulturg\u00fctervereinbarung | 30. Juni 2026<\/p>\n<p>Drei Schweizer Museen haben in Anwesenheit von Elisabeth Baume-Schneider 18 sogenannte Benin-Bronzen offiziell an Nigeria zur\u00fcckgegeben, rund 130 Jahre, nachdem britische Kolonialtruppen sie geraubt hatten. Die R\u00fcckgabe markiert f\u00fcr beide L\u00e4nder einen bedeutenden Schritt in der kulturellen Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201nc94\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/gosimg10RY02c001d5808080b300001201nc94.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00SO057803a58080800000001201nc94.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider (rechts) und ihre nigerianische Amtskollegin Hannatu Musa Musawa unterschrieben in Lagos eine bilaterale Kulturg\u00fctervereinbarung.\"\/><\/p>\n<p>Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider (rechts) und ihre nigerianische Amtskollegin Hannatu Musa Musawa unterschrieben in Lagos eine bilaterale Kulturg\u00fctervereinbarung.Fotos: Keystone<\/p>\n<p class=\"pg\">In Anwesenheit von Bundesr\u00e4tin Elisabeth Baume-Schneider haben drei Museen aus der Schweiz 18 Kulturobjekte, sogenannte Benin-Bronzen, offiziell an Nigeria zur\u00fcckgegeben. F\u00fcr Nigeria ist diese R\u00fcckgabe von immenser Bedeutung \u2013 aber auch f\u00fcr die Schweiz.<\/p>\n<p class=\"pg\">Die Schweiz pflegt bereits seit geraumer Zeit Beziehungen zu Nigeria, im Bereich Gesundheit, in der Migration oder wirtschaftlich. Doch zum ersten Mal \u00fcberhaupt war mit Bundesr\u00e4tin Elisabeth Baume-Schneider eine Vorsteherin des Eidgen\u00f6ssischen Departements des Inneren (EDI) und damit eine Kulturministerin in dem afrikanischen Land zu Besuch. Damit schl\u00e4gt die Schweiz in der Kultur-Zusammenarbeit ein neues Kapitel auf.<\/p>\n<p class=\"pg\">Verbunden war der Besuch mit der offiziellen R\u00fcckgabe von 18 sogenannten Benin-Bronzen. Nach rund 130 Jahren kehren sie dorthin zur\u00fcck, wo sie britische Kolonialtruppen einst geraubt hatten. Denn im Februar 1897 hatten britische Truppen den Palast des K\u00f6nigs, des Oba, im S\u00fcdwesten des heutigen Nigeria, \u00fcberfallen und gepl\u00fcndert. <\/p>\n<p class=\"pg\">Tausende von kunstvollen Objekten, die als m\u00e4chtige Symbole des K\u00f6nigtums und der Verbindung zu den Ahnen gelten, gelangten auf den internationalen Kunstmarkt und damit auch in Schweizer Museen. F\u00fcr das nigerianische Selbstverst\u00e4ndnis sind sie jedoch keine Ausstellungsst\u00fccke, sondern Teil des eigenen spirituellen kulturellen Erbes, das viele Jahrhunderte zur\u00fcckreicht.<\/p>\n<p>Uralte Geschichte<\/p>\n<p class=\"pg\">Entsprechend gross ist die Bedeutung der R\u00fcckgabe f\u00fcr Nigerianerinnen und Nigerianer. \u00abSie erz\u00e4hlen unsere Geschichte. Und ohne Geschichte gibt es keine Gegenwart\u00bb, sagte denn auch Aisha Adamu Augie, Direktorin des Centre for Black and African Arts and Civilisation, in Lagos gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Welche Geschichte die Objekte erz\u00e4hlen, soll nun in verschiedenen Projekten, beispielsweise mit Schulklassen, vermittelt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201nc95\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/gosimg10RZ02c001d5808080b300001201nc95.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00w10f000a008080800000001201nc95.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Drei der insgesamt 18 Benin-Bronzen, die nach rund 130 Jahren von Schweizer Museen an Nigeria zur\u00fcckgegeben wurden.\"\/><\/p>\n<p>Drei der insgesamt 18 Benin-Bronzen, die nach rund 130 Jahren von Schweizer Museen an Nigeria zur\u00fcckgegeben wurden.