{"id":41235,"date":"2026-07-12T14:51:08","date_gmt":"2026-07-12T14:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/41235\/"},"modified":"2026-07-12T14:51:08","modified_gmt":"2026-07-12T14:51:08","slug":"namibia-von-der-wueste-ueber-den-etosha-national-park-bis-zum-atlantik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/41235\/","title":{"rendered":"Namibia: Von der W\u00fcste \u00fcber den Etosha National-Park bis zum Atlantik"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um f\u00fcnf Uhr fr\u00fch schickt Guide Peter seine Reisegruppe in die W\u00fcste. Als die Sonne wie ein Feuerball \u00fcber dem weiten <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/namibia\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Namibia<\/a> aufgeht, bekennt der Morgen Farbe. Gold, ziegelrot und kastanienbraun leuchten m\u00e4chtige D\u00fcnen im \u00e4ltesten Sandkasten der Welt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei \u201eD\u00fcne 45\u201c stoppt der Guide seinen Gel\u00e4ndebus. Der in Afrika meist fotografierte Sandhaufen ist erster H\u00f6hepunkt in dem von Dutzenden D\u00fcnen ges\u00e4umten W\u00fcstenabschnitt Sossusvlei. Wie glatt gescheuerte Berge t\u00fcrmen sich die \u201eHighlights\u201c der Namib-W\u00fcste auf. Einige der Prachtexemplare sollen bis zu 380 Meter hoch sein und sind Herausforderung f\u00fcr jeden \u201eBergsteiger\u201c. Architekt der vor Millionen Jahren entstandenen Erhebungen in dem K\u00fcstenstreifen zwischen den St\u00e4dten L\u00fcderitz und Swakopmund sei der Seewind, erkl\u00e4rt Peter. Stetig treibe er Sandteilchen vor sich her und modelliere an kleinen Hindernissen wie Steinen oder Pflanzen die Wunderwelt im roten W\u00fcsten-Design.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein paar \u201eAusrei\u00dfer\u201c h\u00f6ren dem Tourleiter schon nicht mehr zu. Sie haben sich im wahrsten Wortsinn \u201eauf die Socken gemacht\u201c und stapfen auf dem D\u00fcnenkamm geradewegs ins Himmelblau. Auf halber Strecke werden die Beine im kn\u00f6cheltiefen Sand langsamer, nur der Atem geht schneller. Blo\u00df nicht schlappmachen! Wer es bis zum H\u00f6hepunkt schafft, der wird mit einem Blick fast bis zur K\u00fcste, wo das Desert-Valley abrupt im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/atlantik\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Atlantik<\/a> verschwindet, belohnt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Namibia ist Abenteuer. Man muss aber kein Abenteurer sein, um das zweieinhalb Mal so gro\u00dfe Land wie Deutschland zu durchqueren. Individualreisenden helfen gute Stra\u00dfenkarten, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Wem die passenden englischen Worte fehlen, der kommt in der bis 1915 deutschen Kolonie problemlos mit Deutsch ans Ziel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im R\u00fcckspiegel verschwinden die D\u00fcnen allm\u00e4hlich im milchigen Grau der flirrenden Mittagshitze. High Noon in der W\u00fcste, Zeit f\u00fcr eine Abk\u00fchlung. In der Sossusvlei Lodge, mitten im staubigen Nichts des Namib-Naukluft-Parks, steht den \u201eW\u00fcstens\u00f6hnen\u201c das Wasser bis zum Hals. Aus dem Swimmingpool ragen nur die K\u00f6pfe in den ofenhei\u00dfen Wind. Ringsherum einsame Stille. Vom Beckenrand schweift der Blick \u00fcber die scheinbar grenzenlose Weite Afrikas.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">150 Kilometer weiter im Kui\u00adseb Canyon stoppt Peter am n\u00e4chsten Morgen das Fahrzeug. Kurs K\u00fcste oder nach Osten? \u201eNach Osten Richtung Windhoek!\u201c, sind sich alle Bus\u00adpassagiere einig. Auf der Fahrt an den Atlantik nach Swakopmund lohnt der Umweg \u00fcber den 2335 Meter hohen Gamsberg Pass mit seinen spektakul\u00e4ren Aussichten. Ger\u00f6llpisten winden sich schwindelerregende Steilh\u00e4nge hoch und runter. Schalten, kuppeln, bremsen. Der Fahrer leistet zentimetergenaue Feinarbeit als er den Bus an g\u00e4hnenden Abgr\u00fcnden vorbei balanciert.