{"id":44936,"date":"2026-08-04T19:50:25","date_gmt":"2026-08-04T19:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44936\/"},"modified":"2026-08-04T19:50:25","modified_gmt":"2026-08-04T19:50:25","slug":"ansturm-auf-ceuta-kein-plausibles-szenario-fuer-eine-diplomatische-krise-welche-rolle-marokko-wirklich-spielte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44936\/","title":{"rendered":"Ansturm auf Ceuta: \u201eKein plausibles Szenario f\u00fcr eine diplomatische Krise\u201c \u2013 Welche Rolle Marokko wirklich spielte"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Ansturm auf Ceuta vermuten Kritiker, Marokko habe das Chaos orchestriert. Doch die Wahrheit ist deutlich komplizierter. Erste Recherchen zeigen, was den Andrang zehntausender Migranten ausgel\u00f6st haben k\u00f6nnte \u2013 und werfen neue Fragen auf.<\/p>\n<p data-external=\"Article.FirstParagraph\">\u201ePedro S\u00e1nchez, Hurensohn\u201c, skandierten einige Tausend Menschen, als der spanische Ministerpr\u00e4sident am vergangenen Freitag die Exklave Ceuta auf der afrikanischen Seite der Stra\u00dfe von Gibraltar besuchte. Die Bewohner f\u00fchlten sich vom Zentralstaat im Stich gelassen, nachdem bis zu 60.000 Migranten aus Marokko kommend ungehindert die Grenze hatten passieren k\u00f6nnen und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a713dfccc46967c04cadf61\/nach-ansturm-auf-exklave-es-ist-wie-in-einer-apokalypse-anwohner-von-ceuta-klagen-ueber-muell-und-gefahr-durch-migranten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a713dfccc46967c04cadf61\/nach-ansturm-auf-exklave-es-ist-wie-in-einer-apokalypse-anwohner-von-ceuta-klagen-ueber-muell-und-gefahr-durch-migranten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein wahres Chaos in der rund 85.000 Einwohner gro\u00dfen Stadt ausgel\u00f6st hatten.<\/a><\/p>\n<p>Der Vorwurf: Die spanischen Sicherheitskr\u00e4fte h\u00e4tten viel zu sp\u00e4t und zu z\u00f6gerlich reagiert. Zudem sei S\u00e1nchez\u2019 Haltung gegen\u00fcber Marokko zu lax. Viele Bewohner sind \u00fcberzeugt, dass das Nachbarland hinter dem Massenansturm steckt. In Internetvideos sind marokkanische Grenzsch\u00fctzer zu sehen, die Migranten durchwinken und ihnen sogar den k\u00fcrzesten Weg zur Grenze zeigen, bevor die Beamten f\u00fcr einige Stunden komplett verschwinden. Wann und wo sie aufgenommen wurden, l\u00e4sst sich nicht mit Sicherheit sagen. <\/p>\n<p>In ihrer ersten offiziellen Reaktion erkl\u00e4rte die marokkanische Regierung den Ansturm unter anderem mit Falschinformationen im Internet. Der Andrang der Migranten sei nicht organisiert gewesen, sondern spontan zustande gekommen, so ein Sprecher des Innenministeriums. Er machte die Verbreitung falscher Informationen im digitalen Raum, Aktivit\u00e4ten von Schleusern und eine Fehlinterpretation eines spanischen Gerichtsurteils verantwortlich.<\/p>\n<p>Das am 8. Juli bekannt gegebene Urteil des Obersten Gerichtshofs untersagt die unmittelbare R\u00fcckf\u00fchrung von Migranten, die Ceuta schwimmend erreichen. Solche Expressabschiebungen sind demnach nur f\u00fcr Migranten erlaubt, die den Grenzzaun auf dem Festland \u00fcberwinden. Die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete, dass marokkanische Beh\u00f6rden Spanien Tage zuvor vor einem vergleichbaren Szenario gewarnt haben sollen \u2013 unter Bezugnahme auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich waren die Migrationszahlen bereits vor dem Ansturm am vergangenen Donnerstag deutlich gestiegen. In den ersten beiden Juliwochen hatte das spanische Innenministerium <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.ceutatv.com\/articulo\/sociedad\/ritmo-llegadas-irregulares-acelera-ceuta-244-entradas-solo-quince-dias\/20260720183204249701.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.ceutatv.com\/articulo\/sociedad\/ritmo-llegadas-irregulares-acelera-ceuta-244-entradas-solo-quince-dias\/20260720183204249701.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">noch 244 irregul\u00e4re Einreisen gez\u00e4hlt<\/a>. Danach sollen sie Berichten zufolge stark gestiegen sein, auf 1500 bis 2000 bis zum 29. Juli. Es gab also Anzeichen f\u00fcr eine m\u00f6gliche \u201eMigrationswelle\u201c, die jedoch beiderseits der Grenze niemand sehen wollte. Die spanische Seite war <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a6c622def632fe6ede66989\/spanische-exklave-der-kontrollverlust-von-ceuta.