{"id":4523,"date":"2026-04-20T07:25:44","date_gmt":"2026-04-20T07:25:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4523\/"},"modified":"2026-04-20T07:25:44","modified_gmt":"2026-04-20T07:25:44","slug":"neuer-premierminister-nach-gen-z-protesten-in-madagaskar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4523\/","title":{"rendered":"Neuer Premierminister nach Gen-Z-Protesten in Madagaskar"},"content":{"rendered":"<p>Vor dem Hintergrund der seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Regierung <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/madagaskar\/t-18467711\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Madagaskars<\/a> hat Pr\u00e4sident Andry Nirina Rajoelina einen neuen Regierungschef ernannt. Er habe &#8222;mit Weisheit&#8220; den General Ruphin Fortunat\u00a0Zafisambo zum Ministerpr\u00e4sidenten bestimmt, erkl\u00e4rte Rajoelina am Montagabend.<\/p>\n<p>Zuvor hatte der Pr\u00e4sident seine gesamte Regierung entlassen, um auf den wachsenden Protest\u00a0gegen massive Strom- und Wasserausf\u00e4lle zu reagieren. Zafisambo soll nun ein neues Kabinett bilden.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74259066\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74259066_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Portr\u00e4tbild von Madagaskars neuem Premierminister, General Zafisambo, salutierend nach seiner Ernennung\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Madagaskars neuer Premierminister, General Zafisambo, nach seiner ErnennungBild: Siphiwe Sibeko\/REUTERS<\/p>\n<p>Der General war bisher Direktor des Milit\u00e4rkabinetts im B\u00fcro des entlassenen Premierministers. Rajoelina sagte vor der Ernennung, das Land brauche einen &#8222;Premierminister, der in der Lage ist, Ordnung und das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung wiederherzustellen&#8220;. Zafisambos wichtigste Aufgabe sei es, die Strom- und Wasserversorgung zu stabilisieren.<\/p>\n<p>UN melden\u00a0mindestens 22 Tote<\/p>\n<p>Die Demonstrierenden gaben sich mit dem Schritt des Pr\u00e4sidenten nicht zufrieden. In der Hauptstadt Antananarivo kam es\u00a0erneut zu Demonstrationen mit mehreren Hundert Teilnehmenden, berichtet\u00a0die Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p>Sicherheitskr\u00e4fte setzten Tr\u00e4nengas, Blendgranaten, Gummigeschosse und Platzpatronen ein. Mindestens ein Mann wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Auch in der s\u00fcdlichen Stadt Toliara kam es laut \u00f6rtlichen Medien zu Protesten.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74258875\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74258875_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Zahlreiche Menschen stehen um einen brennende Barrikade\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Demonstranten z\u00fcnden Reifen in den Stra\u00dfen von Antananarivo anBild: Zo Andrianjafy\/REUTERS<\/p>\n<p>Die Unruhen in dem Inselstaat vor Afrikas Ostk\u00fcste hatten vor knapp zwei Wochen begonnen. Ausl\u00f6ser waren t\u00e4gliche Stromausf\u00e4lle von mehr als zw\u00f6lf Stunden, Engp\u00e4sse in der Wasserversorgung, M\u00e4ngel im Bildungssystem, hohe Arbeitslosigkeit und weitverbreitete Armut. Nach Angaben der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vereinte-nationen\/t-17280943\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vereinten Nationen<\/a> wurden seit Beginn der Proteste mindestens 22 Menschen get\u00f6tet und \u00fcber hundert verletzt. Die Regierung bestreitet diese Zahlen.<\/p>\n<p>Die unter dem Namen &#8222;Gen Z&#8220; bekannte Protestbewegung fordert in sozialen Netzwerken den R\u00fccktritt Rajoelinas, die Aufl\u00f6sung von Senat, Verfassungsgericht und Wahlkommission sowie strafrechtliche Schritte gegen den Unternehmer Mamy Ravatomanga. Er gilt als einer der Hauptgeldgeber des Pr\u00e4sidenten. Der Bewegung geh\u00f6ren vor allem junge Leute der &#8222;Generation Z&#8220; an &#8211; also Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74259191\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74259191_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Zahlreiche junge Menschen auf der Stra\u00dfe, einer