{"id":40805,"date":"2026-07-10T12:58:13","date_gmt":"2026-07-10T12:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/40805\/"},"modified":"2026-07-10T12:58:13","modified_gmt":"2026-07-10T12:58:13","slug":"frankreich-marokko-ueber-20-000-polizisten-in-frankreich-wegen-wm-spiel-paris-hat-gelernt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/40805\/","title":{"rendered":"Frankreich \u2013 Marokko: \u00dcber 20.000 Polizisten in Frankreich wegen WM-Spiel \u2013 Paris hat gelernt"},"content":{"rendered":"<p>20.000 Polizisten und Gendarmen sichern die vergangene Fu\u00dfballnacht, Tausende feiern auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es. Eine Nacht in Paris: zwischen Autokorsos, Kontrollen und kilometerlangen Absperrungen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Frankreich hatte sich auf diesen Abend dieses Mal sehr akribisch vorbereitet. Nach den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/champions-league\/article6a1bd1b5411d40cd4c74d0ee\/champions-league-landesweite-krawalle-nach-psg-triumph-416-festnahmen-in-frankreich.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/champions-league\/article6a1bd1b5411d40cd4c74d0ee\/champions-league-landesweite-krawalle-nach-psg-triumph-416-festnahmen-in-frankreich.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">schweren Ausschreitungen<\/a> rund um das Champions-League-Finale wenige Monate zuvor wollten die Beh\u00f6rden verhindern, dass sich beim Spiel Frankreich gegen Marokko am sp\u00e4ten Donnerstagabend \u00e4hnliche Szenen wiederholen. Mehr als zwei Millionen Menschen mit marokkanischen Wurzeln leben im Land. Landesweit waren rund 20.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz, davon allein \u00fcber 8000 in Paris. Bis tief in die Nacht unterst\u00fctzte auch das Milit\u00e4r die Sicherheitsma\u00dfnahmen. Hintergrund war neben der erwarteten Fu\u00dfball-Euphorie auch die weiterhin hohe Terrorgefahr.<\/p>\n<p>Bereits am Nachmittag ver\u00e4nderte sich das Bild entlang der Champs-\u00c9lys\u00e9es. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/wasserwerfer\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/wasserwerfer\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wasserwerfer<\/a> waren in Stellung gebracht worden, daneben R\u00e4umfahrzeuge der Polizei. Auf beiden Seiten der Stra\u00dfe standen Hunderte Einsatzfahrzeuge der Polizei und Gendarmerie. Beamte trugen Helme, Schutzwesten und Schlagst\u00f6cke, einige f\u00fchrten Ger\u00e4te f\u00fcr den Einsatz von Tr\u00e4nengas und Plastikgeschossen mit sich. Auch Polizeibeamte mit Arabisch- und Berberkenntnissen waren im Einsatz. Sie sollten die Kommunikation mit Besuchern erleichtern und bei Ansprachen oder Kontrollen unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Bereits vor dem Spiel hatte die Pr\u00e4fektur umfangreiche Verbote ausgesprochen. Das Mitf\u00fchren von Pyrotechnik war ebenso untersagt wie das Tragen von Pfefferspray. Minderj\u00e4hrige durften sich nach Mitternacht ohne Begleitung nicht mehr im \u00f6ffentlichen Raum aufhalten.<\/p>\n<p>Nicht nur die Polizei bereitete sich auf die Nacht vor. Entlang der Champs-\u00c9lys\u00e9es sicherten zahlreiche Luxusgesch\u00e4fte ihre Schaufenster zus\u00e4tzlich. Vor mehreren Boutiquen wurden Holzplatten und Metallbarrieren angebracht, andere Gesch\u00e4fte sch\u00fctzten ihre Glasfassaden mit mobilen Sperrelementen. Mitarbeiter kontrollierten noch ein letztes Mal die Eing\u00e4nge, bevor sie die L\u00e4den schlossen. Die Vorkehrungen sind eine Folge der fr\u00fcheren Ausschreitungen in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/paris\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/paris\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paris<\/a> nach Fu\u00dfballspielen, bei denen immer wieder Gesch\u00e4fte besch\u00e4digt oder gepl\u00fcndert worden waren.