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a6c622def632fe6ede66989\/spanische-exklave-der-kontrollverlust-von-ceuta.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit 55 Beamten Ende Juli nur sp\u00e4rlich besetzt. <\/a><\/p>\n<p>Auf marokkanischer Seite d\u00fcrfte es \u00e4hnlich ausgesehen haben. Denn am Donnerstag, dem ersten Tag des Ansturms, fand das Thronfest von K\u00f6nig Mohammed VI. statt. Die dazugeh\u00f6rige Zeremonie wurde im 30 Kilometer von Ceuta entfernten M\u2019Diq abgehalten und erforderte einen enormen zus\u00e4tzlichen Personalaufwand an Sicherheitskr\u00e4ften. Die rund zehn Tage andauernden Feierlichkeiten haben eine tief verwurzelte Tradition in Marokko.<\/p>\n<p>Es gebe in diesen Tagen \u201eschlichtweg kein plausibles Szenario\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.moroccoworldnews.com\/author\/samirbennis\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.moroccoworldnews.com\/author\/samirbennis\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">schreibt der marokkanische Politikexperte Samir Bennis<\/a>, \u201ein dem die marokkanischen Beh\u00f6rden eine diplomatische Krise mit Spanien herbeif\u00fchren w\u00fcrden\u201c. Dies k\u00e4me einer Selbstsabotage des Throntages gleich, so der Experte, eines nahezu heiligen Ereignisses in Marokko. <\/p>\n<p>Bennis ist \u00fcberzeugt: Der Massenansturm kann nicht von Rabat inszeniert worden sein. Beobachter sind sich allerdings auch einig: Der beispiellose Ansturm w\u00e4re ohne das zumindest zeitweilige Wegschauen der marokkanischen Beh\u00f6rden kaum m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Was genau ihn ausgel\u00f6st hat, ist bislang noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/2026-08-02\/la-frontera-esta-abierta-y-se-puede-pasar-sin-papeles.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/elpais.com\/espana\/2026-08-02\/la-frontera-esta-abierta-y-se-puede-pasar-sin-papeles.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Eine Recherche der spanischen Zeitung \u201eEl Pa\u00eds\u201c zeigt,<\/a> dass die Mobilisierung im Internet stattgefunden hat. In Social-Media-Beitr\u00e4gen hie\u00df es, dass \u201edie Grenze offen ist\u201c. Eine Nachricht, die wahrscheinlich \u00fcber automatisierte Bot-Konten verst\u00e4rkt wurde. Die Botschaft: Man muss nur einige hundert Meter schwimmen und schon \u00f6ffnet sich die T\u00fcr nach Europa. <\/p>\n<p>Der Ursprung der Online-Kampagne sei weiterhin unklar, so die spanische Zeitung. Viele der Facebook-Gruppen, TikTok-Videos und X-Konten, die die Menschen dazu aufforderten, nach Ceuta zu reisen, sind ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht waren. Experten halten es f\u00fcr denkbar, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ceuta-marc-henrichmann-schliesst-hybriden-angriff-auf-eu-nicht-aus-a-9c8eb3e7-7d3a-4343-bd6e-a95b9cedf926\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ceuta-marc-henrichmann-schliesst-hybriden-angriff-auf-eu-nicht-aus-a-9c8eb3e7-7d3a-4343-bd6e-a95b9cedf926&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">dass auch Russland seine Finger im Spiel gehabt haben k\u00f6nnte, um die Europ\u00e4ische Union zu testen.<\/a><\/p>\n<p>Es w\u00e4re nicht das erste Mal, dass Migrationsbewegungen \u00fcber soziale Medien gesteuert wurden. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus231276481\/Migrationskrise-2-0-Die-Neuauflage-der-Methode-Erdogan.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus231276481\/Migrationskrise-2-0-Die-Neuauflage-der-Methode-Erdogan.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">In der Vergangenheit hatten etwa in der T\u00fcrkei <\/a>Nachrichten \u00fcber \u201eoffene Grenzen\u201c Zehntausende in Marsch gesetzt, um dann am Ende entt\u00e4uscht zu werden.<\/p>\n<p>Junge Marokkaner sind frustriert<\/p>\n<p>Menschenrechtsorganisationen argumentieren, dass die Online-Botschaften angesichts der Frustration der marokkanischen Jugend auf fruchtbaren Boden fielen. Offiziellen Statistiken zufolge sind mehr als 1,5 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren weder in Ausbildung noch berufst\u00e4tig. Weitet man die Betrachtung auf Personen bis 35 Jahre aus, liegt diese Zahl bei \u00fcber vier Millionen. <\/p>\n<p>Marokko ist zwar eines der wenigen L\u00e4nder Nordafrikas, das best\u00e4ndig in neue wirtschaftliche Projekte und in die dazugeh\u00f6rige Infrastruktur investiert. Die Armutsquote ist stark gesunken und die Mittelschicht macht inzwischen etwa 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung aus. