{"id":4327,"date":"2026-04-20T04:26:18","date_gmt":"2026-04-20T04:26:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4327\/"},"modified":"2026-04-20T04:26:18","modified_gmt":"2026-04-20T04:26:18","slug":"botswanas-diamantendeal-steht-auf-der-kippe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4327\/","title":{"rendered":"Botswanas Diamantendeal steht auf der Kippe"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/diamanten-107.jpg\" alt=\"Eine Pinzette h\u00e4lt einen Diamanten.\" title=\"Eine Pinzette h\u00e4lt einen Diamanten. | picture alliance \/ Shotshop\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.04.2023 \u2022 15:19 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Botswana gilt als das beste Bergbauland in Afrika, R\u00fcckgrat der Wirtschaft sind Diamanten. Partner der Regierung ist seit gut 50 Jahren der Branchengigant De Beers. Pr\u00e4sident Masisi droht nun damit, das zu \u00e4ndern. Von Jana Genth.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/jana-genth-109.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jana Genth\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/jana-genth-103.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Botswana gilt als das beste Bergbauland in Afrika, R\u00fcckgrat der Wirtschaft sind Diamanten. Partner der Regierung ist seit gut 50 Jahren der Branchengigant De Beers. Pr\u00e4sident Masisi droht nun damit, das zu \u00e4ndern. <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eigentlich ist es ein Erfolgsmodell. Botswana und De Beers f\u00f6rdern gemeinsam Diamanten mit dem Gemeinschaftsunternehmen Debswana. Es geh\u00f6rt beiden Seiten zu gleichen Teilen. Diese Vereinbarung gilt als eine der erfolgreichsten \u00f6ffentlich-privaten Partnerschaften in Afrika. Debswana f\u00f6rdert fast alle Rohdiamanten aus den Minen des Landes. Im vergangenen Jahr betrug die Produktion nach eigenen Angaben 24 Millionen Karat, nach Russland die zweitgr\u00f6\u00dfte Menge weltweit.<\/p>\n<p>    Botswana will mehr selber schleifen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">75 Prozent der Edelsteine werden an den Branchen-Primus De Beers verkauft, ein Tochterunternehmen des global agierenden Bergbaukonzerns Anglo American. Die \u00fcbrigen 25 Prozent gehen an die staatliche Okavango Diamond Company (ODC), die 2011 gegr\u00fcndet wurde, um Edelsteine eigenst\u00e4ndig zu vermarkten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Botswana m\u00f6chte den ODC-Anteil erh\u00f6hen und nicht mehr nur an Rohdiamanten verdienen. Daran lie\u00df Pr\u00e4sident Mokgweetsi Masisi keinen Zweifel, als er im M\u00e4rz in Gaborone eine Anlage zum Schleifen und Polieren von Edelsteinen er\u00f6ffnete. Das Werk betreibt die belgische Firma HB Antwerp, an der Botswana sich einen Anteil von 24 Prozent gesichert hat. Masisi betonte: &#8222;Es ist an der Zeit, dass Botswana sich nicht nur an der F\u00f6rderung von Diamanten beteiligt und sie verkauft, ohne sie verarbeitet zu haben. Die Ertr\u00e4ge, die sich \u00fcber den Verkauf unserer Diamanten mit Wertsch\u00f6pfung ergeben, sind viel h\u00f6her als die aus dem Verkauf von Rohdiamanten allein.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Rohdiamanten aus Botswana &#8211; die Regierung setzt darauf, k\u00fcnftig mehr davon veredeln zu k\u00f6nnen.