<\/p>\n<p>Kurz vor 22 Uhr sperrte die Polizei den Bereich rund um den Arc de Triomphe vollst\u00e4ndig f\u00fcr den Publikumsverkehr. Der Kreisverkehr unter dem Triumphbogen blieb menschenleer. Gefeiert werden durfte zwar weiterhin auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es, doch es gab klare Grenzen. Wer mit dem Auto unterwegs war, sollte im Fahrzeug bleiben. Um ein Vermischen von Fahrzeugen und Fu\u00dfg\u00e4ngern zu verhindern, zogen Einsatzkr\u00e4fte kilometerlange Metallz\u00e4une entlang der Stra\u00dfe. <\/p>\n<p>Mit dem Schlusspfiff entlud sich die Anspannung schlagartig. In Caf\u00e9s und Restaurants sprangen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene von ihren St\u00fchlen auf. Teller und Gl\u00e4ser fielen zu Boden, w\u00e4hrend sich andere Menschen umarmten und Fahnen auspackten. Kellner versuchten, umgest\u00fcrzte Tische wieder aufzustellen, doch viele G\u00e4ste verlie\u00dfen ihre Pl\u00e4tze bereits nach wenigen Sekunden. Sie str\u00f6mten auf die Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>\u201eWir sind eins, da spielt die Herkunft keine Rolle.\u201c<\/p>\n<p>Mehrere hundert Fahrzeuge fuhren langsam die Champs-\u00c9lys\u00e9es hinauf und wieder hinunter. Luxuswagen, Kleinwagen, Lieferwagen und Motorr\u00e4der bildeten kilometerlange Kolonnen. Aus nahezu jedem zweiten Fahrzeug ragten Fahnen. Immer wieder lehnten sich Menschen aus den Fenstern, jubelten und filmten.<\/p>\n<p>Viele feierten gemeinsam \u2013 unabh\u00e4ngig davon, welche Mannschaft sie unterst\u00fctzt hatten. Eine junge Frau lehnte sich mit einer marokkanischen Flagge aus dem Beifahrerfenster eines Kleinwagens und sagte WELT: \u201eWir sind Schwestern, wir sind eins, da spielt die Herkunft keine Rolle. Wir d\u00fcrfen hier leben, und deswegen feiern wir beide\u201c.<\/p>\n<p>Polizei kontrolliert immer wieder junge M\u00e4nner<\/p>\n<p>Die Stimmung blieb \u00fcber weite Strecken friedlich. An mehreren Stellen griff die Polizei dennoch ein. Immer wieder fuhren Motorradfahrer mit hoher Geschwindigkeit durch die Fahrzeugkolonnen. Beamte stellten sich auf die Fahrbahn, stoppten einzelne Fahrer und kontrollierten sie. <\/p>\n<p>Kurz darauf entstand die erste gr\u00f6\u00dfere Kontrolle. Ein junger Mann weigerte sich, wie WELT beobachten konnte, sich kontrollieren zu lassen. Mehrere Beamte umringten ihn, brachten ihn zum Streifenwagen und nahmen seine Daten auf. Passanten blieben stehen, beobachteten den Einsatz und filmten mit ihren Mobiltelefonen. Wenige Minuten sp\u00e4ter wurde der Mann abgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Nicht nur auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es blieb die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/polizei\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/polizei\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polizei<\/a> sichtbar. Rund um den Place du Trocad\u00e9ro standen rund hundert Einsatzkr\u00e4fte in Bereitschaft. <\/p>\n<p>Die Autokorsos zogen sich bis weit nach Mitternacht durch Paris. Anders als bei fr\u00fcheren Fu\u00dfballn\u00e4chten gab es keine Krawalle \u2013 Paris hat gelernt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"20.000 Polizisten und Gendarmen sichern die vergangene Fu\u00dfballnacht, Tausende feiern auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es. 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