<\/p>\n<p class=\"pg\">Und, das wurde in den offiziellen Reden deutlich, die R\u00fcckgabe soll auch dazu beitragen, Traumata, die durch den Kolonialismus entstanden sind, zu heilen. Denn im nigerianischen Selbstverst\u00e4ndnis beginnt die Geschichte der V\u00f6lker Nigerias nicht \u00abgestern\u00bb. \u00abWe come from ancient hands\u00bb (deutsch etwa: Wir kommen aus uralter Zeit), heisst es beispielsweise auf einer Inschrift im nigerianischen Nationalmuseum in Lagos. Dieser Institution wurden die Kulturg\u00fcter zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p>Bedeutung auch f\u00fcr die Schweiz<\/p>\n<p class=\"pg\">Doch auch f\u00fcr die Schweiz ist diese R\u00fcckgabe von Bedeutung. Sie erfolgt auf Initiative von hiesigen Museen. Acht von ihnen hatten sich 2021 zur Benin-Initiative Schweiz zusammengeschlossen. Zusammen mit Partnerinnen und Partnern aus Nigeria haben sie im Rahmen dieses Projekts die Herkunft der sogenannten Benin-Bronzen in den Best\u00e4nden der Museen untersucht. <\/p>\n<p class=\"pg\">Diese Forschungen haben die problematische Herkunft ebendieser nun zur\u00fcckgegebenen 18 Objekte ergeben, die sich im V\u00f6lkerkundemuseum der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, im Museum Rietberg in Z\u00fcrich und im Mus\u00e9e d&#8217;ethnographie in Genf befunden haben. Neun weitere, ebenfalls von problematischer Herkunft, d\u00fcrfen in Absprache als Leihgaben in der Schweiz bleiben.<\/p>\n<p>Ein Text pro Kulturobjekt<\/p>\n<p class=\"pg\">Aus den Kontakten, die durch die gemeinsamen Forschungen entstanden sind, sollen nun weitere Projekte entstehen. So beispielsweise \u00abWriting Poets\u00bb: ein Mentoring-Programm f\u00fcr 13 nigerianische Autorinnen und Autoren unter der Leitung des in Nigeria geborenen Dichters, Dramatikers und Performers Inua Ellams. Die nigerianischen Schreibenden haben f\u00fcr jedes nun zur\u00fcckgegebene Kulturobjekt einen Text geschrieben. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201nc96\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/gosimg10R002c001d5808080b300001201nc96.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00wY0f000a008080800000001201nc96.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Olugbile Holloway, Direktor des National Museum, und Bundesr\u00e4tin Elisabeth Baume-Schneider heben gemeinsam einen Bronze-Elefantenstosszahn beim Besuch des Nationalmuseums in Lagos.\"\/><\/p>\n<p>Olugbile Holloway, Direktor des National Museum, und Bundesr\u00e4tin Elisabeth Baume-Schneider heben gemeinsam einen Bronze-Elefantenstosszahn beim Besuch des Nationalmuseums in Lagos.<\/p>\n<p class=\"pg\">Am n\u00e4chsten Literaturfestival \u00abZ\u00fcrich liest\u00bb sollen diese Texte gesammelt in einem Buch vorgestellt werden, wie Alice Hertzog, Direktorin des V\u00f6lkerkundemuseums Z\u00fcrich, zu Keystone-SDA sagte: \u00abJedes Objekt erh\u00e4lt damit eine eigene Begr\u00fcssung.\u00bb<\/p>\n<p class=\"pg\">Dar\u00fcber hinaus haben Bundesr\u00e4tin Baume-Schneider und Nigerias Kulturministerin Hannatu Musa Musawa in der nigerianischen Hafenstadt Lagos ein bilaterales Abkommen gegen den illegalen Handel mit Kulturg\u00fctern unterzeichnet. <\/p>\n<p class=\"pg\">F\u00fcr die Schweiz ist dieses das zweite mit einem Subsahara-Staat, nach der Elfenbeink\u00fcste im letzten Jahr. Zus\u00e4tzlich \u00fcbergab der Bund ein Bronzearmband und vier arch\u00e4ologische Monolithen aus dem nigerianischen Nigerdelta, die im Rahmen von Strafverfahren in den Kantonen Genf und Tessin eingezogen und an den Bund \u00fcbergeben worden waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kulturg\u00fctervereinbarung | 30. 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