{"id":44540,"date":"2026-08-02T07:29:12","date_gmt":"2026-08-02T07:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44540\/"},"modified":"2026-08-02T07:29:12","modified_gmt":"2026-08-02T07:29:12","slug":"fast-alle-migranten-verlassen-ceuta-treffen-der-eu-innenminister-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44540\/","title":{"rendered":"Fast alle Migranten verlassen Ceuta \u2013 Treffen der EU-Innenminister geplant"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Ceuta\/Rom (dpa). Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika erh\u00f6hen mehrere EU-L\u00e4nder den Druck auf Spanien. In einem Brief, den auch Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichnet hat, \u00e4u\u00dfern 22 der 27 Staats- und Regierungschefs gro\u00dfe Besorgnis \u00fcber die Lage und werfen Madrid indirekt vor, mit j\u00fcngsten Entscheidungen Menschen Anreize gegeben zu haben, den Weg in die EU zu wagen. Nun hat Irlands Regierungschef Miche\u00e1l Martin ein Treffen der EU-Innenminister am Dienstag angek\u00fcndigt, um die Lage in Ceuta zu er\u00f6rtern. Sein Land hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">50.000 bis 60.000 Menschen hatten es innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus nach Ceuta geschafft, mindestens 67 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben. Einsatzkr\u00e4fte suchten das Meer weiter ab.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">Nach Angaben der spanischen Regierung sind mittlerweile fast alle Migranten nach Marokko zur\u00fcckgekehrt. Angesichts kaum vorhandener Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Unterkunft und Versorgung h\u00e4tten die Menschen entt\u00e4uscht und freiwillig die R\u00fcckreise angetreten, berichtete die Zeitung \u201eEl Pa\u00eds\u201c.<\/p>\n<p>Spanien am Pranger<\/p>\n<p class=\"em_text\">Die Bilder der Zehntausenden Menschen, die sich \u2013 auch schwimmend und kletternd &#8211; Zugang zur spanischen Exklave verschafften, l\u00f6sten gro\u00dfe Unruhe in der EU aus. Es kursieren verschiedene Erkl\u00e4rungsversuche, wie es so weit kommen konnte. Dabei geraten die Menschen in den Hintergrund \u2013 auch die Toten werden in dem von Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni und D\u00e4nemarks Regierungschefin Mette Frederiksen initiierten Brief an die EU-Spitzen nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">Stattdessen prangert das Schreiben eine Ma\u00dfnahme der spanischen Regierung gegen den Arbeitskr\u00e4ftemangel zur Legalisierung von rund 500.000 irregul\u00e4ren Migranten an. Man m\u00fcsse sich mit politischen Ma\u00dfnahmen auseinandersetzen, die Anreize f\u00fcr Migration geben k\u00f6nnten, hei\u00dft es \u2013 und an dieser Stelle wird ausdr\u00fccklich die \u201eLegalisierung einer sehr gro\u00dfen Zahl irregul\u00e4rer Migranten\u201c genannt. Profitieren sollen von dieser Ma\u00dfnahme allerdings Asylbewerber, die ihren Antrag vor Ende 2025 gestellt haben \u2013 keine Neuank\u00f6mmlinge.<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Zudem stellt der Brief eine Verbindung zwischen dem Ansturm und einem Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs her. Die Entscheidung sei \u201ebenutzt worden, um diesen Angriff auszul\u00f6sen und unser Migrations- und Asylsystem zu missbrauchen\u201c.<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Das Gericht hatte entschieden, dass die sofortige Zur\u00fcckweisung von Migranten nur dann zul\u00e4ssig ist, wenn diese beim irregul\u00e4ren Grenz\u00fcbertritt einen Zaun oder eine andere Sperre \u00fcberwunden haben. F\u00fcr Menschen, die \u00fcber einen unbefestigten Abschnitt wie das Meer nach Spanien gelangen, sei eine Einzelfallpr\u00fcfung n\u00f6tig.<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Neben Spanien und Irland haben Frankreich, Luxemburg und Portugal das Schreiben nicht unterzeichnet.