{"id":41654,"date":"2026-07-15T03:53:15","date_gmt":"2026-07-15T03:53:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/41654\/"},"modified":"2026-07-15T03:53:15","modified_gmt":"2026-07-15T03:53:15","slug":"produktion-in-der-groessten-diamantenmine-suedafrikas-wird-gestoppt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/41654\/","title":{"rendered":"Produktion in der gr\u00f6\u00dften Diamantenmine S\u00fcdafrikas wird gestoppt"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/diamanten-114.jpg\" alt=\"Ungeschliffene Diamanten sind in der Londoner Zentrale von De Beers durch eine Juwelierlupe zu sehen. \" title=\"Ungeschliffene Diamanten sind in der Londoner Zentrale von De Beers durch eine Juwelierlupe zu sehen.  | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.07.2026 \u2022 04:58 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Sie galten lange als Inbegriff von Luxus. Doch die Nachfrage nach echten Diamanten geht zur\u00fcck, auch wegen Konkurrenz aus dem Labor. S\u00fcdafrikas gr\u00f6\u00dfte Mine wird nun stillgelegt &#8211; in einer ohnehin schon armen Region.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Provinz Limpopo im Norden S\u00fcdafrikas ist die Nachricht ein harter Schlag. Schlie\u00dflich geh\u00f6rt die Region ohnehin schon zu den \u00e4rmsten des Landes. Jahrzehntelang galt die Venetia-Mine als Aush\u00e4ngeschild. Ein gro\u00dfer Teil der s\u00fcdafrikanischen Diamantenexporte wird hier gef\u00f6rdert. Aktuell sind rund 4.500 Menschen direkt in der Mine besch\u00e4ftigt, Tausende weitere Jobs h\u00e4ngen indirekt von der Diamantenproduktion ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der De Beers-Konzern hatte zuletzt noch rund zwei Milliarden Euro in den Standort investiert. Eine gro\u00dfe, neue Schachtanlage untertage sollte die Mine eigentlich fit f\u00fcr die Zukunft machen. Jetzt aber zieht das Unternehmen die Rei\u00dfleine. Die Produktion wird f\u00fcr zwei Jahre weitgehend gestoppt.<\/p>\n<p>    Diamanten-Branche steht unter Druck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Diamanten-Industrie steckt in einer tiefen Krise. Weltweit verkaufen sich die glitzernden Steine immer schlechter, die Preise sind im Keller. Gareth Penny hat vier Jahrzehnte in der Bergbauindustrie gearbeitet, 22 davon bei De Beers. Er sagte dem Nachrichtenkanal SABC: So unter Druck wie jetzt habe die Branche noch nie gestanden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Grund daf\u00fcr seien vor allem synthetische Diamanten. &#8222;Aber es gibt auch einen starken Nachfrager\u00fcckgang in China und die Trump\u2011Z\u00f6lle auf indische Importe von Diamantschmuck. Dar\u00fcber hinaus gibt es Sanktionen gegen russische Diamanten, was zus\u00e4tzliche Komplexit\u00e4t schafft. Das ist gewisserma\u00dfen der perfekte Sturm, in dem eine ganze Reihe Faktoren zusammenkommen&#8220;, sagt er. Das stelle das Diamantengesch\u00e4ft vor enorme Herausforderungen.<\/p>\n<p>    Billigkonkurrenz aus dem Labor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hohe Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit in den wichtigen M\u00e4rkten USA, Europa und Asien sorgen f\u00fcr Zur\u00fcckhaltung bei den Verbrauchern. Au\u00dferdem ver\u00e4ndern sich die Traditionen. F\u00fcr viele j\u00fcngere Leute sind echte Diamanten als Verlobungs- oder Hochzeitsgeschenke l\u00e4ngst nicht mehr so wichtig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und: Billigkonkurrenz kommt aus dem Labor. Synthetische Diamanten kosten 50 bis 80 Prozent weniger. Ihre Produktion ist sehr energieintensiv, verursacht aber weniger Umweltzerst\u00f6rung als der traditionelle Bergbau. Der Werbespruch &#8222;Diamonds are forever&#8220;, Diamanten sind f\u00fcr die Ewigkeit, zieht nicht mehr so wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gwede Mantashe, S\u00fcdafrikas Minister f\u00fcr Mineralien und Ressourcen, hat die Minenbetreiber gerade erst bei einem Branchentreffen dazu aufgefordert, mehr Geld in die Hand zu nehmen und ihre Produkte besser zu vermarkten. &#8222;Die nat\u00fcrlichen Diamanten stehen in vielerlei Hinsicht unter Beschuss. Die Branche ist deprimiert&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>                    Der Preis f\u00fcr Diamanten ist gesunken und im Labor gez\u00fcchtete Diamanten fressen uns das Mittagessen weg. <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir kommen also mit einer Initiative, die global ist, f\u00fcr ein aggressives Marketing nat\u00fcrlicher Diamanten, um den Unterschied zwischen einem Naturstein und einem im Labor gez\u00fcchteten Diamanten deutlich zu machen&#8220;, so Mantashe.<\/p>\n<p>    Produktionsstopp mit sp\u00fcrbaren Konsequenzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr De Beers hat aber zun\u00e4chst etwas anderes Priorit\u00e4t. N\u00e4mlich die Produktion herunterzufahren und Kosten zu senken. Anfang des Jahres wurde bereits der geplante Ausbau eines Standorts in Kanada auf Eis gelegt. In einer Erkl\u00e4rung des Unternehmens hei\u00dft es, mit den Ver\u00e4nderungen wolle der Konzern auf kurze Sicht eine gr\u00f6\u00dfere gesch\u00e4ftliche Widerstandsf\u00e4higkeit sicherstellen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Langfristig gebe es hoffungsvolle Signale: &#8222;Wir sind ermutigt durch Anzeichen einer steigenden Verbrauchernachfrage in den USA und dar\u00fcber hinaus. Insbesondere bei h\u00f6herwertigen Diamanten. Das globale Angebot an Rohdiamanten geht zur\u00fcck, was den Markt zus\u00e4tzlich st\u00fctzt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In S\u00fcdafrika d\u00fcrfte der Produktionsstopp in der gr\u00f6\u00dften Diamantenmine des Landes trotzdem sp\u00fcrbare Konsequenzen haben. Schon 2024 hatte De Beers am Venetia-Standort mehr als 300 Jobs gestrichen. Jetzt ist ein weiterer Arbeitsplatzabbau zu erwarten. Erste Gespr\u00e4che des Konzerns mit der Regierung und den Gewerkschaften haben bereits begonnen. Dabei geht es um die Frage, wie die anstehenden K\u00fcrzungen mit Fr\u00fchverrentungsprogrammen, Versetzungen oder Staatshilfen sozial abgefedert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.07.2026 \u2022 04:58 Uhr Sie galten lange als Inbegriff von Luxus. 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