von ihnen rei\u00dft seine Faust in die Luft\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Junge Menschen in Madagaskar gehen seit zwei Wochen gegen die Regierung auf die Stra\u00dfeBild: Luis Tato\/AFP\/Getty Images<\/p>\n<p>Die Proteste &#8211; inspiriert von \u00e4hnlichen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gen-z-proteste-korruption-machtmissbrauch-soziale-ungerechtigkeit-v1\/a-74205670\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Gen Z&#8220;-Bewegungen<\/a> in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kenia\/t-17534427\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kenia<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nepal\/t-18426803\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nepal<\/a> &#8211; gelten als die gr\u00f6\u00dfte Welle von Unruhen auf der Insel im <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/indischer-ozean\/t-64480783\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indischen Ozean<\/a> seit Jahren. Sie spiegeln die wachsende Frustration \u00fcber Armut und Korruption wider.<\/p>\n<p>Trotz seiner reichen Bodensch\u00e4tze, Biodiversit\u00e4t und fruchtbaren Agrarfl\u00e4chen z\u00e4hlt Madagaskar zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt. Seit der Unabh\u00e4ngigkeit 1960 ist das Pro-Kopf-Einkommen um 45 Prozent gesunken. Rund 75 Prozent der Bev\u00f6lkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.<\/p>\n<p>Zivilgesellschaftliche Gruppen boykottieren Gespr\u00e4che<\/p>\n<p>In einer Rede am Freitag erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Rajoelina, er sei bereit, die Sorgen der Demonstrierenden anzuh\u00f6ren, wies jedoch R\u00fccktrittsforderungen zur\u00fcck. Eine Sprecherin des Pr\u00e4sidentenb\u00fcros sagte am Wochenende der Nachrichtenagentur Reuters, die Bewegung werde &#8222;von politischen Akteuren ausgenutzt, die das Land destabilisieren wollen&#8220;. Rajoelina bleibe &#8222;dem Dialog verpflichtet&#8220; und wolle L\u00f6sungen beschleunigen, &#8222;die das t\u00e4gliche Leben der Menschen verbessern&#8220;.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74258987\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74258987_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Portr\u00e4tbild von Madagaskars Pr\u00e4sident Rajoelina, der gestikulierend in Mikrofone spricht\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Madagaskars Pr\u00e4sident Rajoelina bei der Ernennung des neuen PremierministersBild: Siphiwe Sibeko\/REUTERS<\/p>\n<p>Laut einer weiteren Mitteilung der Pr\u00e4sidentenb\u00fcros traf sich Rajoelina bereits am Samstag mit mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen. Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Andere Gruppen lie\u00dfen hingegen verlauten, sie h\u00e4tten eine Teilnahme abgelehnt, da keine Garantien f\u00fcr freie Demonstrationen und die Freilassung festgenommener Protestierender gegeben worden seien.<\/p>\n<p>Rajoelina war 2009 nach einem Putsch gegen den damaligen Staatschef Marc Ravalomanana an die Macht gekommen. Ende 2023 wurde er bei einer von der Opposition boykottierten Wahl f\u00fcr eine <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/madagaskars-pr\u00e4sident-rajoelina-wiedergew\u00e4hlt\/a-67551499\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dritte Amtszeit<\/a> best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>pgr\/AR (rtr, dpa, afp)<\/p>\n<p>Redaktionsschluss: 18:00\u00a0Uhr (MESZ) &#8211; dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor dem Hintergrund der seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Regierung Madagaskars hat Pr\u00e4sident Andry Nirina Rajoelina einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4524,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[245],"tags":[380,379],"class_list":{"0":"post-4523","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-madagaskar","8":"tag-madagascar","9":"tag-madagaskar"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116435846893104043","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4523"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4523\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}