{"id":4305,"date":"2026-04-20T04:05:47","date_gmt":"2026-04-20T04:05:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4305\/"},"modified":"2026-04-20T04:05:47","modified_gmt":"2026-04-20T04:05:47","slug":"nigeria-massaker-an-christen-und-muslimen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4305\/","title":{"rendered":"Nigeria: Massaker an Christen und Muslimen"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Jahr hat f\u00fcr die Menschen in der katholischen Di\u00f6zese Kontagora im Nordwesten Nigerias mit weiterer Gewalt begonnen. Bewaffnete Banden haben bei einer \u00dcberfallserie zwischen dem 28. Dezember 2025 und dem 3. Januar 2026 mindestens 50 Menschen get\u00f6tet, teilten Projektpartner dem p\u00e4pstlichen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c mit.<\/p>\n<p>Der schwerste Angriff ereignete sich am 3.1. im Dorf Kasuwan Daji. Die Angreifer steckten den \u00f6rtlichen Markt und umliegende H\u00e4user in Brand und \u201et\u00f6teten 42 M\u00e4nner, nachdem sie ihnen die H\u00e4nde auf dem R\u00fccken gefesselt hatten\u201c, teilte die Di\u00f6zese mit. Zudem seien eine bislang unbekannte Anzahl Frauen und Kinder entf\u00fchrt worden. Bei den Opfern handelt es sich um Christen und Muslime; die gesamte Bev\u00f6lkerung ist von den \u00dcbergriffen betroffen.\u00a0Einem \u201eKirche in Not\u201c vorliegenden Bericht von Bischof Bulus Dauwa Yohanna aus Kontagora zufolge haben kriminelle Gruppen rund um den Jahreswechsel mehrere D\u00f6rfer in den Bundesstaaten Niger und Kebbi \u00fcberfallen. Bereits am 28. Dezember h\u00e4tten Angreifer in den D\u00f6rfern Kaiwa und Gebe sieben Menschen get\u00f6tet und H\u00e4user sowie Getreidelager in Brand gesetzt, hei\u00dft es in dem Bericht.\u00a0<\/p>\n<p>Auch kirchliche Einrichtungen betroffen <\/p>\n<p>Am 2. Januar 2026 drangen Bewaffnete im Dorf Sokonbora auf das Gel\u00e4nde der katholischen Gemeinde ein. Dort zerst\u00f6rten sie Kreuzwegstationen und Musikinstrumente. Zudem stahlen sie Motorr\u00e4der, Mobiltelefone und Bargeld. Anschlie\u00dfend h\u00e4tten sie in einer nahegelegenen Siedlung die Lebensmittelvorr\u00e4te gepl\u00fcndert, teilte die Di\u00f6zese Kontagora mit.<\/p>\n<p>\u201eWeit verbreitete Panik\u201c<\/p>\n<p>Der Pressebeauftragte der nigerianischen Bischofskonferenz, Pater Matthew Stephen Kabirat, sagte laut der Agentur \u201eAciafrica&#8220;, die Banden h\u00e4tten ungehindert im n\u00f6rdlichen Teil des Verwaltungsbezirks Borgu im Bundesstaat Niger und im s\u00fcdlichen Teil des Verwaltungsbezirks Shanga im Bundesstaat Kebbi umherstreifen k\u00f6nnen. Besonders alarmierend sei die Lage der \u00fcber 300 Schulkinder aus Papiri, die erst kurz vor Weihnachten aus der Geiselhaft entlassen worden waren. Nach Angaben des Bischofskonferenz-Sprechers sind sie erneut schwer traumatisiert, da sie sich vor den j\u00fcngsten Angriffen mit ihren Familien in Sicherheit bringen mussten. \u201eIn den D\u00f6rfern, in denen Ger\u00fcchte kursieren, herrscht nun weit verbreitete Panik\u201c, so der nigerianische katholische Priester. \u201eIn der gesamten Region gibt es viele D\u00f6rfer. Es gibt jedoch keine einzige gr\u00f6\u00dfere Stadt, in die die Menschen fliehen k\u00f6nnen, um sich in Sicherheit zu bringen. Dennoch verlassen viele Menschen die Region und geben ihre H\u00e4user und ihr Eigentum auf.\u201c<\/p>\n<p>Kirchenvertreter fordern Eingreiftruppen <\/p>\n<p>\u201eAngesichts dessen ist klar, dass bis zur Beseitigung der Banditen und ihrer Verstecke im Kanji-Wildreservat dringend eine gro\u00dfe und gut ausger\u00fcstete milit\u00e4rische Task Force in der Region ben\u00f6tigt wird, die in der Lage und befugt ist, die Banditen zu verfolgen, zu bek\u00e4mpfen und zu eliminieren, sobald sie das Wildreservat wieder verlassen, um weitere Angriffe zu ver\u00fcben\u201c, so Pater Kabirat.<\/p>\n<p>\u201eDringender Bedarf an einer gro\u00dfen, gut ausger\u00fcsteten milit\u00e4rischen Eingreiftruppe, die befugt ist, die Banditen zu verfolgen\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich in seiner Erkl\u00e4rung auch Bischof Yohanna, der ein sofortiges Eingreifen der Regierung fordert. Es bestehe \u201edringender Bedarf an einer gro\u00dfen, gut ausger\u00fcsteten milit\u00e4rischen Eingreiftruppe, die befugt ist, die Banditen zu verfolgen\u201c. Andernfalls drohten \u201eanhaltende massive Verluste an Menschenleben und die dauerhafte Vertreibung gro\u00dfer Bev\u00f6lkerungsteile\u201c.<\/p>\n<p>In einer weiteren Stellungnahme dr\u00fcckte der Bischof seine \u201etiefe Trauer\u201c \u00fcber den Tod der 42 M\u00e4nner in Kasuwan Daji aus \u2013 \u201eChristen und Muslime gleicherma\u00dfen\u201c. Zugleich rief er die verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen dazu auf, \u201eeinander nicht als Feinde zu betrachten, sondern geeint jede Form von Gewalt abzulehnen und gemeinsam unserem gemeinsamen Feind entgegenzutreten\u201c.<\/p>\n<p>Hintergrund <\/p>\n<p>Neben dschihadistischen Terrorgruppen und Extremisten aus dem Nomadenstamm der Fulani sind kriminelle Banden die Ursache von gro\u00dfem Leid unter Nigerias Bev\u00f6lkerung. Auch wenn sich der Fokus nicht ausschlie\u00dflich auf Christen und christliche Einrichtungen richtet, sind sie dennoch immer wieder besonders hart betroffen. In keinem anderen Land der Welt wurden etwa im vergangenen Jahr so viele Priester und Ordensleute entf\u00fchrt wie in Nigeria. Die Erpressung von L\u00f6segeld ist f\u00fcr viele kriminelle Gruppen zu einer Einnahmequelle geworden.<\/p>\n<p>(kirche in not\/aciafrica &#8211; sst)\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das neue Jahr hat f\u00fcr die Menschen in der katholischen Di\u00f6zese Kontagora im Nordwesten Nigerias mit weiterer Gewalt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4306,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[778,205,72,231,77,895],"class_list":{"0":"post-4305","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nigeria","8":"tag-christen","9":"tag-gewalt","10":"tag-islam","11":"tag-katholische-kirche","12":"tag-nigeria","13":"tag-tod"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116435064070573719","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4305"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4305\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}