{"id":44954,"date":"2026-08-04T22:33:33","date_gmt":"2026-08-04T22:33:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44954\/"},"modified":"2026-08-04T22:33:33","modified_gmt":"2026-08-04T22:33:33","slug":"eu-bezahlt-usa-profitieren-dr-kongo-vergibt-lobito-konzession-fuer-rohstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/44954\/","title":{"rendered":"EU bezahlt \u2013 USA profitieren: DR Kongo vergibt Lobito-Konzession f\u00fcr Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Demokratische Republik Kongo hat die Konzession f\u00fcr ihren Abschnitt des Lobito-Korridors genehmigt und damit ein zentrales Infrastrukturprojekt ihrer strategischen Partnerschaft mit den USA vorangebracht. Die Entscheidung fiel am 10. Juli im kongolesischen Ministerrat. Der Konzessionsvertrag soll an das von der US-Entwicklungsbank DFC unterst\u00fctzte Unternehmen Mota-Engil vergeben werden. Washington verbindet die Verkehrsroute mit dem Aufbau sicherer Lieferketten f\u00fcr kritische Rohstoffe und einer st\u00e4rkeren wirtschaftlichen Anbindung Zentralafrikas an den Atlantik.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das B\u00fcro f\u00fcr afrikanische Angelegenheiten des US-Au\u00dfenministeriums bezeichnete die Genehmigung als einen wichtigen Meilenstein der strategischen Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der DR Kongo. Die endg\u00fcltige Unterzeichnung des Konzessionsvertrags steht noch aus.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst danach kann nach Darstellung des US-Au\u00dfenministeriums die Unterst\u00fctzung der U.S. International Development Finance Corporation, kurz DFC, abgeschlossen Aufbau sicherer Lieferketten f\u00fcr kritische Rohstoffe und mit der Umsetzung begonnen werden.<\/p>\n<p>Korridor verbindet kongolesische Rohstoffregionen mit dem Atlantik<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/eu-angola-global-gateway-staerkt-lobito-korridor-und-diversifizierung\/\" data-type=\"post\" data-id=\"20682\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Lobito-Korridor soll die rohstoffreichen Gebiete der Demokratischen Republik Kongo und Sambias \u00fcber Angola mit dem Hafen von Lobito am Atlantischen Ozean verbinden. <\/a>Eisenbahnstrecken, Stra\u00dfen und weitere Logistikinfrastruktur sollen den Transport von Rohstoffen und anderen Waren erleichtern.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die USA wollen mit dem Projekt zugleich Investitionen in der Region f\u00f6rdern, Arbeitspl\u00e4tze schaffen und den Handel zwischen den beteiligten L\u00e4ndern ausbauen. Das US-Au\u00dfenministerium bezeichnete die Route als Verbindung, von der Zentralafrika insgesamt profitieren k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Vereinigten Staaten ist der Korridor eng mit dem Zugang zu kritischen Mineralien verbunden. Die DR Kongo verf\u00fcgt \u00fcber gro\u00dfe Vorkommen von Rohstoffen, die unter anderem f\u00fcr Batterien, Elektronik, Energietechnik und moderne R\u00fcstungssysteme ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das strategische Partnerschaftsabkommen zwischen Washington und Kinshasa soll mehr amerikanische und mit den USA verbundene Investitionen in den kongolesischen Bergbausektor erm\u00f6glichen. Zugleich wollen beide Seiten die Rohstoffproduktion st\u00e4rker diversifizieren und verl\u00e4ssliche Lieferwege aufbauen.<\/p>\n<p>EU-F\u00f6rderung und Kritik an geopolitischer Nutzung<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Lobito-Korridor ist jedoch nicht ausschlie\u00dflich ein Projekt der USA. <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/eu-und-angola-bekraeftigen-partnerschaft-und-fokus-auf-lobito-korridor\/\" data-type=\"post\" data-id=\"25126\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Europ\u00e4ische Union hat im Rahmen ihrer Global-Gateway-Initiative bereits F\u00f6rdergelder, politische Unterst\u00fctzung und Investitionserleichterungen f\u00fcr den Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt. <\/a>Ziel war es, nachhaltige Entwicklung, regionale Integration und stabile Handelsverbindungen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die EU zwar ma\u00dfgeblich zur Anschubfinanzierung und politischen Absicherung beigetragen habe, nun aber vor allem andere Akteure von dem Projekt profitieren k\u00f6nnten. Insbesondere die USA nutzen den Korridor strategisch zur Sicherung von Rohstofflieferketten, w\u00e4hrend China weiterhin \u00fcber starke Positionen in der Verarbeitung und Logistik verf\u00fcgt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entwicklung wirft Fragen nach der strategischen Positionierung Europas auf. Beobachter sehen die Gefahr, dass europ\u00e4ische Investitionen indirekt geopolitische Konkurrenzprojekte st\u00e4rken, ohne dass die EU selbst in gleichem Ma\u00dfe wirtschaftlich oder politisch profitiert.<\/p>\n<p>Washington verbindet Lobito mit Wettbewerb um Lieferketten<br \/>\n<img data-od-replaced- data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[15][self::DIV]\/*[1][self::FIGURE]\/*[1][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"843\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Jacob-Helberg-photo_2025-jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-28830 size-full\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">US-Unterstaatssekret\u00e4r Jacob Helberg bezeichnete die kongolesische Entscheidung als Signal f\u00fcr die Fortsetzung der Partnerschaft mit Washington. Der Lobito-Korridor sei ein zentraler Bestandteil der amerikanischen Investitionsstrategie und solle transparente Lieferketten f\u00fcr Rohstoffe schaffen, die auch f\u00fcr die Entwicklung k\u00fcnstlicher Intelligenz ben\u00f6tigt w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die US-Regierung stellt das