{"id":4051,"date":"2026-04-20T00:27:08","date_gmt":"2026-04-20T00:27:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4051\/"},"modified":"2026-04-20T00:27:08","modified_gmt":"2026-04-20T00:27:08","slug":"kurzfristiger-daempfer-rwe-zieht-sich-aus-wasserstoffprojekt-in-namibia-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4051\/","title":{"rendered":"\u201eKurzfristiger D\u00e4mpfer\u201c: RWE zieht sich aus Wasserstoffprojekt in Namibia zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">   Aufgrund der z\u00e4hen Entwicklung des europ\u00e4ischen Wasserstoffmarkts hat <a href=\"https:\/\/taz.de\/Klima-Urteil-des-OLG-Hamm\/!6090870\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Energiekonzern RWE<\/a> die geplante Abnahme von \u201egr\u00fcnem Ammoniak\u201c aus dem k\u00fcnftigen Wasserstoffprojekt Hyphen in Namibia storniert. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr angek\u00fcndigt, all seine Engagements im Wasserstoffsektor auf den Pr\u00fcfstand zu stellen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Urspr\u00fcnglich wollte der Essener Konzern k\u00fcnftig pro Jahr 300.000 Tonnen Ammoniak aus der Anlage im s\u00fcdlichen Afrika abnehmen. Eine entsprechende Absichtserkl\u00e4rung hatte RWE im Jahr 2022 mit dem Konsortium Hyphen Hydrogen Energy unterzeichnet.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Ammoniak wird unter anderem aus Wasserstoff hergestellt. Wurde der mit Wind- oder Solarenergie hergestellt statt zum Beispiel aus Erdgas, bezeichnet man ihn als \u201egr\u00fcn\u201c. Ammoniak l\u00e4sst sich leicht verfl\u00fcssigen und transportieren, w\u00e4hrend das bei Wasserstoff aufw\u00e4ndiger und teurer ist. Ob RWE den Ammoniak zur direkten Nutzung in der chemischen Industrie \u2013 etwa zur D\u00fcngemittelproduktion \u2013 vermarkten wollte oder ob am Ende der Kette auch die R\u00fcckgewinnung von Wasserstoff stehen sollte, war noch offen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">An dem Konsortium, das die Anlage plant, ist mit 24 Prozent der Staat Namibia beteiligt, den Rest teilen sich h\u00e4lftig die deutsche Firma Enertrag und die britische Nicholas Holdings. Die Unternehmen hatten sich in einer Ausschreibung des Staates Namibia gegen f\u00fcnf Mitbewerber durchgesetzt.<\/p>\n<p>      Projekt steht noch am Anfang<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Ein Sprecher von Enertrag bezeichnete den <a href=\"https:\/\/taz.de\/Verschaerfte-Extremtemperaturen\/!6109373\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">R\u00fcckzug der Firma RWE<\/a> gegen\u00fcber das taz nur als einen \u201ekurzfristigen D\u00e4mpfer\u201c. Schlie\u00dflich sei RWE gar kein Projektpartner gewesen, sondern w\u00e4re lediglich als Kunde aufgetreten. Daher sei das Projekt als solches von dem R\u00fcckzug nicht akut betroffen, aber man suche nach weiteren Abnehmern, zum Beispiel aus der chemischen Industrie.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Noch steht das Projekt ohnehin am Anfang. Bisher bef\u00e4nden sich am geplanten Standort in der W\u00fcste lediglich Windmessmasten und es gebe Messbojen in der nahegelegenen Meeresbucht, weil f\u00fcr die Wasserstoffgewinnung S\u00fc\u00dfwasser n\u00f6tig ist. Das sei vor Ort aber nicht ausreichend verf\u00fcgbar, deswegen m\u00fcsse man zun\u00e4chst eine Meerwasserentsalzungsanlage bauen, hei\u00dft es bei Enertrag. Derzeit laufe die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Die finale Investitionsentscheidung werde erst Ende 2026 fallen. F\u00e4llt sie positiv aus, werde das Konsortium mehr als zehn Milliarden US-Dollar investieren, um k\u00fcnftig im Tsau\/Khaeb Nationalpark auf einer Fl\u00e4che von 4.000 Quadratkilometern mit Windkraft und Solarenergie Wasserstoff zu erzeugen. Dieser werde dann in Form des Wasserstoffprodukts Ammoniak vermarktet.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Rund eine Million Tonnen Ammoniak \u2013 knapp 180.000 Tonnen Wasserstoff-\u00c4quivalent \u2013 sollen pro Jahr produziert und anschlie\u00dfend verschifft werden. Allerdings verz\u00f6gert sich das Projekt schon jetzt: Das urspr\u00fcngliche Ziel, im Jahr 2030 bereits 50 Prozent der Kapazit\u00e4ten aufgebaut zu haben, sei wohl nicht mehr haltbar, hei\u00dft es bei Enertrag.<\/p>\n<p>      Wasserstoff-Nachfrage reicht noch nicht aus<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">RWE erkl\u00e4rte auf Anfrage, es gebe keinen konkreten Zusammenhang zwischen dem eigenen R\u00fcckzug aus dem Projekt und der deutschen oder europ\u00e4ischen Wasserstoffpolitik. Vielmehr h\u00e4nge im Moment alles \u201ean der Abnehmerseite\u201c, erkl\u00e4rte der Energiekonzern; die Nachfrage der Industrie nach \u201egr\u00fcnem Wasserstoff\u201c entwickle sich \u201elangsamer als erwartet\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"12\">Dass das Interesse potenzieller Nutzer an \u201egr\u00fcnem Wasserstoff\u201c d\u00fcrftig ist, hatte im September auch der <a href=\"https:\/\/taz.de\/Energiewende-Bericht\/!6110237\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Monitoringbericht im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums dargelegt<\/a>: \u201eAktuell gibt es trotz bestehender Instrumente kaum marktseitige Nachfrage nach Wasserstoff\u201c, hei\u00dft es darin. Schlie\u00dflich l\u00e4gen die Bereitstellungskosten von erneuerbarem Wasserstoff h\u00f6her als die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Abnehmer. Man habe der \u201etats\u00e4chlichen Zahlungsf\u00e4higkeit von Industrie, Gewerbe und Haushalten\u201c in der Vergangenheit \u201ezu wenig Aufmerksamkeit geschenkt\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"13\">Ohne Staatsgeld kommt der Wasserstoff also nicht in den Markt, wobei allerdings der \u201e\u00f6ffentliche Finanzbedarf f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Transformation\u201c, so das Bundeswirtschaftsministerium, \u201enoch nicht belastbar berechnet worden\u201c sei, hei\u00dft: Die Kosten sind unklar.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"14\">Das geplante Wasserstoffbeschleunigungsgesetz wird an diesem Kernproblem der hohen Kosten wenig \u00e4ndern. Das Gesetz soll vor allem einen schnelleren Ausbau der Infrastruktur erm\u00f6glichen \u2013 einerseits durch Digitalisierung der Abl\u00e4ufe, andererseits, indem dem Bau von Anlagen und Leitungen \u201e\u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse\u201c bescheinigt wird. Das soll in politischen Abw\u00e4gungsprozessen Genehmigungsh\u00fcrden abbauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aufgrund der z\u00e4hen Entwicklung des europ\u00e4ischen Wasserstoffmarkts hat der Energiekonzern RWE die geplante Abnahme von \u201egr\u00fcnem Ammoniak\u201c aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4052,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[414],"class_list":{"0":"post-4051","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-namibia","8":"tag-namibia"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4051"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4051\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}