{"id":38593,"date":"2026-07-03T07:13:32","date_gmt":"2026-07-03T07:13:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/38593\/"},"modified":"2026-07-03T07:13:32","modified_gmt":"2026-07-03T07:13:32","slug":"der-bundespraesident-reden-und-interviews-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/38593\/","title":{"rendered":"Der Bundespr\u00e4sident &#8211; Reden und Interviews"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin sehr froh, heute hier in Luanda zu sein \u2013 und noch froher bin ich, dass Angola heute nicht Basketball spielt. Nicht etwa, weil ich Basketball nicht m\u00f6gen w\u00fcrde. Aber ich habe mir sagen lassen: Als Angola im August hier in Luanda afrikanischer Meister wurde, da stand die ganze Stadt Kopf. Es war kein Durchkommen im Stra\u00dfenverkehr. Wer nicht im Stadion oder davor war, feierte in den Stra\u00dfen. Es hielt niemanden in seinem Sessel, alle freuten sich gemeinsam, man h\u00f6rte Ch\u00f6re und das Hupen der Autokorsos. Die Freude \u00fcber die erneute, die zw\u00f6lfte Meisterschaft war \u00fcberall im Land sp\u00fcrbar. Ungeschlagen, sechs Siege in sechs Spielen, der zw\u00f6lfte Titel. Rekordmeister. Und dann auch noch ein Heimspiel! Ich kann diese Euphorie sehr gut nachf\u00fchlen. Denn keine vier Wochen sp\u00e4ter, im September, ist auch Deutschland Meister geworden, Europameister im Basketball. Zwei Kontinente also, zwei Champions, fast zur gleichen Zeit \u2013 das verbindet uns auf eine wirklich sch\u00f6ne Art. Aber wissen Sie, was uns noch viel mehr verbindet als diese Titel? Sie hier in Angola und wir in Deutschland wissen, was es f\u00fcr einen solchen Erfolg braucht: Teamgeist. Denn gewinnen, das schafft man nur gemeinsam.<\/p>\n<p>Ich freue mich au\u00dferordentlich, als erster deutscher Bundespr\u00e4sident hier zu sein, und das in einem ganz besonderen Moment: In wenigen Tagen feiern Sie den f\u00fcnfzigsten Jahrestag Ihrer Unabh\u00e4ngigkeit. Dazu gratuliere ich dem gesamten angolanischen Volk von Herzen im Namen aller Deutschen!<\/p>\n<p>F\u00fcnfzig Jahre Unabh\u00e4ngigkeit. Ein halbes Jahrhundert. Was f\u00fcr ein Weg! Ich war vor elf Jahren schon einmal hier in Luanda, damals als Au\u00dfenminister. Damals sah ich eine Stadt voller Baukr\u00e4ne, eine Stadt im Aufbruch. Heute, elf Jahre sp\u00e4ter, erkenne ich vieles kaum wieder. So viel hat sich ver\u00e4ndert, so schnell ist die Stadt, ist dieses Land gewachsen.<\/p>\n<p>Sie haben Jahrzehnte des Konflikts durchgestanden, Sie haben Frieden gefunden. Und heute stehen Sie nun in Ihrer neuen, erarbeiteten Rolle da \u2013 als wichtiger Akteur im s\u00fcdlichen Afrika, als Partner, auf den man z\u00e4hlen kann. Ihre Arbeit hier in Angola f\u00fcr die Stabilit\u00e4t in der ganzen Region verdient unseren Respekt.<\/p>\n<p>Deutschland und Angola \u2013 die Beziehung zwischen unseren L\u00e4ndern hat tiefgreifende Wurzeln. Mehr als 6.000 Angolanerinnen und Angolaner kamen vor Jahrzehnten in die DDR, um dort zu arbeiten oder zu studieren. Viele von ihnen pr\u00e4gen heute Ihr Land, pr\u00e4gen Angola mit. Diese menschliche Br\u00fccke zwischen unseren beiden L\u00e4ndern lebt weiter \u2013 in den Deutschkursen des Goethe-Instituts, in den Familien, die beide L\u00e4nder miteinander verbinden, und in den Erinnerungen und Freundschaften.<\/p>\n<p>Aber, trotz aller Erinnerungen: Wir in Angola und in Deutschland, wir leben nicht in der Vergangenheit. Sondern unsere Partnerschaft w\u00e4chst weiter. Deutsche Unternehmen arbeiten an wichtigen Projekten: Sie bauen hier Stra\u00dfen, Krankenh\u00e4user, Tierimpfstofffabriken, Wasserkraftwerke. Sie investieren in Solarenergie oder gr\u00fcnen Wasserstoff und vieles andere mehr. Das gr\u00f6\u00dfte Projekt ist der Lobito-Korridor: Die k\u00fcnftige Bahnverbindung von Ihrem Atlantikhafen bis tief in den Kontinent hinein \u2013 zur Demokratischen Republik Kongo, nach Sambia \u2013, das ist mehr als Infrastruktur. Das ist eine Vision. Eine Vision von einem Afrika, das zusammenw\u00e4chst. Und diese Vision wollen wir von deutscher Seite aus unterst\u00fctzen. Morgen werde ich nach Huambo reisen und einen Teil dieses Korridors anschauen. Ich freue mich darauf, die Menschen zu treffen, die diese Vision Wirklichkeit werden lassen.<\/p>\n<p>Hier in Angola ist nicht nur der Afrikameister im Basketball zuhause. Angola hat der Welt auch Kizomba geschenkt. Entstanden hier in Luanda, tanzt man es heute \u00fcberall \u2013 in Paris, in S\u00e3o Paulo, auch in Deutschland wird getanzt. Es gibt zahlreiche Kizomba-Festivals bei uns, auch jedes Jahr eines in Berlin. Kizomba hei\u00dft wortw\u00f6rtlich \u00fcbersetzt &#8222;Fest&#8220;, das hei\u00dft: gemeinsam zu feiern. Und genau daran wollen wir heute hier ankn\u00fcpfen und musikalisch in den Abend starten. Wir werden gleich Musik von der wunderbaren Luna Simao h\u00f6ren. Die L\u00fcbeckerin, die mich auf dieser Reise begleitet, bringt mit ihrer Musik das Lebensgef\u00fchl zwischen zwei Welten, zwischen Deutschland und Angola auf sehr ber\u00fchrende Art und Weise auf den Punkt. Ich freue mich sehr, dass sie heute hier ist und gleich einige St\u00fccke gemeinsam mit angolanischen Musikerinnen und Musikern performt.<\/p>\n<p>Und zum Schluss w\u00fcnsche ich mir: Feiern wir gemeinsam f\u00fcnfzig Jahre angolanischer Unabh\u00e4ngigkeit, feiern wir die Menschen, die dieses Land aufgebaut haben! Und feiern wir die Freundschaft zwischen Deutschland und Angola!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ich bin sehr froh, heute hier in Luanda zu sein \u2013 und noch froher bin ich, dass Angola&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":38594,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[29,162,15270,1085],"class_list":["post-38593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-angola","tag-afrika","tag-angola","tag-boschafter","tag-luanda"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116854812042369401","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38593\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}