{"id":38866,"date":"2026-07-03T18:40:14","date_gmt":"2026-07-03T18:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/38866\/"},"modified":"2026-07-03T18:40:14","modified_gmt":"2026-07-03T18:40:14","slug":"illegale-goldlieferketten-zwischen-ostkongo-ruanda-und-den-emiraten-offengelegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/38866\/","title":{"rendered":"Illegale Goldlieferketten zwischen Ostkongo, Ruanda und den Emiraten offengelegt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Illegale und intransparente Goldlieferketten aus der Demokratischen Republik Kongo stehen erneut im Fokus internationaler Untersuchungen. Ein <a href=\"https:\/\/globalinitiative.net\/analysis\/tracing-opaque-gold-supply-chains-and-deals-central-africa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">aktueller Bericht<\/a> der\u00a0Global Initiative Against Transnational Organized Crimedokumentiert, wie Gold aus <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/kaempfe-in-ostkongo-eskalieren-fardc-setzt-drohnen-gegen-m23-ein\/\" type=\"post\" id=\"24064\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konfliktgebieten in Ostkongo<\/a> \u00fcber Ruanda in die Vereinigten Arabischen Emirate gelangt. Im Zentrum steht ein gescheitertes Gemeinschaftsunternehmen zwischen der kongolesischen Regierung und einem in den Emiraten registrierten Unternehmen, das eigentlich den informellen Goldsektor formalisieren sollte. Stattdessen offenbart die Analyse erhebliche Defizite bei Kontrolle, Transparenz und menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht.\u00a0<\/p>\n<p>Gold als Konfliktressource im Osten der DR Kongo<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht zeichnet die Entwicklung der Goldf\u00f6rderung in den ostkongolesischen Provinzen Nord- und S\u00fcd-Kivu nach. Seit Beginn des Jahres 2025 kontrollieren bewaffnete Gruppen, darunter die M23, erneut zentrale Handels- und Abbaugebiete rund um Goma und Bukavu. Gold z\u00e4hlt dort neben Zinn, Coltan und Wolframit zu den wichtigsten Einnahmequellen. Laut der Analyse wird ein erheblicher Teil des gef\u00f6rderten Goldes au\u00dfer Landes geschmuggelt, h\u00e4ufig \u00fcber Ruanda, das sich seit Jahren als regionaler Umschlagplatz etabliert hat.<\/p>\n<p><img data-od-replaced- data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[5][self::DIV]\/*[1][self::FIGURE]\/*[1][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1920px-Congolese_Light_Infantry_Battalion_training_at_Camp_Base_Kisangani_2010-05-05_1-1-1024x682-jp.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-24089 size-full\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autoren verweisen darauf, dass die kongolesische Gesetzgebung seit 2012 eine l\u00fcckenlose Sorgfaltspr\u00fcfung entlang der gesamten Lieferkette vorschreibt. In der Praxis bleibt diese Vorgabe jedoch vielfach wirkungslos, insbesondere in Regionen, die von bewaffneten Akteuren beeinflusst oder kontrolliert werden.<\/p>\n<p>Das Projekt Primera Gold und seine politische Einbettung<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kernst\u00fcck des Berichts ist die Untersuchung des Joint Ventures \u201ePrimera Gold DRC SA\u201c, das Ende 2022 gegr\u00fcndet wurde. Das Unternehmen sollte als staatlich-private Partnerschaft Gold aus dem artisanalen Bergbau ankaufen und legal exportieren. Die kongolesische Regierung hielt 45 Prozent der Anteile, ein Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 55 Prozent. Politisch wurde das Projekt als Schritt zur Eind\u00e4mmung des Schmuggels und zur St\u00e4rkung staatlicher Einnahmen pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tats\u00e4chlich exportierte Primera Gold im Jahr 2023 laut offiziellen Angaben mehr als f\u00fcnf Tonnen Gold im Wert von \u00fcber 300 Millionen US-Dollar. Der Bericht stellt jedoch infrage, wie diese Einnahmen verbucht wurden und ob der kongolesische Staat tats\u00e4chlich in dem erwarteten Umfang profitierte. \u00d6ffentliche Haushaltsdaten weisen entsprechende Einnahmen nicht transparent aus.