{"id":41521,"date":"2026-07-14T09:32:10","date_gmt":"2026-07-14T09:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/41521\/"},"modified":"2026-07-14T09:32:10","modified_gmt":"2026-07-14T09:32:10","slug":"sambia-den-einfachen-leuten-zuhoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/41521\/","title":{"rendered":"Sambia: \u201eDen einfachen Leuten zuh\u00f6ren\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Auf die N\u00f6te der Menschen h\u00f6ren, vor allem der \u00c4rmsten: das w\u00fcnscht sich der Bischof von Chipata von politischen Verantwortlichen in Sambia im Vorfeld der Wahlen am 13. August. Radio Vatikan traf George Cosmas Zumaire Lungu in Chipata.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-07\/sudan-angriff-tote-wahlen-krise.html\" title=\"S\u00fcdsudan: 19 Tote und 14 Verletzte bei j\u00fcngsten Angriffen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2022\/07\/07\/SUDSUDAN22NicolaBerti-Cuamm65lr.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"S\u00fcdsudan: 19 Tote und 14 Verletzte bei j\u00fcngsten Angriffen\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Nach der j\u00fcngsten Auseinandersetzung im s\u00fcdsudanesischen Bundesstaat Warrap ist die Zahl der Opfer auf mindestens 19 Tote und 14 Verletzte gestiegen. Laut lokalen Medienberichten &#8230;\n     <\/p>\n<p>Anne Preckel \u2013 Chipata<\/p>\n<p>Chipata liegt in der sambischen Ostprovinz und unweit der Grenze zu Malawi. Wenn man von der quirligen Handelsmetropole ins Landesinnere Sambias f\u00e4hrt, s\u00e4umen karge Felder die Stra\u00dfen. In der von Landwirtschaft gepr\u00e4gten Region, die gr\u00fcner ist als der trockenere S\u00fcdwesten, sind Tabak, Baumwolle, Erdn\u00fcsse und Mais wichtige Anbauprodukte.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDie l\u00e4ndlichen Regionen werden in unserem Land oft vergessen, wenn es um Entwicklungsfragen geht&#8220;, berichtet der Bischof von Chipata gegen\u00fcber Vatican News. Obwohl die Politik in diesen Tagen, wo ja bald gew\u00e4hlt werde, schon \u00f6fter mal aufs Land rausfahre. \u201eDie meisten Menschen dort sind arm. Sie sind Kleinbauern, die f\u00fcr ihren Lebensunterhalt auf Land und Ernte angewiesen sind. Ihnen fehlen aber meist die Mittel wie zum Beispiel D\u00fcnger.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie l\u00e4ndlichen Regionen werden in Sambia oft vergessen, wenn es um Entwicklungsfragen geht.\u201c<\/p>\n<p>Schwierige Bedingungen\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Rund 60 Prozent der Menschen gelten in Sambia als extrem arm, auf dem Land sind es sogar mehr. F\u00fcr die Kleinbauern h\u00e4ngt das \u00dcberleben von ihrem Vieh ab &#8211; H\u00fchnern, Ziegen oder seltener Schweinen und K\u00fchen &#8211; und vom Anbauen, Ernten und Verkaufen. Unsicherheit und Infrastruktur-Probleme, Trockenheit und Klimawandel erschweren das Leben, berichtet Bischof George Cosmas Zumaire Lungu.<\/p>\n<p>\u201eWenn man seine Waren vermarkten will, braucht man auch gute Stra\u00dfen. Und wie steht es um die Umwelt? Manchmal haben wir ein sehr gutes Klima, manchmal ist das Wetter einfach nur katastrophal. Es ist also sehr unvorhersehbar, und es gibt auch Notlagen, die Ressourcen vernichten, auf die die Menschen angewiesen sind.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn man seine Waren vermarkten will, braucht man auch gute Stra\u00dfen. Und wie steht es um die Umwelt?