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.imf.org\/external\/datamapper\/profile\/MAR\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.imf.org\/external\/datamapper\/profile\/MAR&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Doch selbst bei einer Wachstumsrate von 4,9 Prozent, die der Internationale W\u00e4hrungsfonds f\u00fcr 2026 prognostiziert,<\/a> ist es kaum m\u00f6glich, ausreichend neue Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die junge Bev\u00f6lkerung zu schaffen. Entsprechend hoch ist die Frustration.<\/p>\n<p>Kritische Stimmen argumentieren, es w\u00e4re nicht das erste Mal, dass Rabat Migration als hybride Waffe einsetzt. Im Fr\u00fchjahr 2021 hatte Marokko tats\u00e4chlich Migration als Druckmittel gegen Spanien genutzt und Tausenden die Einreise nach Ceuta erlaubt. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus235364000\/Marokko-Im-Norden-Afrikas-droht-Krieg-mit-Folgen-fuer-Europa.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus235364000\/Marokko-Im-Norden-Afrikas-droht-Krieg-mit-Folgen-fuer-Europa.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eine Reaktion auf Madrids Entscheidung, <\/a>einen Anf\u00fchrer der sahrauischen Polisario-Front zur medizinischen Behandlung nach Spanien einfliegen zu lassen. F\u00fcr Rabat war damit eine rote Linie \u00fcberschritten. <\/p>\n<p>Die Polisario, die seit 1973 f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige Westsahara in S\u00fcdmarokko k\u00e4mpft, gilt im K\u00f6nigreich als Terrorgruppe. Rabat versteht die Westsahara als integralen Bestandteil Marokkos und hat zur L\u00f6sung des seit Jahrzehnten eingefrorenen Konflikts einen Autonomieplan f\u00fcr die Region vorgelegt. Der wird mittlerweile von zahlreichen L\u00e4ndern unterst\u00fctzt, darunter Deutschland, Frankreich und auch Spanien.<\/p>\n<p>Beobachter vermuten, dass Madrid die marokkanische Regierung in Bezug auf Polisario erneut ver\u00e4rgert haben k\u00f6nnte. Am 20. Juli n\u00e4mlich war Premier S\u00e1nchez nach Algerien gereist, einem der wichtigsten Unterst\u00fctzerl\u00e4nder der Polisario. Algier finanziert die Separatistengruppe seit Jahrzehnten und beliefert sie auch mit Waffen. <\/p>\n<p>Ziel des Besuches war es, den schwelenden Streit zwischen Algier und Madrid zu beenden, der entstanden war, nachdem sich Spanien im Westsahara-Konflikt auf die Seite Marokkos gestellt hatte. S\u00e1nchez vermied das Thema bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem algerischen Gastgeber, doch dieser machte deutlich, dass man dar\u00fcber gesprochen habe.<\/p>\n<p>Die marokkanische Regierung d\u00fcrfte \u00fcber den Besuch zwar wenig begeistert gewesen sein. Dennoch sei die Situation nicht mit 2021 vergleichbar, schreibt Experte Bennis. \u201eDie marokkanischen Beh\u00f6rden haben sich rasch mit ihren spanischen Kollegen abgestimmt und so innerhalb weniger Tage eine au\u00dferordentlich hohe R\u00fcckf\u00fchrungsquote erm\u00f6glicht.\u201c Er schlussfolgert: \u201eStaaten, die beabsichtigen, Migration als Druckmittel einzusetzen, geben in der Regel nicht gleich wieder genau das Druckmittel zur\u00fcck, das sie angeblich gerade erst geschaffen haben.\u201c<\/p>\n<p>Spaniens Regierungschef S\u00e1nchez lobte das K\u00f6nigreich Marokko denn auch ausdr\u00fccklich f\u00fcr die Kooperation. Am sechsten Tag nach dem Ansturm auf Ceuta sind noch viele Fragen offen. Klar ist indes: Nach Tagen, die von gegenseitigen Schuldzuweisungen und inner\u00adeurop\u00e4ischer Kritik gepr\u00e4gt waren, muss die EU nun gemeinsam eine L\u00f6sung finden. Denn was in Ceuta passiert ist, ist nicht allein Spaniens Problem. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/alfred-hackensberger\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/alfred-hackensberger\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Alfred Hackensberger<\/a> berichtet seit 2009 im Auftrag von WELT aus Kriegs- und Krisengebieten, aus L\u00e4ndern im Nahen und Mittleren Osten wie auch aus der Ukraine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem Ansturm auf Ceuta vermuten Kritiker, Marokko habe das Chaos orchestriert. 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