{"id":45164,"date":"2026-08-06T02:25:15","date_gmt":"2026-08-06T02:25:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45164\/"},"modified":"2026-08-06T02:25:15","modified_gmt":"2026-08-06T02:25:15","slug":"die-spanische-grenze-ist-offen-was-60-000-menschen-dazu-brachte-von-marokko-nach-ceuta-zu-schwimmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45164\/","title":{"rendered":"\u201eDie spanische Grenze ist offen\u201c: Was 60.000 Menschen dazu brachte, von Marokko nach Ceuta zu schwimmen"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBKln tspBKlo\">Die Nachricht verbreitete sich zwischen Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche rasch \u00fcber die sozialen Netzwerke: \u201eDie spanische Grenze ist offen\u201c, lautete eine Kernbotschaft der vorwiegend auf Arabisch verbreiteten Kurzmeldungen. \u201eMan kann ohne Papiere passieren.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Wer hinter den anonymen Mitteilungen steckte, die \u00fcber oft kurz darauf wieder gel\u00f6schte Benutzerkonten weiterverbreitet wurden, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/es-hiess-spanien-habe-die-tur-geoffnet-social-media-postings-losten-offenbar-ceuta-ansturm-mit-aus-15905704.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ist unklar<\/a>. Doch ihre Wirkung \u2013 im Zusammenspiel mit dem Agieren der marokkanischen Grenzbeh\u00f6rden\u00a0\u2013 war enorm: Bis zu 60.000 Menschen aus Marokko machten sich auf den Weg in die spanische Enklave Ceuta, die meisten von ihnen schwimmend.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">F\u00fcr viele endete das t\u00f6dlich: Bis Sonntagmittag wurden <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/spanische-nordafrika-exklave-ceuta-kehrt-zur-normalitat-zuruck-mindestens-72-tote-15905843.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">72 Leichen von Ertrunkenen geborgen.<\/a><\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Was bewegte Zehntausende, sich auf ein so waghalsiges und \u2013 im R\u00fcckblick \u2013 aussichtsloses Abenteuer einzulassen? Ein \u00dcberblick \u00fcber das, was bisher bekannt ist\u00a0\u2013 und was nicht.<\/p>\n<p> Die Social-Media-Nachrichten <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">\u201eWenn ihr diese Treppen seht, ist euer Traum wahr geworden\u201c: So lautete der spanischen Zeitung <a href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/2026-08-02\/los-tres-dias-de-horror-que-acorralaron-a-ceuta.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">\u201eEl Pa\u00eds\u201c<\/a> zufolge eine der Botschaften, die am Donnerstagmorgen auf TikTok verbreitet wurde.  Dazu kursierten entsprechende Videobilder aus Ceuta.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Auch in zahlreichen anderen Social-Media-Beitr\u00e4gen wurde behauptet, Spaniens Grenzen seien offen, ein k\u00fcrzlich ergangenes Gerichtsurteil verbiete die Zur\u00fcckweisung von Migranten und das Schwimmen von Marokko nach Ceuta sei problemlos.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Bereits in der Woche zuvor hatten rund 1800 Menschen eine Mole umschwommen, um auf das winzige spanische Territorium zu gelangen, wie die \u201eFinancial Times\u201c berichtet. Potenzielle Migranten h\u00e4tten schon lange zuvor Schwimmunterricht genommen oder sich das Schwimmen selbst beigebracht, zitiert die Zeitung einen marokkanischen Schwimmlehrer.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Auf Facebook boten Menschen dem Bericht zufolge Schwimmflossen oder Neoprenanz\u00fcge zum Kauf an. Man tauschte sich aus \u00fcber die Meeresbedingungen und die Route zum felsigen Tarajal-Strand von Ceuta.  Es wurde geraten, keine Rucks\u00e4cke oder schweres Gep\u00e4ck mitzunehmen. \u201eBadehose und k\u00f6rperliche Ausdauer\u201c seien alles, was man ben\u00f6tige. Man solle Schwimmgruppen von mindestens sieben Personen bilden, um es den Grenzsch\u00fctzern schwerer zu machen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785983115_510_migranten-in-spanien-exklave-ceuta.jpeg\"   alt=\"31.07.2026, Spanien, Ceuta: Dutzende Migranten kommen nach dem \u00dcberqueren der Grenze in Ceuta an. Auch als am Donnerstag, dem 30. Juli, die Nacht hereinbrach, str\u00f6mten weiterhin zahlreiche Menschen unkontrolliert aus Marokko nach Ceuta. Seit den fr\u00fchen Morgenstunden hatten Tausende von Migranten die autonome Stadt erreicht, indem sie schwimmend oder zu Fu\u00df die Mole umgingen, die die autonome Stadt von Marokko trennt.