{"id":40790,"date":"2026-07-10T12:00:39","date_gmt":"2026-07-10T12:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/40790\/"},"modified":"2026-07-10T12:00:39","modified_gmt":"2026-07-10T12:00:39","slug":"abschiebezentren-der-uganda-plan-die-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/40790\/","title":{"rendered":"Abschiebezentren: Der Uganda-Plan | DIE ZEIT"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2026-01\/abschiebezentren-afrika-migration-eu-alexander-dobrindt-bundesregierung\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<p>Seite 1Der Uganda-Plan<\/p>\n<p>                                            <a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2026-01\/abschiebezentren-afrika-migration-eu-alexander-dobrindt-bundesregierung\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2&#8243;Sollten schrittweise auch die Asylverfahren in Drittl\u00e4nder verlagern&#8220;<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Jahrelang wurde erbittert dar\u00fcber gestritten, nun k\u00f6nnte das Vorhaben 2026<br \/>\nerstmals Realit\u00e4t werden: Abschiebezentren f\u00fcr Migranten au\u00dferhalb der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>. Im Dezember einigten sich Unterh\u00e4ndler der Mitgliedsl\u00e4nder<br \/>\nund des Europaparlaments auf die Rechtsgrundlage f\u00fcr sogenannte Return<br \/>\nHubs: Staaten also, in die abgelehnte, ausreisepflichtige Asylbewerber aus<br \/>\nEuropa abgeschoben werden sollen \u2013 etwa in Ostafrika. <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\nDoch kann das Vorhaben tats\u00e4chlich die Asylwende einleiten, die die Union ihren<br \/>\nW\u00e4hlern versprochen hat? Die Meinungen dazu gehen auseinander \u2013 nicht nur unter<br \/>\nMigrationsexperten, sondern auch innerhalb der schwarz-roten Koalition. Dabei<br \/>\ngilt Bundesinnenminister <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/alexander-dobrindt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alexander Dobrindt<\/a> (CSU) als einer der wichtigen Antreiber der<br \/>\nIdee.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ausgangslage ist <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europas<\/a> Bilanz bei Abschiebungen: Nur 27<br \/>\nProzent aller abgelehnten Asylbewerber wurden in den ersten drei Quartalen 2025<br \/>\naus der EU in ihr Herkunftsland zur\u00fcckgef\u00fchrt. Ein h\u00e4ufiger Grund: Das<br \/>\nzust\u00e4ndige Land will seine Staatsb\u00fcrger nicht zur\u00fccknehmen oder erschwert die<br \/>\nVoraussetzungen, etwa bei der Ausstellung von Reisedokumenten.\u00a0 <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bislang f\u00fchrt das dazu, dass die betroffenen Migranten einfach<br \/>\nin Europa bleiben. In Deutschland leben <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/016\/2101640.pdf\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nach Angaben des<br \/>\nBundesinnenministeriums<\/a> mehr als 132.000 ausreisepflichtige Personen, bei denen<br \/>\nein Asylstatus rechtskr\u00e4ftig abgelehnt wurde. Dobrindt und seine<br \/>\nEU-Amtskollegen wollen nun die Abschiebung in einen sicheren Drittstaat<br \/>\nerm\u00f6glichen, idealerweise in der N\u00e4he des Herkunftslandes. Von dort k\u00f6nnten die<br \/>\nMigranten dann entweder abgeschoben werden, langfristig bleiben oder freiwillig<br \/>\nin ihr Heimatland zur\u00fcckkehren.\n<\/p>\n<p>            Uganda vereint mehrere Vorteile            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bislang scheiterten Abschiebungen in einen Drittstaat an<br \/>\neiner rechtlichen Vorgabe: Menschen durften nach EU-Recht nur in ein Land<br \/>\ngebracht werden, zu dem sie eine Verbindung haben \u2013 etwa, weil sie dort<br \/>\nzwischenzeitlich gelebt oder Familienangeh\u00f6rige vor Ort haben. F\u00fcr dieses sogenannte<br \/>\nVerbindungselement hatte sich die Ampelregierung eingesetzt, nun<br \/>\nwurde es auf europ\u00e4ischer Ebene im Dezember gekippt. Der formale Beschluss soll<br \/>\nzeitnah erfolgen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach einem Bericht der Bild-Zeitung von Mitte Dezember gibt es innerhalb der Bundesregierung schon erste Vorstellungen, mit welchen L\u00e4ndern kooperiert werden k\u00f6nnte: etwa mit <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/uganda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uganda<\/a> oder Tunesien. Ein Sprecher des Innenministeriums will das auf ZEIT-Anfrage weder best\u00e4tigen noch dementieren, man befinde sich derzeit \u00bbin einem Prozess, um Return Hubs errichten zu k\u00f6nnen\u00ab, hei\u00dft es.