{"id":45431,"date":"2026-08-07T09:30:08","date_gmt":"2026-08-07T09:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45431\/"},"modified":"2026-08-07T09:30:08","modified_gmt":"2026-08-07T09:30:08","slug":"kommt-es-am-15-august-zu-einem-erneuten-ansturm-auf-ceuta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45431\/","title":{"rendered":"Kommt es am 15. August zu einem erneuten Ansturm auf Ceuta?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta geht seit einigen Tagen ein Datum um: der 15. August. Dar\u00fcber sprechen Grenzpolizisten ebenso wie Caf\u00e9besitzer am Hafen oder freiwillige Helfer, die sich noch immer um gestrandete Migranten k\u00fcmmern. Denn in marokkanischen sozialen Netzwerken kursieren Aufrufe, an diesem Tag erneut gemeinsam zur Grenze aufzubrechen.<\/p>\n<p> Ob daraus tats\u00e4chlich ein neuer Massenansturm wird, kann im Moment niemand sagen. Die spanischen Sicherheitsbeh\u00f6rden wollen die Gefahr jedenfalls nicht untersch\u00e4tzen. \u201eDas Risiko ist real, sein Ausma\u00df aber ungewiss\u201c, hei\u00dft es in einem internen Lagebericht der f\u00fcr den Grenzschutz zust\u00e4ndigen Polizeieinheit Guardia Civil.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Aktuell kein Ausnahmezustand in Ceuta<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Vor gut einer Woche, am 30. und 31. Juli, wurde Ceuta von den Ereignissen regelrecht \u00fcberrollt. Innerhalb weniger Stunden gelangten Zehntausende Menschen schwimmend \u00fcber das Meer oder zu Fu\u00df \u00fcber den Grenzdamm in die spanische Exklave, die von marokkanischem Territorium umgeben ist.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/nach-ansturm-auf-ceuta-rueckkehr-zur-normalitaet-114933913\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> Inzwischen ist der Ausnahmezustand aus dem Stadtbild weitgehend verschwunden<\/a>. Die Gesch\u00e4fte haben wieder ge\u00f6ffnet, die Stra\u00dfencaf\u00e9s sind wieder gut besucht, der Verkehr staut sich wie an jedem Tag. An den Grenzanlagen ist allerdings zu sehen, dass die Krise l\u00e4ngst nicht vorbei ist. Die Kontrollen sind deutlich versch\u00e4rft worden.<\/p>\n<p>Auf marokkanischer Seite bewacht eine gro\u00dfe Zahl von Sicherheitskr\u00e4ften die Zufahrtsstra\u00dfen von Ceutas Nachbarstadt Fnideq. Boote patrouillieren entlang der K\u00fcste. Auch auf spanischer Seite ist deutlich mehr Grenzpolizei im Einsatz als noch Ende Juli. Es ist schwer vorzustellen, dass sich die Grenze noch einmal praktisch ungehindert \u00fcberwinden l\u00e4sst. Ganz ausschlie\u00dfen will das trotzdem keiner.\n  <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/migration-ceuta-spaniens-asylpolitik-sorgt-fuer-politische-debatte-3-114948465\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"\" alt=\"Noch immer halten sich mehrere Tausend Migranten in der spanischen Enklave Ceuta auf.\" title=\"Noch immer halten sich mehrere Tausend Migranten in der spanischen Enklave Ceuta auf.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<p>            Stadtverwaltung geht von bis zu 8000 Migranten in Ceuta aus<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wie viele Migranten noch in Ceuta sind, wei\u00df derzeit niemand genau. Zwar sind nach offiziellen Angaben inzwischen rund 70.000 der mehr als 72.000 Menschen, die Ende Juli nach Ceuta gelangten, wieder nach Marokko zur\u00fcckgekehrt. Mehrere Tausend Migranten befinden sich jedoch weiterhin in der 84.000-Einwohner-Stadt.\u00a0<\/p>\n<p> Die spanische Regierung in Madrid spricht von rund 2500 bis 3000 Menschen. Die Stadtverwaltung Ceutas sch\u00e4tzt hingegen, dass sich noch bis zu 8000 irregul\u00e4re Migranten in der Exklave befinden. Schon diese gro\u00dfe Spanne zeigt, wie un\u00fcbersichtlich die Lage noch immer ist.<\/p>\n<p> Unter ihnen befinden sich Hunderte Menschen aus den Krisen- und B\u00fcrgerkriegsl\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara, deren Asylantr\u00e4ge nun gepr\u00fcft werden. Anders als marokkanische Staatsangeh\u00f6rige k\u00f6nnen sie nicht ohne Weiteres zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.\n  <\/p>\n<p>            In Ceuta kamen viele unbegleitete Minderj\u00e4hrige an<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die gr\u00f6\u00dfte Sorge bereiten inzwischen die Minderj\u00e4hrigen. Nach Beh\u00f6rdenangaben kamen mindestens 1100 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung nach Ceuta. Doch Hilfsorganisationen halten diese Zahl f\u00fcr deutlich zu niedrig. Es k\u00f6nnten doppelt oder drei Mal so viele unbegleitete Minderj\u00e4hrige in der Stadt sein, hei\u00dft es. Viele leben noch immer in Parks, an Str\u00e4nden oder in den H\u00fcgeln oberhalb der Stadt, andere wurden inzwischen in Notunterk\u00fcnften untergebracht.<\/p>\n<p> \u201eWir sprechen hier von wirklichen Kindern\u201c, sagt Jos\u00e9 Miguel Morales von der spanischen Hilfsorganisation Sur Acoge. Viele seien erst zehn oder elf Jahre alt. Immer wieder k\u00e4men sie zu den Helfern oder spr\u00e4chen Passanten an und fragten nach einem Handy. Sie wollten ihren Eltern in Marokko sagen, dass sie noch leben. Manche h\u00e4tten ihre Familien heimlich verlassen und erst aus Ceuta angerufen. Andere erz\u00e4hlten, sie wollten auf keinen Fall zur\u00fcck. Zu Hause gebe es f\u00fcr sie keine Zukunft.\n  <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/fluechtlingsansturm-in-ceuta-koennte-afd-zur-siegerin-der-landtagswahlen-machen-114936914\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"\" alt=\"Der Fl\u00fcchtlingsansturm in Ceuta hat das Potenzial, die politische Landschaft in Europa zu verwerfen.\" title=\"Der Fl\u00fcchtlingsansturm in Ceuta hat das Potenzial, die politische Landschaft in Europa zu verwerfen.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<p>            Migrationskrise darf nicht zur Kinderschutzkrise werden<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF schl\u00e4gt Alarm. Aus der Migrationskrise d\u00fcrfe keine Krise des Kinderschutzes werden, hei\u00dft es. Mehrere Schulen Ceutas, in denen jetzt in den Sommerferien kein Unterricht stattfindet, wurden inzwischen als Notunterk\u00fcnfte hergerichtet. Die spanische Regierung bereitet die Verteilung der Minderj\u00e4hrigen auf andere Regionen Spaniens vor.\u00a0<\/p>\n<p> Parallel dazu laufen auf der marokkanischen Seite offenbar Ermittlungen zu den Hintergr\u00fcnden des Ansturms Ende Juli. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation AMDH wurden inzwischen mehr als 80 Menschen angeklagt; offiziell best\u00e4tigt wurde dies seitens Marokko nicht. Die Regierung in Rabat machte allerdings in einem Kommuniqu\u00e9 Schleuser und Falschmeldungen in sozialen Netzwerken f\u00fcr den Grenzsturm verantwortlich.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta geht seit einigen Tagen ein Datum um: der 15. August. 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