{"id":4495,"date":"2026-04-20T06:56:35","date_gmt":"2026-04-20T06:56:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4495\/"},"modified":"2026-04-20T06:56:35","modified_gmt":"2026-04-20T06:56:35","slug":"kakao-preise-stuerzen-ab-das-sind-die-verlierer-der-sinkenden-schokoladenpreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4495\/","title":{"rendered":"Kakao-Preise st\u00fcrzen ab: Das sind die Verlierer der sinkenden Schokoladenpreise"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Als der Pr\u00e4sident der Elfenbeink\u00fcste, Alassane Ouattara, vergangenen Herbst den staatlich garantierten Kakaopreis auf umgerechnet vier Euro pro Kilogramm anhob, klang das f\u00fcr viele Bauern des westafrikanischen Staats wie ein politisches Versprechen. Sie hofften, der Staat k\u00fcmmere sich um seine wichtigste l\u00e4ndliche W\u00e4hlerschaft. Bis zu den Wahlen waren es wenige Wochen. Die Elfenbeink\u00fcste, offiziell C\u00f4te d\u2018Ivoire, ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Kakaoproduzent, ein F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung arbeitet in der Branche.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Kakaobauern f\u00fchlen sich nach Preisabsturz betrogen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Heute, keine f\u00fcnf Monate sp\u00e4ter, ist von dieser Zuversicht der Bauern wenig \u00fcbrig. Der garantierte Preis f\u00fcr die Kakaoernte wurde um \u00fcber 50 Prozent gesenkt. In <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/illertissen\/illertissen-pralinen-profi-andreas-lanwehr-wird-schokolade-wieder-guenstiger-112825754\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">europ\u00e4ischen Superm\u00e4rkten ist davon bislang noch wenig zu sp\u00fcre<\/a>n, weil viele Hersteller ihre Rohstoffe lange im Voraus zu h\u00f6heren Preisen eingekauft haben. Doch in vielen Anbaugebieten herrschen Ratlosigkeit und Frustration. Die Kakaobauern f\u00fchlen sich betrogen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eEs war eine politische Kalkulation\u201c, sagt der Menschenrechtler Amourlaye Tour\u00e9. Schon im Herbst sei absehbar gewesen, dass sich die Lage am Weltmarkt zu drehen begann. \u201eDie Preise zu erh\u00f6hen, war gelinde gesagt keine gute Idee.\u201c\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.mgpd.de\/img\/113762969\/crop\/c16_9-w100\/1585659553\/1543900017\/396792187.jpg\" alt=\"Ivorische Bauern sortieren getrocknete Kakaobohnen.\" title=\"Ivorische Bauern sortieren getrocknete Kakaobohnen.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Ivorische Bauern sortieren getrocknete Kakaobohnen.<br \/>\n    Foto: Christophe Gateau, dpa<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Ivorische Bauern sortieren getrocknete Kakaobohnen.<br \/>\n    Foto: Christophe Gateau, dpa<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    An der Elfenbeink\u00fcste funktioniert das System anders als viele Agrarm\u00e4rkte. Der Staat legt \u00fcber die Aufsichtsbeh\u00f6rde \u201eConseil du Caf\u00e9-Cacao\u201c vor jeder Saison fest, welchen Mindestpreis Bauern erhalten. Exportfirmen verkaufen gro\u00dfe Teile der kommenden Ernte Monate im Voraus auf dem Weltmarkt. Die Idee: stabile Einnahmen f\u00fcr Bauern, auch bei starken Preisschwankungen. Doch wenn sich der Markt schneller bewegt als erwartet, ger\u00e4t das System unter Druck.\n  <\/p>\n<p>            Warum die Kakao-Preise im freien Fall sind<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Genau das geschieht derzeit. Nach einem jahrelangen Preisanstieg ist der Kakaopreis an den Weltb\u00f6rsen zuletzt deutlich gefallen. Ein Grund sind zu hohe Lagerbest\u00e4nde bei internationalen Schokoladenherstellern. Gleichzeitig versuchen einige Produzenten, den Kakaoanteil zu reduzieren oder durch andere Zutaten zu ersetzen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch neue Konkurrenz ver\u00e4ndert den Markt. \u201eL\u00e4nder in Lateinamerika erh\u00f6hen ihre Produktion und konkurrieren direkt mit Produzenten in der Elfenbeink\u00fcste und in Ghana\u201c, sagt Tour\u00e9. Beide L\u00e4nder liefern weiterhin die Mehrheit des weltweiten Kakaos, doch neue Anbieter dr\u00e4ngen auf den Markt. Hinzu kommen Finanzinvestoren. \u201eEs gibt auch Spekulanten, die einfach mit den Zahlen spielen\u201c, sagt Tour\u00e9. \u201eSie schauen nicht auf die Situation der Bauern.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Viele Produzenten erhalten derzeit den garantierten Preis nicht vollst\u00e4ndig. Zwischenh\u00e4ndler bieten h\u00e4ufig weniger, doch den Bauern bleibt oft keine Wahl. \u201eSie m\u00fcssen den Kakao verkaufen, weil sie sofort Geld brauchen\u201c, sagt Tour\u00e9.\n  <\/p>\n<p>            Warum die Verbraucher in Europa nicht vom Preissturz f\u00fcr Kakao profitieren<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Kakao bleibt dennoch ein zentraler Wirtschaftszweig. Die Elfenbeink\u00fcste produziert rund 40 Prozent des weltweiten Angebots. \u00dcber Jahrzehnte bildete der Rohstoff das R\u00fcckgrat der Wirtschaft, auch wenn das Land seine Exportbasis zuletzt erweitert hat \u2013 etwa durch Cashew oder Gold und zunehmend auch \u00d6lproduktion. Millionen Menschen leben weiterhin direkt oder indirekt vom Kakao.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die aktuelle Krise ver\u00e4ndert den Sektor. Als die Preise vor zwei Jahren stark stiegen, kehrten viele Bauern von anderen Kulturen wie Palm\u00f6l oder Kautschuk zum Kakao zur\u00fcck. Nun stehen viele vor existenziellen Problemen. \u201eEinige Kooperativen sind bereits zusammengebrochen\u201c, sagt Tour\u00e9. Andere Bauern suchen nach Alternativen. \u201eSie wechseln zum Anbau von Cashew-N\u00fcssen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr Konsumenten in Europa d\u00fcrfte der Preis f\u00fcr Schokolade weiter sinken. F\u00fcr die Bauern in Westafrika hat derselbe Trend jedoch gravierende Folgen. Wenn das Einkommen einbricht, werden Arztbesuche verschoben und Kinder zeitweise aus der Schule genommen. \u201eDie Situation\u201c, sagt Tour\u00e9, \u201eist wirklich schlimm\u201c.\n  <\/p>\n<p>    Christian Putsch<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<p>    Elfenbeink\u00fcste<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<p>    Kakao<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als der Pr\u00e4sident der Elfenbeink\u00fcste, Alassane Ouattara, vergangenen Herbst den staatlich garantierten Kakaopreis auf umgerechnet vier Euro pro&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4496,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[1848,2906,125,124,91,151,126,905,2908,2909,2907,138],"class_list":{"0":"post-4495","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-elfenbeinkueste","8":"tag-alassane-ouattara","9":"tag-amourlaye-toure","10":"tag-cote-divoire","11":"tag-elfenbeinkueste","12":"tag-europa","13":"tag-ghana","14":"tag-ivory-coast","15":"tag-kakao","16":"tag-kakaopreis","17":"tag-lateinamerika","18":"tag-schokoladenpreis","19":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116435732535868220","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4495"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4495\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4496"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}