<\/p>\n<p>Schwache Kontrollen und problematische Lieferketten<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung dokumentiert erhebliche M\u00e4ngel bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten. In mehreren F\u00f6rdergebieten, darunter Luhihi, Misisi und das Itombwe-Waldreservat, sei Gold angekauft worden, obwohl Hinweise auf Kinderarbeit, Umweltzerst\u00f6rung durch Quecksilber und Abgaben an bewaffnete Gruppen vorlagen. Teilweise seien Minen genutzt worden, deren offizieller Zertifizierungsstatus abgelaufen oder als problematisch eingestuft war.<\/p>\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">When discussing mineral smuggling from Democratic Republic of Congo, most people think in terms of coltan, cobalt and diamonds. In fact the key mineral right now is gold. This is an important report, long overdue. <a href=\"https:\/\/t.co\/JIpLw71u5v\" rel=\"nofollow\">https:\/\/t.co\/JIpLw71u5v<\/a><\/p>\n<p>\u2014 michelawrong (@michelawrong) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/michelawrong\/status\/2016563525020225913?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">January 28, 2026<\/a> <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem fehlten \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Berichte zur Lieferkettenpr\u00fcfung, obwohl diese nach kongolesischem Recht verpflichtend sind. Auch eine unabh\u00e4ngige \u00dcberpr\u00fcfung durch regionale Kontrollmechanismen blieb aus, obwohl entsprechende Zertifikate f\u00fcr den Export verwendet wurden.<\/p>\n<p>Rolle Ruandas und der Vereinigten Arabischen Emirate<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zum Joint Venture mit der DR Kongo intensivierten die Vereinigten Arabischen Emirate ihre wirtschaftlichen Kontakte zu Ruanda. Der Bericht beschreibt Ruanda als zentrales Transitland f\u00fcr kongolesisches Gold, das anschlie\u00dfend vor allem in die Emirate exportiert wird. Handelsdaten deuten darauf hin, dass Ruandas offizielle Exportmengen die eigene F\u00f6rderleistung deutlich \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p><img data-od-replaced- data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[16][self::DIV]\/*[1][self::FIGURE]\/*[1][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Dubai_Gold_Souq_1-1024x768-jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-24090 size-full\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Emirate haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit gr\u00f6\u00dften Umschlagpl\u00e4tze f\u00fcr afrikanisches Gold entwickelt. Laut der Analyse stammt ein erheblicher Teil dieser Importe aus informellen oder illegalen Quellen. Internationale Kontrollinstanzen h\u00e4tten diese Lieferketten bislang nur unzureichend gepr\u00fcft, obwohl Risiken in Bezug auf Geldw\u00e4sche, Menschenrechte und Konfliktfinanzierung bekannt seien.<\/p>\n<p>Internationale Regulierung unter Druck<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht ordnet die Goldgesch\u00e4fte in einen <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/china-zijin-mining-uebernimmt-goldminen-in-mali-cote-divoire-und-aethiopien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gr\u00f6\u00dferen geopolitischen Kontext<\/a> ein. Trotz anhaltender Vorw\u00fcrfe gegen den Goldsektor wurden die Vereinigten Arabischen Emirate 2024 von internationalen Graulisten zur Geldw\u00e4schepr\u00e4vention gestrichen. Aus Sicht der Autoren sendet dies ein problematisches Signal, da die strukturellen Risiken im Goldhandel fortbestehen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Empfohlen wird eine st\u00e4rkere risikobasierte Pr\u00fcfung des Goldsektors, sowohl durch internationale Organisationen als auch durch Banken und Investoren. F\u00fcr die DR Kongo wird eine konsequentere Durchsetzung bestehender Gesetze und mehr Transparenz bei staatlichen Beteiligungen gefordert.<\/p>\n<p><img data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[20][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d5c32b29544f48629678430498dc5841.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Illegale und intransparente Goldlieferketten aus der Demokratischen Republik Kongo stehen erneut im Fokus internationaler Untersuchungen. 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