&#10;&#10;Weil die Stadt Ceuta zur Europ\u00e4ischen Union geh\u00f6rt, wollen Migranten aus Afrika dorthin gelangen. (zu dpa: \u00abS\u00e1nchez: Migrantenandrang in Ceuta ist \u00abAngriff\u00bb auf Spanien\u00bb) Foto: Marcos Moreno\/EUROPA PRESS\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15906335\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVin\"\/> Die meisten Migranten erreichten Ceuta im Laufe des Donnerstags. <\/p>\n<p class=\"tspABgk\"> \u00a9 dpa\/Europa Press\/Marcos Moreno <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Die knapp sechs Kilometer lange Strecke von marokkanischen K\u00fcstenorten wie Fnideq nach Ceuta zu schwimmen, kann mehrere Stunden dauern, auch weil man um Wellenbrecher, Sperren und eine Mole herumschwimmen muss.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/news-bilder-des-tages-several-civil-guards-pick-up-the-body-of-a-man-on-a-beach-in-benzu-on-april-4-.jpeg\"   alt=\"Laut Polizei sind nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen.\" aria-labelledby=\"caption-15904068\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVin\"\/> Laut Polizei sind nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 72 Menschen auf dem Weg nach Ceuta ertrunken. <\/p>\n<p class=\"tspABgk\"> \u00a9 Imago\/Lagencia\/Antonio Sempere <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Kurzvideos zeigten junge Menschen, die durch Ceuta spazierten oder an Str\u00e4nden feierten, und versicherten, das Schwimmen um die Mole sei einfach gewesen.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Und immer wieder wurden die falschen Behauptungen verbreitet, die Grenze sei offen und Spanien gew\u00e4hre automatische Einreiserechte f\u00fcr Menschen von au\u00dferhalb der EU.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Einige der Benutzerkonten waren Medienberichten zufolge erst seit wenigen Wochen aktiv. Mehrere haben Zehntausende von Likes. Das deutet darauf hin, dass dahinter eine orchestrierte Kampagne stehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Viele Migranten, die in Ceuta an Land gingen, sagten, sie seien von diesen Nachrichten auf den sozialen Medien dazu animiert worden, ihr Gl\u00fcck \u00fcber das Meer zu versuchen.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Die Szenen am fr\u00fchen Donnerstagmorgen dann beschreibt die spanische Zeitung \u201eEl Pa\u00eds\u201c so: \u201eVier \u00fcbern\u00e4chtigte Journalisten beobachten, wie die Migranten mit ihren Schwimmhilfen, Flossen an den F\u00fc\u00dfen und an die Unterarme geklemmten Flip-Flops, sp\u00e4rlich bekleidet und mit durchn\u00e4ssten Rucks\u00e4cken ankommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Die ersten Schwimmer tauchten der Zeitung zufolge in kleinen Gruppen auf, \u201ew\u00e4hrend die Sonne gegen den Morgennebel ank\u00e4mpft\u201c. Die Polizei habe sie bereits erwartet, um sie in die lokale Aufnahmeeinrichtung zu schicken. \u201eDie Jugendlichen, \u00fcberwiegend M\u00e4nner, fast alle Marokkaner, sitzen verzweifelt am Grenz\u00fcbergang, und die angespannte Stimmung l\u00e4sst eine Massenflucht ahnen, die einige Stunden sp\u00e4ter tats\u00e4chlich eintritt\u201c, schreibt \u201eEl Pa\u00eds\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Tats\u00e4chlich geriet der Ansturm ab Donnerstagmittag dann au\u00dfer Kontrolle. Immer mehr Menschen erreichten \u201eunter Jubel und Geschrei spanischen Boden\u201c, wie \u201eEl Pa\u00eds\u201c schreibt. Am Schluss sind es offiziellen Sch\u00e4tzungen zufolge bis zu 60.000 Menschen.<\/p>\n<p> Die marokkanische Grenzpolizei <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Viele der Migranten, die sich auf den Weg nach Ceuta machten, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/lage-in-ceuta-eskaliert-hat-marokko-die-krise-provoziert-15901397.