<\/p>\n<p>                    Fotogalerie<br \/>Ankunft von zahlreichen Migranten in den spanischen Exklaven<\/p>\n<p>                    31. Juli 2026\n                <\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/multimedia\/fotos\" class=\"nw-text-sm nw-font-medium nw-text-white\/60 hover:nw-text-white nw-shrink-0 nw-self-start sm:nw-mt-1 nw-no-underline nw-inline-flex nw-items-center nw-gap-1 nw-transition-colors nw-duration-200 motion-reduce:nw-transition-none nw-min-h-[44px] focus-visible:nw-outline-2 focus-visible:nw-outline-offset-2 focus-visible:nw-outline-white\" data-track=\"matomo\" data-track-category=\"Artikel\" data-track-action=\"click\" data-track-name=\"fotostrecke:mehr-galerien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Mehr Bildergalerien<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" data-foto-img=\"\" src=\"\" alt=\"\" class=\"foto-lightbox__img nw-block nw-max-w-full nw-object-contain\"\/><\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">\nMinisterpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez hat sich seinerseits in einem Brief an Irlands Regierungschef Miche\u00e1l Martin \u00fcber das Verhalten einiger Mitgliedstaaten in der Ceuta-Krise beschwert. In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beklagt S\u00e1nchez, dass einige \u201evon Vorurteilen, Falschmeldungen, Unwissenheit oder politischen Interessen\u201c getrieben seien. Er erinnerte daran, dass Ceuta nicht zum Schengen-Raum geh\u00f6rt. Das bedeute, dass sie von dort nicht einfach in andere EU-L\u00e4nder weiterreisen k\u00f6nnen. Einen identischen Brief habe auch EU- Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen von S\u00e1nchez erhalten, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE.<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Am Freitag hatte S\u00e1nchez auf X dazu aufgerufen, an einem starken und geeinten Europa weiterzubauen &#8211; und Europa nicht zu spalten. \u201eSolidarit\u00e4t und Mitgef\u00fchl sind freiwillig\u201c, schrieb er. Die Achtung der europ\u00e4ischen Vertr\u00e4ge sei es jedoch nicht.<\/p>\n<p>EU-Kommissar versichert: Kein Migrant ist aufs Festland gekommen<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte bereits am Freitag angesichts der politischen Diskussion nach einem Telefonat mit Spaniens Au\u00dfenminister Jos\u00e9 Manuel Albares versichert: \u201eKeine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland \u00fcberschritten.\u201c<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xSmtKbzdDYkJQUkM3SFp0RGdtdmoxelcxMktkL3M2VHh3b1dlSEJ2MlEwMmdpMlNPOWN2Uk1uSjk2bHpRNVZTMlRCbk5XZjVNRlJrZW1KTko4Z3ZkSlE2cXAvTFF3aERvakg4ZjVZeUJJWWM9\/260731-0959-918363343.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Die meisten der Migranten gelangten Medienberichten zufolge zwischen Mittwoch und Donnerstag \u00fcberwiegend schwimmend ans Ziel. Viele seien aber auch \u00fcber die Grenzz\u00e4une geklettert, hie\u00df es.\" data-glightbox=\"type: image; description: Die meisten der Migranten gelangten Medienberichten zufolge zwischen Mittwoch und Donnerstag \u00fcberwiegend schwimmend ans Ziel. Viele seien aber auch \u00fcber die Grenzz\u00e4une geklettert, hie\u00df es.  | \u00a9 IMAGO\/Europa Press \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260731-0959-918363343.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Die meisten der Migranten gelangten Medienberichten zufolge zwischen Mittwoch und Donnerstag \u00fcberwiegend schwimmend ans Ziel. Viele seien aber auch \u00fcber die Grenzz\u00e4une geklettert, hie\u00df es. - \u00a9 IMAGO\/Europa Press\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Die meisten der Migranten gelangten Medienberichten zufolge zwischen Mittwoch und Donnerstag \u00fcberwiegend schwimmend ans Ziel. Viele seien aber auch \u00fcber die Grenzz\u00e4une geklettert, hie\u00df es.<br \/>\n                                    | \u00a9 IMAGO\/Europa Press<\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"em_text\">Italien hatte am Freitag nach Angaben der rechten Regierung in Rom das Schengen-Abkommen \u00fcber den freien Personenverkehr in der EU gegen\u00fcber Spanien vor\u00fcbergehend ausgesetzt. Bei Reisen mit dem Flugzeug oder Schiff sollen wieder Grenzkontrollen durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Was ist der Schengen-Raum?<\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">Der Schengen-Raum ist ein Gebiet in Europa, in dem Menschen grunds\u00e4tzlich ohne Grenzkontrollen reisen k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren insgesamt 29 L\u00e4nder, darunter EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich, aber auch Nicht-EU-L\u00e4nder wie die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Ceuta und Melilla geh\u00f6ren nicht zum Schengen-Raum. Ein dauerhafter Ausschluss eines Landes aus dem Schengen-Raum gegen dessen Willen ist in den EU-Regeln nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xblY5ZWlKTjJTYjUwc1NOV3NJVFAyUW1qU1VjZWlUTVJ5V2tLK3hBbklYeEl3QVhEZlh2UDQrY2xuR3RsTTYxQkNEQnFuSFJGTi9nb25GKzgrQXNRWGhlRHhlNElPK2lWK0ZWSjNGN1dQcDQ9\/260731-1649-918601743.