\n<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt, im Osten?<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Anl\u00e4sslich der bevorstehenden Landtagswahlen erhalten Sie ab dem 15. Juli w\u00f6chentlich Nachrichten und Stimmungsbilder zum Wahlkampf sowie zum Alltagsleben und zur Kultur im Osten der Republik.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Innenminister Dobrindt <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/alexander-dobrindt-interview-deutschland-asylbewerber-migration-csu-asyl-ukraine\/video-75426274\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sagte vergangene Woche<\/a> der Deutschen<br \/>\nWelle, man wolle sich \u00bbin den n\u00e4chsten Wochen darauf verst\u00e4ndigen, mit welchem<br \/>\nLand au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union man als Erstes in ein Gespr\u00e4ch\u00ab f\u00fcr die<br \/>\nErrichtung eines Return Hubs gehe.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Uganda w\u00e4re jedenfalls keine \u00dcberraschung. Die<br \/>\nniederl\u00e4ndische Regierung hat bereits Ende September mit dem ostafrikanischen Land<br \/>\neine Absichtserkl\u00e4rung zum Bau eines Return Hubs unterzeichnet. <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000298660\/geheimer-plan-fuer-ostafrika-wie-oesterreich-transitzentren-fuer-abgelehnte-asylwerber-errichten-will)\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Medienberichten<br \/>\nzufolge <\/a>erw\u00e4gt auch \u00d6sterreich eine Zusammenarbeit. Das Land vereint aus Sicht<br \/>\nder Bef\u00fcrworter mehrere Vorteile: Es liegt auf dem Kontinent, aus dem viele<br \/>\nMenschen in die EU fl\u00fcchten, und ist zugleich weit genug von Europa entfernt.<br \/>\nAu\u00dferdem braucht es Geld und internationale Anerkennung. <\/p>\n<p>                                    Abschreckung f\u00fcr abgelehnte Asylbewerber            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In der Unionsfraktion verspricht man sich von dem Projekt auch einen<br \/>\nAbschreckungseffekt. \u00bbWenn ausreisepflichtige Menschen in Deutschland wissen,<br \/>\ndass sie in einen Drittstaat au\u00dferhalb Europas abgeschoben werden k\u00f6nnten, verlassen<br \/>\nsie lieber freiwillig das Land oder widersetzen sich zumindest nicht mehr der<br \/>\nAbschiebung in ihr Heimatland\u00ab, sagt Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher<br \/>\nder Unionsfraktion, im Gespr\u00e4ch mit der ZEIT.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wie nachhaltig dieser Abschreckungseffekt tats\u00e4chlich w\u00e4re,<br \/>\nist allerdings offen. Migrationsforscher gehen davon aus, dass in den Return<br \/>\nHubs nur eine geringe Zahl von Menschen untergebracht werden k\u00f6nnte. \u00bbIch gehe<br \/>\nnicht davon aus, dass pro Jahr mehr als 1.000 Menschen aus allen europ\u00e4ischen<br \/>\nL\u00e4ndern zusammen dorthin geschickt werden k\u00f6nnten\u00ab, sagt Daniel Thym, Inhaber<br \/>\nder Professur f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht, Europa- und V\u00f6lkerrecht an der<br \/>\nUniversit\u00e4t Konstanz. \u00bbDie Aufnahmel\u00e4nder d\u00fcrften weder Interesse noch<br \/>\nKapazit\u00e4t haben, mehr Menschen bei sich aufzunehmen.\u00ab\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Trotzdem sei<br \/>\nder Schritt aus seiner Sicht richtig. Return Hubs seien ein klares<br \/>\nSignal an die eigene Bev\u00f6lkerung und die Asylbewerber, dass\u00a0die Regierung<br \/>\ndie \u00bbRechtspflicht ernst nimmt, dass ausreisepflichtige Personen das Land auch<br \/>\nverlassen\u00ab.