{"id":43452,"date":"2026-07-27T13:02:25","date_gmt":"2026-07-27T13:02:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/43452\/"},"modified":"2026-07-27T13:02:25","modified_gmt":"2026-07-27T13:02:25","slug":"ozeane-totgesagte-riffe-leben-laenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/43452\/","title":{"rendered":"Ozeane: Totgesagte Riffe leben l\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<p>Ozeane: Totgesagte Riffe leben l\u00e4nger &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Ozeane: Totgesagte Riffe leben l\u00e4nger<\/p>\n<p>\u00dcber Jahrzehnte hinweg nahm man an, dass die Korallenriffe vor Benin tot seien. Doch Tauchg\u00e4nge erbrachten nicht nur den Gegenbeweis: Das \u00d6kosystem bl\u00fcht vor Leben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Unterwasseraufnahme eines Korallenriffs mit verschiedenen Arten von Weichkorallen in leuchtenden Farben wie Gelb, Lila und Rot. Die Korallen sind auf sandigem Meeresboden verteilt. Im Hintergrund sind weitere Korallenstrukturen zu sehen. Unten rechts ist ein Zeitstempel mit dem Datum 2025\/12\/24 und der Uhrzeit 12:15:59 eingeblendet.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Picture-of-the-reef_FireflyUpscaler2x.jpg\" title=\"Unterwasseraufnahme eines Korallenriffs mit verschiedenen Arten von Weichkorallen in leuchtenden Farben wie Gelb, Lila und Rot. Die Korallen sind auf sandigem Meeresboden verteilt. Im Hintergrund sind weitere Korallenstrukturen zu sehen. Unten rechts ist ein Zeitstempel mit dem Datum 2025\/12\/24 und der Uhrzeit 12:15:59 eingeblendet.\"\/><\/p>\n<p> Korallenriffe existieren nicht nur nahe der Wasseroberfl\u00e4che, sondern auch in Dutzenden Metern Tiefe, wo es weniger Licht gibt. Dennoch sind sie artenreich, wie dieses Beispiel vor der K\u00fcste Benins zeigt. <\/p>\n<p>Im Jahr 1963 machten sich Wissenschaftler auf, um vor der K\u00fcste des westafrikanischen Staats Benin den Meeresgrund zu kartieren. Ziel war es, lohnenswerte Fischgr\u00fcnde zu identifizieren, doch dabei stie\u00dfen die Beteiligten auch auf riffartige Strukturen. Diese wurden nicht n\u00e4her untersucht und stattdessen gleich als tot deklariert. Eine Falschannahme: <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/marine-science\/articles\/10.3389\/fmars.2026.1848226\/full\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Etwas mehr als 60<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/marine-science\/articles\/10.3389\/fmars.2026.1848226\/full\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Jahre sp\u00e4ter untersuchte eine Arbeitsgruppe um G\u00e9rard Zinzindohou\u00e9 vom Ozeanforschungsinstitut in Benin die Region nochmals genauer<\/a>\u00a0\u2013 und entdeckte ein sehr lebendiges Korallenriff wieder, in dem zahlreiche Arten zu Hause\u00a0sind. <\/p>\n<p>Das Team hatte das fragliche Gebiet am Rand des westafrikanischen Kontinentalschelfs von einem Forschungsschiff aus mit Sonar untersucht, bis es auf Signale stie\u00df, die erneut auf das Riff hinwiesen. Anschlie\u00dfende Tauchfahrten mit einer Unterwasserdrohne zeigten dann tats\u00e4chlich in einer Tiefe von rund 50\u00a0Metern die Korallengemeinschaften. Es handelte sich dabei aber nicht um ein kontinuierliches Riff, denn die Korallen wachsen immer nur auf geeigneten Felsen, zwischen denen sich Fl\u00e4chen aus weichem Sediment erstrecken.\u00a0<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu oberfl\u00e4chennahen Korallenriffen dominieren hier keine Stein-, sondern Weichkorallen (Octocorallia), von denen die Forscher mindestens sechs Arten nachweisen konnten. Dazu identifizierten sie zwei Arten an Schwarzen Korallen (Antipatharia), auch D\u00f6rnchenkorallen genannt. Dazwischen bewegten sich acht Riff-Fischarten, die auf den Kameraaufnahmen zu sehen waren. Die gesamte Artenvielfalt d\u00fcrfte jedoch viel gr\u00f6\u00dfer sein; die Bilder zeigen wahrscheinlich nur kleine Ausschnitte der Tierwelt.<\/p>\n<p>Dies sei der erste Nachweis eines sogenannten mesophotischen Korallenriffs am Schelfrand des Golfs von Guinea, schreiben Zinzindohou\u00e9 und Co. Es handelt sich also noch nicht um ein richtiges Tiefseeriff, es unterscheidet sich aber bereits deutlich von den Korallenriffen nahe der Wasseroberfl\u00e4che. In diese mittleren Lagen dringt schon deutlich weniger Licht vor, was sich entsprechend auf die Zusammensetzung der Arten auswirkt. Diese Riffe finden sich in tropischen Gew\u00e4ssern in einer Tiefe von 30\u00a0bis 150\u00a0Metern. Da die Region prinzipiell schlecht erforscht ist, hoffen die Meeresforscher darauf, noch mehr dieser \u00d6kosysteme vor Ort zu finden. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Zinzindohou\u00e9, F. et al., Frontiers in Marine Science 10.3389\/fmars.2026.1848226, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/a9221cf7db194224b18927c44654f19a.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ozeane: Totgesagte Riffe leben l\u00e4nger &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltOzeane: Totgesagte Riffe leben l\u00e4nger \u00dcber Jahrzehnte hinweg&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":43453,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[240],"tags":[10042,1084,360,5710,5828,16797,10306,16798],"class_list":["post-43452","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-benin","tag-artenvielfalt","tag-atlantik","tag-benin","tag-biologie","tag-korallen","tag-korallenriffe","tag-ozeane","tag-tiefseekorallen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116992078173926251","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43452"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43452\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}