\u201c<\/p>\n<p>Nicht wenige Menschen auf dem Land leben ohne Strom und flie\u00dfend Wasser und kommen gerade so \u00fcber die Runden, man lebt von der Hand in den Mund.\u00a0Ein Schulbesuch und h\u00f6here Bildung sind kaum fl\u00e4chendeckend m\u00f6glich, die Gesundheitsversorgung und Mobilit\u00e4t sind schlecht. Viele Menschen transportieren Waren zu Fu\u00df oder setzen sich zu dritt oder viert auf klapprige Motorr\u00e4der, die \u00fcber staubige Stra\u00dfen rumpeln.<\/p>\n<p>Mit ein bisschen D\u00fcnger ist es nicht getan <\/p>\n<p>Mit Blick auf die prek\u00e4re Lage der Landwirtschaft berichtet Bischof George, dass Sambias Regierung versucht habe, einige der Probleme in diesem Bereich anzugehen. \u201eAber wahrscheinlich m\u00fcssen wir noch mehr tun\u201c, merkt er an, und meint, dass umfassendere L\u00f6sungen m\u00f6glich w\u00e4ren.<\/p>\n<p>\u201eWenn kein Markt vorhanden ist, ist das ein Problem.\u201c<\/p>\n<p>Wenn Bauern zum Beispiel nur kleine Mengen D\u00fcnger bek\u00e4men, sei das ein bisschen wie Tropfen auf hei\u00dfe Steine: \u201eDenn es geht ja auch um Vermarktung. Ein Landwirt kann hart auf dem Feld arbeiten und vielleicht genug produzieren, aber wie geht es dann weiter? Wenn kein Markt vorhanden ist, ist das ein Problem.\u201c \u00c4hnlich schwierig sei es, wenn Preise festgelegt w\u00fcrden, die \u201ef\u00fcr die Bauern nicht vorteilhaft\u201c seien. Sie bek\u00e4men dann kaum alle Kosten wieder herein. Immerhin f\u00f6rdert die Regierung in letzter Zeit teils eine Diversifizierung in der Landwirtschaft und auch klimaresistentere Pflanzen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Sch\u00e4tze, wenig Gerechtigkeit\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Neben Landwirtschaft ist der Bergbau ein tragender Sektor der sambischen Wirtschaft. Im \u201eCopperbelt\u201c, der sich \u00fcber Zentralsambia und den S\u00fcdosten der Demokratischen Republik Kongo erstreckt, werden Kupfer, Cobalt und weitere Metalle gewonnen. Zuletzt wurden neue Vorkommen des begehrten Lithiums und sogar von Uran entdeckt. Die Ertr\u00e4ge aus der bedeutenden Bergbauregion kommen allerdings kaum den sambischen B\u00fcrgern zugute.<\/p>\n<p>\u201eWenn man keine Kontrolle hat, verschwendet man nur Zeit. Die Menschen wollen sp\u00fcren, dass wir so reich mit nat\u00fcrlichen Ressourcen gesegnet sind.\u201c<\/p>\n<p>Bischof Goerge fragt dazu: \u201eVerf\u00fcgen wir \u00fcber politische Ma\u00dfnahmen, die uns helfen k\u00f6nnen, diese Ressourcen zum Wohle unseres Volkes zu nutzen? Im Namen der Investitionen gilt es Freiraum zu gew\u00e4hren, aber wenn man keine Kontrolle hat, verschwendet man nur Zeit. Die Menschen wollen sp\u00fcren, dass wir so reich mit nat\u00fcrlichen Ressourcen gesegnet sind. Wenn es strenge Vorgaben g\u00e4be, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen garantierten, w\u00fcrde sich die Lage \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Ein mahnender Hirtenbrief <\/p>\n<p>   Entscheidend sei, wie die Ressourcen genutzt und Ertr\u00e4ge daraus eingesetzt w\u00fcrden, so der sambische Bischof, denn heute sehe man, \u201edass einige reich werden, w\u00e4hrend andere immer \u00e4rmer werden\u201c. Sambias Bisch\u00f6fe kritisieren mit Blick auf den Bergbau nicht nur Korruption, sondern auch Ausbeutung und Umweltsch\u00e4den. In einem<br \/>\n  <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-09\/sambia-bischoefe-warnen-vor-umweltschaeden-durch-bergbau.