{"id":40796,"date":"2026-07-10T12:12:07","date_gmt":"2026-07-10T12:12:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/40796\/"},"modified":"2026-07-10T12:12:07","modified_gmt":"2026-07-10T12:12:07","slug":"zu-schwul-fuer-die-tuerkei-und-jetzt-auch-aegypten-scarlet-lady-wieder-abgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/40796\/","title":{"rendered":"Zu schwul f\u00fcr die T\u00fcrkei \u2013 und jetzt auch \u00c4gypten: \u201eScarlet Lady&#8220; wieder abgewiesen"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\"><a href=\"https:\/\/maenner.media\/gesellschaft\/ausland\/tuerkei-weist-1900-schwule-touristen-ab\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erst verweigerte die T\u00fcrkei den Stopp<\/a>, dann drehte \u00c4gypten das Schiff kurz vor dem Hafen ab: Die \u201eScarlet Lady&#8220; mit rund 2.000 \u00fcberwiegend schwulen Passagieren durfte binnen einer Woche in zwei L\u00e4ndern nicht anlegen \u2013 nicht wegen dessen, was die Reisenden getan h\u00e4tten, sondern wegen dessen, wer sie sind. An Bord: Broadway-Ikone Patti LuPone, die ihrem \u00c4rger \u00f6ffentlich Luft macht.<\/p>\n<p>\u00c4gypten: noch h\u00e4rter als die T\u00fcrkei<\/p>\n<p>Es sollte ein entspannter Landgang werden: Am Donnerstagmorgen wollte die \u201eScarlet Lady&#8220; gegen 7 Uhr in Alexandria festmachen, den Passagier*innen standen Ausfl\u00fcge nach Kairo und zu den gro\u00dfen historischen St\u00e4tten \u00c4gyptens bevor. Daraus wurde nichts. Gegen halb vier Uhr nachts, das Schiff war nur noch wenige Stunden vom Hafen entfernt, zogen die \u00e4gyptischen Beh\u00f6rden die bereits erteilte Genehmigung zur\u00fcck. Das Schiff drehte ab und nahm wieder Kurs aufs offene Mittelmeer. Eine Begr\u00fcndung lieferte Kairo \u2013 anders als zuvor die T\u00fcrkei \u2013 nicht.<\/p>\n<p>Das Kreuzfahrtschiff der Reederei Virgin Voyages ist f\u00fcr diese Fahrt von der US-amerikanischen LGBTIQ*-Reisefirma Atlantis Events gechartert. Die zehnt\u00e4gige Route f\u00fchrte ab dem 5. Juli von Athen aus Richtung Adria; urspr\u00fcnglich standen die t\u00fcrkischen H\u00e4fen Ku\u015fadas\u0131 und Istanbul auf dem Plan \u2013 passend zum inzwischen <a href=\"https:\/\/maenner.media\/gesellschaft\/ausland\/istanbul-mindestens-50-festnahmen-bei-pride\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zw\u00f6lften Pride unter Verbot<\/a>. Doch schon Ende Juni untersagten die Beh\u00f6rden im t\u00fcrkischen Ayd\u0131n den Halt \u2013<\/p>\n<p>die Gruppe passe nicht zur \u201eStruktur unserer Gesellschaft&#8220; und zu den \u201emoralischen Werten&#8220;. Alexandria war der kurzfristig gebuchte Ersatz. Nun ist auch dieser gestrichen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>\u201eWirklich beispiellos&#8220; nennt Atlantis-Chef Rich Campbell das Vorgehen, \u201eseltsam und traurig&#8220;. In 36 Jahren Firmengeschichte sei eine Atlantis-Fahrt zum ersten Mal an einem Hafen abgewiesen worden \u2013 und zwar, so Campbell, \u201eweil wir eine schwule Gruppe sind&#8220;. Dabei habe das Unternehmen in 25 Jahren allein die t\u00fcrkischen H\u00e4fen 13 Mal ohne Probleme angelaufen. Beunruhigend sei, wenn ein Staat sich aussuche, welche Tourist*innen willkommen seien und welche nicht.<\/p>\n<p>2.000 schwule M\u00e4nner, eine w\u00fctende Diva<\/p>\n<p>Prominente R\u00fcckendeckung kommt von Bord selbst: Broadway-Legende Patti LuPone, die auf dem Schiff mitf\u00e4hrt, reagierte auf die t\u00fcrkische Absage mit einem knappen \u201eIch bin w\u00fctend&#8220; und k\u00fcndigte an, f\u00fcr die M\u00e4nner an Bord auftreten zu wollen, die Besseres verdient h\u00e4tten. Auch der fr\u00fchere B\u00fcrgermeister von Tempe, Neil Giuliano, ist unter den Reisenden. Ein anderer Passagier verwies auf die bittere Ironie des abgewiesenen Ziels:<\/p>\n<p>Alexandria sei nach Alexander dem Gro\u00dfen benannt \u2013 einem der bekanntesten homosexuellen M\u00e4nner der Antike. Man werde weggeschickt, \u201enicht wegen dessen, was wir taten, sondern wegen dessen, was wir \u00fcber uns sagten&#8220;.