{"id":3883,"date":"2026-04-19T22:08:42","date_gmt":"2026-04-19T22:08:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3883\/"},"modified":"2026-04-19T22:08:42","modified_gmt":"2026-04-19T22:08:42","slug":"sexuelle-gewalt-und-massenmord-berliner-konferenz-beraet-ueber-milliardenhilfen-fuer-sudan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/3883\/","title":{"rendered":"Sexuelle Gewalt und Massenmord: Berliner Konferenz ber\u00e4t \u00fcber Milliardenhilfen f\u00fcr Sudan"},"content":{"rendered":"<p>Sexuelle Gewalt und MassenmordBerliner Konferenz ber\u00e4t \u00fcber Milliardenhilfen f\u00fcr Sudan<\/p>\n<p>15.04.2026, 08:20 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:00 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/RENK-SOUTH-SUDAN-APRIL-13-Thousands-of-families-stay-at-the-Renk-Transit-Center-established-for-refu.webp\" alt=\"RENK-SOUTH-SUDAN-APRIL-13-Thousands-of-families-stay-at-the-Renk-Transit-Center-established-for-refugees-from-Sudan-in-the-city-of-Renk-in-Upper-Nile-State-in-northern-South-Sudan-on-April-13-2026-Nearly-three-years-after-fleeing-the-conflict-in-Sudan-thousands-of-refugees-sheltering-at-the-Renk-Transit-Center-in-South-Sudan-continue-to-face-serious-challenges-including-hunger-limited-access-to-education-and-inadequate-basic-services-despite-relative-safety\"\/>Rund elf Millionen Sudanesen sind auf der Flucht vor dem B\u00fcrgerkrieg. (Foto: picture alliance \/ Anadolu)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Es ist ein unsichtbarer Krieg: Im Sudan spielt sich seit drei Jahren die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise weltweit ab. In Berlin versuchen nun 120 Delegationen, das Morden zu stoppen und das schlimmste Leid zu lindern.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Drei Jahre nach Beginn des B\u00fcrgerkriegs im Sudan nehmen Spitzenpolitiker aus Europa und Afrika sowie Vertreter ziviler Gruppen einen neuen Anlauf hin zu einer Friedensl\u00f6sung f\u00fcr den blutigen Konflikt. Die internationale Sudan-Konferenz in Berlin soll auch daf\u00fcr sorgen, dass die aktuell gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Krise weltweit angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine nicht aus dem Blick der \u00d6ffentlichkeit ger\u00e4t. Ein Durchbruch hin zu einem Waffenstillstand wird nicht erwartet.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Veranstaltung wird von der Bundesregierung zusammen mit Gro\u00dfbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europ\u00e4ischen und Afrikanischen Union ausgerichtet. Nach Treffen in Paris und London ist es die bislang dritte Sudan-Konferenz. Geplant sind ein Treffen der Au\u00dfenminister sowie eine humanit\u00e4re Konferenz mit Finanzierungszusagen. Zudem sollen zivile Akteure zusammenkommen, um einen Friedensfahrplan auszuhandeln. Die Veranstaltung findet am dritten Jahrestag seit Beginn des Konflikts statt. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Insgesamt sind 120 Delegationen ins Ausw\u00e4rtige Amt eingeladen, etwa 60 davon aus der Zivilgesellschaft. Von den Beratungen der zivilen Vertreter aus dem Sudan wie aus dem Exil verspricht man sich in Berlin viel. In Paris hatte es humanit\u00e4re Hilfszusagen in H\u00f6he von etwa zwei Milliarden Euro und in London von etwa einer Milliarde Euro gegeben. Man hofft, bei den Zusagen wieder im Bereich von London zu landen.<\/p>\n<p>Armee gegen Miliz im Sudan<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der B\u00fcrgerkrieg im drittgr\u00f6\u00dften Land Afrikas begann am 15. April 2023. Seit drei Jahren k\u00e4mpfen die sudanesische Regierungsarmee SAF von De facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und die Miliz RSF unter Mohamed Hamdan Daglo erbittert um die Vorherrschaft im Land. Einst hatten sich die beiden gemeinsam an die Macht geputscht &#8211; Daglo war al-Burhans Stellvertreter.