{"id":3860,"date":"2026-04-19T21:49:20","date_gmt":"2026-04-19T21:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3860\/"},"modified":"2026-04-19T21:49:20","modified_gmt":"2026-04-19T21:49:20","slug":"botswana-waehlt-den-wandel-historischer-machtwechsel-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3860\/","title":{"rendered":"Botswana w\u00e4hlt den Wandel &#8211; historischer Machtwechsel &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In Botswana kommt es zum ersten Mal in der Geschichte des Landes zu einem Machtwechsel. Die seit 58 Jahren regierende Botswana Democratic Party (BDP) verlor bei der Wahl am Mittwoch erstmals ihre Mehrheit im Parlament. Pr\u00e4sident Mokgweetsi Masisi r\u00e4umte am Freitagmorgen seine Niederlage in einer Pressekonferenz ein. \u201eIch m\u00f6chte der Opposition gratulieren\u201c, sagte Masisi. \u201eIch respektiere den Willen des Volkes.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Masisis Pr\u00e4sidentschaft endet damit nach nur einer Amtszeit. Und die \u00c4ra der BDP endet mit einem Debakel. Nach Ausz\u00e4hlung von 60 der 61 Wahlbezirke kommt das Oppositionsb\u00fcndnis Umbrella for Democratic Change (UDC) auf 37 dieser 61 Sitze, ein Plus von 20 Mandaten. Das reicht bereits f\u00fcr eine Mehrheit. Neuer Pr\u00e4sident Botswanas wird der UDC-Vorsitzende Duma Gideon Boko.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Botswana, ein d\u00fcnn besiedeltes Land im s\u00fcdlichen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Afrika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrika<\/a> mit 2,6 Millionen Einwohnern, hat sich seit seiner Unabh\u00e4ngigkeit von Gro\u00dfbritannien im Jahr 1966 zu einem der stabilsten Staaten des Kontinents entwickelt, \u00f6konomisch ebenso wie politisch. Die Wirtschaftsleistung je Einwohner geh\u00f6rt zu den h\u00f6chsten Afrikas, auch in einflussreichen Demokratie-Indizes rangiert das Land seit jeher weit vorn.<\/p>\n<p>Diamantenindustrie durchl\u00e4uft eine schwere Krise<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Diesen Aufstieg verdankt Botswana in erster Linie seinen Diamanten. Das Land ist nach Russland der zweitgr\u00f6\u00dfte F\u00f6rderer der Welt, die Steine sind das mit Abstand wichtigste Exportprodukt des Landes. Und anders als in vielen anderen rohstoffreichen Staaten Afrikas kommen die Erl\u00f6se aus dem Diamantengesch\u00e4ft auch gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung zugute, durch Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitssystem oder die Infrastruktur.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch die Diamantenindustrie durchl\u00e4uft eine schwere Krise. Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, aber vor allem die Konkurrenz k\u00fcnstlich hergestellter Steine macht ihr zu schaffen. Die Verk\u00e4ufe des halbstaatlichen Diamantenherstellers Debswana brachen in den ersten neun Monaten dieses Jahres um mehr als die H\u00e4lfte im Vergleich zum Vorjahr ein. Debswana ist der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber des Landes.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Krise der Diamantenindustrie versch\u00e4rft in Botswana ein Problem, das das Land bei aller Au\u00dfergew\u00f6hnlichkeit mit vielen anderen afrikanischen L\u00e4ndern teilt: Vor allem f\u00fcr die junge Bev\u00f6lkerung gibt es zu wenige Arbeitspl\u00e4tze und damit zu wenige Perspektiven. Die Arbeitslosenquote liegt bei 28 Prozent. Der Anteil der 15- bis 24-J\u00e4hrigen, die sich weder in Ausbildung noch in Besch\u00e4ftigung befinden, liegt sogar bei 38 Prozent.\u00a0Die Unzufriedenheit der jungen W\u00e4hler d\u00fcrfte einer der wichtigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr den historischen Machtwechsel in Botswana sein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dazu kommt, dass auch die demokratische Stabilit\u00e4t des Landes in den vergangenen Jahren zunehmend infrage gestellt wurde. Der Regierung wurde vorgehalten, ihre Machtposition auszunutzen, um f\u00fcr sie unangenehme Berichterstattung in den Medien zu verhindern oder Staatsauftr\u00e4ge an Verb\u00fcndete der Partei zu vergeben. Pr\u00e4sident Masisi sah sich zudem dem Vorwurf des Populismus ausgesetzt \u2013 insbesondere in der weltweit beachteten Auseinandersetzung um die Troph\u00e4enjagd in Botswana.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In der Wahlniederlage zeigte sich Masisi nun aber als Vorzeigedemokrat. Statt das Ergebnis anzufechten, gratulierte er seinem Kontrahenten Duma Boko am Telefon. Einen Mitschnitt des Gespr\u00e4chs ver\u00f6ffentlichte er auf seinem X-Account. \u201eEs war ein Privileg, dieser gro\u00dfartigen Nation zu dienen und sie zu f\u00fchren, und ich bin zutiefst dankbar f\u00fcr das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben\u201c, schrieb Masisi dort. \u201eW\u00e4hrend wir diesen demokratischen Meilenstein feiern, fordere ich alle B\u00fcrger auf, sich zusammenzuschlie\u00dfen und die neue Regierung zu unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Botswanas n\u00e4chster Pr\u00e4sident, der 54 Jahre alte Duma Boko, postete ebenfalls auf der Plattform X ein Bild von sich mit dem Satz: \u201eDer Wandel ist da.\u201c In einer ersten Stellungnahme nach dem Wahlsieg sagte er laut einem Bericht der britischen BBC: \u201eWas heute passiert ist, hebt unsere Demokratie auf eine neue Ebene.\u201c Das Land habe einen erfolgreichen, friedlichen und ordnungsgem\u00e4\u00dfen Machtwechsel vollzogen. Die Deutlichkeit des Wahlausgangs sei \u201eein Schock\u201c f\u00fcr ihn gewesen, sagte Boko.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der fr\u00fchere Menschenrechtsanwalt, der unter anderem an der US-amerikanischen Eliteuniversit\u00e4t Harvard ausgebildet wurde, war bereits bei der Wahl 2019 gegen Masisi angetreten. Damals hatte er die Wahl aber noch klar verloren. Im Wahlkampf hatte sein B\u00fcndnis vor allem die Arbeitslosigkeit zum Thema gemacht, die \u201eschlimmste Krise unserer Zeit\u201c. Im Falle eines Wahlsiegs versprach die UDC unter anderem, 100 000 neue Jobs innerhalb eines Jahres zu schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Botswana kommt es zum ersten Mal in der Geschichte des Landes zu einem Machtwechsel. 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