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hirtenbrief zum Weltgebetstag f\u00fcr die Sch\u00f6pfung (1. September 2025)<\/a> forderten sie sch\u00e4rfere Kontrollen ausl\u00e4ndischer Unternehmen im sambischen Bergbau. \u201eMenschenw\u00fcrde und Gemeinwohl\u201c m\u00fcssten in den Mittelpunkt der nationalen Entwicklung gestellt werden, mahnten die Kirchenvertreter.\n <\/p>\n<p>\u201eDas bedeutet, dass jemand seine Arbeit nicht richtig gemacht hat.\u201c<\/p>\n<p>Zu den toten Fischen, giftigen Fl\u00fcssen und den anderen Missst\u00e4nden im \u201eCopperbelt\u201c sagt Bischof George: \u201eDas bedeutet, dass jemand seine Arbeit nicht richtig gemacht hat. Manchmal gibt es keine strenge Kontrolle der Bergbau-Unternehmen, und manchmal erf\u00fcllen die eigentlich Zust\u00e4ndigen ihre Aufgaben nicht, weil sie korrupt sind. Sie geben einen positiven Bericht ab, wonach alles in Ordnung sei, aber in Wirklichkeit entspricht das nicht der Wahrheit.\u201c<\/p>\n<p>Einem einfachen Sambier zuh\u00f6ren <\/p>\n<p>Sambias Kirche spreche diese Missst\u00e4nde an, um Bewusstsein daf\u00fcr zu f\u00f6rdern, so der Bischof, der im Interview mit Vatican News eine Hoffnung f\u00fcr die \u201egeneral elections\u201c, die Parlamentswahlen am 13. August, formuliert. Dabei sollen der Pr\u00e4sident, Mitglieder der Nationalversammlung und der Lokalverwaltungen gew\u00e4hlt werden. Von der neuen Landesf\u00fchrung erhofft sich Bischof George vor allem eines: dass sie nahe bei den \u00c4rmsten ist und deren allt\u00e4glichen Problemen.<\/p>\n<p>\u201eGanz gleich, welche Regierung eingesetzt wird: Ich erwarte eine F\u00fchrung, die im Dienst der Bed\u00fcrfnisse unseres Volkes steht. Menschen, die bescheiden genug sind, einem einfachen Sambier zuzuh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGanz gleich, welche Regierung eingesetzt wird: Ich erwarte eine F\u00fchrung, die im Dienst der Bed\u00fcrfnisse unseres Volkes steht, die den Menschen zuh\u00f6rt und auf ihre N\u00f6te eingeht. Das ist es, was unseren Gemeinschaften fehlt und was uns helfen kann. Menschen, die bescheiden genug sind, einem einfachen Sambier und seinen Problemen zuzuh\u00f6ren. Wir wollen keine egoistische, sondern eine selbstlose F\u00fchrung, die dient.\u201c<\/p>\n<p>Radio Vatikan traf den Bischof Ende Juni bei einer Reportagereise durch das Land.<\/p>\n<p>(vatican news \u2013 pr)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf die N\u00f6te der Menschen h\u00f6ren, vor allem der \u00c4rmsten: das w\u00fcnscht sich der Bischof von Chipata von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41522,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[25],"tags":[529,358,232,2180,283,311,1480,138,312],"class_list":["post-41521","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-sambia","tag-armut","tag-bischoefe","tag-gerechtigkeit","tag-korruption","tag-politik","tag-sambia","tag-umwelt","tag-wirtschaft","tag-zambia"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116917642458961341","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41521\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41522"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}