Projekt zunehmend in den Zusammenhang ihres wirtschaftlichen und technologischen Wettbewerbs mit China. Bei einer Anh\u00f6rung des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses des US-Repr\u00e4sentantenhauses am 15. Juli erkl\u00e4rte der Ausschussvorsitzende Brian Mast, die Vereinigten Staaten d\u00fcrften bei Rohstoffen, Technologien, Energie und Infrastruktur nicht von China oder anderen strategischen Konkurrenten abh\u00e4ngig bleiben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">China habe \u00fcber Jahrzehnte Einfluss auf Bergwerke, Verarbeitungskapazit\u00e4ten, H\u00e4fen, Logistiknetze und Technologieplattformen aufgebaut, sagte Mast. Die USA m\u00fcssten deshalb ihre diplomatischen, finanziellen und wirtschaftspolitischen Instrumente enger miteinander verbinden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anh\u00f6rung unter dem Titel \u201eBeendigung der Lieferkettenabh\u00e4ngigkeit\u201c befasste sich mit der Rolle der DFC, der U.S. Trade and Development Agency und der Millennium Challenge Corporation. Die drei staatlichen Einrichtungen sollen Projekte vorbereiten, Investitionen finanzieren und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Partnerl\u00e4ndern verbessern.<\/p>\n<p>DFC finanziert Bahnstrecke mit 553 Millionen Dollar<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DFC-Vorstandschef Ben Black verwies bei der Anh\u00f6rung auf einen Kredit \u00fcber 553 Millionen US-Dollar f\u00fcr die Wiederherstellung der Lobito Atlantic Railway. Die Bahnstrecke bildet einen wesentlichen Teil des Korridors zwischen dem Atlantikhafen in Angola und den Rohstoffregionen im s\u00fcdlichen Zentralafrika.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Finanzierung soll dazu beitragen, eine st\u00e4rker westlich ausgerichtete Lieferquelle f\u00fcr kritische Mineralien aufzubauen. Zugleich k\u00f6nnten die Transportkosten f\u00fcr den regionalen Handel um bis zu 30 Prozent sinken.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Blacks Amtsantritt hat die DFC nach seinen Angaben rund 1,5 Milliarden Dollar f\u00fcr Projekte in Afrika zugesagt. Die staatliche Entwicklungsbank verf\u00fcgt seit ihrer erneuten gesetzlichen Erm\u00e4chtigung \u00fcber eine Investitionskapazit\u00e4t von 205 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre internationale Projektpipeline umfasst derzeit mehr als 340 m\u00f6gliche Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 78 Milliarden Dollar. Die Projekte verteilen sich auf Landwirtschaft, Gesundheitsversorgung, Finanzdienstleistungen, Energie, Technologie und kritische Rohstoffe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem Lobito-Korridor baut die DFC ihre Investitionen im internationalen Rohstoffsektor aus. Die Beh\u00f6rde beteiligt sich mit 600 Millionen Dollar an einem Rohstoffkonsortium mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Dollar. Weitere Finanzierungen von 900 Millionen Dollar f\u00fcr Bergbau- und Mineralprojekte wurden nach Angaben Blacks bereits genehmigt.<\/p>\n<p>USA setzen auf staatlich gest\u00fctzte private Investitionen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/usa-justieren-afrika-strategie-neu\/\" data-type=\"post\" data-id=\"24245\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die amerikanische Strategie verbindet staatliche Kredite und Garantien mit privatem Kapital. <\/a>Die DFC soll Projekte finanzieren, die wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe, ihrer Risiken oder ihrer strategischen Bedeutung nicht allein durch den Markt zustande kommen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Black bezeichnete gro\u00dfe Infrastruktur-, Energie- und Rohstoffprojekte als Schwerpunkt der k\u00fcnftigen Arbeit. Die Investitionen sollen wirtschaftliche Strukturen schaffen, die langfristig mit amerikanischen Kapitalm\u00e4rkten, Unternehmen und Technologien verbunden sind.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das US-Au\u00dfenministerium sieht die Genehmigung der kongolesischen Konzession als Best\u00e4tigung dieses Ansatzes. Die Regierung in Kinshasa habe damit ihr Interesse an amerikanisch gest\u00fctzten Investitionen, offenen M\u00e4rkten und transparenteren Lieferketten bekr\u00e4ftigt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die abschlie\u00dfende Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Mota-Engil war am 15. Juli noch nicht erfolgt. Washington und Kinshasa bereiteten nach Angaben des US-Au\u00dfenministeriums eine Unterzeichnungszeremonie vor.<\/p>\n<p><img data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[30][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2024d1ac63a441d2b3023c7ca8b7de0d.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Demokratische Republik Kongo hat die Konzession f\u00fcr ihren Abschnitt des Lobito-Korridors genehmigt und damit ein zentrales Infrastrukturprojekt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":44955,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[15310,14889,493,192,194,190,188,193,191,462,461,436,5397,2388,189,2482,287,138],"class_list":["post-44954","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-demokratische-republik-kongo","tag-15310","tag-14889","tag-china","tag-dem-rep-kongo","tag-democratic-republic-of-the-congo","tag-demokratische-republik","tag-demokratische-republik-kongo","tag-dr-congo","tag-dr-kongo","tag-drc","tag-drk","tag-eu","tag-finanzen","tag-infrastruktur","tag-kongo","tag-parlament","tag-usa","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117039621946060572","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44954"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44954\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44955"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}