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Von Migranten zur\u00fcckgelassene Habseligkeiten treiben im Meer, nachdem diese von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta \u00fcbergesetzt hatten.\" data-glightbox=\"type: image; description: Von Migranten zur\u00fcckgelassene Habseligkeiten treiben im Meer, nachdem diese von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta \u00fcbergesetzt hatten.  | \u00a9 Antonio Sempere\/AP\/dpa \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260731-1649-918601743.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Von Migranten zur\u00fcckgelassene Habseligkeiten treiben im Meer, nachdem diese von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta \u00fcbergesetzt hatten. - \u00a9 Antonio Sempere\/AP\/dpa\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Von Migranten zur\u00fcckgelassene Habseligkeiten treiben im Meer, nachdem diese von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta \u00fcbergesetzt hatten.<br \/>\n                                    | \u00a9 Antonio Sempere\/AP\/dpa<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"em_text\">Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron bekundete Solidarit\u00e4t mit Spanien, lie\u00df aber zugleich die Kontrollen an der gemeinsamen Grenze verst\u00e4rken. Bundeskanzler Merz forderte die spanische Regierung auf, die Situation schnellstm\u00f6glich wieder in den Griff zu bekommen. \u201eDer Schutz der Au\u00dfengrenzen der Europ\u00e4ischen Union ist entscheidend f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung illegaler Migration\u201c, betonte der CDU-Politiker.<\/p>\n<p>Ceuta ist kleiner als der Frankfurter Flughafen<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"em_text\">Ceuta hat weniger als 85.000 Einwohner und ist mit einer Fl\u00e4che von nur 18,5 Quadratkilometern etwas kleiner als der Frankfurter Flughafen. Die Exklave ist von Marokko und dem Mittelmeer umschlossen. Wegen der Krise in dem Gebiet herrschte auch in der zweiten spanischen Exklave in Nordafrika, Melilla, Alarmbereitschaft. Am Freitagabend und in der Nacht sollen etwa 1.000 Menschen versucht haben, \u00fcber die Grenze zu kommen, wie der staatliche Sender RTVE berichtete. Nur wenigen soll der \u00dcbertritt gelungen sein. <\/p>\n<p class=\"nw-text-xl nw-uppercase nw-font-bold\" style=\"font-size:24px !important; line-height:32px; padding-bottom: 0px; \">INFORMATION<\/p>\n<p class=\"nw-text-lg nw-font-bold nw-pb-2\" style=\"font-size:20px !important; line-height:28px; padding-bottom: 8px; font-weight:700;\">Ceuta und Melilla<\/p>\n<p>        Obwohl Marokko 1956 die Unabh\u00e4ngigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven: Ceuta und Melilla. Beide werden von Marokko beansprucht.<\/p>\n<p>Beide K\u00fcstenst\u00e4dte haben seit 1995 ein Autonomiestatut und sind auch Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte. Ihr jeweils kleines Territorium wird vom Mittelmeer und von Marokko eingeschlossen.<br \/>\nCeuta ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen K\u00fcste und der Stra\u00dfe von Gibraltar. Sie ist rund 21 Kilometer von der Iberischen Halbinsel entfernt. Ceuta hat knapp 85.000 Einwohner, geh\u00f6rt zur Europ\u00e4ischen Union, nicht aber zur Nato und zum Schengen-Raum.<br \/>\nMelilla ist ebenfalls eine spanische Stadt an der nordafrikanischen K\u00fcste mit rund 87.000 Einwohnern. Sie liegt 250 Kilometer \u00f6stlich von Ceuta. Melilla geh\u00f6rt zur Europ\u00e4ischen Union, nicht aber zur Nato und zum Schengen-Raum.\u00a0\u00a0<br \/>\nIn der N\u00e4he beider Gebiete warten oft Tausende Afrikaner, vorwiegend aus L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara, auf eine Gelegenheit, in das zur EU geh\u00f6rende Gebiet zu kommen. Oft versuchen mehrere Hundert Menschen auf einmal, die Grenzbeamten zu \u00fcberraschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ceuta\/Rom (dpa). 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