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mittlerweile ist das Land zu weiten Teilen in Kontrollsph\u00e4ren aufgeteilt: Die Armee kontrolliert seit dem vergangenen Jahr wieder die weitgehend zerst\u00f6rte Hauptstadt Khartum und den Osten des Sudans. Die RSF hat mit der Eroberung der Stadt Al-Faschir die gro\u00dfe Region Darfur im Westen unter Kontrolle. Dort hat sie nicht nur Zugang zu Versorgungsrouten aus dem Tschad, Libyen und der Zentralafrikanischen Republik, sondern kann mit der Kontrolle \u00fcber wichtige Goldvorkommen auch Waffenk\u00e4ufe finanzieren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Derzeit wird vor allem in der weiter s\u00fcdlich gelegenen Region Kordofan heftig gek\u00e4mpft. Experten wie Alan Boswell von der International Crisis Group sehen die Gefahr einer dauernden Teilung des Landes.<\/p>\n<p>Sexuelle Gewalt an Frauen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Menschenrechtsorganisationen werfen sowohl der SAF als auch der Miliz RSF Menschenrechts- und Kriegsverbrechen vor. Die Vereinten Nationen sprechen angesichts von weit verbreitetem Hunger und derzeit 11,6 Millionen Fl\u00fcchtlingen und Binnenvertriebenen von der gr\u00f6\u00dften humanit\u00e4ren Krise der Welt. 19 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, bis zu 80 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zerst\u00f6rt oder nicht arbeitsf\u00e4hig.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der SAF werden willk\u00fcrliche Bombardierungen auch von Wohngebieten vorgeworfen. Die RSF setzt sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ein, besonders gegen die nicht arabischen Bev\u00f6lkerungsgruppen in Darfur.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Sexuelle Gewalt sei zu einem pr\u00e4genden und allgegenw\u00e4rtigen Merkmal des Konflikts geworden, hie\u00df es in einem Ende M\u00e4rz vorgestellten Bericht der \u00c4rzte ohne Grenzen. &#8222;Dieser Krieg wurde in vielerlei Hinsicht auf dem R\u00fccken und den K\u00f6rpern von Frauen und M\u00e4dchen gef\u00fchrt.&#8220; Zudem gibt es Berichte \u00fcber Massaker, Folter und Massenerschie\u00dfungen, besonders in Darfur. UN-Ermittler sehen Merkmale von V\u00f6lkermord.<\/p>\n<p>USA, Saudi-Arabien, VAE<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In dem B\u00fcrgerkrieg geht es auch um Einflusssph\u00e4ren: Es gilt als unstrittig, dass die RSF Unterst\u00fctzung durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erh\u00e4lt. Anfang 2025 verf\u00fcgten die USA Sanktionen gegen ein Netzwerk von Unternehmen in den Emiraten, die Daglo und seiner Familie geh\u00f6ren und von ihnen kontrolliert werden. Die Regierung wiederum wird von Nachbarland \u00c4gypten und von Saudi-Arabien unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Vermittlungsversuche von au\u00dfen blieben bislang erfolglos, auch weil es nicht gelang, die Konfliktparteien an einen Verhandlungstisch zu bringen. Zudem sind in der sogenannten Quad-Gruppe au\u00dfer den USA \u00c4gypten, Saudi-Arabien und die VAE vertreten &#8211; Staaten, die im Sudan auch eigene Interessen verfolgen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das IKRK berichtete, allein in Khartoum seien mehr als 20.000 Leichen geborgen und beigesetzt worden. In Sch\u00e4tzungen ist von deutlich mehr als 150.000 Toten die Rede. Angesichts von Massakern und Massengr\u00e4bern, die Wissenschaftler etwa des Humanitarian Research Lab der Yale Medical School auf Satellitenaufnahmen identifizierten, d\u00fcrfte die wahre Zahl der Opfer erst nach dem Ende des Krieges festgestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, raf\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sexuelle Gewalt und MassenmordBerliner Konferenz ber\u00e4t \u00fcber Milliardenhilfen f\u00fcr Sudan 15.04.2026, 08:20 Uhr Artikel anh\u00f6ren(06:00 min) Rund elf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3884,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[235],"tags":[849,147,1682,647,457,594,206,746,283,267],"class_list":{"0":"post-3883","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sudan","8":"tag-buergerkriege","9":"tag-diplomatie","10":"tag-fluechtlinge","11":"tag-humanitaere-hilfe","12":"tag-khartum","13":"tag-kriege-und-konflikte","14":"tag-menschenrechte","15":"tag-migration","16":"tag-politik","17":"tag-sudan"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3883"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3883\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}