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch unter welchen Bedingungen w\u00fcrden Migranten in<br \/>\nL\u00e4ndern wie Uganda \u00fcberhaupt untergebracht werden?<br \/>\nDer Staat wird autorit\u00e4r regiert und geh\u00f6rt, gemessen am durchschnittlichen<br \/>\nBruttoinlandsprodukt pro Kopf, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/entwicklungshilfe-usaid-stop-uganda-humanitaere-krise\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt.<\/a> Mit 1,8<br \/>\nMillionen Fl\u00fcchtlingen ist es schon jetzt das gr\u00f6\u00dfte Fl\u00fcchtlingsaufnahmeland<br \/>\nAfrikas und eines der gr\u00f6\u00dften weltweit. Homosexuellen etwa <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zett\/queeres-leben\/2023-05\/uganda-homosexualitaet-gesetz-todesstrafe-flucht)\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">drohen dort brutale<br \/>\nStrafen.<\/a>\n<\/p>\n<p>            SPD-Fraktion sieht Return Hubs kritisch            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00bbEs muss vertraglich abgesichert werden, dass die Menschen<br \/>\nvor Ort menschenw\u00fcrdig behandelt werden\u00ab, sagt CDU-Innenpolitiker Throm. Daf\u00fcr w\u00fcrden<br \/>\nDeutschland und weitere EU-Staaten \u00bbselbstverst\u00e4ndlich die Kosten \u00fcbernehmen\u00ab. Der<br \/>\nfinanzielle Aufwand, so Throm, w\u00fcrde immerhin deutlich geringer ausfallen, als wenn die Menschen langfristig in Deutschland blieben.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Migrationsforscherin Judith Kohlenberger\u00a0ist skeptisch, ob die Einhaltung von<br \/>\nMenschenrechten vor Ort gew\u00e4hrleistet werden kann. \u00bbWenn schon<br \/>\ndie Einhaltung menschenrechtlicher Standards in EU-L\u00e4ndern wie Ungarn und<br \/>\nGriechenland nicht gelingt, wie soll das dann in einem weit entfernten Land in<br \/>\nAfrika funktionieren?\u00ab, sagt Kohlenberger, die in Wien das Forschungsinstitut<br \/>\nf\u00fcr Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) leitet.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zweifel kommen auch aus der SPD-Fraktion. \u00bbIch<br \/>\nsehe den Aufbau von Return Hubs in Drittstaaten kritisch\u00ab, sagt SPD-Vize Sonja<br \/>\nEichwede der ZEIT. Es sei dennoch richtig, dass sich die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/bundesregierung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesregierung<\/a> in den<br \/>\neurop\u00e4ischen Verhandlungen f\u00fcr menschenrechtliche Standards eingesetzt hat. \u00bbAllerdings<br \/>\nf\u00e4llt mir kaum ein Land au\u00dferhalb Europas ein, in dem diese Standards auch<br \/>\ntats\u00e4chlich gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nnten.\u00ab\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zudem d\u00fcrften die Kosten nicht gr\u00f6\u00dfer als der Nutzen sein.<br \/>\n\u00bbEs darf in keinem Fall dazu kommen, dass enorm hohe Summen an autorit\u00e4re<br \/>\nRegime gezahlt werden, um eine kleine Gruppe von Menschen au\u00dfer Landes zu bringen\u00ab,<br \/>\nsagt Eichwede. Am Ende w\u00fcrde dies die Probleme nicht l\u00f6sen, sondern eine spaltende Debatte befeuern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Der Uganda-Plan Seite 2&#8243;Sollten schrittweise auch die Asylverfahren in Drittl\u00e4nder verlagern&#8220;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40791,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[24],"tags":[15930,1872,29,11208,743,1757,357,746,283,207],"class_list":["post-40790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-uganda","tag-abschiebezentren","tag-abschiebung","tag-afrika","tag-alexander-dobrindt","tag-asyl","tag-bundesregierung","tag-europaeische-union","tag-migration","tag-politik","tag-uganda"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116895575051779233","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40790\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}