\n                    <\/p>\n<p>    Streng geheime Verhandlungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Offen hat Masisi bereits damit gedroht, die Verhandlungen mit De Beers platzen zu lassen, wenn Botswana keine h\u00f6heren Anteile erh\u00e4lt. Beide Seiten verhandeln schon seit 2018 \u00fcber ein neues Abkommen, das den Verkauf von Rohdiamanten regelt. Das derzeitige l\u00e4uft im Juni aus &#8211; die Zeit dr\u00e4ngt. Die Gespr\u00e4che sind streng geheim. Nichts dringt nach au\u00dfen, und auch De Beers hat sich auf eine ARD-Anfrage nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dithapelo Keorapetse, der Vorsitzende der gr\u00f6\u00dften Oppositionspartei Botswanas, bem\u00e4ngelte k\u00fcrzlich im Parlament, die Regierung lasse bei Bergbauvertr\u00e4gen nicht genug Transparenz walten. &#8222;Wer sind die W\u00e4chter? Wer pr\u00fcft diese Vereinbarungen? Welche Rolle spielt das Parlament?&#8220;, fragte er.<\/p>\n<p>    Alles nur Wahlkampf?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Botswana gilt als eines der reichsten, demokratisch stabilsten und am wenigsten korrupten L\u00e4nder Afrikas. Gesch\u00e4tzt 35.000 Menschen arbeiten in der Diamanten-Industrie. Investoren scheinen daher verunsichert. Pr\u00e4sident Masisi spiele auf Risiko, sagen viele Analysten. Er setze eine erfolgreiche Partnerschaft f\u00fcr einen Sieg bei der Parlamentswahl im n\u00e4chsten Jahr aufs Spiel. Selbst der Minister f\u00fcr Mineralien und Energie, Lefoko Moagi, sagte im Januar noch, alles, was den Diamantenhandel st\u00f6re, w\u00fcrde den Markt verunsichern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Einige Finanzexpertinnen und Finanzexperten zweifeln daran, ob es wirtschaftlich \u00fcberhaupt sinnvoll w\u00e4re, wenn Botswana ein gr\u00f6\u00dferer Anteil an seinen Rohdiamanten zustehen w\u00fcrde. Sie berufen sich auf k\u00fcrzlich erschienene Medienberichte aus Botswana, wonach das ODC nicht einmal die 25 Prozent Rohdiamanten verkaufen kann, auf die es bereits Anspruch habe.Verschiedene Wirtschaftswissenschaftler sind sich aber einig, dass es eine Katastrophe w\u00e4re, wenn es bis Juni keine Einigung g\u00e4be.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Eine NASA-Aufnahme einer riesigen Diamanten-Mine in Botswana &#8211; in der Branche arbeiten 35.000 Menschen (Archiv).\n                    <\/p>\n<p>    Vorw\u00fcrfe gegen De Beers<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Regierung in Gaborone, berichten Medien, gehe auch einer Studie nach, wonach De Beers in Botswana zwischen 2013 und 2020 Steuern hinterzogen haben soll. Laut Untersuchung der Finanzbeh\u00f6rde schuldet der Diamantenproduzent dem Staat vier Milliarden Pula, umgerechnet gut 280 Millionen Euro. Analysten spekulieren, die Regierung k\u00f6nnte De Beers durch Konkurrenten ersetzen wollen. Sie betonen aber, dass De Beers in der Branche so dominant ist, dass man ihn schwerlich ausschalten k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pr\u00e4sident Masisi hat keine Zahlen genannt. \u00d6ffentlich sagte er nicht, welchen Anteil an Rohdiamanten er k\u00fcnftig f\u00fcr Debswana anstrebe. J\u00fcngst betonte er aber, Botswana sei stets ein umsichtiges und vern\u00fcnftiges Land gewesen. Das l\u00e4sst Mitarbeiter, Finanzexperten, Einzelh\u00e4ndler und Investoren immerhin hoffen, dass ab Juli eine neue Regelung mit De Beers gelten wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.04.2023 \u2022 15:19 Uhr Botswana gilt als das beste Bergbauland in Afrika, R\u00fcckgrat der Wirtschaft sind Diamanten.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4328,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[244],"tags":[373,374,2789,1328],"class_list":{"0":"post-4327","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-botsuana","8":"tag-botsuana","9":"tag-botswana","10":"tag-debeers","11":"tag-diamanten"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116435142816847044","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4327"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4327\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}