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wurden dazu offenbar von marokkanischen Polizisten und Grenzbeamten ermutigt<\/a>. Das berichtete unter anderem der 37-j\u00e4hrige Mohammed Ahmidho einem Reporter der \u201eNew York Times\u201c. Als er sich der Grenze gen\u00e4hert habe, h\u00e4tten ihm die Polizisten gesagt: \u201eWillkommen in Spanien.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Der 25-j\u00e4hrige Youssef Alaoui schildert \u00c4hnliches. Die marokkanischen Grenzpolizisten h\u00e4tten den Migranten den Weg gewiesen: \u201eSie sagten nur: \u201aGeht in der Richtung weiter, geht in der Richtung weiter!\u2018\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Offiziell machte die marokkanische Regierung \u201ekriminelle Organisationen\u201c daf\u00fcr verantwortlich, ohne dies weiter zu konkretisieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785983115_932_mass-crossings-of-migrants-on-foot-and-by-sea-from-morocco-into-spanish-territory-in-ceuta.jpeg\"   alt=\"Spanish security personnel escort a big group of migrants to the border to take them out of Spain, after mass crossings of migrants on foot and by sea from Morocco into Spanish territory, in Ceuta, Spain, August 1, 2026. REUTERS\/Jon Nazca\" aria-labelledby=\"caption-15905245\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVin\"\/> Spanische Sicherheitskr\u00e4fte eskortieren eine gro\u00dfe Gruppe von Migranten am Sonnabend zur Grenze, um sie aus Spanien auszuweisen. <\/p>\n<p class=\"tspABgk\"> \u00a9 Reuters\/Jon Nazca <\/p>\n<p> Jugend ohne Perspektiven <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Dass die Social-Media-Botschaften eine solche Massenwirkung entfalten konnten, f\u00fchren viele Beobachter auf die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/warum-wollen-so-viele-weg-aus-marokko-keine-arbeit-fur-die-jugend-viel-geld-fur-prestigeobjekte-15905117.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">verzweifelte wirtschaftliche Lage und die fehlenden Zukunftsperspektiven vor allem j\u00fcngerer Menschen in Marokko zur\u00fcck<\/a>. \u201eUns geht es darum, unser Leben zu verbessern\u201c, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den 16-j\u00e4hrigen Ayoub El Abyad, der sich mit seinem Cousin auf den Weg nach Ceuta gemacht hatte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/migranten-in-spanien-ceuta.jpeg\"   alt=\"01.08.2026, Spanien, Ceuta: Mehrere Migranten erholen sich am Strand. Migranten, denen es in den letzten Tagen gelungen ist, nach Ceuta zu schwimmen, kehren aus eigenem Antrieb auf die marokkanische Seite in die Stadt Castillejos zur\u00fcck. Nach Angaben der spanischen Regierung sind mittlerweile fast alle Migranten nach Marokko zur\u00fcckgekehrt. Angesichts kaum vorhandener Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Unterkunft und Versorgung h\u00e4tten die Menschen entt\u00e4uscht und freiwillig die R\u00fcckreise angetreten. Foto: Jes\u00fas Torres\/EUROPA PRESS\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15906331\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVin\"\/> Eine Szene vom Strand Ceutas am Sonnabend. <\/p>\n<p class=\"tspABgk\"> \u00a9 dpa\/Europa Press\/Jes\u00fas Torres <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Die Ereignisse dieser Woche haben auch Europa politisch ersch\u00fcttert und erneut die Differenzen in der heiklen Migrationsfrage offenbart, wie die BBC und politische Beobachter kommentierten. Und es stelle sich die Frage, ob hinter dem Ansturm auf Ceuta vielleicht eine organisierte Initiative stecke.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Nach einem Bericht der spanischen Onlinezeitung \u201eThe Objective\u201c hatte der spanische Geheimdienst die Regierung schon Tage vor der Eskalation gewarnt. Quellen aus dem milit\u00e4rischen und zivilen Geheimdienst zufolge ignorierte die Regierung diese Hinweise jedoch.