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Welch ein Kontrast: In Swakopmund gibt es im Caf\u00e9 Anton Schwarzw\u00e4lder Kirschtorte und Brezel. Kaiser Wilhelm Stra\u00dfe, Moltke Stra\u00dfe, Garnison Stra\u00dfe: Deutsche Stra\u00dfenbezeichnungen f\u00fchren Besucher zu Fleischereien, B\u00e4ckereien und Lokalen, die fest in deutscher Hand sind. Bunte Jugendstilh\u00e4user vermitteln teutonische Atmosph\u00e4re und erinnern in dem am s\u00fcdlichsten gelegenen \u201edeutschen\u201c Seebad an die vergangene Kolonialzeit. Nur vor den Toren der Stadt, da stinkt es in einer Robbenkolonie gewaltig.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit heiserem Bellen k\u00fcndigen sich die Bewohner des Kreuzkaps an. Fast 100.000 Pelzrobben faulenzen zum Anfassen nahe am steinigen Strand. Einen weniger guten Eindruck auf Touristen macht die j\u00e4hrliche Robbenjagd. Da jedes Tier t\u00e4glich rund f\u00fcnf Kilogramm Nahrung aus dem Meer fischt, f\u00fcrchtet die Regierung all zu schnell gepl\u00fcnderte Speisekammern im Atlantik, und die Fischereiindustrie um ihre Jagdgr\u00fcnde.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Etosha National Park sorgen Wildtiere selbst f\u00fcr eine ausgeglichene Speisekarte. Hier an der Grenze zu <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/angola\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angola<\/a>, im Afrika der Gro\u00dfwildj\u00e4ger und Abenteuerromane, werden die \u201eBig Five\u201c (L\u00f6we, Leopard, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/elefant\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Elefant<\/a>, B\u00fcffel und Nashorn) nur noch mit dem Kameraobjekt und Fernglas ins Visier genommen. Endlich \u2013 das Dickicht bewegt sich: Ein Elefantenbulle schaukelt mit seinen bettdeckengro\u00dfen Ohren und trottet gefolgt von seiner \u201eFamilie\u201c am Stra\u00dfenrand entlang. Hobbyfilmer w\u00fcrden jetzt gerne die Verfolgung aufnehmen. Aber das lassen Park-Ranger nicht zu. \u201eStay in your car\u201c warnen Schilder am Rande des 700 Kilometer gro\u00dfen Stra\u00dfennetzes im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wildpark\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wildpark<\/a>. Was sind das f\u00fcr schwarze Punkte? Geier! Dutzende der gefiederten Gesellen hocken in Astgabeln auf der Lauer und beobachten einen L\u00f6wen beim Schmaus. Erst als der br\u00fcllend seine Beute verl\u00e4sst, st\u00fcrzen sich die V\u00f6gel auf den stattlichen Speiserest. Heute gibt es Gazellenfleisch.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Weg zur\u00fcck in die W\u00fcste f\u00fchrt durch das zerkl\u00fcftete Damaraland 15 Millionen Jahre haben die Ugab-Terrassen auf dem Buckel. Auf den wie aus allen Wolken gefallenen Steinkolossen in einem 80 Kilometer langen Tal, w\u00e4hnten Urbewohner des Landes den Sitz ihrer G\u00f6tter. \u201eFingerklippe\u201c hei\u00dft die merkw\u00fcrdigste Steinskulptur in der stillen, geheimnisvollen Erosionslandschaft. Wo ist John Wayne? Beim Panoramablick von der Felsterrasse f\u00fchlen sich sogar gestandene Cowboys in den Wilden Westen zur\u00fcckversetzt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am sp\u00e4ten Abend sind alle Augen ins n\u00e4chtliche Firmament gerichtet. Zigtausend kleinen Lagerfeuern gleich flackern die Sterne am klaren Himmel. Um Mitternacht schickt Peter seine Gruppe in die Quartiere und mahnt zu fr\u00fchem Aufbruch. Noch einen letzten Blick auf die funkelnde W\u00fcstenkuppel. Noch einmal den Gro\u00dfen B\u00e4ren, Pegasus und das Kreuz des S\u00fcdens sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um f\u00fcnf Uhr fr\u00fch schickt Guide Peter seine Reisegruppe in die W\u00fcste. 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