{"id":44860,"date":"2026-08-04T12:27:09","date_gmt":"2026-08-04T12:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44860\/"},"modified":"2026-08-04T12:27:09","modified_gmt":"2026-08-04T12:27:09","slug":"lippische-landeskirche-macht-mit-gottesdienst-in-lage-auf-situation-im-sudan-aufmerksam-lokale-nachrichten-aus-lage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44860\/","title":{"rendered":"Lippische Landeskirche macht mit Gottesdienst in Lage auf Situation im Sudan aufmerksam | Lokale Nachrichten aus Lage"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Lage. Mit einem Appell gegen das Vergessen hat die Lippische Landeskirche im Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche in Lage auf die dramatische humanit\u00e4re Situation im Sudan aufmerksam gemacht. Unter dem Titel \u201eDenkt dran!\u201c stand eine der laut Pressemitteilung der Landeskirche gr\u00f6\u00dften, aber in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung kaum beachteten Krisen der Welt im Mittelpunkt. Es wurde \u00fcber die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe und konkrete Hilfsprojekte in dem vom Krieg ersch\u00fctterten Land informiert.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Pfarrerin Renate Kersten leitete durch diesen Gottesdienst, der die Sommeraktion von Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international aufgriff: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Katastrophe ist das Vergessen\u201c. Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Gemeinde begleitete den Gottesdienst musikalisch.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">Pr\u00e4dikantin Sigrun Neuwerth und Landespfarrer Dieter B\u00f6kemeier erl\u00e4uterten nach Angaben der Landeskirche, warum der Sudan als \u201evergessene Katastrophe\u201c gilt: Gerade lang andauernde Kriege, wiederkehrende Naturkatastrophen oder die Folgen des Klimawandels w\u00fcrden h\u00e4ufig kaum noch wahrgenommen. F\u00fcr die betroffenen Menschen habe dieses Vergessen gravierende Folgen, weil internationale Unterst\u00fctzung und politische Anstrengungen oft ausblieben.<\/p>\n<p>Heikle Zust\u00e4nde vor Ort<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">\u201eSeit drei Jahren leidet das Land, das f\u00fcnfmal so gro\u00df ist wie Deutschland, unter einem erbitterten B\u00fcrgerkrieg\u201c, hei\u00dft es weiter. Die Hauptstadt Khartum sei 2019 weitgehend zerst\u00f6rt worden. Millionen Menschen seien auf der Flucht, viele Regionen k\u00e4mpften mit Hunger, zerst\u00f6rter Infrastruktur und mangelnder Versorgung mit Trinkwasser und medizinischer Hilfe. Nach Sch\u00e4tzungen der Vereinten Nationen ben\u00f6tigten aktuell mehr als acht Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel. Das Leben von 800.000 Kindern sei akut durch Hunger bedroht.<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">Europa tr\u00e4gt laut B\u00f6kemeier eine Mitverantwortung f\u00fcr diesen Konflikt: Zum einen seien da die willk\u00fcrlichen Grenzziehungen der Briten zu nennen, die bis 1953 Kolonialmacht waren. Zum anderen r\u00fcstete die EU 2014 im Interesse der Fl\u00fcchtlingsabwehr die sudanesischen Grenztruppen mit Waffen aus. Diese Waffen w\u00fcrden unter anderem im jetzigen Konflikt benutzt.<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Sabine Hartmann, Referentin f\u00fcr \u00f6kumenisches Lernen, erl\u00e4uterte zusammen mit Renate Kersten die Arbeitsweise der Diakonie Katastrophenhilfe, die 1954 als Hilfswerk der Evangelischen Kirche gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Diakonie unterst\u00fctzt vor Ort<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Die Hilfe im eigenen Land entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zur weltweiten humanit\u00e4ren Nothilfe. Die Arbeit fu\u00dft auf drei S\u00e4ulen: akute Nothilfe, Wiederaufbau und Vorsorge gegen k\u00fcnftige Katastrophen. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen sollen Hilfen m\u00f6glichst schnell und bedarfsgerecht bei den Betroffenen ankommen.<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Auch im Sudan setzt die Diakonie Katastrophenhilfe auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern: Seit 2024 unterst\u00fctzt sie das sudanesische Netzwerk \u201eEmergency Response Rooms\u201c. Mehr als 200 Nachbarschaftskomitees organisieren Suppenk\u00fcchen, versorgen Menschen mit Trinkwasser, richten Notunterk\u00fcnfte ein und helfen Familien, die von Hunger oder Gewalt bedroht sind. Sie k\u00fcmmern sich darum, dass Kinder Unterricht erhalten und Schwangere medizinisch versorgt werden. F\u00fcr dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche zivilgesellschaftliche Engagement wurde das Netzwerk 2025 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Pfarrerin Renate Kersten betonte laut Mitteilung in ihrer Predigt, dass es ein urbiblisches Prinzip sei, an eigene Katastrophen zu erinnern. \u201eDenk dran, dass du Sklave in \u00c4gypten gewesen bist\u201c. Jede Familienhistorie enthalte Fluchtgeschichten und ein individuelles \u201e\u00c4gypten\u201c. Der Unterschied sei, dass einige es vergessen, w\u00e4hrend andere sich daran erinnern und solidarisch handeln.<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Mit der Sommeraktion \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Katastrophe ist das Vergessen\u201c wollen die Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international auf kaum beachtete Krisen aufmerksam machen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lage. 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