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Und weiteren Recherchen von \u201eThe Objective\u201c zufolge k\u00f6nnte die Unt\u00e4tigkeit marokkanischer Beh\u00f6rden auch mit einem internen Machtkampf in der Regierung des Landes zu tun haben. Marokkanische Quellen in Frankreich, die mit den Machtstrukturen des K\u00f6nigreichs vertraut sind, sehen demnach Fouad Ali El Himma, Berater und pers\u00f6nlicher Freund des marokkanischen K\u00f6nigs Mohammed VI., als Drahtzieher dieser Operation.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Deren Ziel k\u00f6nnte es demnach sein, die Regierung von Premierminister Aziz Akhannouch zu schw\u00e4chen und El Himmas Kontrolle \u00fcber den Staatsapparat zu st\u00e4rken \u2013 und das knapp zwei Monate vor den Parlamentswahlen, bei denen El Himma mit einer von ihm gegr\u00fcndeten Partei kandidiert.<\/p>\n<p> Folge eines diplomatischen Streits? <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Die Grenz\u00fcberquerung k\u00f6nnte auch mit der <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/exklave-in-nordafrika-sanchez-migrantenandrang-in-ceuta-ist-angriff-auf-spanien-15900231.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rivalit\u00e4t zwischen den Nachbarl\u00e4ndern Marokko und Algerien<\/a> sowie mit einer k\u00fcrzlichen <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/lage-in-ceuta-eskaliert-hat-marokko-die-krise-provoziert-15901397.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Reise des spanischen Ministerpr\u00e4sidenten Pedro S\u00e1nchez nach Algier in Zusammenhang<\/a> stehen. Der letzte Massengrenz\u00fcbertritt im Mai 2021 war damals eine Reaktion auf einen diplomatischen Streit gewesen, in dessen Folge Marokko die Grenzkontrollen gelockert hatte.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Am 20. Juli hatte S\u00e1nchez Algerien besucht, was eine Entspannung in den Beziehungen zu dem Land signalisierte. Dies k\u00f6nnte Marokko als regionalem Rivalen ver\u00e4rgert haben, vermutet Matteo Villa, Migrationsforscher am Italienischen Institut f\u00fcr Internationale Politische Studien, im Gespr\u00e4ch mit dem \u201eGuardian\u201c: \u201eDass S\u00e1nchez nach Algerien gereist ist, hat Marokko nicht wirklich gefallen.\u201c<\/p>\n<p>50.000 Menschen kommen nicht \u00fcber Nacht, wenn es normalerweise nur Hunderte pro Monat sind.<\/p>\n<p class=\"tspCNpp\">Matteo Villa, Migrationsforscher am Italienischen Institut f\u00fcr Internationale Politische Studien<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">\u201eWas 2021 geschah, war die kleine Version dessen, was gestern passiert ist\u201c, sagte er am Freitag. \u201e50.000 Menschen kommen nicht \u00fcber Nacht, wenn es normalerweise nur Hunderte pro Monat sind.\u201c Villa vermutete, Marokko habe die Grenzkontrollen m\u00f6glicherweise gelockert, um zu zeigen, dass es \u201edie Oberhand\u201c habe \u2013 insbesondere, weil die dortigen Beh\u00f6rden w\u00fcssten, dass dies in Europa eine \u00dcberreaktion ausl\u00f6sen w\u00fcrde. \u201eSie lieben es, all die Streitigkeiten zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu beobachten.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785983115_268_migrants-cross-into-the-spanish-enclave-of-ceuta.jpeg\"   alt=\"Spanish Prime Minister Pedro Sanchez visits the border area, amid mass crossings of migrants on foot and by sea from Morocco into Spanish territory, in Ceuta, Spain, July 31, 2026. REUTERS\/Jon Nazca\" aria-labelledby=\"caption-15905090\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVin\"\/> Der spanische Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez besuchte Ceuta am Freitag. <\/p>\n<p class=\"tspABgk\"> \u00a9 Reuters\/Jon Nazca <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Wurden die Migranten also m\u00f6glicherweise als politisches Druckmittel eingesetzt \u2013 oder gar als \u201epolitische Waffe\u201c, wie die BBC fragt? Und stecken m\u00f6glicherweise noch andere Kr\u00e4fte jenseits der regionalen Akteure dahinter?<\/p>\n<p>Lesermeinungen zum Artikel<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">\u201eEuropa darf sich nicht spalten lassen. Den Spaniern zur Seite stehen w\u00e4re die bessere Reaktion die Drahtzieher scheitern zu lassen, stattdessen war die Reaktion vieler Regierungsh\u00e4upter erb\u00e4rmlich kurzsichtig.