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet \u00c4gypten den Ersatzstopp verweigert, \u00fcberrascht wenig. Homosexualit\u00e4t ist dort zwar nicht ausdr\u00fccklich verboten, doch Beh\u00f6rden nutzen Moral-, \u201eUnzucht&#8220;- und Ordnungsparagrafen seit Jahren, um queere Menschen zu verhaften und zu verurteilen. Die Bilanz gilt als noch h\u00e4rter als die der T\u00fcrkei. Eine konkurrierende queere Reisefirma betonte, selbst noch nie an einem Hafen abgewiesen worden zu sein \u2013 und zuvor sowohl in der T\u00fcrkei als auch in \u00c4gypten problemlos angelegt zu haben.<\/p>\n<p>Die \u201eScarlet Lady&#8220; f\u00e4hrt jetzt eine umgebaute Route: Santorin r\u00fcckt nach vorn, dazu kommen Chania auf Kreta und Kotor in Montenegro, sp\u00e4ter Dubrovnik und Zadar, ehe das Schiff am 15. Juli in Triest anlegt. Die queeren Reisenden bekommen ihre Fahrt \u2013 nur eben ohne die beiden L\u00e4nder, die sie nicht haben wollten.<\/p>\n<p>Bleibt die gr\u00f6\u00dfere Frage, die dieser Fall aufwirft: Weil ein US-Unternehmen und US-B\u00fcrger*innen betroffen sind, wurde inzwischen auch das amerikanische Au\u00dfenministerium um eine Stellungnahme gebeten. Vor allem aber zeigt der doppelte Rausschmiss binnen weniger Tage, wie schnell queeres Reisen zur politischen Front wird.<\/p>\n<p>*ck\/Quellen: <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/travel\/2026\/07\/09\/egypt-blocks-gay-cruise-that-was-rejected-turkey-organizer-says\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Link &#xF6;ffnet in neuem Fenster (Washington Post)\" rel=\"nofollow noopener\">Washington Post<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.advocate.com\/news\/egypt-turkey-block-gay-cruise\" target=\"_blank\" aria-label=\"Link &#xF6;ffnet in neuem Fenster (The Advocate)\" rel=\"nofollow noopener\">The Advocate<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.cbc.ca\/news\/world\/2slgbtq-cruise-denied-entry-turkey-egypt-9.7264048\" target=\"_blank\" aria-label=\"Link &#xF6;ffnet in neuem Fenster (CBC)\" rel=\"nofollow noopener\">CBC<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.washingtonblade.com\/2026\/07\/09\/egyptian-authorities-refuse-to-allow-gay-cruise-to-dock-in-country\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Link &#xF6;ffnet in neuem Fenster (Washington Blade)\" rel=\"nofollow noopener\">Washington Blade<\/a>, <a href=\"https:\/\/vvinsider.com\/scarlet-ladys-lgbtq-charter-denied-again-as-egypt-port-is-canceled\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Link &#xF6;ffnet in neuem Fenster (VV Insider)\" rel=\"nofollow noopener\">VV Insider<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.lgbtqnation.com\/2026\/07\/gay-cruise-blocked-from-entering-egypt-days-after-being-banned-from-turkey\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Link &#xF6;ffnet in neuem Fenster (LGBTQ Nation)\" rel=\"nofollow noopener\">LGBTQ Nation<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erst verweigerte die T\u00fcrkei den Stopp, dann drehte \u00c4gypten das Schiff kurz vor dem Hafen ab: Die \u201eScarlet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40797,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[7],"tags":[54,1593,55,15931,15933,3026,72,1117,764,11706,295,1355,15932,133],"class_list":["post-40796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aegypten","tag-aegypten","tag-diskriminierung","tag-egypt","tag-gay-cruise","tag-gay-travel-index-gti","tag-homophobie","tag-islam","tag-kreuzfahrt","tag-mittelmeer","tag-redaktion","tag-reise","tag-religion","tag-spartacus-cruise","tag-tuerkei"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116895622276722850","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40796\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}