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Sie m\u00f6chten darauf antworten? <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/die-spanische-grenze-ist-offen-was-60000-menschen-dazu-brachte-von-marokko-nach-ceuta-zu-schwimmen-15906349.html?commentId=145ebd0b-dd3c-4e4a-9d6f-7520af95fe5b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">Hier gelangen Sie\u00a0direkt zur Diskussion mit Tagesspiegel-Nutzer\/in Quasi325<\/a><\/p>\n<p> Wer profitiert von der Krise? <\/p>\n<p class=\"tspBKln\">\u201eBislang sehen wir nur diejenigen, die sich \u00fcber die Ergebnisse freuen\u201c, bilanziert die BBC. \u00c4hnlich schreibt es der Journalist Andrea Rizzi in der \u201eEl Pa\u00eds\u201c: Die weltweite Rechte \u201ehyperventiliert vor Freude\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der w\u00fctend auf Spanien sei, weil es sich seinem Krieg gegen den Iran widersetzt, habe sich an Spaniens Regierung abarbeiten k\u00f6nnen und <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/ceuta-krise-italien-setzt-schengen-abkommen-mit-spanien-aus-15903774.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von einer \u201eKatastrophe\u201c und einer \u201eInvasion\u201c gesprochen.<\/a>  \u201eAuch Russland hat sich h\u00e4misch gefreut: Es liebt Chaos und Spaltung in Europa\u00a0\u2013 alles, was die Verb\u00fcndeten der Ukraine schw\u00e4cht\u201c, schrieb Rizzi.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Am Sonntag erinnert in Ceuta kaum noch etwas an den Ausnahmezustand. Fast alle Migranten seien inzwischen freiwillig nach Marokko zur\u00fcckgekehrt, weil sie keine Aussichten auf eine Weiterreise in die Europ\u00e4ische Union hatten, meldeten die spanischen Beh\u00f6rden am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Fernsehbilder von der K\u00fcste, \u201ewo w\u00e4hrend des Ansturms noch Tausende Migranten entlangliefen, zeigten am Morgen eine ruhige Lage\u201c, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Versuche, \u00fcber das Meer in die Exklave zu gelangen, seien nach Angaben der staatlichen \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RTVE nicht mehr zu beobachten.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Nach Angaben einer RTVE-Reporterin installieren einige Arbeiter <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/spanische-nordafrika-exklave-ceuta-kehrt-zur-normalitat-zuruck-mindestens-72-tote-15905843.html?icid=in-text-link_15906349\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bojen als physische Grenze.<\/a> Am Freitag war bereits eine 500 Meter lange, aufblasbare orangefarbene Barriere befestigt worden.  Zusammen mit der Bojenkette soll damit die Kontrolle und \u00dcberwachung des Gebiets verbessert werden.<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Ceuta und Marokko<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/warum-wollen-so-viele-weg-aus-marokko-keine-arbeit-fur-die-jugend-viel-geld-fur-prestigeobjekte-15905117.html?icid=topic-list_15906349___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:true},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/internationales\/warum-wollen-so-viele-weg-aus-marokko-keine-arbeit-fur-die-jugend-viel-geld-fur-prestigeobjekte-15905117.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Warum wollen so viele weg aus Marokko?&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;headline&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Keine Arbeit f\u00fcr die Jugend, viel Geld f\u00fcr Prestigeobjekte&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;id&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;15905117&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;story&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;isPartOfList&amp;escapedquot;:true,&amp;escapedquot;topicListType&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;topic-list&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;showArrow&amp;escapedquot;:true}\" data-hydrate-slots=\"{&#039;default&#039;:[]}\" class=\"tspDEr8 tspDDr6\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Warum wollen so viele weg aus Marokko? Keine Arbeit f\u00fcr die Jugend, viel Geld f\u00fcr Prestigeobjekte <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/zehntausende-gefluchtete-sturmen-eu-grenze-in-ceuta-kommen-jetzt-viele-migranten-nach-deutschland-15902279.html?icid=topic-list_15906349___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:true},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/politik\/zehntausende-gefluchtete-sturmen-eu-grenze-in-ceuta-kommen-jetzt-viele-migranten-nach-deutschland-15902279.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Zehntausende st\u00fcrmen EU-Grenze in Ceuta&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;headline&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\u201eDie Situation zeigt, dass die unerlaubte Migration in keiner Weise erledigt ist\u201c&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;id&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;15902279&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;story&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;isPartOfList&amp;escapedquot;:true,&amp;escapedquot;topicListType&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;topic-list&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;showArrow&amp;escapedquot;:true}\" data-hydrate-slots=\"{&#039;default&#039;:[]}\" class=\"tspDEr8 tspDDr6\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zehntausende st\u00fcrmen EU-Grenze in Ceuta \u201eDie Situation zeigt, dass die unerlaubte Migration in keiner Weise erledigt ist\u201c <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/lage-in-ceuta-eskaliert-hat-marokko-die-krise-provoziert-15901397.html?icid=topic-list_15906349___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:true},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/internationales\/lage-in-ceuta-eskaliert-hat-marokko-die-krise-provoziert-15901397.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Lage in Ceuta eskaliert&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;headline&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Hat Marokko die Krise provoziert?&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;id&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;15901397&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;story&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;isPartOfList&amp;escapedquot;:true,&amp;escapedquot;topicListType&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;topic-list&amp;escapedquot;},&amp;escapedquot;showArrow&amp;escapedquot;:true}\" data-hydrate-slots=\"{&#039;default&#039;:[]}\" class=\"tspDEr8 tspDDr6\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lage in Ceuta eskaliert Hat Marokko die Krise provoziert? <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Mit der Schaffung dieser physischen Grenze im Meer will Spanien den Angaben zufolge jene L\u00fccke schlie\u00dfen, die durch das Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs entstanden war. Eine sofortige Zur\u00fcckweisung von Migranten ist demnach nur dann zul\u00e4ssig, \u201ewenn ein Zaun oder eine andere Sperre \u00fcberwunden werden muss\u201c. Das ist in Ceuta jetzt der Fall.<\/p>\n<p class=\"tspBKln\">Redaktioneller Hinweis: Bei der \u00dcbersetzung von hier zitierten Beitr\u00e4gen ausl\u00e4ndischer Medien kam K\u00fcnstliche Intelligenz zum Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Nachricht verbreitete sich zwischen Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche rasch \u00fcber die sozialen Netzwerke: \u201eDie spanische Grenze&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45165,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[3197,579,228,1142,95,96,1544,585],"class_list":["post-45164","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-die-eu","tag-facebook","tag-jugend","tag-krieg-in-der-ukraine","tag-marokko","tag-morocco","tag-spanien","tag-tiktok"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117046196773902871","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45164"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45164\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}